Noriaki Kasai

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Noriaki Kasai Skispringen
Noriaki Kasai in Bischofshofen (2017)

Noriaki Kasai in Bischofshofen (2017)

Nation JapanJapan Japan
Geburtstag 6. Juni 1972 (45 Jahre alt)
Geburtsort ShimokawaJapan
Größe 176 cm
Gewicht 62 kg
Beruf Angestellter
Karriere
Verein Tsuchiya Home Ski Club
Nationalkader seit 1988
Debüt im Weltcup 17. Dezember 1988[1]
Pers. Bestweite 241,5 m (Vikersund 2017)
Status aktiv
Medaillenspiegel
Olympische Medaillen 0 × Gold 2 × Silber 1 × Bronze
WM-Medaillen 0 × Gold 2 × Silber 5 × Bronze
SFWM-Medaillen 1 × Gold 0 × Silber 0 × Bronze
Olympische Ringe Olympische Winterspiele
0Silber0 1994 Lillehammer Mannschaft
0Silber0 2014 Sotschi Großschanze
0Bronze0 2014 Sotschi Mannschaft
FIS Nordische Skiweltmeisterschaften
0Silber0 1999 Ramsau Mannschaft
0Silber0 2003 Val di Fiemme Mannschaft
0Bronze0 2003 Val di Fiemme Großschanze
0Bronze0 2003 Val di Fiemme Normalschanze
0Bronze0 2007 Sapporo Mannschaft
0Bronze0 2009 Liberec Mannschaft
0Bronze0 2015 Falun Mixed-Team
FIS Skiflug-Weltmeisterschaften
0Gold0 1992 Harrachov Einzel
Platzierungen
 Weltcupsiege (Einzel) 17  (Details)
 Weltcupsiege (Team) 03  (Details)
 Grand-Prix-Siege (Einzel) 02  (Details)
 Grand-Prix-Siege (Team) 02  (Details)
 Gesamtweltcup 03. (1992/93, 1998/99)
 Skiflug-Weltcup 02. (1998/99, 2013/14)
 Sprung-Weltcup 04. (1998/99)
 Vierschanzentournee 02. (1992/93, 1998/99)
 Nordic Tournament 01. (1999)
 Sommer-Grand-Prix 04. (2000)
 Weltcup-/A-Klasse-Podium 1. 2. 3.
 Einzelspringen 14 12 26
 Skifliegen 3 1 7
 Teamspringen 3 4 10
 Grand-Prix-Podium 1. 2. 3.
 Einzelspringen 2 1 8
 Teamspringen 0 3 1
 Mixed-Teamspringen 2 0 0
 Continental-Cup-Podium 1. 2. 3.
 Einzelspringen 0 0 1
letzte Änderung: Saisonende 2016/17

Noriaki Kasai (jap. 葛西 紀明, Kasai Noriaki; * 6. Juni 1972 in Shimokawa, Hokkaidō) ist ein japanischer Skispringer. Er springt für den Verein Tsuchiya Home des Wohnungsbauunternehmens Tsuchiya Holdings in Hokkaidō. Er wurde 1992 Skiflugweltmeister und gewann bei Nordischen Skiweltmeisterschaften und Olympischen Winterspielen neun Medaillen. Kasai nimmt seit 1988 an Weltcup-Springen teil und ist der älteste und erfahrenste aktive Sportler in seiner Disziplin. Er zählt seit der Saison 1991/92 zur Weltspitze und ist einer der beständigsten Skispringer der 1990er-, 2000er- und 2010er-Jahre.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kasai begann im Alter von acht Jahren mit dem Skispringen. Sein Debüt im Weltcup hatte er am 17. Dezember 1988 in Sapporo.[1] Seinen ersten Auftritt außerhalb Japans hatte er bei den Nordischen Skiweltmeisterschaften 1989 in Lahti.

Am 22. März 1992 feierte er den bis heute wohl größten Erfolg seiner Karriere: im tschechischen Harrachov wurde er Skiflugweltmeister. Dieser Sieg wurde zugleich als sein erster Sieg im Skisprung-Weltcup gewertet. Insgesamt errang er im Verlauf seiner Karriere bisher 17 Weltcupsiege. Seine besten Platzierungen im Gesamtweltcup waren die dritten Plätze in den Saisonen 1992/93 und 1998/99. Zuletzt erreichte er in der Saison 2013/2014 den 5. Platz der Gesamtwertung.

Bei den Nordischen Skiweltmeisterschaften 2003 im Val di Fiemme gewann er auf der Groß- und auf der Normalschanze jeweils Bronze.

Kasai ist seit Jahren auch einer der wichtigsten Springer der japanischen Mannschaft. Ausgerechnet beim größten Erfolg der japanischen Mannschaft, dem Gewinn der Goldmedaille bei den Olympischen Winterspielen 1998 vor heimischem Publikum in Nagano, musste er jedoch Takanobu Okabe den Vortritt lassen und ging leer aus. Kasai ist der erste japanische Sportler, der an sieben Olympischen Winterspielen teilnahm.

Bei Weltmeisterschaften gewann er mit der Mannschaft 1999 in Ramsau, 2003 im Val di Fiemme Silber sowie 2007 in Sapporo und 2009 in Liberec Bronze.

Bei den Olympischen Winterspielen 2010 in Vancouver erreichte er im Springen bei seiner sechsten Teilnahme von der Normalschanze den 17. Platz.[2]

Nach der Erdbeben- und Tsunamikatastrophe in seinem Heimatland mit der Nuklearkatastrophe von Fukushima im März 2011 engagierte Kasai sich für Kinder aus der betroffenen Region. So sammelte er Spenden[3] und lud auch Familien aus Fukushima zum Sommer-Grand-Prix-Springen in Hakuba ein[4].

Die Premiere des Mixed-Team-Wettbewerbes im Rahmen des Sommer-Grand-Prix am 14. August 2012 im französischen Courchevel gewann er mit dem japanischen Team.[5]

Am 11. Januar 2014 gewann Kasai im Alter von 41 Jahren ein Springen des Skiflug-Weltcups am Kulm. Es war sein erster Sieg im Skisprung-Weltcup nach knapp zehn Jahren (28. Februar 2004 in Salt Lake City), womit er den Altersrekord seines Landsmanns Takanobu Okabe übertrumpfte, der 2009 in Kuopio mit 38 Jahren einen Sieg errungen hatte. Kasai ist damit der mit Abstand älteste Sieger eines Weltcup-Skispringens. Er verbesserte diesen Rekord am 29. November 2014 auf 42 Jahre und 176 Tage, als er gemeinsam mit Simon Ammann in Kuusamo den dritten Einzelwettbewerb der Saison gewann. Mit dem Gewinn von Silber und Bronze bei den Olympischen Winterspielen 2014 ist er der älteste Medaillengewinner im Skispringen bei Olympischen Spielen.

Seine persönliche Bestweite von 240,5 m erreichte er 2015 auf der Skiflugschanze in Vikersund – im Alter von 42 Jahren, 8 Monaten und 9 Tagen. Er überbot damit den japanischen Landesrekord von Daiki Itō um einen halben Meter. Die gleiche Weite konnte er nochmals am ersten Wettbewerbstag der Skiflugweltmeisterschaft 2016 am Kulm in Bad Mitterndorf erreichen.

Am 17. März 2016 absolvierte er in Planica seinen 500. Einzelwettbewerb im Weltcup mit der Sonderstartnummer 500.[6] Am 4. Januar 2017 wurde er in Innsbruck für seine 100. Teilnahme an der Qualifikation für ein Springen im Rahmen der Vierschanzentournee vom Vortag geehrt.[7]

Am 19. März 2017 verbesserte er im Alter von 44 Jahren beim Skifliegen am Vikersundbakken erneut seine persönliche Bestweite auf 241,5 Meter und gleichzeitig mit seinem 2. Platz im dortigen Wettbewerb seinen eigenen Rekord als ältester Skispringer auf einem Podestplatz.[8]

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weltcupsiege im Einzel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nr. Datum Ort Typ
1. 21. März 1992 TschechoslowakeiTschechoslowakei Harrachov Flugschanze
2. 1. Januar 1993 DeutschlandDeutschland Garmisch-Partenkirchen Großschanze
3. 23. Januar 1993 ItalienItalien Predazzo Großschanze
4. 6. März 1993 FinnlandFinnland Lahti Normalschanze
5. 9. Januar 1994 OsterreichÖsterreich Murau Großschanze
6. 22. März 1998 SlowenienSlowenien Planica Großschanze
7. 3. Januar 1999 OsterreichÖsterreich Innsbruck Großschanze
8. 29. Januar 1999 DeutschlandDeutschland Willingen Großschanze
9. 31. Januar 1999 DeutschlandDeutschland Willingen Großschanze
10. 9. März 1999 NorwegenNorwegen Trondheim Großschanze
11. 14. März 1999 NorwegenNorwegen Oslo Großschanze
12. 21. März 1999 SlowenienSlowenien Planica Flugschanze
13. 1. Januar 2001 DeutschlandDeutschland Garmisch-Partenkirchen Großschanze
14. 9. Februar 2003 DeutschlandDeutschland Willingen Großschanze
15. 28. Februar 2004 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Park City Großschanze
16. 11. Januar 2014 OsterreichÖsterreich Tauplitz Flugschanze
17. 29. November 2014 FinnlandFinnland Kuusamo Großschanze

Weltcupsiege im Team[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nr. Datum Ort Typ
1. 27. März 1993 SlowenienSlowenien Planica Großschanze1
2. 30. Januar 1999 DeutschlandDeutschland Willingen Großschanze2
3. 19. Januar 2001 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Park City Großschanze3

Grand-Prix-Siege im Einzel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nr. Datum Ort Typ
1. 29. August 2009 JapanJapan Hakuba Normalschanze
2. 24. August 2013 JapanJapan Hakuba Normalschanze

Grand-Prix-Siege im Team[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nr. Datum Ort Typ
1. 14. August 2012 FrankreichFrankreich Courchevel Normalschanze
Mixed-Team4
2. 27. Juli 2013 DeutschlandDeutschland Hinterzarten Normalschanze
Mixed-Team5

Statistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weltcup-Platzierungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saison Platz Punkte
1989/90 24. 0043
1991/92 09. 0115
1992/93 03. 0172
1993/94 06. 0562
1995/96 36. 0132
1996/97 17. 0351
1997/98 10. 0720
1998/99 03. 1598
1999/00 15. 0436
2000/01 04. 0728
2001/02 23. 0219
2002/03 13. 0548
2003/04 08. 0631
2004/05 16. 0416
2005/06 21. 0249
2006/07 26. 0182
2007/08 34. 0122
2008/09 15. 0409
2009/10 17. 0344
2010/11 24. 0197
2011/12 51. 0045
2012/13 24. 0328
2013/14 05. 1062
2014/15 06. 1137
2015/16 08. 0909
2016/17 015. 0401

Grand-Prix-Platzierungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saison Platz Punkte
1994 26. 456
1996 15. 079
1997 11. 114
1998 07. 162
1999 25. 038
2000 04. 285
2001 31. 046
2002 42. 017
2003 13. 091
2004 05. 263
2005 34. 044
2006 30. 086
2007 15. 147
2008 41. 059
2009 10. 217
2010 74. 008
2011 55. 027
2012 22. 096
2013 16. 167
2014 49. 031
2015 42. 056
2016 59. 025

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Noriaki Kasai – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b 88/89 FIS WORLD CUP SKI-JUMPING. 5th World Cup Competition. skijump-db.net, archiviert vom Original am 7. April 2005, abgerufen am 12. Januar 2014 (englisch, Datum des Wettkampfs nicht wie in der Quelle angegeben der 17. November 1988, sondern der 17. Dezember 1988).
  2. Resultat: Skispringen Olympische Spiele Vancouver (CAN) HS106 Herren. sports-reference.com. Abgerufen am 10. März 2013.
  3. Bericht auf www.berkutschi.com vom 27. April 2011, abgerufen am 1. Januar 2012.
  4. Bericht auf berkutschi.com vom 29. August 2011, abgerufen am 1. Januar 2012.
  5. „Japan erster Sieger im Mixed-Wettbewerb“ (Memento vom 14. November 2012 im Internet Archive) bei berkutschi.com, abgerufen am 15. August 2012.
  6. Bericht auf eurosport.de, abgerufen am 3. Januar 2016
  7. "Unglaubliche" Marke von Kasai. In: sport1.de. 3. Januar 2017, abgerufen am Januar 2017.
  8. Wahnsinnstyp! Kasai fliegt mit 44 Jahren auf Platz zwei. In: yahoo.com. 19. März 2017, abgerufen am März 2017.