Premia (Piemont)

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Premia
Wappen
Premia (Piemont) (Italien)
Premia (Piemont)
Staat Italien
Region Piemont
Provinz Verbano-Cusio-Ossola (VB)
Koordinaten 46° 16′ N, 8° 20′ OKoordinaten: 46° 16′ 0″ N, 8° 20′ 0″ O
Höhe 800 m s.l.m.
Fläche 88,90 km²
Einwohner 558 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte 6 Einw./km²
Postleitzahl 28866
Vorwahl 0324
ISTAT-Nummer 103056
Volksbezeichnung premiesi
Schutzpatron Michael (29. September)
Website Premia
Ossolatal

Premia ist eine italienische Gemeinde mit 558 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2016) im Valle Antigorio in der Provinz Verbano-Cusio-Ossola (VB), Region Piemont.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst eine Fläche von 88,90 km². Zu Premia gehören die Fraktionen Albogno, Altoggio, Cadarese, Case Cini, Case Francoli, Cagiogno, Chioso, Crego, Cresta, Cristo, Passo, Piazza, Piedilago, Pioda, Rivasco, Rozzaro, Sagiago, Salecchio Inferiore, Salecchio Superiore, San Rocco und Uriezzo.[2]

Die Nachbargemeinden sind Baceno, Crodo, Formazza und Montecrestese.

Die Kirche Santa Lucia in Uriezzo bietet einen guten Ausgangspunkt für eine Wanderung durch die Schluchten von Uriezzo.

Orridi di Uriezzo
in der Südschlucht
in der Südschlucht
Blick nach oben
in der Südschlucht
in der Südschlucht

Ehemalige Walsersiedlungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der am Berghang liegende, heute nicht mehr ganzjährig bewohnte Ortsteil Salecchio (deutsch Saley) mit den Häusergruppen Salecchio Inferiore (Untersaley), Salecchio Superiore (Obersaley) und Casa Francoli (Francohüs) ist eine Walsersiedlung und wurde erst 1929 in die Gemeinde Premia eingegliedert. Die hier gesprochene höchstalemannische Mundart, das Saleydeutsch als ein spezieller Dialekt des Walliserdeutschen, ist praktisch ausgestorben,[3] findet sich aber sowohl im Sprachatlas der deutschen Schweiz, in einer Publikation des Phonogrammarchivs der Universität Zürich[4] und in einer Dissertation von Gertrud Frei[5] dokumentiert.

Zu Premia gehört heute auch das Gebiet der 1929 aufgehobenen walserdeutschen Gemeinde Agaro (deutsch Áger) (1561 m). Deren gleichnamige Hauptsiedlung und die Häusergruppe Margone wurden 1938 überstaut (Lago di Agaro). Ebenfalls im 20. Jahrhundert aufgelassen wurde der Weiler Ausone (deutsch Opsu, 1463 m). Wie Salecchio waren auch Agaro und Ausone bis in die jüngere Vergangenheit deutschsprachige Walsersiedlungen; dokumentiert wurde die Mundart ebenfalls durch das Phonogrammarchiv Zürich.[4] Die Bevölkerung von Agaro verbrachte die Wintermonate zum Teil in kleinen Weilern am sonnigen Südhang über der Gemeinde Baceno wie Cologno, Costa und Pioda Calva.[6]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Verschiedene Autoren: Comuni della Provincia del Verbano-Cusio-Ossola. Consiglio Regionale del Piemonte, Chieri 2012, ISBN 9788896074503.
  • Verschiedene Autoren: Il Piemonte paese per paese. Bonechi Editore, Firenze 1996, ISBN 88-8029-156-4.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2016.
  2. Statuto del Comune di Premia.
  3. Jüngste Aufnahmen wurden 2008/2009 gemacht, doch war der letzte Sprecher vom walserdeutschen Dialekt seiner im benachbarten Pomatt aufgewachsenen Frau beeinflusst, von den italienischen Einflüssen ganz zu schweigen: Monica Valenti (Hrsg.): Tracce Walser. La parlata walser di Salecchio ieri e oggi. Vercelli 2011 (mit CD). Vgl. ferner auch Paolo Crosa Lenz (Hrsg.): I Walser del silenzio. Agaro, Salecchio, Ausone. Grossi, Domodossola (VB) 2003.
  4. a b Fritz Gysling, Rudolf Hotzenköcherle: Walser Dialekte in Oberitalien in Text und Ton. Begleittexte zu den Sprachplatten des Phonogramm-Archivs der Universität Zürich. Frauenfeld 1952.
  5. Gertrud Frei: Walserdeutsch in Saley. Wortinhaltliche Untersuchung zu Mundart und Weltsicht der altertümlichen Siedlung von Saley/Salecchio im Antigoriotal. Bern 1969 (Sprache und Dichtung 18).
  6. Paolo Crosa Lenz (Hrsg.): I Walser del silenzio. Agaro, Salecchio, Ausone. Grossi, Domodossola (VB) 2003, ISBN 978-88-8540789-3.