Chronologie des israelisch-palästinensischen Konflikts

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Diese Seite führt in chronologischer Folge die geschichtlichen Ereignisse mit wesentlichem Einfluss auf den israelisch-palästinensischen Konflikt auf.

Vorgeschichte (19. Jahrhundert)[Bearbeiten]

Anfänge (1882–1920)[Bearbeiten]

Mandatszeit (1920–1948)[Bearbeiten]

  • 1920: Das Vereinigte Königreich bekommt vom Völkerbund das Mandat über die Gebiete des heutigen Jordanien, Israel und Palästina.
  • 1923: Das Mandatsgebiet wird geteilt, das östlich des Jordans entstehende Emirat von Transjordanien ist für jüdische Ansiedlungen verschlossen.
  • 1929: Auf dem Höhepunkt von Unruhen zwischen der arabischen und jüdischen Bevölkerung in Palästina wird die jüdische Gemeinde in Hebron Opfer des Massakers von Hebron. 67 Juden sterben, darunter Frauen und Kinder. Die Überlebenden werden evakuiert.
  • 1937: Eine britische Kommission (Peel-Kommission) macht den Vorschlag, Palästina in einen kleineren jüdischen und einen größeren arabischen Teil aufzuteilen. Die Juden sind einverstanden, die Araber nicht.
  • 22. März 1946: Transjordanien wird vom Vereinigten Königreich unabhängig.
  • 25. Mai 1946: Transjordanien wird ein Königreich unter Abdallah ibn Husain I.
  • 22. Juli 1946: Anschlag der zionistischen Irgun auf das Jerusalemer King David Hotel, Sitz des britischen Generalstabs.
  • 18. Juli 1947: Beginn der Operation Oasis mit der Rückführung der Passagiere der Exodus.
  • 29. November 1947: Die UNO-Vollversammlung beschließt mit 33 zu 13 Stimmen bei 10 Enthaltungen (Res. 181), dass die 609.000 Juden Palästinas, 30,6 % der Bevölkerung, 55 % des Bodens erhalten, wohingegen den 1,38 Millionen Arabern Palästinas, 69,4 % der Bevölkerung, 42 % des Landes zugesprochen wird (siehe UN-Teilungsplan für Palästina). Die arabischen Staaten, die Arabische Liga und das palästinensische „Hohe Arabische Komitee“ lehnen die Teilung daraufhin ab.

Staatsgründung Israels (1948–1966)[Bearbeiten]

Kriege (1967–1986)[Bearbeiten]

  • 1967: Sechstagekrieg: Ägypten schließt die Straße von Tiran für israelische Schifffahrt, verschiebt Truppen an Israels Grenze und warnt die UN-Truppen vor einem bald anstehenden Angriff. Israel antwortet mit einem Präventivschlag, schlägt die arabischen Truppen zurück und besetzt das durch Jordanien verwaltete Westjordanland, die syrischen Golanhöhen, die ägyptische Sinai-Halbinsel und den durch Ägypten verwalteten Gazastreifen. In den folgenden Jahren beginnt Israel damit, die Gebiete systematisch zu besiedeln. Die UNO-Resolution 242 des UN-Sicherheitsrats erklärt den Erwerb von Territorien durch Krieg für unzulässig und fordert Israel zum Abzug aus besetzten (nicht allen oder den) Gebieten auf. Sie fordert weiterhin die politische Unabhängigkeit eines jeden Staates in der Region und das Recht, innerhalb sicherer und anerkannter Grenzen frei von Bedrohungen oder Gewaltakten zu leben. Die vollkommene Niederlage im Sechs-Tage-Krieg sowie Vertreibungen und empfundene Demütigungen (wie die Suezkrise) begünstigen den Islamismus, indem die Muslime sich stärker auf ihre Religion besinnen und radikalisieren.
  • 1969: Fatah und PLO vereinigen sich während des 5. National-palästinensischen Kongresses
  • 1970: Die PLO wird im „Schwarzen September“ aus Jordanien vertrieben und geht in den Libanon.
  • 30. Mai 1972 Das Massaker am Flughafen Lod, durchgeführt von japanischen Terroristen, fordert 26 Opfer
  • 6. - 24. Oktober 1973: Jom-Kippur-Krieg. Durch den Ölexport-Stopp kommt es zur Ölkrise. Sadat gelingt die Eindämmung des Islamismus durch die Demonstration arabischer Stärke.
  • 1977: Anwar as-Sadat schlägt aus einer Position relativer politischer Stärke heraus ein Treffen mit Menachem Begin vor, das vom 19.- 21. November stattfindet und das Friedensabkommen von Camp David 1978 vorbereitet.
  • 11. März 1978: Der Küstenstraßen-Anschlag kostet 37 israelischen Zivilisten das Leben.
  • 14. März 1978: Mit der Operation Litani marschiert die israelische Armee in den südlichen Libanon ein.
  • 1978: Menachem Begin und Anwar as-Sadat unterzeichnen in Camp David ein Friedensabkommen, das von Jimmy Carter ausgehandelt wurde. Die palästinensische Seite verpflichtet sich zum Gewaltverzicht, während die israelische Seite ein Ende des Siedlungsbaues sowie den Rückzug aus den besetzten Gebieten zusagt. Das Abkommen wird von zahlreichen arabischen Staaten abgelehnt.
  • 26. März 1979: Israelisch-ägyptischer Friedensvertrag
  • 1980: Per Gesetz annektiert Israel im Juli das im Sechstagekrieg eroberte Ostjerusalem und erklärt Jerusalem zur „ewigen“ und „ungeteilten“ Hauptstadt, was insbesondere in der arabischen Welt auf Proteste stößt.
  • 1981: Anwar as-Sadat wird in Kairo von Islamisten wegen des Friedensabkommens von Camp David ermordet.
  • 1982: Israel zieht sich wie im Camp David Abkommen von Sadat und Begin vereinbart von der Sinai-Halbinsel zurück.
  • 6. Juni 1982: Beginn des Libanonkrieg (Operation Frieden für Galiläa).
  • 1982: Belagerung und Einnahme Beiruts. Vertreibung der PLO nach Tunesien. Massaker durch christliche libanesische Falange-Milizen an der Zivilbevölkerung (Sabra und Schatila).

Intifadas (1987–2005)[Bearbeiten]

Trennungsplan und Abkopplung (seit 2005)[Bearbeiten]

  • 9. Januar 2005: Mahmud Abbas wird zum Präsidenten der palästinensischen Autonomiebehörde gewählt.
  • 13. Januar 2005: Bei einem Selbstmordattentat am Grenzübergang Karni im Gazastreifen werden 6 israelische Soldaten getötet und 5 weitere verwundet.
  • 8. Februar 2005: Der durch Mahmud Abbas und Ariel Scharon geschlossene Waffenstillstand von Scharm El-Scheich beendete offiziell die Zweite Intifada.
  • 26. Mai 2005: Abzug der letzten 250 syrischen Soldaten aus dem Libanon.
  • 15. August 2005: Im Rahmen des Abkoppelungsplan räumt Israel alle Siedlungen im Gazastreifen und vier Siedlungen im nördlichen Westjordanland.
  • 24. November 2005: Scharon gründet die Partei Kadima nachdem er zuvor aus dem Likud ausgetreten ist.
  • 2006: Die Widerstandsgruppe Hamas tritt als Partei bei Wahlen in den Palästinensischen Autonomiegebieten an und gewinnt die Wahl.
  • 28. März 2006: Bei den israelischen Parlamentswahlen wird die liberale, politisch zwischen Likud und Arbeitspartei gebildete Kadima mit 28 von 120 Sitzen zur stärksten Partei und Ehud Olmert zum neuen Ministerpräsident gewählt. Er gab an, Scharons Politik weiterführen zu wollen und an einer endgültigen Grenzziehung zwischen Israel und den Palästinensergebieten arbeiten zu wollen (Konvergenz-Plan).
  • 2006: Nach anhaltenden Grenzkonflikten zwischen der Hamas und der Hisbollah mit Israel kommt es zum Libanonkrieg 2006. Die israelische Luftwaffe fliegt Angriffe auf Ziele der Hisbollah im Libanon und dringt mit Bodentruppen in den Südlibanon ein. Die libanesische Armee verhält sich neutral. Der Konflikt endet mit einem Waffenstillstand und der Stationierung der UN-Schutztruppe UNIFIL.
  • 2007: Im Juni kommt es zu bürgerkriegsähnlichen Kämpfen zwischen Milizen der Hamas und der Fatah, in deren Verlauf die Hamas die vollständige Kontrolle über den Gazastreifen erlangt, während die Fatah die Kontrolle über das Westjordanland erlangt. Der Konflikt ist gleichzeitig das Ende der Regierung der Nationalen Einheit.
  • 27. November 2007: In Annapolis findet eine von der US-Regierung initiierte Internationale Nahost-Konferenz statt, von der entscheidende Voraussetzungen für eine Befriedung des Nahen Ostens erhofft werden.
  • 4. November 2008: Israel dringt, als Antwort auf den fortdauernden Raketenbeschuss auf den Süden Israels durch die Hamas im Gaza-Streifen ein.
  • 18. Dezember 2008: Die Hamas kündigt den ohnehin auslaufenden Waffenstillstand mit der Begründung auf, Israel habe sich nicht an die Vereinbarungen (des Waffenstillstandes) gehalten.
  • 27. Dezember 2008: Die IAF startet mit Luftangriffen auf Ziele im Gaza-Streifen die Operation Gegossenes Blei. Die Operation endet am 18. Januar 2009.
  • 2010: Am 26. Juli 2010 forderte Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu direkte Friedensverhandlungen mit der Palästinensischen Autonomiebehörde. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas jedoch stellte als Vorbedingungen für Friedensgespräche, dass der verhängte Siedlungsbaustopp im Westjordanland bis zum 26. September 2010 für endgültig erklärt wird und alle Gebiete wie vor dem Krieg von 1967 an die Palästinensische Autonomiebehörde übergeben werden.
  • 4. Mai 2011: Die Fatah und die Hamas schließen nach ägyptischer Vermittlung in Kairo ein Versöhnungsabkommen.
  • 2012: Die Hamas intensivierte im Vergleich zum Vorjahr den Raketenbeschuss Israels, mit knapp 1700 Qassam- und Katjuscha- Fadschr-3- und Fadschr-5- Raketen von Januar bis Mitte November. Israel beginnt am 14. November mit der Operation Wolkensäule.
  • 29. November 2012: Die Vertretung der PLO erhält gegen den Willen Israels den Beobachterstatus als Staat Palästina bei den Vereinten Nationen.
  • 2014: Operation Protective Edge

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Bundeszentrale für politische Bildung/bpb: Informationen zur Politischen Bildung. Band 278: Israel. Franzis, München 2003, DNB 967432022.
  • Adam LeBor: City of Oranges. Norton, New York 2007, ISBN 978-0-393-32984-1.