Nicola Larini

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Nicola Larini
Nicola Larini 2006
Automobil-/Formel-1-Weltmeisterschaft
Nation: ItalienItalien Italien
Erster Start: Großer Preis von Spanien 1987
Letzter Start: Großer Preis von Monaco 1997
Konstrukteure
1987 Coloni • 1988–1989 Osella • 1990 Ligier • 1991 Modena • 1992, 1994 Ferrari • 1997 Sauber
Statistik
WM-Bilanz: WM-14. (1994)
Starts Siege Poles SR
49
WM-Punkte: 7
Podestplätze: 1
Führungsrunden: — über 0 km
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Nicola Larini 2009 auf Chevrolet Cruze

Nicola Giuseppe Larini (* 19. März 1964 in Lido di Camaiore) ist ein italienischer Automobilrennfahrer.

Er startete zwischen 1987 und 1997 bei 49 Grand-Prix-Rennen in der höchsten Motorsportklasse Formel 1. 1993 bis 1996 war Larini zudem in der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft (DTM) aktiv, wo er 1993 den Titel gewann. Von 2005 bis 2009 nahm er an der Tourenwagen-Weltmeisterschaft (WTCC) teil.

Rennsport-Karriere[Bearbeiten]

Anfangszeit[Bearbeiten]

Larini begann seine Motorsport-Karriere 1983 in der Formel Italia. 1984 wechselte er in die Formel Abarth und fuhr gleichzeitig in der italienischen Formel 3. 1986 wurde er Formel-3-Meister im Coloni-Team und wechselte im folgenden Jahr in die Formel 3000, wo er ebenfalls für Coloni fuhr.

Formel-1- und Tourenwagen-Karriere[Bearbeiten]

Sein Formel-1-Debüt feierte er am 6. September 1987, als Coloni an den letzten beiden europäischen Formel-1-Rennen (Großer Preis von Italien, Großer Preis von Spanien) teilnahm. Beim GP von Italien konnte er sich allerdings nicht qualifizieren und beim GP von Spanien fiel er schon früh im Rennen aus.

Im Jahr darauf wechselte er in das Osella-Team und konnte in dem stark unterlegenen Wagen einige Achtungserfolge einfahren, wobei sein neunter Platz beim Großen Preis von Monaco sein bestes Ergebnis war.

Auch in der nächsten Saison blieb er bei Osella. In einem deutlich verbesserten Auto konnte er beim Großen Preis von Kanada sogar bis auf Platz drei vorfahren, bis ihn ein Elektronik-Defekt zur Aufgabe zwang.

In der Saison 1990 trat er für das französische Ligier-Team an, aber auch in diesem Jahr hatte er nur ein mittelmäßiges Auto, mit dem er lediglich ein paar siebte Plätze einfahren konnte, welche nach dem damaligen Reglement die ersten Nicht-Punkte-Plätze waren. Seinen Teamkollegen Philippe Alliot konnte er jedoch deutlich in den Schatten stellen.

1991 startete er für das neue Modena Team, das allerdings nicht nur mit einem unterlegenen Auto antrat, sondern auch noch finanzielle Probleme hatte.

Im darauf folgenden Jahr erhielt Larini kein Grand-Prix-Cockpit und wurde stattdessen Testfahrer bei Ferrari. Er trat auch in der italienischen Tourenwagen-Meisterschaft an und wurde Meister mit Alfa Romeo. In der Formel 1 durfte er die letzten beiden Rennen der Saison (Großer Preis von Japan, Großer Preis von Australien) für Ferrari fahren und ersetzte Ivan Capelli. Er machte einen guten Eindruck, musste aber aus technischen Gründen beide Male aus der letzten Reihe starten.

1993 war ein Einsatz im neu gegründeten spanischen Formel-1-Team Bravo España geplant; daraus wurde jedoch nichts, weil Bravo noch vor dem ersten Rennen des Jahres den Betrieb einstellte. Stattdessen testete Larini erneut für Ferrari und fuhr ebenfalls für Alfa Romeo in der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft (DTM), die er auf Anhieb gewann.

In der nächsten Saison war er wiederum Ferrari-Testfahrer und durfte sogar für zwei Rennen (Großer Preis des Pazifiks, Großer Preis von San Marino) ins Lenkrad greifen, als er den verletzten Jean Alesi ersetzte. In Imola konnte er erstmals punkten (2. Platz), der Grand Prix wurde aber durch die tragischen Todesfälle von Roland Ratzenberger im Qualifying und von Ayrton Senna im Rennen überschattet. Für den Rest der Saison trat Larini wieder in der DTM für Alfa Romeo an, am Ende des Jahres war er schließlich dritter in der Gesamtwertung.

1995 und 1996 startete er ebenfalls für Alfa Romeo und wurde 1995 Sechster in der DTM, 1996 Elfter in der nun als ITC international ausgetragenen Meisterschaft. Diese Serie fand Ende 1996 ein jähes Ende, nachdem die Hersteller aus Kostengründen ausstiegen.

Larini besaß als einziger der Alfa-Romeo-Fahrer theoretisch einen Vertrag für eine Saison 1997. Hierdurch bekam er für die Formel-1-Saison 1997 einen Stammplatz beim Schweizer Sauber-Team, das Ferrari-Motoren einsetzte. Beim GP von Australien wurde er sechster und holte damit einen Punkt, verließ aber bereits nach dem fünften Rennen der Saison, dem GP von Monaco, aufgrund von Meinungsverschiedenheiten mit seinem Teamchef Peter Sauber, sein Team. Die Saison 1997 sollte auch seine letzte Formel-1-Saison sein. Er nahm in seiner gesamten Karriere an insgesamt 75 Grand Prix teil, erreichte sieben Punkte und einen Podestplatz.

Von 2005 bis 2009 fuhr er in der FIA-Tourenwagen-Weltmeisterschaft für Chevrolet in einem Lacetti. Er beendete sein WTCC-Engagement mit dem letzten Saisonrennen der Saison 2009 in Macau.

Seit 2012 ist Nicola Larini neben Fabrizio Giovanardi, Luca Capellari und Mika Salo offizieller Fahrer des Teams „P 4/5 Competizione“ von Jim Glickenhaus, das bei verschiedenen Langstreckenrennen (u. a. auch beim 24-h-Rennen auf dem Nürburgring) an den Start gehen will.[1]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Nicola Larini – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.p45competizione.eu/contents/team