12e régiment de cuirassiers

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Regimentswappen
Standarte des Regiments Dauphin-cavalerie

Das Régiment Dauphin-Cavalerie[1](jetzt 12e régiment de cuirassiers - 12. Kürassierregiment) war ursprünglich ein Kavallerieverband und ist heute ein Panzerregiment der französischen Armee. Errichtet wurde es zur Zeit des Ancien Régime mit Befehl vom 24. März 1688 - während des Devolutionskrieges - und erhielt die Regiments-Stammnummer „19e régiment de cavalerie“ zugewiesen.

Als Kürassierregiment gehörte es zur schweren Reiterei.

Es zeichnete sich während der Kriege der französischen Könige, der Revolutionskriege und während des Premier Empire in der Schlacht bei Austerlitz, der Schlacht bei Jena und Auerstedt und der Schlacht bei Borodino aus; ebenso während des Ersten und Zweiten Weltkrieges.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde es 1946 als Besatzungstruppe in Tübingen in der Thiepval-Kaserne stationiert. Im Jahre 1968 zog es nach Müllheim (Baden) um, um dann 1991 nach Frankreich zurückzukehren. Garnison wurde Olivet. 1994 wurde das Regiment mit dem 6. Kürassierregiment zusammengelegt und bildete das „6e-12e régiment de cuirassiers“. 2009 löste man die Escadrons des ehemaligen 6. Kürassierregiments heraus und stellte den Status des 12. Kürassierregiments wieder her. Die Hauptbewaffnung besteht aus 60 Kampfpanzern Leclerc.

2011 gehörte es als „12e régiment de cuirassiers“ zur „2e brigade blindée“ (2. Gepanzerte Brigade)

Vereinfacht dargestellte, aktuelle Standarte des Regiments mit den ehrenvollen Erwähnungen

Der Wahlspruch des Regiments lautet: „In periculo ludunt“ (Die Gefahr ist mein Vergnügen)

Kaserne ist das „Qartier Valmy“

Werdegang[Bearbeiten]

Erster Mestre de camp (Kommandeur) des Regiments und mit dessen Aufstellung beauftragt wurde Noel de la Baume le blanc, Marquis la Vallière, der bereits Kommandeur der Chevaux-legèrs Kompanie des Dauphin gewesen war. [2] Die Aufstellung erfolgte als Régiment Dauphin-Cavalerie in La Basse-Vaivre. Der Verband bestand aus neun Kompanien, von denen eine die Ordonnanz- oder Leibkompanie des Dauphin war. Nach der Unterzeichnung des Friedensvertrages mit Spanien am 2. Mai 1668 wurde das Regiment auf Friedensstand gesetzt und bestand bereits am 14. Mai 1668 nur noch aus einer Kompanie[3]Bereits am 15. April 1669 wurde der Colonel la Vallière abgelöst[4] und durch Charles de Lusignan marquis de Saint-Gelais ersetzt.

  • 1791 : Umbenennung in 12e régiment de cavalerie
  • 1803 : Umbenennung in 12e régiment de cuirassiers[5]
  • 1815 : In Niort aufgelöst
  • 1854 : Neuaufgestellt als Régiment de cuirassiers de la Garde Impériale des Second Empire
  • 1855 : Umbenannt in 1er régiment de cuirassiers de la Garde Impériale (1. Kürassierregiment der kaiserlichen Garde) mit der Unterstützung zur Aufstellung eines zweiten Garde-Kürassierregiments
  • 1865 : Zusammenlegung mit dem 2e régiment de cuirassiers de la Garde Impériale (2. Kürassierregiment der kaiserlichen Garde) zum Régiment de cuirassiers de la Garde Impériale (Kürassierregiment der kaiserlichen Garde)
  • 1871 : Wurde wieder zum 12e régiment de cuirassiers
  • August 1914 : Das 12e régiment de cuirassiers war Teil der „6e brigade de cavalerie“ (6. Kavalleriebrigade) in der „7e division de cavalerie“ (7. Kavalleriedivision).
  • Juni 1914: Umbenennung in 12e régiment de cuirassiers à pied (12. Kürassierregiment zu Fuß)[6]und Unterstellung unter die 2e division de cavalerie à pied (2. Kavalleriedivision zu Fuß)
  • 1928 : Auflösung
  • Januar 1940 : Aufstellung als 12e régiment de découverte (Aufklärungsregiment)
  • 1942 : Auflösung
  • 1943 : Wiederaufstellung

Uniformen[Bearbeiten]

Regimentskommandeure[Bearbeiten]

  • LA VALLIÈRE (N. de LA BAUME LE BLANC, marquis de), 24. März 1668 (Mestre de camp)
  • SAINT-GELAIS (Charles de LUSIGNAN, marquis de), 15. April 1669 (Mestre de camp)
  • MURÇAY (Philippe de VALOIS de VILLETTE, marquis de), 4. September 1688 (Mestre de camp)
  • IMÉCOURT (N. de WASSINGHAC, marquis d’), 24. Mai 1693 (Mestre de camp)
  • VANDEUL (N. de CLÉRAMBAUT, marquis de), 29. Januar 1702 (Mestre de camp)
  • LESSART (César-Emmanuel COLIN, marquis de), 1710 (Mestre de camp)
  • HARCOURT (François, duc d’), 1712 ; (Mestre de camp)
  • BRETONVILLIERS (Bénigne LE RAGEOIS, marquis de), 1716 (Mestre de camp)
  • VOLUIRE (N., marquis de), 15.April 1738 (Mestre de camp)
  • MARBOEUF (Charles-Louis-René, marquis de), 3. März 1747 (Mestre de camp)
  • PÉRIGORD (Gabriel-Marie de TALLEYRAND, comte de), 11. Juli 1753 (Mestre de camp)
  • VIBRAYE (Louis HURAULT, marquis de), 1. März 1763 (Mestre de camp)
  • TOULONGEON (Hippolyte-Jean-René, marquis de), 18. April 1776 (Mestre de camp)
  • DURFORT (Félicité-Jean-Louis, comte de), 11. November 1782 (Mestre de camp)
  • VASSÉ (Alexis-Bruno-Étienne, vidame de), 1. Januar 1784 (Mestre de camp)
  • LAUNAY de VALLERIE (Charles-Michel CORDIER de MONTREUIL de), 25. Juli 1791 (Mestre de camp)
  • TAUZIA de LA LITTERIE (François DURAND), 16. Mai 1792 (Colonel)
  • VRIGNY (N.), 26. Januar 1793 (Colonel)
  • COLART (Jean-Baptiste), 4. November 1793 (Colonel)
  • VERREAUX (Jean), 5. Juli 1795 (Colonel)
  • BELFORT (Jacques RENARD), 1. Mai 1796 (Colonel)
  • DORNÈS (Joseph), 27. Dezember 1805 (Colonel)
  • De CURNIEU (N.), 3. August 1809 (Colonel)
  • DAUDIÈS (Michel-Jean-Paul), 29. März 1813 (Colonel)
  • THUROT (Charles-Nicolas), 22. April 1815 (Colonel)
  • Roger Alexandre Louis Leyer (Colonel) 1. Januar 1940 - 10. Juni 1940

Gefechtskalender[Bearbeiten]

Holländischer Krieg[Bearbeiten]

Mit sechs Kompanien kam das Regiment zu seinem ersten Einsatz im Holländischen Krieg.

  • 1680 : stand das Regiment im Artois und während weiterer zwei Jahre an der Saar

Reunionskrieg[Bearbeiten]

Pfälzischer Erbfolgekrieg[Bearbeiten]

Spanischer Erbfolgekrieg[Bearbeiten]

Nach dem Abzug aus Italien wurde das Regiment der Rheinarmee (Armée du Rhin) zugeteilt und unternahm Streifzüge nach Schwaben und nach Franken.

Krieg der Quadrupelallianz[Bearbeiten]

Polnischer Thronfolgekrieg[Bearbeiten]

Erster Schlesischer Krieg[Bearbeiten]

Zweiter Schlesischer Krieg[Bearbeiten]

  • 1744 : Gefecht bei Saverne und Angriffsgefecht bei Sufflezheim. Einnahme von Freiburg.
  • 1745 : Verlegung nach Italien. Teilnahme an den Belagerungen von Aquileia, Tortone, Novara, Plaisance, Pavia, Alexandrie, Valence und Casal.
  • 1746 : Kämpfe bei Refundo und in der Schlacht bei Piacenza. Überwinterung in der Bourgogne.
  • 1747 : Im Mai Verlegung in das camp de Valence. Überquerung der Alpen und des Var mit Quatiernahme in Lonsle-Saulnier
  • 1748 : Quartier in Auch
  • 1749 : Quartier in Issoire und Saarlouis.
  • 1750 : Quartier in Vesoul
  • 1751 : Quartier in Landau (Pfalz)
  • 1752 : Quartier in Dole
  • 1754 : Quartier in Colmar
  • 1755 : Quartier im camp de Richemont an der Mosel, dann nach Beauvais verlegt.

Dritter Schlesischer Krieg[Bearbeiten]

Croix de guerre

Nach dem Friedensschluss wurde das Regiment gemäß der letzten Anordnung vom 6. April 1763 neu aufgestellt. Es erhielt zunächst Garnison in Sedan,

Revolutionskriege (bei der Rheinarmee)[Bearbeiten]

Dann zunächst Garnison in Belfort, Metz, Mainz, Worms und Zweibrücken

Erstes Kaiserreich[Bearbeiten]

Leutnant Charles Legrand vom 12. Kürassier-Regiment um 1808 (Ölgemälde von Antoine-Jean Gros).

Mit der Restitution des Königreichs aufgelöst, wurden die Angehörigen des Regiments in das neuerrichtete 2. Königliche Kürassierregiment eingegliedert.

Zweites Kaiserreich[Bearbeiten]

Kürassier des zweiten Kaiserreiches um 1870
Fourragère für das Croix de guerre 1914 - 1918 mit der Olive für das Croix de guerre 1939 - 1945

Deutsch-Französischer Krieg[Bearbeiten]

Im Deutsch-Französischen Krieg gehörte das Regiment mit der Garde zur Französischen Rheinarmee. Es kam nur in einigen kleineren Scharmützeln zum Einsatz, kämpfte dann in der Schlacht von Sedan und musste anschließend kapitulieren.

Erster Weltkrieg[Bearbeiten]

Garnison war zu diesem Zeitpunkt Rambouillet. Nach Kriegsbeginn wurden die Pferde abgegeben und die Einheit in ein Kavallerie-Schützenregiment (12e régiment de cuirassiers a pied) umgewandelt. Das Rergiment kämpfte an der Marne bei Poelkapelle und Bixschoote, bei Ypern, in der Champagne und an der Ailette. Zeitweilige gehörte das Regiment zu den Verteidigern des Fort de la Pompelle bei Reims.

Im April 1918 wurde das Croix de guerre an das Fahnenband der Standarte geheftet und am 20. Januar 1919 erhielt es in Mainz die dazugehörende fourragère.

Im September 1918 hat das Regiment 1166 Gefangene eingebracht, davon 19 Offiziere. Dies brachte ihm eine lobende Erwähnung im Armeebefehl (Ordre n° 13.560) vom 27. September 1918.

Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten]

Automitrailleuse (Spähpanzer) „Panhard P178“
  • Januar 1940: „Régiment de découverte“ (Aufklärungsregiment) der „3e division légère mécanique“ (3. Leichten Mechanisierten Division) ausgerüstet mit Spähpanzern (automitrailleuses „Panhard P178“ und Motorrädern vom Typ Gnôme et Rhône). Teilnahme an den Abwehrkämpfen in der Schlacht bei Hannut (Belgien).
  • Ende 1940 : Gekadert in Orange als Teil der Waffenstillstandsarmee.
  • 1942 : Auflösung der Waffenstillstandsarmee
  • 1943 : Wiederaufstellung als Panzerregiment in Nordafrika aus dem „12e régiment de chasseurs d'Afrique“ (12. Regiment Afrikanischer Jäger) und der „2e division blindée“ (2. Gepanzerte Division) zugeteilt.

Im Frühjahr 1945 war das Regiment der Armee von General Larminat zugeteilt und bekämpfte die verbliebenen deutschen Widerstandsnester an der Atlantikküste.[11].

Auszeichnungen des Regiments[Bearbeiten]

  • Fourragère in den Farben des Croix de guerre 1914 – 1918
Mit Olive für 1939 – 1945
  • Croix de guerre 1939 – 1945 mit drei Palmenzweigen und einem silbernen Stern
  • Goldmedaille der Stadt Mailand
  • Presidential Unit Citation
Kampfpanzer Leclerc

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Dauphin war die offizielle Bezeichnung des französischen Thronfolgers - es war also dessen Kavallerie-Leibregiment
  2. Er erhielt diese Stellung auf Intervention seiner Schwester, Louise de La Vallière, die eine Mätresse des Königs war
  3. wahrscheinlich die Leibkompanie
  4. Auf Veranlassung von Madame de Montespan, der Nachfolgerin von Louise de La Vallière als Mätresse des Königs
  5. Zu diesem Zeitpunkt wurde es um drei Kompanien aus dem 20. und 22. Kavallerieregiment verstärkt
  6. Die Pferde waren da längst abgegeben
  7. Dem Reserve-Kavalleriekorps der Grande Armée zugeteilt
  8. bis 1808 dem 4. Reserve-Kavalleriekorps zugeteilt
  9. bis 1810 dem 2. und 3. Reserve-Kavalleriekorps zugeteilt
  10. 1811 und 1812 dem Aufklärungskorps an der Elbe zugeteilt
  11. „Atlas-Libération-France“ p 51

Literatur[Bearbeiten]

  • C. Bertrand „Historique du 12e Régiment de Cuirassiers“ Paris o.J.
  • Louis Susane „HISTOIRE DE LA CAVALERIE FRANÇAISE - RÉGIMENT DU DAUPHIN“ J. Hetzel et Cie – Paris 1874
  • René Louis Gustave de Place „12e Régiment de Cuirassiers 1668 - 1888“ Paris 1889
  • Edmond Ruby de Labeau „Historique du 12e Régiment de Cuirassiers 1668 - 1942“ Moullot fils Paris 1944

Weblinks[Bearbeiten]