Aclou

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Aclou
Aclou (Frankreich)
Aclou
Region Normandie
Département Eure
Arrondissement Bernay
Kanton Brionne
Gemeindeverband Intercom Bernay Terres de Normandie
Koordinaten 49° 10′ N, 0° 42′ OKoordinaten: 49° 10′ N, 0° 42′ O
Höhe 57–155 m
Fläche 3,70 km2
Einwohner 322 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 87 Einw./km2
Postleitzahl 27800
INSEE-Code

Kirche Saint-Rémi

Aclou ist eine französische Gemeinde mit 322 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) im Département Eure in der Region Normandie.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aclou liegt im Tal der Risle auf der Grenze zwischen Lieuvin und Roumois, zwölf Kilometer nordöstlich von Bernay und drei Kilometer südwestlich des Kantonshauptorts Brionne.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als die Autoroute A28 gebaut wurde führte man eine präventive archäologische Untersuchung bei Les Fossettes durch, einem unbebauten Ortsteil von Aclou. Man fand bei einer Ausgrabung Löcher von Pfosten und zwei Feuerstellen aus der Jungsteinzeit, die Reste eines Gebäudes von etwa 20 m × 8 m Größe.[1]

Um 1837 wurde eine römische Kamee auf dem Gemeindegebiet gefunden. 1848 wurden im Weiler La Mouqetière fünfzig römische Münzen aus dem 1. und 2. Jahrhundert mit Abbildungen von Nero, Domitian, Hadrian, Antoninus Pius und Faustina gefunden.[2][3]

Aclou war im 11. Jahrhundert ein Lehen des Klosters Saint-Lô in Rouen, was zwischen 1171 und 1182 von Heinrich II. von England urkundlich bestätigt wurde. In jener Urkunde wurde Aclou Arclou genannt.

Die alte Mühle von Aclou aus dem 12. Jahrhundert liegt in einem Weiler, der früher nach ihr benannt war.[4] Heute heißt der Weiler jedoch Valleville und gehört zu Brionne.[5]

1794 wurde die Kirche Saint-Pierre,[6] auch Saint-Rémy oder Saint-Rémi genannt, im Zuge der Französischen Revolution (1789–1799) geschlossen und ihre Einrichtung im April desselben Jahres nach Bernay gebracht.[2]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner Jahr Einwohner Jahr Einwohner Jahr Einwohner
1793 373 1841 428 1881 298 1936 155
1800 398 1846 400 1886 275 1946 177
1806 381 1851 352 1896 246 1954 167
1821 426 1856 375 1911 228 1968 189
1831 404 1872 380 1921 203 1982 250
1836 424 1876 322 1926 190 2006 234[7]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zehntscheune (Grange dîmeresse de la Haule)
  • Eine Zehntscheune aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts.[8]
  • Eine steinerne Statue von Johannes dem Täufer aus dem 16. Jahrhundert[9] befindet sich in der Kirche Saint-Rémi, die aus dem 12. Jahrhundert stammt, später jedoch mehrfach umgebaut wurde.[2]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein großer Teil der Aclouais arbeitet in der Landwirtschaft. Es wird vor allem Getreide produziert.[10]

Auf dem Gemeindegebiet gelten kontrollierte Herkunftsbezeichnungen (AOC) für Calvados und Pommeau (Pommeau de Normandie) sowie geschützte geographische Angaben (IGP) für Schweinefleisch (Porc de Normandie), Geflügel (Volailles de Normandie) und Cidre (Cidre de Normandie und Cidre normand).[11]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jean-Claude Bouillon (* 27. Dezember 1941 in Épinay-sur-Seine; † 31. Juli 2017 in Marseille) war ein Schauspieler, der in Aclou wohnte.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Aclou – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. A 28 Section Bourg-Achard–Alençon@1@2Vorlage:Toter Link/www.adlfi.fr (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (französisch)
  2. a b c Préfecture von Eure (Hrsg.): Annuaire administratif, statistique et historique du département de l’Eure. Canu, Evreux 1862, S. 6–10 (online). (französisch)
  3. Dominique Cliquet: L’Eure. 27. In: Michel Provost, Academie des inscriptions et belles-lettres, Ministere de la culture (Hrsg.): Carte Archéologique de la Gaule. Fondation Maison des Sciences de l’Homme, Paris 1993, ISBN 2-87754-018-9, Kap. 149, S. 94. (französisch)
  4. Auguste Le Prévost, Léopold Delisle, Louis Paulin Passy, Société d’agriculture des belles-lettres, sciences et arts de L’Eure, Évreux: Mémoires et notes de M. Auguste Le Prevost pour servir à l'histoire du département de l'Eure. Hérissey, 1862, S. 87 f. (in Google Books). (französisch)
  5. Interieur der Moulin d’Aclou von Valleville (französisch) Abgerufen am 14. August 2011
  6. Les Communes de l’Eure et leurs églises (französisch)
  7. Aclou auf Cassini.ehess.fr (französisch)
  8. Eintrag Nr. 27001 in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  9. Eintrag Nr. 27001 in der Palissy-Datenbank des französischen Kulturministeriums (französisch)
  10. {{Webarchiv|text=Archivlink |url=http://www.quid.fr/communes.html?mode=detail&id=15521 |wayback=20081125155153 |archiv-bot=2018-03-28 09:05:24 InternetArchiveBot }} Aclou auf quid.fr (französisch), abgeschaltet seit dem 25. März 2010
  11. Le village d’Aclou. In: Annuaire-Mairie.fr. Abgerufen am 7. Juli 2012 (französisch).