La Haye-de-Calleville

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La Haye-de-Calleville
La Haye-de-Calleville (Frankreich)
La Haye-de-Calleville
Region Normandie
Département Eure
Arrondissement Bernay
Kanton Brionne
Gemeindeverband Intercom Bernay Terres de Normandie
Koordinaten 49° 11′ N, 0° 47′ OKoordinaten: 49° 11′ N, 0° 47′ O
Höhe 68–143 m
Fläche 2,95 km2
Einwohner 269 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 91 Einw./km2
Postleitzahl 27800
INSEE-Code

La Haye-de-Calleville ist eine französische Gemeinde mit 269 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) im Département Eure in der Region Normandie.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

La Haye-de-Calleville liegt im Westen des Roumois, 18 Kilometer nordöstlich von Bernay und 5 Kilometer südöstlich des Kantonshauptorts Brionne. Es ist umgeben von den Nachbargemeinden Calleville, La Neuville-du-Bosc und Harcourt.[1] Zu La Haye-de-Calleville gehören die Weiler Le Buhot und La Borderie.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haye ist abgeleitet von haie, einem gallischen Wort für „Hecke“ oder „Wald“, das die gleiche indoeuropäische Wurzel hat wie „Hag“ und „-hagen“. Calleville bedeutet „Karls Ortschaft“ oder auch „karolingische Ortschaft“. Zusammengesetzt heißt das also etwas wie „Wald von Karls Ortschaft“.[2]

La Haye-de-Calleville entstand durch Rodungen im Wald von Le Neubourg. Die Seigneurs von Neubourg besaßen ein Jagdschloss, das Manoir de Sainte Vaubourg, und eine Kapelle im Wald zwischen La Haye-de-Calleville und La Neuville-du-Bosc. Heute gehören die Reste der Gebäude zur Gemeinde La Neuville-du-Bosc. Insgesamt gab es drei Herrenhäuser in La Haye-de-Calleville.[3]

Das Lehen Barres, der spätere Sitz der Seigneurie La Haye-de-Calleville gehörte 1401 Gauvain Barres, dem Forstverwalter des Waldes von Le Neubourg und Besitzer des Herrenhauses La Haye. Seine Tochter heiratete Artus Le Muet, der 1481 geadelt wurde. 1504 gehörte das Lehen Simon Boullenc, danach kam es in den Besitz der Familie Gaveron. Robert III. de Graveron († 1527) heiratete Jeanne de Béthencourt aus Béthencourt-sur-Somme in der Picardie. Sein Sohn diente in der Kompanie seines Cousins Jean d’Estouteville, der Grand Bailli von Rouen war.

Jean de Graveron, Seigneur von Sainte-Colombe und La Haye-de-Calleville eroberte das Schloss Harcourt für die Heilige Liga während der Hugenottenkriege (1562–1598). Sein Enkel André de Graveron schloss sich der Fronde (1648–1653) an. Charles de Graveron heiratete 1682 Anne de Livet und verließ La Haye-de-Calleville um in Heudreville zu wohnen.

Der letzte Seigneur von La Haye-de-Calleville vor der Französischen Revolution (1789–1799) hieß Bidaut.[4]

1793 erhielt La Haye-de-Calleville im Zuge der Französischen Revolution den Status einer Gemeinde (als La Haye de Calleville) und 1801 das Recht auf kommunale Selbstverwaltung (unter der heutigen Schreibweise).

Bevölkerungsentwicklung
(Quelle: [5])
179318361886191119311968198219992006
380484302235169233207221269

Am meisten Einwohner hatte La Haye-de-Calleville 1836, dann sank die Bevölkerungszahl bis 1931, seitdem ist sie wieder angestiegen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche Saint-Nicolas wurde im 15. Jahrhundert erbaut, erhalten geblieben sind aus jener Zeit allerdings nur ein Sims und ein quadratisches Fenster im Süden des Kirchenschiffs. Der Glockenturm stammt aus dem 16. Jahrhundert. Die Fenster wurden im 19. Jahrhundert eingesetzt.[3] In der Kirche befinden sich vier Kerzenständer der ansässigen Confrérie de charité (‚Bruderschaft der Barmherzigkeit‘). Sie wurden im 16. Jahrhundert hergestellt und 1907 als Monuments historiques (‚historische Denkmale‘) klassifiziert.[6]

Das Herrenhaus La Haye stammt aus dem 15. Jahrhundert. Es besteht aus einem Erdgeschoss unter einem großen Dachstuhl. Im 18. Jahrhundert wurde an einer Seite ein Pavillon angebaut und die Fassade über dem alten Fachwerk aus roten Backstein und weißem Stein neu gestaltet.[4]

Außerdem stehen einige strohgedeckte normannische Häuser im Ortskern.[7]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wichtige Erwerbszweige der Hayais-Callevillais sind Ackerbau und die Zucht von Hausrindern. Es werden vor allem Futterrüben und Lein angebaut.[8] Auf dem Gemeindegebiet gelten geschützte geographische Angaben (IGP) für Schweinefleisch (Porc de Normandie), Geflügel (Volailles de Normandie) und Cidre (Cidre de Normandie und Cidre normand).[1]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: La Haye-de-Calleville – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b La Haye-de-Calleville auf annuaire-mairie.fr (französisch) Abgerufen am 18. Dezember 2009.
  2. Ernest Nègre: Toponymie générale de la France. Band 2. Librairie Droz, 1996, ISBN 978-2-600-00133-5, S. 1021+1211 (französisch, in Google Books [abgerufen am 18. Dezember 2009]).
  3. a b Daniel Delattre, Emmanuel Delattre: L'Eure, les 675 communes. Editions Delattre, Grandvilliers 2000, S. 62 (französisch).
  4. a b Franck Beaumont, Philippe Seydoux: Gentilhommières des pays de l’Eure. Editions de la Morande, Paris 1999, ISBN 2-902091-31-2 (formal falsch), S. 294 (französisch).
  5. La Haye-de-Calleville auf Cassini.ehess.fr (französisch) Abgerufen am 18. Dezember 2009.
  6. La Haye-de-Calleville in der Base Palissy (französisch) Abgerufen am 22. Dezember 2009.
  7. La Haye-de-Calleville, Webseite der CdCr Kanton Brionne (französisch) Abgerufen am 14. August 2011.
  8. La Haye-de-Calleville. (Memento vom 9. Juli 2007 im Webarchiv archive.is) auf quid.fr (französisch) Abgerufen am 25. Dezember 2009, seit dem 25. März 2010 nicht mehr abrufbar.