Quillebeuf-sur-Seine

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Quillebeuf-sur-Seine
Wappen von Quillebeuf-sur-Seine
Quillebeuf-sur-Seine (Frankreich)
Quillebeuf-sur-Seine
Region Normandie
Département Eure
Arrondissement Bernay
Kanton Bourg-Achard
Gemeindeverband Communauté de communes Roumois Seine
Koordinaten 49° 28′ N, 0° 32′ OKoordinaten: 49° 28′ N, 0° 32′ O
Höhe 0–23 m
Fläche 10,11 km2
Einwohner 931 (1. Januar 2015)
Bevölkerungsdichte 92 Einw./km2
Postleitzahl 27680
INSEE-Code

Quillebeuf-sur-Seine ist eine französische Gemeinde mit 931 Einwohnern (Stand 1. Januar 2015) im Département Eure in der Region Normandie; sie gehört zum Arrondissement Bernay und zum Kanton Bourg-Achard. Quillebeuf ist die nördlichste Gemeinde des Départements Eure. Sie liegt am linken Ufer der Seine und ist eine alte Hafenstadt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsname wurde erstmals 1025 als Cheliboey oder Cheliboy urkundlich erwähnt. Der Ursprung des ersten Teils des Ortsnamens ist nicht bekannt. Das germanische Suffix -beuf ist aus both oder buth entstanden und bedeutet ‚Bude‘.[1]

Nachdem in Rouen 1557 und in Évreux 1559 eine offizielle reformierte Kirche eingerichtet worden war, folgte Quillebeuf-sur-Seine diesem Beispiel. Die protestantische Kirche in Quillebeuf bestand bis zur Aufhebung des Edikts von Nantes mit dem Edikt von Fontainebleau im Jahr 1685.[2][3] Die ehemalige Hauptstadt des Roumois wurde im Zuge der Hugenottenkriege 1562 zerstört, deshalb stammt das älteste Haus erst aus dem 16. Jahrhundert. Dafür verlieh Heinrich IV. (1553–1610) den Schiffern von Quillebeuf und Caudebec-en-Caux das Privileg als Lotsen für die Seeschiffe, die nach Rouen hinauf geleitet werden mussten, zu fungieren.

1674 stand die Stadt im Zentrum der gescheiterten Verschwörung des Gouverneurs Louis de Rohan gegen den König.

Im Jahr 1910 ergänzte Quillebeuf den Ortsnamen um den Zusatz sur-Seine.

Im Zweiten Weltkrieg (1939–1945) wurde Quillebeuf-sur-Seine zwischen dem 6. Juni und 10. Juli 1944 während der Operation Overlord durch die Alliierte Luftwaffe bombardiert.[4]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1962 : 1.087
  • 1968 : 1.245
  • 1975 : 1.201
  • 1982 : 1.100
  • 1990 : 1.044
  • 1999 : 1.011
  • 2014 : 941

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quillebeuf-sur-Seine ist mit einer Blume im Conseil national des villes et villages fleuris (Nationalrat der beblümten Städte und Dörfer) vertreten.[5] Die „Blumen“ werden im Zuge eines regionalen Wettbewerbs verliehen, wobei maximal drei Blumen erreicht werden können.

Auf dem Gemeindegebiet gelten kontrollierte Herkunftsbezeichnungen (AOC) für Pont-l’Évêque sowie geschützte geographische Angaben (IGP) für Schweinefleisch (Porc de Normandie), Geflügel (Volailles de Normandie) und Cidre (Cidre de Normandie und Cidre normand).[6]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Quillebeuf-sur-Seine – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Canton de Quillebeuf s/Seine. Quillebeuf s/Seine. Les Risle Pattes, abgerufen am 22. Juli 2012 (französisch).
  2. Laurence Riviale: Le vitrail en Normandie entre Renaissance et Réforme (1517–1596). In: Corpus Vitrearum. Band 7. Presses Universitaires de Rennes, Rennes 2007, ISBN 978-2-7535-0525-4, S. 28 f. (französisch).
  3. Bernard Bodinier (Hrsg.): L’Eure de la Préhistoire à nos jours. Jean-Michel Bordessoules, Saint-Jean-d’Angély 2001, ISBN 2-913471-28-5, S. 248 (französisch).
  4. A.-V. de Walle: Évreux et l’Eure pendant la guerre. Charles Herissey, Évreux 2000, ISBN 2-914417-05-5, S. 177+183 (französisch, Erstausgabe: 1946).
  5. Palmarès des villes et villages fleuris. Conseil National des Villes et Villages Fleuris, abgerufen am 14. August 2011 (französisch).
  6. Le village de Quillebeuf-sur-Seine. In: Annuaire-Mairie.fr. Abgerufen am 22. Juli 2012 (französisch).