Diskriminierung Ostdeutscher

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Als Diskriminierung Ostdeutscher werden die abwertende Behandlung, strukturelle Diskriminierung oder Stigmatisierung von in Deutschland lebenden Menschen bezeichnet, die auf dem Gebiet der DDR geboren oder aufgewachsen sind, also Menschen aus Ostdeutschland bzw. den Neuen Ländern (siehe Ostdeutschland seit 1990). Die Frage, ob Ostdeutsche eine Ethnie sind, ist umstritten. Verschiedene Urteile deutscher Arbeitsgerichte kamen zum Schluss, dass die Herabwürdigung von Personen wegen ihrer ostdeutschen Herkunft keine Benachteiligung im Sinne von § 1 des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) wegen der ethnischen Herkunft oder Weltanschauung sei.[1] Der Grundrechte-Report 2019 beschreibt die strukturelle Diskriminierung Ostdeutscher als Grundrechtsproblem.[2]

Unterrepräsentation von Ostdeutschen in den Eliten Deutschlands[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Politik und Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der in Rostock geborene Soziologe Steffen Mau konstatierte 2012 in der Zeit, dass Ostdeutsche in den deutschen Eliten in der Minderheit seien. Darüber könne die Tatsache, dass Deutschland mit Angela Merkel und Joachim Gauck gleichzeitig eine Bundeskanzlerin und einen Bundespräsidenten aus Ostdeutschland hatte, nicht hinwegtäuschen.[3] Der in Leipzig geborene Soziologe Raj Kollmorgen beschrieb ihre Biographien in einem Interview 2017 als Ausnahmen. Johanna Wanka sei zudem die einzige ostdeutsche Politikerin, die Ministerin in einem westdeutschen Bundesland (Niedersachsen) geworden sei.[4] Der brandenburgische Ministerpräsident Dietmar Woidke schlug 2020 Jes Möller als ersten ostdeutschen Richter am Bundesverfassungsgericht vor, setzte sich jedoch nicht durch. Im Juli des Jahres wurde Ines Härtel als erste ostdeutsche Verfassungsrichterin gewählt.[5][6]

Eine vom MDR in Auftrag gegebene Studie der Universität Leipzig ermittelte 2016, dass Führungspositionen in Ostdeutschland nur zu 23 Prozent von Menschen mit ostdeutscher Herkunft besetzt waren. Bei Ministerpräsidenten ostdeutscher Bundesländer war der Anteil höher. In Regierungskabinetten war der Anteil niedriger als 2004, bei ostdeutschen Staatssekretären gab es dagegen Zuwächse. In der Richterschaft stieg der Anteil von 11,8 auf 13,3 Prozent, bei Präsidenten und Vizepräsidenten der obersten Gerichte sowie Vorsitzenden Richtern der Senate von 3,4 auf 5,9 Prozent.[7] 2021 wurde keine der sieben Bundesbehörden, die in Ostdeutschland liegen, von Ostdeutschen geleitet.[8]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bundesweit waren 2017 nur 1,7 Prozent aller herausgehobenen Spitzenpositionen mit Ostdeutschen besetzt – im Vergleich zu einem Bevölkerungsanteil von etwa 17 Prozent. In der Erhebung wurde als „ostdeutsch“ verstanden, wer in der DDR sozialisiert und vor 1976 geboren wurde. Von 196 Vorständen von DAX-Unternehmen stammten 2017 vier aus Ostdeutschland (davon drei Frauen), kein Vorstandsvorsitzender kam aus den neuen Ländern.[9] Anfang 2019 lag die Zahl der DAX-Vorstandsmitglieder mit ostdeutscher Herkunft unverändert bei vier: Hiltrud Werner (* 1966, Vorstandsmitglied bei VW), Hauke Stars (* 1967, Vorstandsmitglied bei der Deutschen Börse), Kathrin Menges (* 1964, Vorstandsmitglied von Henkel, 2019 wurde ihr Vertrag nicht verlängert) und Torsten Jeworrek (* 1961, Vorstandsmitglied von Munich Re).[10]

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Chefredaktionen ostdeutscher Medien sind Ostdeutsche seltener vertreten als Westdeutsche.[11] Der Verleger Christoph Links wurde 2019 als erster Ostdeutscher zum Verleger des Jahres gewählt.[12] Der Unternehmer Holger Friedrich wurde mit dem Kauf der Berliner Zeitung 2019 zum ersten ostdeutschen Zeitungsverleger seit der Wende.[13]

Eine Übersicht vom medienkritischen Portal Übermedien zu deutschen Fernsehtalkshow-Gästen im ersten Halbjahr 2020 ermittelte einen ostdeutschen Anteil von 8,3 Prozent.[14] Eine Studie des Think Tanks „Progressives Zentrum“ ermittelte unter den zwischen 2017 und 2020 eingeladenen Politikern einen Anteil mit ostdeutscher Biografie von 15,2 Prozent.[15] Eine Umfrage unter Volontären der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten ermittelte Ende 2020, dass 11 Prozent in den neuen Bundesländern aufgewachsen waren.[16]

Auf der vom Magazin Cicero anhand von Medienpräsenz, Internetzitationen und Google Scholar ermittelten Rangliste der einflussreichsten Intellektuellen im deutschsprachigen Raum befanden sich im Jahr 2019 unter den ersten 100 nur fünf Personen mit DDR-Biographie, den höchsten Rang belegte der Liedermacher Wolf Biermann auf Platz 30.[17]

Ein Artikel im Spiegel konstatierte 2019, dass Ostdeutsche in der deutschsprachigen Wikipedia unterrepräsentiert seien. Die zugrundeliegende Datenanalyse umfasste alle Personenartikel mit einem Geburtsjahr von 1960 bis 1999 sowie einem identifizierbaren Geburtsort innerhalb der Grenzen des heutigen Deutschlands.[18]

Wissenschaft und Kunst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der in der Studie der Universität Leipzig 2016 ermittelte Anteil von 23 Prozent Menschen mit ostdeutscher Herkunft auf Führungspositionen in Ostdeutschland war in Hochschulleitungen noch geringer. In den Führungspositionen der größeren Forschungsinstitute in Ostdeutschland betrug der Anteil nur 14 Prozent, womit der Anteil unter dem ausländischer Wissenschaftler lag.[7] Unter den Präsidenten bzw. Rektorinnen der 81 staatlichen Universitäten befanden sich keine Ostdeutschen.[9] 2020 trat Gesine Grande als erste ostdeutsche Hochschulpräsidentin an der BTU Cottbus ihr Amt an.[19] Die Historikerin Heike Amos beschrieb in einer 2020 erschienenen Studie die Bedeutung ostdeutscher Physikerinnen vor und nach der Wende. Die ersten beiden weiblichen Physikprofessorinnen an der Freien Universität und der Technischen Universität Berlin stammten aus Ostdeutschland.[20][21]

Der Kulturwissenschaftler Paul Kaiser warf 2017 in einem Artikel in der Sächsischen Zeitung unter der Überschrift „Wende an den Wänden“ dem Dresdner Kunstmuseum Albertinum vor, die kunstgeschichtliche Epoche zwischen 1945 und 1990 „aus der Schausammlung ins Depot entsorgt“ zu haben. Die überwiegend westdeutschen Verantwortlichen hätten „koloniale[…] Attitüden“ an den Tag gelegt, „mit denen man den Ostdeutschen das Sehen“ habe lehren wollen.[22] Die anschließende Debatte diskutierte die Repräsentation von DDR-Kunst in deutschen Museen und wurde im Feuilleton als „Dresdner Bilderstreit“ bezeichnet.[23] Zwischen 1990 und 2021 wurden nur zwei ostdeutsche Künstler eingeladen, um Deutschland bei der Kunstbiennale in Venedig zu vertreten.[24]

In einem Zeit-Artikel mit der Überschrift „Die Dynastien des Ostens“ konstatierten Anne Hähnig und Stefan Schirmer 2016, dass ostdeutsche Schauspieler in Film, Fernsehen und Theater überdurchschnittlich stark repräsentiert seien. Sie führen dies auf die Bedeutung von Schauspielerfamilien zurück, die die Tradition der DDR fortführen konnten. Als Beispiele nennen sie die Schauspieler Matthias Schweighöfer, Anna Maria Mühe, Cosma Shiva Hagen und Robert Gwisdek, deren Eltern in der DDR bekannt geworden waren.[25]

Debatte um Ostdeutschen-Quote[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit den 1990er Jahren wurden Vorschläge laut, der Diskriminierung Ostdeutscher mit einer Quotenregelung für Organisationen ähnlich der Frauenquote zu begegnen.[26][27] Reiner Haseloff, Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, lehnte die Idee im Gespräch mit seinem baden-württembergischen Amtskollegen Winfried Kretschmann 2015 ab.[28] Die Sozialwissenschaftlerin Frauke Hildebrandt, Tochter der brandenburgischen SPD-Politikerin Regine Hildebrandt, forderte 2018 eine Quote von 17 Prozent für Spitzenpositionen, die den Anteil der Ostdeutschen an der deutschen Bevölkerung abbilden solle.[29] Die ehemalige sächsische Grünen-Fraktionschefin Antje Hermenau schlug im Deutschlandfunk vor, für steuerfinanzierte Gehälter eine Quote von 20 Prozent im Bund und 55 Prozent in den ostdeutschen Ländern einzuführen.[30][31] Simone Schmollack kritisierte die Ostdeutschen-Quote in der taz mit dem Argument, der Anteil Ostdeutscher in der deutschen Bevölkerung lasse sich nach 30 Jahren Einheit nicht mehr feststellen, da die Kriterien für die Zugehörigkeit zur Gruppe unklar sei.[32] Der Verfassungsrechtler Hartmut Bauer forderte 2021 im Spiegel eine Quote zur „besonderen Berücksichtigung von Ostdeutschen bei der Personalentwicklung für Führungsaufgaben“.[33]

Urteile von Arbeitsgerichten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Würzburg (2009)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein in Ostdeutschland geborener Koch reichte 2009 beim Arbeitsgericht Würzburg Klage ein, nachdem er an seinem Arbeitsplatz, der Küche einer Kaserne der US Army, von Vorarbeiter-Köchen unter anderem als „ostdeutsche Schlampe“ und als „Ossi“ bezeichnet worden war. Da die US-Streitkräfte aufgrund des NATO-Truppenstatuts nicht verklagt werden können, verlangte der Mann von der Bundesrepublik Deutschland Schmerzensgeld.[34] Das Gericht lehnte die Schmerzensgeldzahlung unter anderem mit der Begründung ab, der Begriff „Ossi“ bezeichne keine Ethnie und stelle keine Diskriminierung ostdeutscher Bürger dar.[35] Das Urteil berief sich dabei auf einen Kommentar des Rechtswissenschaftlers Gregor Thüsing, der die während der Friedlichen Revolution 1989 verbreitete Parole „Wir sind ein Volk“ auf den im Arbeitsrecht festgelegten Diskriminierungsschutz bezieht.[36]

Stuttgart (2010)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Ossi“ mit Minuszeichen handschriftlich auf der abgelehnten Bewerbung der Klägerin vermerkt

Im Jahr 2010 entschied das Arbeitsgericht Stuttgart, Ostdeutsche seien keine Ethnie im Sinne des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes. Abgewiesen wurde die Klage einer in Berlin-Lichtenberg geborenen Frau, deren Bewerbung als Bilanzbuchhalterin in Stuttgart abgelehnt worden war. Auf dem zurückgesandten Lebenslauf war mit Tinte ein Minuszeichen und daneben das Wort „Ossi“ vermerkt. Das Arbeitsgericht wies die Klage mit der Begründung zurück, der Begriff könne zwar diskriminierend gemeint sein, für eine Ethnie im Sinne des Gleichbehandlungsgesetzes fehlten aber Gemeinsamkeiten in Tradition, Sprache, Religion, Kleidung und Ernährung. Die deutsche Teilung sei zudem zu kurz gewesen, um ethnische Unterschiede zu bewirken.[37] Das Urteil wurde daraufhin kontrovers diskutiert.[38] Der Rechtswissenschaftler Oliver Mörsdorf konstatiert, dass das Stuttgarter Urteil im Schrifttum überwiegend auf Zustimmung gestoßen sei. Die besseren Argumente sprächen jedoch dafür, Westdeutsche und Ostdeutsche im Sinne des § 1 AGG als eigene Ethnien zu behandeln.[39] Der Politologe Dan Bednarz sieht das Urteil als Beleg für die Unfähigkeit des deutschen Rechtssystems, die Stigmatisierung Ostdeutscher zu bewältigen.[40]

Berlin (2019)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2019 entschied das Arbeitsgericht Berlin ähnlich im Fall eines Journalisten. Er hatte gegen seinen Arbeitgeber, eine wöchentlich erscheinende Sonntagszeitung, geklagt, da er von seinen Vorgesetzten wegen seiner Herkunft verbal herabgesetzt worden sei. In Redaktionssitzungen sei er als „dummer Ossi“ bezeichnet und mit Stasi-Mitarbeitern verglichen worden. Dies habe bei ihm psychische Störungen ausgelöst. Er legte im Prozess ein Expertengutachten vor, nach dem Ostdeutsche eine eigene Ethnie darstellten. Das Gericht lehnte die Klage mit Berufung auf das Stuttgarter Urteil ab und begründete die Ablehnung unter anderem damit, dass Ostdeutsche keine Ethnie seien, weil es in der DDR keine einheitliche Weltanschauung gegeben habe.[41]

Soziologische Studien und Debatten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erfahrungen ehemaliger DDR-Bürger in der Bundesrepublik bis 1989[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits vor dem Fall der Mauer äußerten Verbände von Flüchtlingen aus der DDR Klagen über Diskriminierungserfahrungen in der Bundesrepublik Deutschland.[42] Ein Projekt des Sonderforschungsbereichs 186 „Statuspassagen und Risikolagen im Lebensverlauf“ der Universität Bremen führte Ende der 1980er Jahre empirische Studien unter 3071 ehemaligen DDR-Bürgern in West-Berlin und Gießen durch, die zwischen 1983 und 1986 ausgereist waren, und befragte sie unter anderem nach ihren Diskriminierungserfahrungen.[43][44] In einer Rezension des Buchs Die Mauergesellschaft (2019) des Historikers Frank Wolff über die deutsch-deutsche Migrationsgeschichte in der Süddeutschen Zeitung kritisierte der Historiker Frank Bösch, dass das Buch wenig zu Diskriminierungserfahrungen geflüchteter DDR-Bürger in der Bundesrepublik enthalte.[45]

Wahrgenommene Diskriminierung im wiedervereinigten Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Leipziger Jugendforscher Peter Förster befragte ab 1987 in einer Längsschnittstudie 1200 Schüler aus Ostdeutschland zu ihrer Meinung zur DDR und später zur Bundesrepublik. Auf eine offene Frage nach erfahrener Diskriminierung gaben 54,1 % der befragten 12–25-jährigen Ostdeutschen an, durch ihre Herkunft benachteiligt worden zu sein.[46]

Der Soziologe Jan Skrobanek hat in einer empirischen sozialpsychologischen Studie zur regionalen Identifikation der Sachsen aus dem Jahr 2004 sowohl die negative Stereotypisierung von Ausländern als auch die wahrgenommene Diskriminierung der eigenen Gruppe untersucht. Er bezieht sich dabei auf Studien zum amerikanischen Phänomen des „Poor white racism“ (siehe White Trash), bei denen nachgewiesen wurde, dass innerhalb einer dominanten Gruppe (z. B. die weiße Mittel- oder Oberschicht) unterlegene Subgruppen (z. B. weiße Arbeiter oder Bauern) ein stärkeres Ausmaß an Ablehnung gegenüber einer Fremdgruppe (z. B. Schwarze) zeigen. Skrobanek macht unter anderem folgende Beobachtungen: Je stärker sich eine Person mit der Gruppe der Sachsen identifiziert, desto stärker nimmt sie die Diskriminierung durch eine überlegene Gruppe wahr; je stärker eine Diskriminierung von in Sachsen lebenden Personen wahrgenommen wird, desto stärker findet eine negative Stereotypisierung der Gruppe „Ausländer“ statt.[47]

Der von der Thüringer Landesregierung beauftragte und von Forschern der Universität Jena herausgegebene „Thüringen-Monitor“ 2015 kommt zu ähnlichen Ergebnissen. Gefragt wurde im Zeitraum zwischen 2002 und 2015 danach, ob Ostdeutsche von Westdeutschen als „Menschen zweiter Klasse“ behandelt würden, sowie nach rechtsextremen Einstellungen. Dabei wurde ein Anstieg der wahrgenommenen Diskriminierung verzeichnet. Je stärker diese Meinung ausgeprägt sei, desto verbreiteter seien rechtsextreme Einstellungen, sowohl in der Generation, die die Wende erlebt hat, als auch in der darauffolgenden. Während jene die deutsche Einheit etwas besser als ihre Vorgängergeneration bewertet, nimmt sie eine stärkere Diskriminierung Ostdeutscher wahr. Die Studie bewertet dies als Effekt von Kohorten, nicht von Generationen: Während die Gruppe der 25 bis 34-Jährigen überdurchschnittlich häufig von der Diskriminierung Ostdeutscher überzeugt ist, äußerten die 18 bis 24- sowie 35 bis 44-Jährige die Meinung unterdurchschnittlich häufig.[48]

Eine 2020 veröffentlichte Studie der Bertelsmann-Stiftung fragte Ostdeutsche, ob sie sich als Bürger zweiter Klasse behandelt fühlten. 59 Prozent der Ostdeutschen stimmten zu, 21 Prozent der Westdeutschen konnten das Gefühl nachvollziehen.[49]

„Kolonialisierung“ Ostdeutschlands[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit den frühen 1990er Jahren wurden Vergleiche der Transformation Ostdeutschlands mit Prozessen der Kolonialisierung gezogen.[50][51] Im Zusammenhang mit der Abwicklung von DDR-Betrieben durch die Treuhandanstalt veröffentlichten die Journalisten Peter Christ und Ralf Neubauer 1991 die Streitschrift Kolonie im eigenen Land.[52] Das Bekennerschreiben der Roten Armee Fraktion nach der Ermordung des Treuhand-Präsidenten Detlev Rohwedder 1991 sprach von der ehemaligen DDR als Kolonie der Bundesrepublik und von Rohwedder als ihrem Statthalter.[53] Der Ost-Berliner Journalist Olaf Kampmann kritisierte 1990 als Lokalredakteur der West-Berliner Tageszeitung taz die Besetzung von Ost-Berliner Häusern durch West-Berliner als „Kolonialisierung“.[54]

1996 veröffentlichten Wolfgang Dümcke und Fritz Vilmar das auf einer Reihe von Seminaren an der Berliner Humboldt-Universität basierende Buch Kolonialisierung der DDR.[55] Darin wird die Wiedervereinigung als „suizidartige Angliederung des sozialen Organismus Ostdeutschlands an die alte Bundesrepublik“ bezeichnet. Der Politikwissenschaftler Klaus Schroeder kritisierte den Ansatz des Buchs in der FAZ. Er blende nicht nur die hohen Kosten für die Bundesrepublik aus, die gegen eine Bezeichnung Ostdeutschlands als Kolonie sprächen, sondern auch, dass die DDR einen Prozess der Entkolonisierung vom sowjetischen System durchlaufen habe.[56]

Der niederländische Politikwissenschaftler Frank den Hertog berücksichtigte in seiner Dissertation Die Ostdeutschen. Zur gesellschaftlichen Position einer Minderheit in der gesamtdeutschen Realität (2003) die „Potsdamer Elitestudie“ von 1995, nach der die Spitzenpositionen in Ostdeutschland mehrheitlich von Westdeutschen besetzt waren. Obwohl der Osten wirtschaftlich zu einer Kolonie des Westens geworden sei, lasse sich das Konzept des internen Kolonialismus nicht auf Deutschland anwenden, da das Heimatempfinden der Ostdeutschen nicht zerstört, sondern gefördert worden sei. Zwar könne man von einer „relativen Deprivation“ sprechen, sie sei jedoch durch eine „Nested Identity“ aufgefangen worden. Richard David Precht stimmte der Sicht im Cicero-Magazin zu.[57]

Thomas Krüger, Leiter der Bundeszentrale für politische Bildung, bezeichnete 2017 in einem Interview mit der Berliner Zeitung die Erfahrung der Dominanz westdeutscher Eliten als „kulturellen Kolonialismus“.[58] Thomas Oberender, Intendant der Berliner Festspiele, kritisierte in einem Artikel in der Zeit im gleichen Jahr, dass das an der Stelle des Palasts der Republik gebaute Berliner Humboldt Forum zwar die deutsche Kolonialgeschichte thematisiere, aber dabei den „innerdeutschen Kolonialismus“ zwischen West und Ost außer Acht lasse, der sich auch im Abriss des DDR-Gebäudes manifestiert habe.[59] In seinem Buch Empowerment Ost (2020) spricht Oberender von der „kolonialen Matrix der westdeutschen Macht in Ostdeutschland“.[60] 2019 veranstaltete Paul Kaiser eine Tagung in Dresden unter dem Titel „Kolonie Ost? Aspekte von ‚Kolonialisierung‘ in Ostdeutschland seit 1990“.[61] Mehrere Medien berichteten darüber.[62][63] Ilko-Sascha Kowalczuk, Wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen, kritisierte den Vergleich der Transformation Ostdeutschlands mit Kolonialisierung in seinem Buch Die Übernahme (2019). Er verharmlose die Geschichte des Kolonialismus mit Abermillionen Toten.[64] Die Politologin Ulrike Ackermann sagte 2020 im Deutschlandfunk, die AfD knüpfe in den ostdeutschen Ländern an das an, was die Linke seit vielen Jahren vertrete, „nämlich dass die Ostdeutschen eigentlich ein Opferkollektiv sind, dass sie von den Westdeutschen kolonialisiert worden sind, überrannt worden sind, beraubt ihrer ostdeutschen Identität“.[65]

Ostdeutsche als Ethnie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Frage, ob Ostdeutsche als Ethnie gelten können, wurde mehrfach diskutiert. In einem Aufsatz aus dem Jahr 1995 plädierte der amerikanische Politikwissenschaftler Marc Howard dafür, Ostdeutsche im Sinne des von Benedict Anderson geprägten Konzepts der „imagined community“ („vorgestellte Gemeinschaft“) als ethnische Gruppe („ethnicity“) zu verstehen.[66] Der Historiker Jörg Ganzenmüller verwendet das Konzept ebenfalls, ohne die ostdeutsche Identität unter einer ethnischen Gemeinschaft zu subsumieren.[67] Eine rechtswissenschaftliche Studie zum Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz aus dem Jahr 2018 argumentiert, ein Ostdeutscher sei als „Deutscher in Deutschland nicht als schutzbedürftig“ einzustufen, da er „nicht der Gefahr systematischer Diskriminierung ausgesetzt“ sei.[68][1] Im Handbuch Diskriminierung (2017) werden Ostdeutsche als „statusniedrige Gruppe“ bezeichnet.[69]

Vergleiche von Menschen mit Migrationshintergrund und Ostdeutschen ab 1989[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2015 erregte die in Thüringen geborene Grünen-Politikern Katrin Göring-Eckardt in einer Generaldebatte im Bundestag mit einem Vergleich von Ostdeutschen und Migranten Aufsehen. Sie sagte: „30 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland haben einen Migrationshintergrund, dabei habe ich die ‚Ossis‘ noch nicht mitgerechnet.“[70] Die sächsische SPD-Politikerin Petra Köpping nahm den Satz in ihrem Buch Integriert doch erstmal uns! (2018) zum Anlass für einen Vergleich von Ostdeutschen und Migranten.[71]

Die Sozialwissenschaftlerin Naika Foroutan verglich 2019 in einer Studie[72] die Diskriminierungserfahrungen von muslimischen Migranten und Ostdeutschen.[73] Beide bezeichnet sie in ihrem im gleichen Jahr erschienenen Buch Die postmigrantische Gesellschaft als „nicht-dominante Gruppen“.[74] Die Journalistin Jana Hensel, die 2002 mit dem Buch Zonenkinder für eine ostdeutsche Identität plädiert hatte, lobte Foroutans Studie in der Zeit.[75] Der konservative Spiegel-Kolumnist Jan Fleischhauer, der in einem Artikel 2016 das mediale „Ostler-Bashing“ kritisiert hatte,[76] bezeichnete den Ansatz der Studie als Identitätspolitik, die sich auf beliebige weitere vermeintliche Opfergruppen ausweiten lasse.[77] Das Portal Übermedien kritisierte die Studie als unausgewogen, da sie die Migrationserfahrungen von Menschen nicht-deutscher Herkunft in Ostdeutschland nicht berücksichtige. Der Artikel wies zudem darauf hin, dass Foroutan Hensels Publikationen zitiere.[78] Die beiden traten wiederholt zusammen auf und veröffentlichten 2020 ein gemeinsames Buch im Aufbau-Verlag.[79] Der Schriftsteller Ingo Schulze verglich die Erfahrungen von Ostdeutschen und Migranten 2021 in seiner Rede zur Verleihung des Kunstpreises der Stadt Dresden.[80]

Der Soziologe Steffen Mau kritisiert in seinem Buch Lütten Klein über die gleichnamige Plattenbau-Siedlung in Rostock 2019 Analogien zwischen Ostdeutschen und Migranten aus muslimisch geprägten Ländern. Die „Unterprivilegierung und gesellschaftliche Randstellung der Ostdeutschen, ob struktureller oder symbolischer Natur“ werde in diesen Debatten „zu einer Diskriminierungserzählung verdichtet“. Ostdeutsche würden so „migrantisiert“.[81] In verschiedenen Beiträgen kritisierte Mau „ostdeutsche Identitätspolitik“.[82] Es gebe keinen „Ossismus“ (analog zu „Rassismus“).[83]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Marc Howard: „An East German Ethnicity? Understanding the New Division of Unified Germany“, in: German Politics & Society, Vol. 13, No. 4 (37) (Winter 1995), S. 49–70.
  • Jan Skrobanek: Regionale Identifikation, negative Stereotypisierung und Eigengruppenbevorzugung: Das Beispiel Sachsen, Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2004, S. 124–133.
  • Frank den Hertog: Minderheit im eigenen Land? Zur gesellschaftlichen Position der Ostdeutschen in der gesamtdeutschen Realität, Frankfurt a. M.: Campus, 2004.
  • Juliette Wendl: „Ein Ossi ist ein Ossi ist ein Ossi ... Regeln der medialen Berichterstattung über „Ossis“ und „Wessis“ in der Wochenzeitung Die Zeit seit Mitte der 1990er Jahre“, in: Ahbe, Th., Gries, R., Schmale, W. (Hrsg.) Die Ostdeutschen in den Medien. Das Bild von den Anderen nach 1990, Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung, 2010.
  • Martin Speulda: „Der ‚Ossi-Fall‘“, in: Wolfgang Fikentscher, Manuel Pflug, Luisa Schwermer (Hrsg.): Akkulturation, Integration, Migration, München: Herbert Utz Verlag 2012, S. 265–280.
  • Peter Alheit (Hrsg.): Biographien in Deutschland: Soziologische Rekonstruktionen gelebter Gesellschaftsgeschichte, Wiesbaden: Springer-Verlag, 2013.
  • Rebecca Pates, Maximilian Schochow (Hrsg.): Der „Ossi“: Mikropolitische Studien über einen symbolischen Ausländer, Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2013.
  • Michael Bluhm, Olaf Jacobs: Wer beherrscht den Osten? Ostdeutsche Eliten ein Vierteljahrhundert nach der deutschen Wiedervereinigung. Universität Leipzig: Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft 2016. PDF
  • Dan Bednarz: East German Intellectuals and the Unification of Germany: An Ethnographic View, London: Palgrave Macmillan, 2017.
  • Oliver Mörsdorf: Ungleichbehandlung als Norm: Eine dogmatische Analyse des unional determinierten Antidiskriminierungsrechts in Deutschland, Tübingen: Mohr Siebeck 2018, S. 205–208.
  • Naika Foroutan/Daniel Kubiak: „Ausgeschlossen und abgewertet: Muslime und Ostdeutsche“, in: Blätter für neue deutsche und internationale Politik (7/2018), S. 93–102.
  • Naika Foroutan: Die postmigrantische Gesellschaft: Ein Versprechen der pluralen Demokratie, Bielefeld: transcript 2019.
  • Naika Foroutan, Frank Kalter, Coşkun Canan, Mara Simon: Ost-Migrantische Analogien I. Konkurrenz um Anerkennung. Unter Mitarbeit von Daniel Kubiak und Sabrina Zajak. Berlin: DeZIM-Institut 2019, PDF
  • Steffen Mau: Lütten Klein: Leben in der ostdeutschen Transformationsgesellschaft, Berlin: Suhrkamp 2019.
  • Naika Foroutan und Jana Hensel: Die Gesellschaft der Anderen, Aufbau Verlag, Berlin 2020.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b „Wir sind ein Volk“? Warum wir Rechtsschutz gegen die Diskriminierung als „Ossi“ brauchen. In: Ost Journal. 2. November 2019, abgerufen am 21. Juli 2020 (deutsch).
  2. Heiming, Martin/Gössner, Rolf/Heesen, Julia/Will, Rosemarie/et al. (Hrsg.): Grundrechte-Report 2019, Berlin: Fischer E-Books, 2019.
  3. Ossifreie Zone. Abgerufen am 21. Juli 2020.
  4. "Finden Sie mal einen Bundesrichter oder General aus dem Osten". Abgerufen am 29. September 2020.
  5. Auch Sachsen setzt sich für Vorschlag von Woidke ein. Abgerufen am 22. Juli 2020.
  6. Erste ostdeutsche Verfassungsrichterin vereidigt. 10. Juli 2020, abgerufen am 22. Juli 2020.
  7. a b Bluhm, Michael/Olaf Jacobs: Wer beherrscht den Osten? Ostdeutsche Eliten ein Vierteljahrhundert nach der deutschen Wiedervereinigung. Universität Leipzig: Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft 2016.
  8. Alle Bundesbehörden in Ostdeutschland werden von Westdeutschen geleitet. Abgerufen am 15. April 2021 (deutsch).
  9. a b Deutsche Welle (www.dw.com): Kaum Ostdeutsche ganz oben in den Eliten | DW | 11.10.2017. Abgerufen am 29. September 2020 (deutsch).
  10. Diese Dax-Vorstände stammen aus dem Osten. In: Manager Magazin, 4. März 2019.
  11. Diversität in Redaktionen - Das "Wann kommt die erste Ostdeutsche"-Bingo. Abgerufen am 22. Juli 2020 (deutsch).
  12. "Ich hatte meine Brüche". Abgerufen am 22. Juli 2020.
  13. Alexander Osang, DER SPIEGEL: "Berliner Zeitung“-Verleger Holger Friedrich und seine DDR-Geschichte: Der Systemsprenger - DER SPIEGEL - Kultur. Abgerufen am 6. Oktober 2020.
  14. Corona macht deutsche Polit-Talkshows noch weniger divers. In: Übermedien. 15. Juli 2020, abgerufen am 21. Juli 2020 (deutsch).
  15. Gästebesetzung von TV-Talkshows verzerrt Realität. Abgerufen am 8. September 2020.
  16. Michael Hanfeld: Volontäre der ARD: 92 Prozent für Rot-Rot-Grün. In: FAZ.NET. ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 6. November 2020]).
  17. Ranking - Die 500 wichtigsten deutschsprachigen Intellektuellen. Abgerufen am 29. September 2020.
  18. Holger Dambeck, DER SPIEGEL: Wikipedia-Analyse: Personen aus Westdeutschland dominieren das Online-Lexikon. Abgerufen am 8. Juni 2021.
  19. Jeder zweite Ostdeutsche ist mit der gegenwärtigen Demokratie unzufrieden. Abgerufen am 2. Oktober 2020.
  20. Ostdeutsche Physikerinnen: Was aus all den anderen Merkels wurde. Abgerufen am 6. November 2020 (deutsch).
  21. Heike Amos: Karrieren ostdeutscher Physikerinnen in Wissenschaft und Forschung 1970 bis 2000. De Gruyter Oldenbourg, 2020, ISBN 978-3-11-063788-5 (degruyter.com [abgerufen am 6. November 2020]).
  22. Paul Kaiser: Wende an den Wänden. In: Sächsische Zeitung. 18. September 2017, S. 24.
  23. Stefan Locke: Bilderstreit im Albertinum: High Noon in Dresden. In: FAZ.NET. ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 25. Juli 2020]).
  24. Venedig-Biennale: Westdeutscher Pavillon. Abgerufen am 17. Februar 2021.
  25. Anne Hähnig/Stefan Schirmer: Die Dynastien des Ostens. In: Die Zeit. Abgerufen am 25. Juli 2020.
  26. Peter Christian Hall: Ein Bild der deutschen Wirklichkeit: der Integrationsauftrag des Fernsehens im Prozess der deutschen Einheit, Hase & Koehler 1992, S. 153.
  27. Will denn keiner Chef sein? Abgerufen am 20. Juli 2020.
  28. Markus Decker: Was ich dir immer schon mal sagen wollte: Ost-West-Gespräche, Ch. Links 2015, S. 53.
  29. Warum wir eine Ost-Quote für Spitzenpositionen brauchen. Abgerufen am 20. Juli 2020.
  30. Debatte um Ost-Quote - "Zugewanderte Westdeutsche dominieren die Verwaltung". Abgerufen am 6. November 2020 (deutsch).
  31. Deutsche Welle (www.dw.com): Eine Quote für Ostdeutsche? | DW | 20.02.2019. Abgerufen am 6. November 2020 (deutsch).
  32. Simone Schmollack: Ostdeutsche in Leitungsfunktionen: Eine Quote macht keinen Sinn. In: Die Tageszeitung: taz. 2. Juli 2020, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 6. November 2020]).
  33. Steffen Winter, Dietmar Hipp, DER SPIEGEL: Warum Ostdeutsche immer noch deutlich weniger verdienen - mehr als 30 Jahre nach der Einheit. Abgerufen am 25. Mai 2021.
  34. ArbG Würzburg, Urteil vom 23.01.2009 - 3 Ca 664/08 - openJur. Abgerufen am 26. Juli 2020.
  35. Die Bezeichnung eines Kochs als „Ossi“ rechtfertigt keinen Schmerzensgeldanspruch wegen Mobbing | anwalt24.de. Abgerufen am 26. Juli 2020.
  36. Thüsing, Gregor: Arbeitsrechtlicher Diskriminierungsschutz: das neue Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz und andere arbeitsrechtliche Benachteiligungsverbote, Beck 2007, Rn. 181.
  37. Christian Rath: Arbeitsgericht urteilt: Ossis sind keine Ethnie. In: Die Tageszeitung: taz. 15. April 2010, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 20. Juli 2020]).
  38. Christian Bangel: Lasst uns ostdeutsch sein! Abgerufen am 21. Juli 2020.
  39. Mörsdorf Oliver: Ungleichbehandlung als Norm: Eine dogmatische Analyse des unional determinierten Antidiskriminierungsrechts in Deutschland, Tübingen: Mohr Siebeck 2018, S. 207f.
  40. Bednarz, Dan: East German Intellectuals and the Unification of Germany: An Ethnographic View, London: Palgrave Macmillan, 2017, S. 242.
  41. Jan Heidtmann: Schmähung als "Ossi" begründet keinen Anspruch auf Schadenersatz. Abgerufen am 21. Juli 2020.
  42. Heidemeyer, Helge: Flucht und Zuwanderung aus der SBZ/DDR 1945/1949-1961: Die Flüchtlingspolitik der Bundesrepublik Deutschland bis zum Bau der Berliner Mauer, Droste: 1994, S. 36.
  43. ZA2425: Former Citizens of the GDR in the Federal Republic. Abgerufen am 25. Juli 2020.
  44. Gehrmann, Manfred: „Jeder lebt hier mehr für sich...: Zur sozialen Integration von DDR-Zuwanderern in der alten Bundesrepublik Deutschland und West-Berlin“, in: Berliner Journal für Soziologie, Heft 2, 1992, S. 173–193.
  45. Süddeutsche Zeitung: Deutsche mit Migrationshintergrund. Abgerufen am 21. Juli 2020.
  46. Förster, Peter: „Langzeitwirkungen der DDR-Sozialisation – Realität und Spekulation: Empirische Ergebnisse einer wendeüberschreitenden Längsschnittstudie bei jungen Ostdeutschen“, In: Hochschule Ost 1/2001, S. 62–83.
  47. Skrobanek, Jan: Regionale Identifikation, negative Stereotypisierung und Eigengruppenbevorzugung: Das Beispiel Sachsen, Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2004, S. 124–127.
  48. Heinrich Best, Steffen Niehoff, Axel Salheiser, Katja Salomo: Thüringen im 25. Jahr der deutschen Einheit. Ergebnisse des Thüringen-Monitors 2015, Jena 2015, S. 101–103. PDF
  49. Jana Faus, Matthias Hartl, Kai Unzicker: 30 Jahre deutsche Einheit. Gesellschaftlicher Zusammenhalt im vereinten Deutschland, 2020, S. 34, PDF
  50. Rosenberg, Dorothy: „The Colonization of East Germany“, in: Monthly Review, Vol. 43, 1991, S. 14–33.
  51. Richter, Wolfgang: „Kolonialisierung der DDR“, in: Scherer, Klaus-Jürgen/ Wasmuht, Ulrike C. (Hrsg.): Mut zur Utopie: Festschrift für Fritz Vilmar, Münster: Agenda Verlag 1994, S. 90–103.
  52. Böick, Marcus: Die Treuhand: Idee - Praxis - Erfahrung 1990-1994. Wallstein Verlag 2018, S. 20.
  53. Böick, Marcus: Die Treuhand: Idee - Praxis - Erfahrung 1990-1994. Wallstein Verlag 2018, S. 316.
  54. Reliquie entwendet. In: Die Zeit. 31. August 1990, abgerufen am 12. Januar 2021.
  55. Wolfgang Dümcke, Fritz Vilmar (Hrsg.): Kolonialisierung der DDR. Kritische Analysen und Alternativen des Einigungsprozesses, Münster, agenda Verlag, 1995.
  56. Rezension: Sachbuch:. In: FAZ.NET. ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 25. Juli 2020]).
  57. Schwerpunkt: Krise als Chance – Experimentalraum Ost. Abgerufen am 5. Oktober 2020.
  58. Berliner Zeitung: bpb-Chef über westdeutsche Dominanz: „Es fehlen Übersetzer kultureller Differenzen“. Abgerufen am 25. Juli 2020 (deutsch).
  59. Die Mauer ist nicht gefallen. Abgerufen am 26. Juli 2020.
  60. "Empowerment Ost": Opfer der Geschichte? Abgerufen am 4. Oktober 2020.
  61. VHD: Tagung: Kolonie Ost? Aspekte von "Kolonialisierung" in Ostdeutschland seit 1990. Abgerufen am 25. Juli 2020.
  62. Deutschland - Dieses Gefühl der Überlegenheit. Abgerufen am 25. Juli 2020.
  63. FOCUS Online: Dresden: Erfahrung von Abwertung und Ausschluss: Ist der Osten eine Kolonie des Westens? Abgerufen am 25. Juli 2020.
  64. Ilko-Sascha Kowalczuk: Die Übernahme. Wie Ostdeutschland Teil der Bundesrepublik wurde. Beck, München 2019, S. 15 f.
  65. Politologin über die Spaltung der Gesellschaft - "Die Moralisierung ist ein Riesenproblem". Abgerufen am 16. Juni 2021 (deutsch).
  66. Marc Howard: „An East German Ethnicity? Understanding the New Division of Unified Germany“, in: German Politics & Society, Vol. 13, No. 4 (37) (Winter 1995), S. 49–70.
  67. Jörg Ganzenmüller: Ostdeutsche Identitäten | bpb. Abgerufen am 20. Juli 2020.
  68. D. Feldmann, J. Hoffmann, A. Keilhauer, R. Liebold, „Rasse“ und „ethnische Herkunft“ als Merkmale des AGG, in: RW Rechtswissenschaft, S. 23–46.
  69. Scherr, Albert/El-Mafaalani, Aladin/Yüksel, Gökçen: Handbuch Diskriminierung, Wiesbaden: Springer, 2017, S. 184.
  70. Angela Merkel: "Wir müssen jetzt einfach anpacken". Abgerufen am 30. August 2020.
  71. Petra Köpping: Integriert doch erst mal uns!: Eine Streitschrift für den Osten, Berlin: Ch. Links Verlag, 2018.
  72. Foroutan, Naika; Kalter, Frank; Canan, Coşkun; Simon, Mara (2019): Ost-Migrantische Analogien I. Konkurrenz um Anerkennung. Unter Mitarbeit von Daniel Kubiak und Sabrina Zajak. Berlin: DeZIM-Institut, PDF
  73. Daniel Schulz: Professorin über Identitäten: „Ostdeutsche sind auch Migranten“. In: Die Tageszeitung: taz. 13. Mai 2018, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 20. Juli 2020]).
  74. Foroutan, Naika: Die postmigrantische Gesellschaft: Ein Versprechen der pluralen Demokratie, Bielefeld: transcript 2019, S. 194–196.
  75. Jana Hensel: Willkommen im Club. Abgerufen am 21. Juli 2020.
  76. Jan Fleischhauer, DER SPIEGEL: Ostdeutsch, das Feindbild: Warum ist Ostler-Bashing im Westen so beliebt? - DER SPIEGEL - Politik. Abgerufen am 21. Juli 2020.
  77. Jan Fleischhauer, DER SPIEGEL: Unter Linken: Ich, einfach diskriminiert - DER SPIEGEL - Politik. Abgerufen am 21. Juli 2020.
  78. Ossis benachteiligt wie Migranten? Eine halbgare Studie mit lautstarken Fans. In: Übermedien. 9. April 2019, abgerufen am 20. Juli 2020 (deutsch).
  79. Die Gesellschaft der Anderen. Abgerufen am 21. Juli 2020 (englisch).
  80. Ingo Schulze: Die Ungleichheit bleibt skandalös. Abgerufen am 21. Juni 2021.
  81. Mau-Buchforum (1) – Lütten Klein. Leben in der ostdeutschen Transformationsgesellschaft. Abgerufen am 25. Juli 2020 (deutsch).
  82. philomag: Steffen Mau: „Wut kann Impulse setzen, aber keine Probleme bearbeiten“. Abgerufen am 17. April 2021.
  83. Jana Hensel, Martin Machowecz, Steffen Mau, Katharina Warda, Anne Hähnig: Identitätspolitik: Wer wir sind. Sind wir wer? In: Die Zeit. 14. März 2021, abgerufen am 17. April 2021.