Ginestet

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Ginestet
Wappen von Ginestet
Ginestet (Frankreich)
Ginestet
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Dordogne
Arrondissement Bergerac
Kanton Pays de la Force
Gemeindeverband Agglomération Bergeracoise
Koordinaten 44° 55′ N, 0° 26′ OKoordinaten: 44° 55′ N, 0° 26′ O
Höhe 45–140 m
Fläche 13,06 km2
Einwohner 725 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 56 Einw./km2
Postleitzahl 24130
INSEE-Code

Pfarrkirche Saint-Jacques-le-Majeur

Ginestet ist eine französische Gemeinde mit 725 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine (vor 2016: Aquitanien). Die Gemeinde gehört zum Arrondissement Bergerac und zum Kanton Pays de la Force (bis 2015: Kanton La Force).

Der Name in der okzitanischen Sprache lautet Ginèstet, der sich vom lateinischen gestetum ableitet und „mit Ginster bedeckter Boden“ bedeutet. Die Region ist reich an Pflanzen dieser Gattung.[1][2]

Die Einwohner werden Ginestois und Ginestoises genannt.[3]

Ruisseau de Ladoux in der Nähe des Weilers la Ressègue

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ginestet liegt ca. acht km nordwestlich im Einzugsbereich (Aire urbaine) von Bergerac in der Region Bergeracois der historischen Provinz Périgord im Südwesten des Départements.[4]

Umgeben wird Ginestet von den Nachbargemeinden:

Lunas Laveyssière Maurens
Nachbargemeinden
Prigonrieux Bergerac

Ginestet liegt im Einzugsgebiet des Flusses Dordogne.

Nebenflüsse der Dordogne bewässern das Gebiet der Gemeinde,

  • die Gouyne, die in Ginestet entspringt, und
  • der Eyraud, zusammen mit seinem Nebenfluss,
    • dem Ruisseau de la Forêt, der in Ginestet entspringt.

Außerdem durchquert ein Nebenfluss des Caudeau, der Ruisseau de Marmelet, hier auch Ruisseau de Ladoux genannt, mit seinem Zufluss, dem Gaillardet, das Gebiet der Gemeinde.[5]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spuren der Besiedelung während der Altsteinzeit und der Jungsteinzeit sind in Ginestet entdeckt worden. Es wird vermutet, dass die Sarazenen am Gebiet der heutigen Gemeinde vorbeigekommen sind, denn es gibt einen Weiler namens „les Sarrazies“ in der Nachbargemeinde Maurens. Ein Kirchenregister des 13. Jahrhunderts erwähnt eine Kirche, die heute verschwunden ist.[2]

Toponymie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Toponyme und Erwähnungen von Ginestet waren:

  • Sanctus Jacobus de Genstet (Kirchenregister des 13. Jahrhunderts),
  • Genestetum (1491),
  • Sanctus Pau1us de Genestet (1555, Schild der Diözese),
  • Geneste (1750, Karte von Cassini),
  • Genestet (1793, Notice Communale),
  • Ginestet (1801, Bulletin des Lois),
  • Genestet (1873, Dictionnaire topographique du département de la Dordogne).[6][7][8]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Beginn der Aufzeichnungen stieg die Größe der Gemeinde in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts auf ein Niveau von über 500 Einwohner. Vom Beginn des 20. Jahrhunderts an sank die Zahl der Einwohner bis nach dem Zweiten Weltkrieg auf 345, bevor ein zeitweise kräftiges Wachstum einsetzte, das kurz nach der Jahrtausendwende einen Höchststand von rund 820 Einwohner erreichte. In der Folge setzte eine Stagnation ein, die bis heute andauert.

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2010 2016
Einwohner 371 385 415 549 708 737 818 794 725
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz
Quellen: EHESS/Cassini bis 2006,[8] INSEE ab 2010[9]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche Saint-Jacques-le-Majeur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Jakobus dem Älteren geweihte Kirche wurde 1880 im neugotischen Stil errichtet. Der Eingang zur Vorhalle befindet sich am Fuß des viergeteilten, spitz zulaufenden Glockenturms, der mit Strebepfeilern abgesichert wird.[10]

Pfarrkirche Sainte-Foy Dachreiter
Pfarrkirche Sainte-Foy
Dachreiter

Pfarrkirche Sainte-Foy[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die der heiligen Fides geweihte Kirche wurde im 19. Jahrhundert im Weiler Sainte-Foy-des-Vignes errichtet und im gleichen Jahrhundert restauriert. Die schmucklose Fassade zeigt ein rundbogenförmiges Eingangsportal und einen Dachreiter mit einer Glocke.[11]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weinberg der AOC Rosette

Ginestet liegt in den Zonen AOC des Bergerac mit den Appellationen Bergerac und Côtes de Bergerac und des Rosette, eines süßen Weißweins.[12]

Aktive Arbeitsstätten nach Branchen am 31. Dezember 2015[13]
Gesamt = 57

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde verfügt über eine öffentliche Vor- und Grundschule mit 41 Schülerinnen und Schülern im Schuljahr 2018/2019.[14]

Sport und Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weinberge und Wald in der Nähe des Weilers Sainte-Foy-des-Vignes
  • Der Rundweg Boucle de Cabanétas - Ginestet besitzt eine Länge von 10,6 km bei einem Höhenunterschied von 74 m. Er führt von Zentrum von Ginestet über Weinberge und Wälder durch das Gebiet der Gemeinde und des benachbarten Bergerac.[15]
  • Der Rundweg Boucle du Trésorier - Ginestet besitzt eine Länge von 8,9 km bei einem Höhenunterschied von 72 m. Er führt ebenfalls von Zentrum von Ginestet über Weinberge und Wälder durch das Gebiet der Gemeinde und des benachbarten Bergerac.[16]
  • Der kurze Rundweg Boucle de Béluzie - Sainte Foy des Vignes - Ginestet besitzt eine Länge von 3 km bei einem Höhenunterschied von 67 m. Er führt rund um den Weiler Sainte-Foy-des-Vignes.[17]
  • Der kurze Rundweg Boucle du Brandal - Sainte Foy des Vignes - Ginestet besitzt eine Länge von 2,9 km bei einem Höhenunterschied von 40 m. Er führt ebenfalls rund um den Weiler Sainte-Foy-des-Vignes.[18]
  • Der Rundweg Boucle de la Palombière - Ginestet besitzt eine Länge von 8 km bei einem Höhenunterschied von 67 m. Er führt von Zentrum von Ginestet über Weinberge durch das Gebiet der Gemeinde.[19]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Route départementale 709, die ehemalige Route nationale 709, durchquert Ginestet von Nord nach Süd und verbindet die Gemeinde im Norden mit einer Anschlussstelle der Autoroute A 89, genannt La Transeuropéenne, und im weiteren Verlauf mit Mussidan an der Verkehrsachse BordeauxPérigueux. Im Süden führt die D 709 nach Bergerac. Die Route départementale 4 durchquert Ginestet von Südwest nach Nordost und verbindet Ginestet im Südwesten mit La Force, dem Hauptort des Kantons, und im Nordosten im weiteren Verlauf mit Périgueux. Außerdem ist die Gemeinde erreichbar über die Route départementale 4E3.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ginestet – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Le nom occitan des communes du Périgord (fr) Départementrat des Départements Dordogne. Abgerufen am 12. November 2018.
  2. a b Ginestet (fr) Conseil régional d’Aquitaine. Archiviert vom Original am 9. September 2016. Abgerufen am 12. November 2018.
  3. Dordogne (fr) habitants.fr. Abgerufen am 12. November 2018.
  4. Aire urbaine de Bergerac (109) (fr) INSEE. Abgerufen am 12. November 2018.
  5. Ma commune : Ginestet (fr) Système d’Information sur l’Eau du Bassin Adour Garonne. Abgerufen am 12. November 2018.
  6. Paul Vicomte de Gourgues: Dictionnaire topographique du département de la Dordogne (fr) In: Dictionnaire topographique de la France. Imprimerie nationale. S. 134. 1873. Abgerufen am 12. November 2018.
  7. France 1750 (en) David Rumsey Map Collection: Cartography Associates. Abgerufen am 12. November 2018.
  8. a b Notice Communale Ginestet (fr) EHESS. Abgerufen am 12. November 2018.
  9. Populations légales 2015 Commune de Ginestet (24197) (fr) INSEE. Abgerufen am 12. November 2018.
  10. Eglise Saint-Jacques-le-Majeur (fr) Observatoire du patrimoine religieux. Abgerufen am 12. November 2018.
  11. Eglise Sainte-Foy-des-Vignes (fr) Observatoire du patrimoine religieux. Abgerufen am 12. November 2018.
  12. Institut national de l’origine et de la qualité : Rechercher un produit (fr) Institut national de l’origine et de la qualité. Abgerufen am 12. November 2018.
  13. Caractéristiques des établissements en 2015 Commune de Ginestet (24197) (fr) INSEE. Abgerufen am 12. November 2018.
  14. École maternelle et élémentaire (fr) Nationales Bildungsministerium. Abgerufen am 10. November 2018.
  15. Boucle de Cabanétas - Ginestet (fr) Institut national de l’information géographique et forestière (IGN). 10. Januar 2018. Abgerufen am 12. November 2018.
  16. Boucle du Trésorier - Ginestet (fr) Institut national de l’information géographique et forestière (IGN). 10. Januar 2018. Abgerufen am 12. November 2018.
  17. Boucle de Béluzie - Sainte Foy des Vignes - Ginestet (fr) Institut national de l’information géographique et forestière (IGN). 10. Januar 2018. Abgerufen am 12. November 2018.
  18. Boucle du Brandal - Sainte Foy des Vignes - Ginestet (fr) Institut national de l’information géographique et forestière (IGN). 10. Januar 2018. Abgerufen am 12. November 2018.
  19. Boucle de la Palombière - Ginestet (fr) Institut national de l’information géographique et forestière (IGN). 10. Januar 2018. Abgerufen am 12. November 2018.