Sadillac

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Sadillac
Sadillac (Frankreich)
Sadillac
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Dordogne
Arrondissement Bergerac
Kanton Sud-Bergeracois
Gemeindeverband Communes de Portes Sud Périgord
Koordinaten 44° 44′ N, 0° 29′ OKoordinaten: 44° 44′ N, 0° 29′ O
Höhe 104–193 m
Fläche 5,63 km2
Einwohner 118 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 21 Einw./km2
Postleitzahl 24500
INSEE-Code

Blick auf das Zentrum von Sadillac

Sadillac ist eine französische Gemeinde mit 118 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine (vor 2016: Aquitanien). Die Gemeinde gehört zum Arrondissement Bergerac und zum Kanton Sud-Bergeracois (bis 2015: Kanton Eymet).

Der Name in der okzitanischen Sprache lautet Sadilhac, der sich von einem Landgut ableitet, das in gallorömischer Zeit einem „Satellius“ gehörte.[1]

Die Einwohner werden Sadillacois und Sadillacois genannt.[2]

Rathaus (Mairie) von Sadillac

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sadillac liegt ca. 15 km südlich im Einzugsbereich (Aire urbaine) von Bergerac im Gebiet Bergeracois der historischen Provinz Périgord am südlichen Rand des Départements.[3]

Umgeben wird Sadillac von den Nachbargemeinden:

Ribagnac Bouniagues
Singleyrac Nachbargemeinden Saint-Perdoux
Razac-d’Eymet Saint-Capraise-d’Eymet

Sadillac liegt im Einzugsgebiet des Flusses Garonne.

Der Ruisseau du Réveillou, ein Nebenfluss des Dropt, bewässert zusammen mit seinem Nebenfluss, dem Ruisseau de Bonnefin, das Gebiet der Gemeinde.[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Standort ist seit früher Zeit besiedelt, wie behauene Steine, Feuersteine, einige gallorömische Keramiken, Überbleibsel einer Villa und Sarkophage aus westgotischer Zeit belegen, die auf dem alten Friedhof gefunden wurden.

Im 10. und 11. Jahrhundert waren es Mönche, die maßgeblich die wirtschaftliche Entwicklung beeinflussten. Sadillac wurde im April 1079 erstmals erwähnt unter dem gleichen Toponym auf einer Schenkungsurkunde, ausgegeben von Wilhelm VIII., Herzog von Aquitanien, an Benediktiner der Abtei Saint-Pierre in Moissac im heutigen Département Tarn-et-Garonne. Im Gegenzug mussten die Mönche jedes Jahr eine Messe für die Eltern des Schenkers, Wilhelm V. und Agnes von Burgund, lesen. Die Mönche richteten ein Kloster ein, bauten eine Kapelle, die heutige Pfarrkirche, eine erste Stadtmauer, einen Brunnen und einen Fischteich. Sie haben Neuland erschlossen und Wald gerodet. Am 19. und 20. September 1304 besuchte der Erzbischof von Bordeaux das Dorf. Gegen 1340 wurden die Mönche durch einen Prior ersetzt, der abwechselnd vom Bischof von Sarlat oder von Agen nominiert wurde. Kurze Zeit später wurde eine zweite Stadtmauer gebaut, gerade rechtzeitig vor dem Hundertjährigen Krieg.

Am Ende des 15. Jahrhunderts wandelte ein Prior das Kloster in ein Priorat um. Am 8. August 1565 durchquerte auf dem Weg von Lauzun nach Bergerac der gesamte französische Hof die Gemeinde. Im Mai 1569 griffen protestantischen Truppen von Bergerac kommend das Dorf an. Sie machten die Häuser dem Erdboden gleich, sprengten die Kirche und bewahrten nur den südlichen Teil der Stadtmauer als Stützpunkt für eine Garnison, die im Priorat eingerichtet wurde. Sadillac hat sich nicht wieder von diesem Unglückstag erholen können. Die Kirche wurde erst zu Beginn des 17. Jahrhunderts wieder aufgebaut. Zu Beginn der Französischen Revolution, im Jahre 1792, wurde das Priorat als Nationalgut verkauft.[5][6]

Toponymie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weitere Toponyme und Erwähnungen von Sadillac waren:

  • Sadelhac (1363, Kastellanei von Bergerac, laut Schriftensammlung des Abbé de Lespine),
  • Sadalhacum (Kollation von Papst Innozenz VI.),
  • Sedilhac (16. Jahrhundert, Reise von Papst Clemens VII.),
  • Cherchiliac, archip. de Flaviac (1648, Lehen des Bistums Sarlat),
  • Sadillac (1750, 1793 und 1801, Karte von Cassini, Notice Communale bzw. Bulletin des Lois).[7][8][9]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Beginn der Aufzeichnungen stieg die Einwohnerzahl in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts auf einen Höchststand von rund 250. In der Folgezeit setzte eine Phase der Stagnation ein, die die Zahl der Einwohner bei kurzen Erholungsphasen bis zur Jahrtausendwende auf rund 90 Einwohner sinken ließ, bevor eine Phase mit moderatem Wachstum einsetzte, die heute noch anhält.

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2010 2016
Einwohner 135 138 102 100 113 92 104 107 118
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz
Quellen: EHESS/Cassini bis 2006,[9] INSEE ab 2010[10]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche Sainte-Anne

Pfarrkirche Sainte-Anne[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es handelt sich um die Kirche des Priorats der Benediktiner, die im 12. Jahrhundert im romanischen Stil errichtet wurde. Sie unterstand der Kastellanei von Bergerac. Ihr Chor wird von einer Apsiskalotte bedacht. Links vom Chor befindet sich eine Seitenkapelle. Die Kuppel ruht auf massiven Pfeilern, deren Kapitelle bildhauerisch verschönert sind. Zu erkennen sind unter anderem Hippokampen, Eulen, menschliche Köpfe, Schlangen, Tauben mit Schlangenschwänzen, die aus einem Kelch trinken, Weintrauben, ein Pferdekopf und Fische. Der Boden ist zweimal erhöht worden, was die dreifache Schwelle beim Betreten in die Kirche erklärt. Der Glockengiebel besitzt die traditionelle Form der Kirchen der Guyenne. Im Jahre 1995 wurde er verändert, um sein heutiges Aussehen herzustellen. Die Kirche ist seit dem 24. Juni 1948 als Monument historique eingeschrieben.[11][12]

Schloss Sadillac

Schloss Sadillac[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Priorat wurde im 16. Jahrhundert in der Nähe der Kirche umgebaut. Es war das Lehen der Familie Augeard, später der Familie Conti, anschließend Eigentum de Familie Venaud und der Familie Croux. Der Wohntrakt erstreckt sich von der Apsis der Kirche bis zu einem runden Turm aus dem 15. Jahrhundert. Das heutige Aussehen erfuhr das Anwesen nach dem Verkauf während der Revolution. Die Anzahl der Stockwerke wurde von drei auf zwei herabgesetzt, die Höhe des Turms wurde auf sechs Meter verkürzt und die früheren Fenster mit Sprossen aus Stein wurden ersetzt. Die Keller bergen als Überbleibsel des Priorats eine Tür aus dem 13. Jahrhundert und gotische Elemente. Das Schloss ist heute als Ferienwohnung mit einem Golfplatz eingerichtet.[13][12]

Herrenhaus Grand Caillou[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Chartreuse ist der frühere Wohnsitz der Familie Madaillan d’Estissac, die es gegen 1485 an die Familie Fayolle übergab. Das Grundstück ist der Hauptteil des Lehens der Cailloux, das aus der Grundherrschaft der Puyredon hervorging. Das Hauptgebäude besitzt eine Breite von zwei Jochen mit einem flachen Dach. Es wird von zwei viereckigen Seitenflügeln mit spitzen Dächern eingerahmt, die mit Flachziegeln gedeckt sind. Vor den Umbauten im 18. und im 19. Jahrhundert wird das Herrenhaus sicherlich mit Tourellen und Zinnen ausgestattet gewesen sein. Es befindet sich in Privatbesitz und ist der Öffentlichkeit nicht zugänglich.[14]

Quelle du Levant[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sie datiert aus dem 12. Jahrhundert und ist im Inneren mit einem Tatzenkreuz verziert. In früheren Zeiten speiste die Quelle den heute zugeschütteten Fischteich. In der Nähe befindet sich eine Eiche, deren Alter auf mindesten drei- bis vierhundert Jahre geschätzt wird.[12]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bergerac rosé

Sadillac liegt in den Zonen AOC des Bergerac mit den Appellationen Bergerac (blanc, rosé, rouge) und Côtes de Bergerac (blanc, rouge).[15]

Aktive Arbeitsstätten nach Branchen am 31. Dezember 2015[16]
Gesamt = 13

Sport und Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Logo des Jakobswegs
  • Am Schloss Sadillac ist ein Golfplatz mit neun Löchern und einem See, eingebettet in drei Hektar Land, angeschlossen.[13]
  • Zwei Rundwege mit einer Länge von 8 km bzw. 7,2 km führt vom Zentrum durch das Gebiet der Gemeinde.[12]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Route départementale 107 durchquert Sadillac von Nord nach Süd und verbindet die Gemeinde im Norden mit Bergerac über den Anschluss an die Route départementale 933, die ehemalige Route nationale 133.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sadillac – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Le nom occitan des communes du Périgord (fr) Départementrat des Départements Dordogne. Abgerufen am 27. Dezember 2018.
  2. Fiche Commune SADILLAC (fr) L’Union des Maires de la Dordogne. Abgerufen am 27. Dezember 2018.
  3. Aire urbaine de Bergerac (109) (fr) INSEE. Abgerufen am 27. Dezember 2018.
  4. Ma commune : Sadillac (fr) Système d’Information sur l’Eau du Bassin Adour Garonne. Abgerufen am 27. Dezember 2018.
  5. Sadillac (fr) Conseil régional d’Aquitaine. Archiviert vom Original am 9. September 2016. Abgerufen am 27. Dezember 2018.
  6. Mairie de Sadillac (fr) Pays de Bergerac Tourisme. Abgerufen am 27. Dezember 2018.
  7. Paul Vicomte de Gourgues: Dictionnaire topographique du département de la Dordogne (fr) In: Dictionnaire topographique de la France. Imprimerie nationale. S. 281. 1873. Abgerufen am 27. Dezember 2018.
  8. France 1750 (en) David Rumsey Map Collection: Cartography Associates. Abgerufen am 27. Dezember 2018.
  9. a b Notice Communale Sadillac (fr) EHESS. Abgerufen am 24. Dezember 2018.
  10. Populations légales 2015 Commune de Sadillac (24359) (fr) INSEE. Abgerufen am 27. Dezember 2018.
  11. Eglise Sainte-Anne (fr) Ministerium für Kultur und Kommunikation. 22. September 2015. Abgerufen am 27. Dezember 2018.
  12. a b c d Mairie de Sadillac (fr) Pays de Bergerac Tourisme. Abgerufen am 27. Dezember 2018.
  13. a b Château de Sadillac (fr) chateau-fort-manoir-chateau.eu. Abgerufen am 27. Dezember 2018.
  14. Chartreuse de Grand Caillou (fr) chateau-fort-manoir-chateau.eu. Abgerufen am 27. Dezember 2018.
  15. Institut national de l’origine et de la qualité : Rechercher un produit (fr) Institut national de l’origine et de la qualité. Abgerufen am 27. Dezember 2018.
  16. Caractéristiques des établissements en 2015 Commune de Sadillac (24359) (fr) INSEE. Abgerufen am 27. Dezember 2018.
  17. GR636 - Randonnée de Monbazillac (Dordogne) à Lacapelle-Biron (Lot-et-Garonne) (fr) gr-infos.com. Abgerufen am 27. Dezember 2018.
  18. La voie de Vézelay (fr) Agence de Coopération Interrégionale et Réseau „Chemins de Saint-Jacques de Compostelle“. Abgerufen am 27. Dezember 2018.