Faux (Dordogne)

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Faux
Faux (Frankreich)
Faux
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Dordogne
Arrondissement Bergerac
Kanton Sud-Bergeracois
Gemeindeverband Communes de Portes Sud Périgord
Koordinaten 44° 47′ N, 0° 39′ OKoordinaten: 44° 47′ N, 0° 39′ O
Höhe 67–172 m
Fläche 16,07 km2
Einwohner 622 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 39 Einw./km2
Postleitzahl 24560
INSEE-Code

Rathaus von Faux

Faux ist eine französische Gemeinde mit 622 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine (vor 2016: Aquitanien). Die Gemeinde gehört zum Arrondissement Bergerac und zum Kanton Sud-Bergeracois (bis 2015: Kanton Issigeac).

Der Name in der okzitanischen Sprache lautet Faus (deutsch Buchen) und geht auf das lateinische „fagea“ (deutsch Buchenwald) zurück.[1][2]

Die Einwohner werden Fallois und Falloises oder Fauxois und Fauxoises genannt.[3]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Faux liegt ca. 15 km südöstlich im Einzugsbereich (Aire urbaine) von Bergerac in der Region Bergeracois der historischen Provinz Périgord.[4]

Umgeben wird Faux von den Nachbargemeinden:

Verdon
Lanquais
Saint-Aubin-de-Lanquais Nachbargemeinden Monsac
Monmadalès
Montaut

Faux liegt im Einzugsgebiet des Flusses Dordogne.

Nebenflüsse der Dordogne durchqueren das Gebiet der Gemeinde:

  • der Couzeau,
  • der Couillou, der in Faux entspringt, und
  • die Conne.[5]
Haus im Zentrum von Faux
Glockenturm der Pfarrkirche

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie bei fast allen Gemeinden der Region so sind auch in Faux Waffen und Werkzeuge der Urgeschichte vor einigen Jahren bei Ausgrabungen zutage getreten, u. a. polierte Äxte, Wetzrillen, Messer, Kratzer, Pfeile. An mehreren Stellen auf dem Gebiet der Gemeinde sind noch heute keltische Monumente in Form von drei Dolmen zu finden, ein vierter ist seit den 1950er Jahren verschwunden. Ebenso befindet eine künstliche Höhle aus dieser Epoche in Faux. Einigen Weiler der Gemeinde, z. B. La Genèbre, La Barde, La Robertie oder La Jasse, stammen möglicherweise aus der römischen Zeit. Durch Umpflügen der Felder beim Weiler Le Buth kommen manchmal Fragmente von rötlichen dicken Dachziegeln zutage, wie sie charakteristisch für römische Produktionen sind. In der Nähe des Weilers La Genèbre befindet sich ein alter Friedhof aus früher merowingischer Zeit, auf dem zahlreiche Gräber mit steinernen Särgen versehen sind. Faux liegt am Schnittpunkt zweier Landstraßen, eine führt von Bergerac nach Beaumontois en Périgord, die andere von Lalinde nach Issigeac. Auf einer Anhöhe gelegen, barg Faux im Mittelalter einen Adelssitz und unterstand der Sénéchaussée von Sarlat. Der Gerichtsbezirk umfasste die gesamte Pfarrgemeinde und Teile von Verdon. Im 16. Jahrhundert wurde ein Priorat mit dem heiligen Saturninus als Schutzpatron errichtet. Das im 18. Jahrhundert errichtete Schloss ist der einzige Wohnsitz eines Seigneurs in Faux, Spuren einer Burg gibt es hingegen nicht.[2][6][7]

Toponymie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Toponyme und Erwähnungen von Faux waren:

  • Faus und Faurs (1283 bzw. 1390, Gewohnheitsrechte von Beaumont),
  • Eccl. Sancti Saturnini (1555, Schild der Bistümer Périgueux und Sarlat),
  • Faux (1750, 1793 und 1801, Karte von Cassini, Notice Communale bzw. Bulletin des Lois).[8][9][10]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Beginn der Aufzeichnungen stieg die Einwohnerzahl in der Mitte des 19. Jahrhunderts und auf einen Höchststand von 945. In der Folgezeit sank die Größe der Gemeinde bei kurzen Erholungsphasen bis zu den 1950er Jahren auf 410 Einwohner, bevor eine Wachstumsphase bis zu den 1980er Jahren einsetzte, die die Einwohnerzahl auf einen relativen Höchststand von rund 615 hob. Eine Phase der Stagnation setzte bis zur Jahrtausendwende ein, gefolgt von einer weiteren Phase der Zunahme, die bis heute anhält.

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2010 2016
Einwohner 436 514 612 617 586 536 562 583 622
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz
Quellen: EHESS/Cassini bis 2006,[10] INSEE ab 2010[11]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche Saint-Saturnin

Pfarrkirche Saint-Saturnin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Kirche wurde im Jahre 1555 erbaut, aber die heutige Kirche wurde 1856 von den Architekten Abadie und Biras auf den Fundamenten des früheren Baus errichtet. Der Glockenturm der neobyzantischen Kirche wurde 1886 neu gebaut.[12]

Schloss Faux[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Faux

Das Schloss ist im 18. Jahrhundert möglicherweise auf Fundamenten eines früheren Gebäudes errichtet worden. Es befindet sich im Zentrum der Gemeinde in der Nähe der Pfarrkirche und besteht aus einem Wohntrakt, der von einem runden Turm flankiert wird. Seine mehrseitigen Dächer sind mit Giebeln verziert. Mehrere Familien haben sich im Besitz des Schlosses abgewechselt, die Familie Larlandie, die Familie du Repaire und anschließend die Familie Latour. Das Schloss befindet sich in Privatbesitz und ist der Öffentlichkeit nicht zugänglich.[13]

Dolmen Bourdil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er befindet sich unweit der Landstraße, die vom Zentrum der Gemeinde zum Weiler la Micalie führt. Der Deckstein hat eine unregelmäßige Form und misst über zwei Meter in der Länge, über einen Meter in der Breite bei einer Dicke von ca. 1,5 m. Alle Gesteinsblöcke sind nur grob behauen und bestehen aus Kalkstein, dem Gestein, das sich auch im Untergrund der Fundstelle befindet. Der Deckstein ist einst über die nördlichen Orthostaten gerutscht, die dabei von ihm zerdrückt wurden. Die restlichen vier Orthostaten haben eine unregelmäßige Form.[14][7]

Dolmen Campguilem[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dieser Dolmen befindet sich auf einem früheren Weinberggrundstück an der Zufahrt zum Weingut unweit der Landstraße, die vom Zentrum der Gemeinde nach Saint-Cernin-de-Labarde führt. Der Deckstein misst 2,80 m in der Ost-West Ausdehnung, 2,20 m in der Nord-Süd Ausdehnung bei einer maximalen Dicke von 2 m. Er besteht aus kieseligem Kalkstein wie zwei seiner fünf Orthostaten, während die drei restlichen aus Kalkstein gebildet sind. Der Deckstein ist bei diesem Dolmen umgestürzt und gibt eine Öffnung frei, die von zwei Orthostaten gestützt wird. Erdarbeiten und die Anlage eines Parkplatzes haben den Dolmen teilweise mit Erde bedeckt.[7]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im September 2017 wurde in Faux eine Photovoltaikanlage mit einer Fläche von 16 Hektar auf dem Grundstück einer ehemaligen Anlage zum Wurfscheibenschießen sowie einer seit 2009 aufgegebenen Rennstrecke eingeweiht. Es handelt sich um die erste Solarstromanlage des Départements. Die Firma Urbasolar aus Montpellier investierte 14,5 Millionen Euro in die Anlage, deren jährliche Produktion 13.733 MWh betragen soll, dem Bedarf von ca. 5.000 Haushalten.[15]

Aktive Arbeitsstätten nach Branchen am 31. Dezember 2015[16]
Gesamt = 60

Sport und Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Rundweg Boucle de Faux besitzt eine Länge von 7,6 km bei einem Höhenunterschied von 83 m. Er führt von Zentrum durch das Gebiet der Gemeinde über waldiges Gelände mit großem Artenreichtum.[18]
  • Der Rundweg Boucle de Falloise - Faux besitzt eine Länge von 16,9 km bei einem Höhenunterschied von 100 m. Er führt von Zentrum durch das Gebiet der Gemeinde u. a. an den Dolmen Bourdil und Campguilem vorbei.[19]
  • Das Reiterzentrum und Poyclub La Métairie du Roc bietet auf einer Fläche von 50 Hektar u. a. diverse Reitkurse und -trainings und Ausritte an. Daneben ist der Betrieb ein pädagogischer Bauernhof.[20]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Route départementale 19 verbindet Faux im Westen über Saint-Aubin-de-Lanquais mit Bergerac, im Südosten mit Beaumontois en Périgord über Naussannes. Die Route départementale 22 verbindet die Gemeinde im Norden über Lanquais mit Lalinde, im Süden Issigeac über Montaut. Die Route départementale 27 führt im Osten nach Monsac, die Route départementale 36 nach Verdon im Norden.

Albert Guillaume, um 1900 Werbeplakat
Albert Guillaume, um 1900
Werbeplakat

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Adrien Lemaître, geboren am 30. März 1863 in Rouen, gestorben am 12. Januar 1944 in Bergerac, war französischer Maler. 1930 zog er sich in faux zurück, seine letzte Ruhestätte befindet sich auf dem Friedhof von Faux.[22]
  • Georges Faugère, geboren am 27. Dezember 1869 in Fonroque, gestorben am 20. August 1936 in Saint-Omer (Pas-de-Calais), war Arzt und französischer Politiker und Bürgermeister von Faux von Mai 1904 bis Dezember 1918 und nochmals von Mai 1929 bis August 1936.[23][24]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Faux (Dordogne) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Le nom occitan des communes du Périgord (fr) Départementrat des Départements Dordogne. Abgerufen am 2. November 2018.
  2. a b Faux (fr) Conseil régional d’Aquitaine. Archiviert vom Original am 9. September 2016. Abgerufen am 2. November 2018.
  3. Dordogne (fr) habitants.fr. Abgerufen am 2. November 2018.
  4. Aire urbaine de Bergerac (109) (fr) INSEE. Abgerufen am 2. November 2018.
  5. Ma commune : Faux (fr) Système d’Information sur l’Eau du Bassin Adour Garonne. Abgerufen am 2. November 2018.
  6. Mairie de Faux (fr) Pays de Bergerac Tourisme. Abgerufen am 2. November 2018.
  7. a b c Faux au Néolithique (fr, PDF) 17. Februar 2013. Abgerufen am 2. November 2018.
  8. Paul Vicomte de Gourgues: Dictionnaire topographique du département de la Dordogne (fr) In: Dictionnaire topographique de la France. Imprimerie nationale. S. 116. 1873. Abgerufen am 2. November 2018.
  9. France 1750 (en) David Rumsey Map Collection: Cartography Associates. Abgerufen am 2. November 2018.
  10. a b Notice Communale Faux (fr) EHESS. Abgerufen am 2. November 2018.
  11. Populations légales 2015 Commune de Faux (24177) (fr) INSEE. Abgerufen am 2. November 2018.
  12. Eglise Saint- Saturnin (fr) Observatoire du patrimoine religieux. Abgerufen am 2. November 2018.
  13. Château de Faux (fr) chateau-fort-manoir-chateau.eu. Abgerufen am 2. November 2018.
  14. Michel Moriton: Un Dolmen Inconnu, en Dordogne. Le Dolmen du Bourdil, à Faux (Arrondissement de Bergerac) (fr) In: Bulletin de la Société préhistorique française. Persée. 1928. Abgerufen am 2. November 2018.
  15. Daniel Bozec: Faux (24): un parc photovoltaïque sur l’ancien circuit automobile (fr) Sud Ouest. 14. September 2017. Abgerufen am 2. November 2018.
  16. Caractéristiques des établissements en 2015 Commune de Faux (24177) (fr) INSEE. Abgerufen am 2. November 2018.
  17. GR6 - Randonnée de Ste Foy-la-Grande (Gironde) à Eyzies-de-Tayac-Sireuil (Dordogne) (fr) gr-infos.com. Abgerufen am 2. November 2018.
  18. Boucle de Faux (fr) Institut national de l’information géographique et forestière (IGN). 1. August 2018. Abgerufen am 2. November 2018.
  19. Boucle de Falloise - Faux (fr) Institut national de l’information géographique et forestière (IGN). 1. August 2018. Abgerufen am 2. November 2018.
  20. Centre équestre La Métairie du Roc (fr) Reiterzentrum La Métairie du Roc. Abgerufen am 2. November 2018.
  21. Albert Guillaume (1873-1942) (fr) Bibliothèque nationale de France. Abgerufen am 2. November 2018.
  22. Adrien Lemaître (fr) chronobio.com. Abgerufen am 2. November 2018.
  23. Georges Faugère (1869-1936) (fr) Bibliothèque nationale de France. Abgerufen am 2. November 2018.
  24. Les anciens Maires de Faux (fr) Annuaire-Mairie.fr. Abgerufen am 2. November 2018.