Calès (Dordogne)

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Calès
Calès (Frankreich)
Calès
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Dordogne
Arrondissement Bergerac
Kanton Lalinde
Gemeindeverband Communes des Bastides Dordogne-Périgord
Koordinaten 44° 51′ N, 0° 49′ OKoordinaten: 44° 51′ N, 0° 49′ O
Höhe 36–163 m
Fläche 8,02 km2
Einwohner 392 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 49 Einw./km2
Postleitzahl 24150
INSEE-Code
Website www.mairie-cales.com

Blick auf Calès

Calès ist eine französische Gemeinde mit 392 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine (vor 2016: Aquitanien). Die Gemeinde gehört zum Arrondissement Bergerac und zum Kanton Lalinde (bis 2015: Kanton Le Buisson-de-Cadouin).

Der Name lautet in der okzitanischen Sprache Calés und geht auf den Wortstamm „kal“ zurück, der „Stein“ oder „Felsen“ bedeutet, wahrscheinlich im Zusammenhang mit dem lateinischen Suffix „ensem“. Er weist auf die Kalkfelsen hin, die steil über das Tal der Dordogne aufragen.[1][2]

Die Einwohner werden Calésiens und Calésiennes genannt.[3]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Calès liegt ca. 25 km östlich von Bergerac in der historischen Provinz Périgord.

Umgeben wird Calès von den Nachbargemeinden:

Mauzac-et-Grand-Castang Trémolat
Nachbargemeinden
Badefols-sur-Dordogne Molières Le Buisson-de-Cadouin

Calès liegt am linken Ufer und somit im Einzugsgebiet des Flusses Dordogne. Der Bélingou durchquert das Gebiet der Gemeinde und mündet in die Dordogne in Calès.[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1124 wurde die Gemeinde Calès erstmals in den Schriften erwähnt. Ein Aquädukt und Überbleibsel einer gallorömischen Siedlung belegen eine weit frühere Besiedelung an der geografisch bevorzugten Lage in einer Schleife der Dordogne.[2]

Als einst Gabarren auf der Dordogne fuhren, besaß Calès zwei Häfen, deren Anlagestellen noch heute sichtbar sind. Sie dienten zum Beladen der Boote mit Holz und Löschen der Fracht, die gewöhnlich aus Weinen aus Bordeaux bestand.[5]

Toponymie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Toponyme und Erwähnungen von Calès waren:

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Beginn der Aufzeichnungen stieg die Einwohnerzahl in der Mitte des 19. Jahrhunderts auf einen Höchststand von 720. In der Folgezeit sank die Größe der Gemeinde bei kurzen Erholungsphasen bis zu den 1990er Jahren auf rund 290 Einwohner, bevor eine Phase moderaten Wachstums einsetzte, die heute noch anhält.

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2010 2016
Einwohner 390 380 343 312 289 304 350 374 392
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz
Quellen: EHESS/Cassini bis 1999,[8] INSEE ab 2006[9][10]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche Saint-Médard

Pfarrkirche Saint-Médard[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Medardus von Noyon geweihte Kirche wurde bereits im 12. Jahrhundert errichtet. Sie erfuhr zahlreiche Umbauten und Restaurierungen im Laufe der Jahrhunderte. Der frühere Glockenturm aus Holz wurde aufgrund eines Brandes zerstört und 1834 aus Stein wieder aufgebaut. An der nördlichen Wand des Langhauses ist eine Seitenkapelle angefügt. Die südliche Fassade wird von schmalen Strebepfeilern akzentuiert. Im Inneren der Kirche befindet sich eine hölzerne Marienstatue aus dem 15. Jahrhundert.[11][5]

Teich der ehemaligen Mühle von Traly[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zahlreiche Legenden ranken sich um den Teich, der ganzjährig von nicht weniger als sieben Quellen mit einer gleichen Temperatur von 12° C gespeist wird.[5]

Großes Nixenkraut

Naturschutzgebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um die landwirtschaftlich genutzten Flächen auf den heutigen Stand zu begrenzen, die Steilküste und den Wald an der Schleife der Dordogne zu schützen und eine weitere Ausbreitung von urbaner Bebauung zu vermeiden, wurde 1965 und erneut 1985 ein Gebiet von 475 Hektar bzw. 449 Hektar unter Naturschutz gestellt.[12]

Am Wehr zwischen den Gemeinden Mauzac-et-Grand-Castang und Calès wurde eine Zone naturelle d'intérêt écologique, faunistique et floristique Typ 1 ausgewiesen. Das Interesse gilt dem Schutz von Flora und Fauna, insbesondere des Großen Nixenkrauts (Najas marina).[13]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Walnüsse

Calès liegt in den Zonen AOC der Noix du Périgord, der Walnüsse des Périgord, und des Nussöls des Périgord.[14]

Aktive Arbeitsstätten nach Branchen am 31. Dezember 2015[15]
Gesamt = 38

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde verfügt über eine öffentliche Vor- und Grundschule mit 16 Schülerinnen und Schülern im Schuljahr 2018/2019.[16]

Wehr bei Calès

Sport und Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wasser der Dordogne wird durch ein Wehr zwischen den Gemeinden Mauzac-et-Grand-Castang und Calès aufgestaut, Elektrizität wird dabei erzeugt. Seit 1987 ist eine Fischtreppe eingerichtet. Die aufgestaute Wasserfläche zieht Angler, Segler, Ruderer und Betreiber des Kanusports an. Die Ufer sind befestigt und laden zum Spazierengehen ein.[17]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eisenbahnbrücke bei Calès

Calès ist angebunden an die Verkehrsachse Bergerac–Sarlat-la-Canéda durch die Route départementale 29, die das südliche Gebiet der Gemeinde durchquert. Die Route départementale 29E2 zweigt von der D29 ab und bedient die nördlichen Ortsteile von Calès. Die Routes départementales 28 und 31 schaffen von dort eine Verbindung in Richtung Südosten zur Nachbargemeinde Le Buisson-de-Cadouin bzw. in Richtung Osten nach Trémolat, hier über eine Brücke über die Dordogne.

Die Linie 26 des TER Aquitaine, einer Regionalbahn der staatlichen SNCF, bedient die Strecke von Bordeaux nach Sarlat-la-Canéda. Sie durchquert das Gebiet der Gemeinde ohne Halt in Calès. Die nächsten Haltepunkte befinden sich in den Nachbargemeinden Mauzac-et-Grand-Castang und Trémolat.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Calès (Dordogne) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Le nom occitan des communes du Périgord (fr) Départementrat des Départements Dordogne. Abgerufen am 10. Oktober 2018.
  2. a b Calès (fr) Conseil régional d’Aquitaine. Archiviert vom Original am 9. September 2016. Abgerufen am 10. Oktober 2018.
  3. Dordogne (fr) habitants.fr. Abgerufen am 10. Oktober 2018.
  4. Ma commune : Calès (fr) Système d’Information sur l’Eau du Bassin Adour Garonne. Abgerufen am 10. Oktober 2018.
  5. a b c Mairie de Calès (fr) Gemeindeverband Communauté de communes des Bastides Dordogne-Périgord. Abgerufen am 10. Oktober 2018.
  6. Paul Vicomte de Gourgues: Dictionnaire topographique du département de la Dordogne (fr) In: Dictionnaire topographique de la France. Imprimerie nationale. S. 51. 1873. Abgerufen am 10. Oktober 2018.
  7. France 1750 (en) David Rumsey Map Collection: Cartography Associates. Abgerufen am 10. Oktober 2018.
  8. a b Notice Communale Calès (fr) EHESS. Abgerufen am 10. Oktober 2018.
  9. Populations légales 2006 Commune de Calès (24073) (fr) INSEE. Abgerufen am 10. Oktober 2018.
  10. Populations légales 2015 Commune de Calès (24073) (fr) INSEE. Abgerufen am 10. Oktober 2018.
  11. Eglise Saint-Medard (fr) Observatoire du patrimoine religieux. Abgerufen am 10. Oktober 2018.
  12. Cingle de Trémolat (fr, PDF) Direction régionale de l’environnement, de l’aménagement et du logement (DREAL). Abgerufen am 13. Dezember 2018.
  13. ZNIEFF 720008216 - BARRAGE DE MAUZAC,ILOTS ET RAPIDES DE LA GRATUSE (fr) Inventaire national du patrimoine naturel (INPN). Abgerufen am 13. Dezember 2018.
  14. Institut national de l’origine et de la qualité : Rechercher un produit (fr) Institut national de l’origine et de la qualité. Abgerufen am 30. November 2018.
  15. Caractéristiques des établissements en 2015 Commune de Calès (24073) (fr) INSEE. Abgerufen am 10. Oktober 2018.
  16. École maternelle et élémentaire (fr) Nationales Bildungsministerium. Abgerufen am 10. Oktober 2018.
  17. Mauzac-et-Grand-Castang (fr) Tourismusbüro Pays de Bergerac. Abgerufen am 10. Oktober 2018.