Trémolat

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Trémolat
Wappen von Trémolat
Trémolat (Frankreich)
Trémolat
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Dordogne
Arrondissement Bergerac
Kanton Périgord Central
Gemeindeverband Communauté des communes du Terroir de la truffe
Koordinaten 44° 53′ N, 0° 50′ OKoordinaten: 44° 53′ N, 0° 50′ O
Höhe 41–186 m
Fläche 14,03 km2
Einwohner 637 (1. Januar 2015)
Bevölkerungsdichte 45 Einw./km2
Postleitzahl 24510
INSEE-Code

Ortsansicht mit Kirche Saint-Nicolas

Trémolat (okzitanisch Tremolat) ist eine südwestfranzösische Gemeinde mit 637 Einwohnern (Stand 1. Januar 2015) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trémolat liegt in einer Höhe von etwa 50 Metern ü. d. M. in der Landschaft des Périgord noir auf dem rechten Ufer der Dordogne in strategisch günstiger Lage zwischen zwei Flussschleifen (cingles). Etwa 35 Kilometer (Fahrtstrecke) trennen den Ort vom westlich gelegenen Bergerac bzw. etwa 43 Kilometer vom östlich gelegenen Sarlat-la-Canéda. Trémolat hat auch einen Bahnhof.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2012
Einwohner 566 508 542 625 570 666 618

Im 19. Jahrhundert hatte der Ort konstant um die 900 Einwohner. Infolge der Reblauskrise im Weinbau und der Mechanisierung der Landwirtschaft sank die Einwohnerzahl bis auf die Tiefststände in den 1970er Jahren ab.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung des Ortes lebte jahrhundertelang als Selbstversorger von der Landwirtschaft, zu der auch der Weinbau und ein wenig Viehzucht gehörte. Ein Teil des produzierten Weins wurde in Fässern auf Flößen und/oder Lastkähnen über die Dordogne und die Häfen an der Gironde bis nach England exportiert. Heute spielen – neben Kleinhandel und Handwerk – der Tourismus in Form der Vermietung von Ferienwohnungen (gîtes) eine wichtige Rolle im Wirtschaftsleben der Stadt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mönche des Klosters von Saint-Cybard in Angoulême gründeten bereits im 9. Jahrhundert eine Niederlassung in Trémolat. Aus ihr entwickelten sich sowohl die romanische Abteikirche Saint-Nicolas als auch – im Lauf von Jahrhunderten – der heutige Ort.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche Saint-Nicolas[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche wurde bereits im Jahre 1913 als Monument historique[1] anerkannt.

Kirche Saint-Hilaire

Kirche Saint-Hilaire[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die aus Bruchsteinen (Langhaus) und Hausteinen (Fassade) erbaute ehemalige Pfarrkirche Saint-Hilaire stammt aus dem 12. Jahrhundert und steht inmitten eines Friedhofs. Ihr Westportal springt leicht nach vorne aus der ansonsten vollkommen schmucklos gestalteten Westfassade heraus; es zeigt ein mehrfach zurückgestuftes Portalgewände mit entsprechenden Archivolten; den Abschluss bildet ein figürlicher Konsolenfries mit unheilabwehrend (apotropäisch) gemeinten Köpfen. Die Fassade wird von einem schmucklosen Glockengiebel überragt. Die Kirche besteht aus einem einschiffigen Langhaus mit Tonnengewölbe und einem – später angebauten – verbreiterten und apsislosen Chorbereich mit gotischem Rippengewölbe. Die Kirche wurde erst im Jahre 2010 als Monument historique[2] eingestuft.

Tourismus und Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die nähere Umgebung von Trémolat bietet vielfältige Freizeitmöglichkeiten: Schwimmen, Kanusport, Angeln etc. Für Wanderer gibt es schöne Ausblicke auf die Flussschleifen der Dordogne.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Mönch und Priester Eparchius (Cybard von Angoulême) soll der Überlieferung nach aus der Gegend um Trémolat stammen.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Claude Chabrol drehte im Jahr 1970 seinen Film „Der Schlachter“ (Le Boucher) in Trémolat.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Trémolat – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Église Saint-Nicolas, Trémolat in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  2. Église Saint-Hilaire, Trémolat in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)