Thiel und Boerne

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Axel Prahl (Thiel)
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Die fiktiven Ermittler Kriminalhauptkommissar Frank Thiel und Rechtsmediziner Prof. Dr. Dr. Karl-Friedrich Boerne sind die Hauptfiguren der in Münster spielenden Folgen aus der ARD-Fernsehreihe Tatort. Axel Prahl und Jan Josef Liefers spielen die Hauptrollen. Seit 2002 werden die für den WDR produzierten, komödiantischen Krimis mit dem Team ausgestrahlt. Es werden zwei Folgen pro Jahr produziert, am 25. November 2012 wurde mit der Folge Das Wunder von Wolbeck das zehnjährige Jubiläum gefeiert.[1][2]

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Idee, Dreharbeiten und Erzählweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Den Münsteraner Tatort entwickelten die Drehbuchautoren Stefan Cantz und Jan Hinter, wobei ihnen der Handlungsort Münster vorgegeben war. In Anlehnung an einen renommierten Rechtsmediziner, der in der Universitätsstadt Münster arbeitete, wurde die Figur des Professor Boerne gleichberechtigt neben den Kommissar gestellt. Für seine Rolle war zunächst Ulrich Noethen vorgesehen, der jedoch absagte.[3] Die Rolle des Rechtsmediziners übernahm stattdessen Jan Josef Liefers, der eigener Auskunft zufolge tatsächlich bereits bei 13 Obduktionen zugesehen hat.[4]

Dieses Haus in der Bonner Weststadt diente mehrfach als Kulisse für das gemeinsame Münsteraner Wohnhaus von Thiel und Boerne

Die Dreharbeiten finden aus Kostengründen überwiegend in Köln und Umgebung statt, wo auch der WDR und die Produktionsfirmen Colonia Media und Filmpool angesiedelt sind.[5] In Münster werden regelmäßig nur Außenszenen aufgenommen.[6][7] Wie auch die ebenfalls in Münster spielende ZDF-Reihe Wilsberg wird die Produktion unterstützt durch den Filmservice Münster.Land, eine Einrichtung des Presseamts Münster, sowie den regionalen Förderverein Münsterland e. V. und die IHK Nord-Westfalen.[8][9] Das Budget für eine Münsteraner Tatort-Folge liegt bei rund 1,3 Millionen Euro.[5]

Charakteristisch für die Erzählweise insbesondere der Münsteraner Tatort-Folgen ist das Konzept der permanenten Gegenwart. Die einzelnen Episoden stellen strenggenommen keine Serie im chronologischen Sinne dar, sondern beginnen jedes Mal zum gegenwärtigen Zeitpunkt unter ähnlichen Bedingungen. So ist beispielsweise der Sohn von Kommissar Thiel stets zwölf Jahre alt, sowohl in der ersten Folge Der dunkle Fleck 2002 als auch in Wolfsstunde sechs Jahre später, und Nadeshda Krusenstern war mehr als ein Jahrzehnt Kommissaranwärterin, was in einer Beamtenlaufbahn völlig unrealistisch wäre. In einigen Dingen finden jedoch auch Entwicklungen statt. So hat Kommissar Thiel in den ersten Folgen keinen Führerschein und muss sich oft von anderen Leuten fahren lassen, später darf er selbst fahren. Sowohl die nebeneinander liegenden Wohnungen von Thiel und Boerne als auch die Autos Boernes wechseln seit Beginn der Reihe ständig.

Einschaltquoten und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Tatort aus Münster erreicht im Schnitt die höchsten Einschaltquoten aller aktuellen Tatort-Teams und damit auch die besten Quoten aller zeitgenössischen deutschen Fernsehserien. 2011 und 2012 sahen in Deutschland durchschnittlich 11,58 Millionen Zuschauer die Fernsehfilme mit Thiel und Boerne.[10] Mehrere Folgen aus Münster erreichten die jeweils höchsten Einschaltquoten für einen Tatort seit 1992, darunter die Episode Summ, Summ, Summ vom 24. März 2013 mit 12,99 Millionen Zuschauern und einem Marktanteil von 34,1 Prozent als zwischenzeitlicher Spitzenreiter.[11] Diese Marke übertraf die Folge Mord ist die beste Medizin vom 21. September 2014 mit 13,13 Millionen Zuschauern und einem Marktanteil von 36,7 Prozent.[12] Ein neuer Rekord wurde am 8. November 2015 mit der Folge Schwanensee aufgestellt, die von 13,69 Millionen Zuschauern gesehen wurde und damit auch die meistgesehene Sendung des Fernsehjahres 2015 war. Die Episode Erkläre Chimäre vom 31. Mai 2015 erreichte ebenfalls über 13 Millionen Zuseher sowie einen Marktanteil von 37,2 Prozent und landete damit in der Jahresrangliste auf Platz 3.[13] Mechthild Großmann nennt als Beitrag zum Erfolg, dass der Münsteraner Tatort viele Stammspieler hat.[14]

Im Rahmen der Goldenen Kamera 2011 gewannen Prahl und Liefers vom Tatort-Team Münster die Leserwahl „Das beste Krimi-Team“. Das Schauspielerteam des Tatorts Münster mit Jan Josef Liefers, Axel Prahl, Christine Urspruch, Mechthild Großmann, Friederike Kempter und Claus Dieter Clausnitzer war „für langjährige herausragende Leistung in der humoristischen Fernsehunterhaltung“ für den Grimme-Preis 2012 in der Kategorie „Unterhaltung/Spezial“ nominiert.[15]

Der Tatort aus Münster erhielt 2013 den Medienpreis Bobby von der Bundesvereinigung Lebenshilfe für den humorvollen Umgang des Krimi-Formats mit einem vermeintlichen Defizit.[16][17][18] Das Thema „Anderssein“ trage mit den pointierten Wortwechseln zwischen den Darstellern Christine Urspruch und Jan Josef Liefers zum Erfolg der Fernsehreihe bei.[17][18] Die Preisverleihung fand am 7. November 2013 in Köln statt.[17]

Figuren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frank Thiel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kriminalhauptkommissar Frank Thiel (Axel Prahl) stammt aus Hamburg, wo er im Arbeiterviertel St. Pauli aufgewachsen ist. In der Hansestadt war er lange Jahre Kriminalist, bis er sich nach Münster versetzen ließ, wo sein Vater Herbert seit vielen Jahren lebt und mittlerweile aufgrund seines fortgeschrittenen Alters der Unterstützung durch den Sohn zu bedürfen scheint. Frank Thiel leitet seither das Morddezernat der Polizeidirektion Münster, ist aber mit dem Herzen nach wie vor auf dem Kiez, was sich vor allem an seiner Kleidung und seinen Büroutensilien zeigt, die häufig seine Anhängerschaft zum FC St. Pauli demonstrieren, sowie seinem Handy-Klingelton Auf der Reeperbahn nachts um halb eins. Thiel ist ein typischer Norddeutscher, der eher maulfaul daherkommt, seine Arbeitsweise ist zuweilen unkonventionell, aber akribisch. Er lebt als Mieter im Haus des Rechtsmediziners Professor Karl-Friedrich Boerne. Mit seinem Vermieter und gleichsam Ermittlungskollegen bildet Thiel ein Gegensatzpaar: Verkörpert Boerne den stets elegant gekleideten und überaus eloquenten Akademiker, so macht Thiel den Eindruck eines privat schwer vermittelbaren, reichlich untersetzten Fast-Food-Konsumenten, der mit seiner Freizeit nichts anderes anzufangen weiß, als sich seinem Fußballverein zu widmen. In den Dialogen zwischen beiden werden ihm diese Unzulänglichkeiten oft zum ironischen Verhängnis. Thiels Frau ist mit dem gemeinsamen Sohn nach Neuseeland ausgewandert.

Karl-Friedrich Boerne[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Professor Dr. Dr. Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers) ist Spross eines westfälischen Geschlechts, das bereits viele reputable Mediziner hervorgebracht hat. Als Leiter der Rechtsmedizin am Universitätsklinikum Münster kommt er mit Thiel in Berührung, und beide klären gemeinsam auf eher unkonventionelle Art und Weise die Kriminalfälle auf, was sich kaum verhindern lässt, da Boerne sich ohnehin meist ungefragt in die Ermittlungen einschaltet. Charakterlich ist Boerne das genaue Gegenteil zu Thiel: arrogant, flamboyant und immer mit dem letzten Wort. Fehler machen immer nur andere; er selbst ist nach eigener Einschätzung nicht weniger als eine geniale Koryphäe. Darüber hinaus verfügt er neben seiner fachlichen Qualifikation auch über eher fakultätsfremde Fertigkeiten. So spricht er zum Beispiel perfekt Russisch, was sogar Nadeshda beeindruckt, aber nie erklärt wird. Hierbei handelt es sich um einen Insider-Gag, denn der aus Dresden stammende Schauspieler Jan Josef Liefers lernte die Sprache in seiner Jugend. Da er auch noch Thiels Vermieter ist und im selben Haus wohnt, ergibt sich zuweilen Gelegenheit, gemeinsam zu kochen und den aktuellen Fall zu besprechen. Boerne war verheiratet, seine Frau ist aber mit ihrem Therapeuten durchgebrannt, wie er in der ersten Folge Der dunkle Fleck äußert. Boerne ist Mitglied des Corps Pomerania-Westphalia zu Münster, einer (fiktiven) Studentenverbindung, welcher bereits sein Vater angehörte.

Als reale Vorlage für die Rolle des Karl-Friedrich Boerne gilt der Münsteraner Professor Bernd Brinkmann, der von 1981 bis 2007 Direktor des Instituts für Rechtsmedizin in Münster war und durch zahlreiche spektakuläre Fälle über die Landesgrenzen hinaus bekannt wurde, darunter durch die Befragung als sachverständiger Zeuge im Kachelmann-Prozess.[5]

Silke Haller[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Silke Haller (Christine Urspruch) ist die resolute Stellvertreterin und engste Mitarbeiterin von Karl-Friedrich Boerne in der Münsteraner Rechtsmedizin. Sie hat die Größe, Boernes ständige Anspielungen auf ihre Kleinwüchsigkeit – er nennt sie fast ausnahmslos „Alberich“ nach dem Zwerg aus Wagners Rheingold und produziert damit andauernd Kalauer über sie – locker zu nehmen und sich nicht herabgesetzt zu fühlen. Auch weil sie weiß, dass Boerne damit Anerkennung ausdrücken will, wie bereits in der ersten Folge Der dunkle Fleck zu erfahren ist. In der Folge Feierstunde bewahrt Boerne seine Kollegin vor dem Abbau ihrer Planstelle, indem er Forschungsgelder akquiriert.

Nadeshda Krusenstern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Friederike Kempter (Nadeshda)

Nadeshda (Friederike Kempter) ist die Assistentin von Thiel. Sie stammt aus Russland und ist eine späte Nachfahrin des deutsch-baltischen Entdeckungsreisenden Adam Johann von Krusenstern (der Name Nadeshda ist eine Anspielung auf das Schiff, mit dem dieser die Welt umsegelte). Als Kind kam sie mit ihren Eltern nach Münster, schlug später eine Laufbahn bei der Kriminalpolizei ein und landete nach einem Praktikum bei der Drogenfahndung schließlich beim Morddezernat, wo sie dem neuen Leiter Frank Thiel zugeteilt wurde. Thiel fördert seine Assistentin, auf die er große Stücke hält, und betraut sie auch schon mal mit der Leitung kleinerer Ermittlungen. Sie ist arbeitsam und sozial kompetent. In der Folge Erkläre Chimäre wird Kriminalkommissaranwärterin Krusenstern zur Kriminalkommissarin befördert.

Herbert Thiel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Claus Dieter Clausnitzer (Herbert Thiel)

Herbert (Claus Dieter Clausnitzer) ist Frank Thiels Vater und der Grund, warum dieser nach Münster gewechselt ist. Herbert ist Alt-Achtundsechziger, der das Image des Revoluzzers nie abgelegt hat. Er verdient sein Geld als selbstständiger Taxifahrer, was zwar dafür sorgt, dass er die ständig notwendigen Reparaturen seines schrottreifen Fahrzeugs bezahlen kann, aber ansonsten permanent pleite ist. Einen Nebenverdienst hat er durch den Anbau von Hanf aufgezogen. Das Marihuana raucht er zum Teil selbst, zum Teil verkauft er es an Münsteraner Studenten. Ist Frank Thiel einmal auf Herberts Hilfe angewiesen, besteht immer die Gefahr, dass dieser entweder high ist oder das Taxi den Geist aufgibt. Oft wird er in die Fälle seines Sohnes verwickelt, beispielsweise indem er eine Leiche findet oder selbst unter Tatverdacht gerät.

Wilhelmine Klemm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wilhelmine Klemm (Mechthild Großmann) ist die Staatsanwältin in Münster. Sie ist notorische Kettenraucherin, die konsequent das Rauchverbot in öffentlichen Gebäuden in Nordrhein-Westfalen ignoriert. Sie kennt viele VIPs des höheren Münsteraner Bürgertums, zu denen sie sich auch zählt. Thiel hingegen ist in ihren Augen ein Prolet, der ihrer Ansicht nach die Honoratioren immer zu Unrecht verdächtigt. Oft taucht sie ungefragt in Thiels Büro auf, um sich persönlich auf den Stand der Dinge bringen zu lassen, womit sie dem Kommissar meistens nur auf die Nerven geht. Zuweilen erscheint sie sogar in Stöckelschuhen am Tatort, wenn die Situation es erfordert. Ihre Schlussfolgerungen sind in der Regel falsch, was Thiels Arbeit zusätzlich erschwert, seine Erfolge aber umso respektabler erscheinen lässt.

Der Rollenname kann als Anspielung auf den Chemiker Wilhelm Klemm verstanden werden, der in Münster lehrte und nach dem dort auch eine Straße benannt ist, die in unmittelbarer Nähe des Instituts für Rechtsmedizin verläuft. Schauspielerin Mechthild Großmann bezeichnet die von ihr verkörperte Wilhelmine Klemm als „kleine Zubringerrolle“.[14]

Folgen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fall Titel Erstausstrahlung Folge Autor Regie Besonderheiten Zuschauer Marktanteil
1 Der dunkle Fleck 20. Okt. 2002 511 Stefan Cantz, Jan Hinter Peter F. Bringmann Nominiert für den Adolf-Grimme-Preis[19] 8,82 Mio.[20] 24,9 %
2 Fakten, Fakten… 01. Dez. 2002 517 Wolfgang Panzer Susanne Zanke 9,45 Mio.[21] 26,6 %
3 Dreimal schwarzer Kater 19. Okt. 2003 543 Stefan Cantz, Jan Hinter Buddy Giovinazzo 8,38 Mio.[22] 24,3 %
4 Sag nichts 14. Dez. 2003 551 Hans Christian Laaber Lars Kraume 7,98 Mio.[23] 21,6 %
5 Mörderspiele 25. Apr. 2004 565 Stephan Meyer Stephan Meyer 8,43 Mio.[24] 24,1 %
6 Eine Leiche zu viel 05. Dez. 2004 582 Dorothee Schön, Georg Schott Kaspar Heidelbach 8,89 Mio.[25] 24,6 %
7 Der Frauenflüsterer 03. Apr. 2005 594 Stefan Cantz, Jan Hinter Kaspar Heidelbach 8,46 Mio.[26] 23,6 %
8 Der doppelte Lott 20. Nov. 2005 615 Stefan Cantz, Jan Hinter Manfred Stelzer Gastauftritt Ballauf und Schenk 9,38 Mio.[27] 24,5 %
9 Das ewig Böse 05. Feb. 2006 622 Rainer Matsutani Rainer Matsutani 9,18 Mio.[28] 23,0 %
10 Das zweite Gesicht 12. Nov. 2006 646 Matthias Seelig Tim Trageser 7,84 Mio.[29] 20,7 %
11 Ruhe sanft! 18. März 2007 659 Stefan Cantz, Jan Hinter Manfred Stelzer 8,42 Mio.[30] 22,6 %
12 Satisfaktion 28. Okt. 2007 678 Johannes W. Betz Manuel Flurin Hendry 8,10 Mio.[31] 21,9 %
13 Krumme Hunde 18. Mai 2008 699 Stefan Cantz, Jan Hinter Manfred Stelzer 7,85 Mio.[32] 23,4 %
14 Wolfsstunde 09. Nov. 2008 710 Kilian Riedhof, Marc Blöbaum Kilian Riedhof Publikumspreis beim Deutschen Fernsehkrimipreis 2009, Gastauftritt Jörg Pilawa 10,14 Mio.[33] 28,3 %
15 Höllenfahrt 22. Mrz. 2009 727 Matthias Seelig, Claudia Falk Tim Trageser 8,92 Mio.[34] 24,0 %
16 Tempelräuber 25. Okt. 2009 745 Magnus Vattrodt Matthias Tiefenbacher 9,88 Mio.[35] 26,5 %
17 Der Fluch der Mumie 16. Mai 2010 763 Stefan Cantz, Jan Hinter Kaspar Heidelbach 10,24 Mio.[36] 28,6 %
18 Spargelzeit 10. Okt. 2010 775 Jürgen Werner Manfred Stelzer 10,49 Mio.[37] 29,3 %
19 Herrenabend 01. Mai 2011 799 Magnus Vattrodt Matthias Tiefenbacher 11,79 Mio.[38] 32,9 %
20 Zwischen den Ohren 18. Sep. 2011 810 Thorsten Wettcke, Christoph Silber Franziska Meletzky 10,40 Mio.[39] 28,8 %
21 Hinkebein 11. März 2012 831 Stefan Cantz, Jan Hinter Manfred Stelzer 11,78 Mio.[40] 30,7 %
22 Das Wunder von Wolbeck 25. Nov. 2012 851 Wolfgang Stauch Matthias Tiefenbacher Zehnjähriges Jubiläum[1][2] 12,11 Mio.[41] 31,7 %
23 Summ, Summ, Summ 24. März 2013 867 Stefan Cantz, Jan Hinter Kaspar Heidelbach Gastauftritt Roland Kaiser 12,81 Mio.[42] 34,0 %
24 Die chinesische Prinzessin 20. Okt. 2013 883 Orkun Ertener Lars Jessen 12,44 Mio.[43] 33,5 %
25 Der Hammer 13. Apr. 2014 907 Lars Kraume Lars Kraume Jubiläumsfolge (25. Fall), Gastauftritt Frank Zander 12,78 Mio.[44] 35,0 %
26 Mord ist die beste Medizin 21. Sep. 2014 917 Dorothee Schön Thomas Jauch 13,13 Mio.[12] 36,7 %
27 Erkläre Chimäre 31. Mai 2015 949 Stefan Cantz, Jan Hinter Kaspar Heidelbach 13,01 Mio.[45] 37,2 %
28 Schwanensee 8. Nov. 2015 961 André Erkau, Christoph Silber, Thorsten Wettcke André Erkau 13,63 Mio.[46] 35,7 %
29 Ein Fuß kommt selten allein 8. Mai 2016 986 Stefan Cantz, Jan Hinter Thomas Jauch 12,69 Mio.[47] 37,1 %
30 Feierstunde 25. Sep. 2016 994 Elke Schuch Lars Jessen 13,31 Mio.[48] 38,1 %
31 Fangschuss 2. April 2017 1017 Stefan Cantz, Jan Hinter Buddy Giovinazzo Höchste Zuschauerzahl und höchster Marktanteil einer Tatort-Folge seit 1992. 14,56 Mio.[49] 39,6 %

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Obwohl die Tatort-Folgen aus Münster zu den beliebtesten der Fernsehreihe zählen, wird der Münsteraner Tatort häufiger als Klamauk und überdrehter Slapstick bezeichnet.[50] Axel Prahl äußerte sich dazu gegenüber der Augsburger Allgemeinen: „Ach Gott, das rechte Maß zu finden ist eine Kunst, die niemand beherrscht. Dem einen ist es fast noch zu wenig Humor, und den anderen ist es schon zu viel.“[50] Liefers mutmaßt, „vielleicht haben die Zuschauer diesen Eindruck, weil sie schon einige Folgen gesehen haben und jeder Fall ein Krimi-Spaß ist“.[51]

Auch unter den Schauspiel-Kollegen weiß der Tatort aus Münster zu polarisieren. Wotan Wilke Möhring schätzt die Schauspielkollegen in den Rollen Thiel und Boerne sehr und lobt im Münster-Tatort besonders „den Humor und die Leichtigkeit“.[52] Bjarne Mädel wird mit den Worten zitiert: „Ich sehe den Kollegen Jan Josef Liefers und Axel Prahl gerne beim Spielen zu, die machen das gut, aber die Gags sind berechenbar geworden und nutzen sich ein bisschen ab.“[53]

Zwei Kommissare auf Spurensuche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 2009 produzierte der Norddeutsche Rundfunk eine Sendung unter dem Titel Zwei Kommissare auf Spurensuche. Axel Prahl und Jan Josef Liefers schlüpften in ihre Tatort-Charaktere Thiel und Prof. Boerne, behielten dabei jedoch ihre bürgerlichen Namen. In fünf Episoden / Etappen erwanderten sie Mecklenburg-Vorpommern (mecklenburgische Ostseeküste um Kühlungsborn, Usedom, Rügen, Fischland-Darß-Zingst, Schweriner See), wobei sie auf Land, Leute und Gepflogenheiten der jeweiligen bewanderten Regionen eingingen und die aus dem Münsteraner Tatort bekannten Zwistigkeiten austauschten.[54][55]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Andreas Blödorn: Raum als Metapher. Exemplarisches und Exzentrisches am Beispiel des Münster-Tatort. In: Christian Hißnauer, Stefan Scherer, Claudia Stockinger (Hrsg.): Zwischen Serie und Werk: Fernseh- und Gesellschaftsgeschichte im „Tatort“. Bielefeld 2014, S. 259–281.
  • Matthias Dell: „Herrlich inkorrekt“. Die Thiel-Boerne-Tatorte. Bertz + Fischer Verlag, Berlin 2012, ISBN 978-3-86505-709-9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Das Wunder von Wolbeck. In: Das Erste. Abgerufen am 25. November 2012.
  2. a b Das Beste aus 10 Jahren Münster-Tatort. In: Das Erste. Abgerufen am 25. November 2012.
  3. Kurt Sagatz: Jan Josef Liefers sollte gar nicht Boerne spielen. In: Der Tagesspiegel. 25. November 2012.
  4. Münster Tatort – Liefers: Ohne Alberich wäre sofort Schluss (Memento vom 12. Oktober 2013 im Internet Archive). In: Münstersche Zeitung. 9. Oktober 2013.
  5. a b c Marc Geschonke: Zum Jubiläum: 20 Dinge, die Sie noch nicht über den Münster-Tatort wussten (Memento vom 11. April 2014 im Internet Archive). In: Münstersche Zeitung. Münster, 9. April 2014.
  6. Köln-Düsseldorfer Querelen Stadt verweigert „Tatort“-Dreh. In: RP Online. 14. September 2006. Abgerufen am 5. September 2012.
  7. Karin Ceballos Betancur: Die Krimi-Stadt Münster. In: Merian. Nr. 10/2006. Abgerufen am 5. September 2012.
  8. Münster ist für Touristen „mörderisch gut“ – Fernsehstars werben auf der ITB in Berlin für die Krimistadt. In: Website der Stadt Münster, 13. Februar 2013.
  9. Münster ist „mörderisch gut“: Promis werben in Berlin für Krimistadt. In: Westfälische Nachrichten. 15. Februar 2013.
  10. Durchschnittliche Zuschauerzahlen der Tatort-Ermittler von März 2011 bis März 2013 in Millionen. In: Statista. Abgerufen 28. März 2013.
  11. „Tatort“-Rekord: Münsteraner klettern auf Platz sechs. In: Blickpunkt:Film. 28. März 2013.
  12. a b Über 13 Millionen sahen Liefers und Prahl. In: Spiegel Online. 22. September 2014.
  13. Jens Schröder: Das TV-Jahr 2015: Kein Gewinner in der Sender-Top-Ten, Münster-„Tatort“ besiegt alle Fußballspiele. In: Meedia. 4. Januar 2016. Abgerufen am 5. Januar 2016.
  14. a b Petra Esselmann: „Ich würde gern mal Robe tragen“: Mechthild Großmann spricht über ihre Begeisterung für den Tanz, über Pina Bausch und den „Tatort“. In: Westfälische Nachrichten (Mediendienst Teleschau). 7. Mai 2016.
  15. Nominierungen 2012, Wettbewerbskontingent Unterhaltung/Spezial. In: Website des Grimme-Instituts. Abgerufen am 5. September 2012.
  16. Der Bobby 2013 für den Tatort Münster und ChrisTine Urspruch. In: Website der Bundesvereinigung Lebenshilfe, 29. Mai 2013, abgerufen am 30. Mai 2013.
  17. a b c Ein Bobby für das „Tatort“-Team. In: Westfälische Nachrichten. 29. Oktober 2013.
  18. a b „Tatort“ ausgezeichnet. In: Westfälische Nachrichten. 8. November 2013.
  19. Tatort-Kommissar auf Grimme-Kurs. In: Spiegel Online. 28. Januar 2003. Abgerufen am 5. September 2012.
  20. Der dunkle Fleck. In: Tatort-Fundus.
  21. Fakten Fakten. In: Tatort-Fundus.
  22. Schwarzer Kater. In: Tatort-Fundus.
  23. Sag nichts. In: Tatort-Fundus.
  24. Mörderspiele. In: Tatort-Fundus.
  25. Eine Leiche zuviel. In: Tatort-Fundus.
  26. Der Frauenflüsterer. In: Tatort-Fundus.
  27. Der doppelte Lott. In: Tatort-Fundus.
  28. Markus Ruoff: „Tatort“ sichert sich klar den Tagessieg. In: Quotenmeter.de. 2. Juni 2006.
  29. Das zweite Gesicht. In: Tatort-Fundus.
  30. TV-Quoten: „Tatort“ hält „Im Tal der wilden Rosen“ auf Distanz. In: Blickpunkt:Film. 19. März 2007.
  31. Satisfaktion. In: Tatort-Fundus.
  32. Krumme Hunde. In: Tatort-Fundus.
  33. Wolfsstunde. In: Tatort-Fundus.
  34. Höllenfahrt. In: Tatort-Fundus.
  35. Manuel Weis: „Tatort“ so stark wie nie in 2009. In: Quotenmeter.de. 26. Oktober 2009.
  36. Glenn Riedmeier: Primetime-Check: Sonntag, 16. Mai 2010. In: Quotenmeter.de. 17. Mai 2010.
  37. Andreas Markhauser: Primetime-Check: Sonntag, 10. Oktober 2010. In: Quotenmeter.de. 11. Oktober 2010.
  38. Andreas Markhauser: „Tatort“ mit bestem Wert seit mehr als 15 Jahren. In: Quotenmeter.de. 2. Mai 2011.
  39. Jürgen Kirsch: Primetime-Check: Sonntag, 18. September 2011. In: Quotenmeter.de. 19. September 2011.
  40. Uwe Mantel: Fast 12 Millionen Zuschauer sahen Münster-„Tatort“. In: DWDL.de. 12. März 2012.
  41. Alexander Krei: Münster-„Tatort“ knackt die 12-Millionen-Marke. In: DWDL.de. 12. März 2012.
  42. Quote für „Summ, Summ, Summ“. „Tatort“ aus Münster schlägt Til Schweiger. In: Abendzeitung. 25. März 2013.
  43. Alexander Krei: Münster-„Tatort“: Kein Rekord, aber vor Johnny Depp. In: DWDL.de. 21. Oktober 201.
  44. Münster-"Tatort": "Hammer"-Quote für Thiel und Boerne. In: Abendzeitung. 14. April 2014.
  45. Neue Rekordquote für Boerne und Thiel. In: Spiegel Online. 1. Juni 2015.
  46. Tatort Schwanensee. Münster-Tatort von gestern erzielt Rekord-Quoten. In: Augsburger Allgemeine. 9. November 2015.
  47. Tatort-Quoten. Münster schafft höchsten Marktanteil seit 1993. In: Westfälische Nachrichten. 9. Mai 2016.
  48. "Thiel und Boerne verpassen Quotenrekord" In: Abendzeitung München, abgerufen am 1. Oktober 2016
  49. http://www.quotenmeter.de/n/92221/weit-ueber-14-millionen-muenster-tatort-pulverisiert-eigenen-rekord
  50. a b Gregor Tholl: „Mehr Komik als Logik“: Der Hang der Macher zu skurrilen TV-Krimis ist groß, gefällt den Fans aber nicht immer. In: Westfälische Nachrichten. 23. März 2013.
  51. Ralf Repöhler: Der Bildschirm wird ihnen zu klein: Erfolg des Münster-„Tatorts“ lässt Leinwand-Pläne reifen/Jan Josef Liefers bestätigt Überlegungen. In: Westfälische Nachrichten. 6. Mai 2013.
  52. Volker Petersen: Das Jahr des Wotan: 2012 schaffte Schauspieler Wotan Wilke Möhring aus Herne den großen Durchbruch. In: Münstersche Zeitung. 11. Dezember 2012.
  53. Gegen zu viel Krimi-Klamauk. In: Westfälische Nachrichten. 13. April 2013.
  54. Einsatzort Wanderweg. Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern e. V., abgerufen am 20. Mai 2014.
  55. Zwei Kommissare auf Spurensuche in der Internet Movie Database (englisch)