Zemitz

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Wappen Deutschlandkarte
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Zemitz
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Zemitz hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 53° 59′ N, 13° 45′ OKoordinaten: 53° 59′ N, 13° 45′ O
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Vorpommern-Greifswald
Amt: Am Peenestrom
Höhe: 9 m ü. NHN
Fläche: 30,93 km2
Einwohner: 716 (31. Dez. 2022)[1]
Bevölkerungsdichte: 23 Einwohner je km2
Postleitzahl: 17440
Vorwahlen: 03836, 038374
Kfz-Kennzeichen: VG, ANK, GW, PW, SBG, UEM, WLG
Gemeindeschlüssel: 13 0 75 147
Gemeindegliederung: 5 Ortsteile
Adresse der Amtsverwaltung: Burgstraße 6
17438 Wolgast
Website: www.amt-am-peenestrom.de
Bürgermeisterin: Susanne Darmann
Lage der Gemeinde Zemitz im Landkreis Vorpommern-Greifswald
KarteBrandenburgLandkreis Mecklenburgische SeenplatteLandkreis Vorpommern-RügenLandkreis Vorpommern-RügenLandkreis Vorpommern-RügenLandkreis Vorpommern-RügenBuggenhagenKrumminLassanWolgastWolgastZemitzAhlbeck (bei Ueckermünde)AltwarpEggesinGrambinHintersee (Vorpommern)LeopoldshagenLiepgartenLuckowLuckowLübs (Vorpommern)MeiersbergMönkebudeVogelsang-WarsinBargischowBargischowBlesewitzBoldekowBugewitzButzowDucherowIvenKrienKrusenfeldeNeetzow-LiepenMedowNeetzow-LiepenNeu KosenowNeuenkirchen (bei Anklam)PostlowRossinSarnowSpantekowStolpe an der PeeneAlt TellinBentzinDaberkowJarmenKruckowTutowVölschowBehrenhoffDargelinDersekowHinrichshagen (Vorpommern)LevenhagenMesekenhagenNeuenkirchen (bei Greifswald)WeitenhagenBergholzBlankensee (Vorpommern)Boock (Vorpommern)Glasow (Vorpommern)Grambow (Vorpommern)LöcknitzNadrenseeKrackowPenkunPlöwenRaminRossowRothenklempenowBrünzowHanshagenKatzowKemnitz (bei Greifswald)KröslinKröslinLoissinLubminNeu BoltenhagenRubenowWusterhusenGörminLoitzSassen-TrantowAltwigshagenFerdinandshofHammer a. d. UeckerHeinrichswaldeRothemühlTorgelowTorgelowTorgelowWilhelmsburg (Vorpommern)JatznickBrietzigDamerow (Rollwitz)FahrenwaldeGroß LuckowJatznickJatznickKoblentzKrugsdorfNiedenPapendorf (Vorpommern)PolzowRollwitzSchönwalde (Vorpommern)Viereck (Vorpommern)ZerrenthinZüsedomKarlshagenMölschowPeenemündeTrassenheideBenz (Usedom)DargenGarz (Usedom)KamminkeKorswandtKoserowLoddinMellenthinPudaglaRankwitzStolpe auf UsedomÜckeritzUsedom (Stadt)ZempinZirchowBandelinGribowGroß KiesowGroß PolzinGützkowGützkowKarlsburgKlein BünzowMurchinRubkowSchmatzinWrangelsburgZiethen (bei Anklam)ZüssowHeringsdorfPasewalkStrasburg (Uckermark)UeckermündeWackerowGreifswaldGreifswaldPolen
Karte

Zemitz ist eine Gemeinde im Landkreis Vorpommern-Greifswald. Die Gemeinde wird seit dem 1. Januar 2005 vom Amt Am Peenestrom mit Sitz in Wolgast verwaltet. Bis zum 31. Dezember 2004 war Zemitz Teil des Amtes Wolgast-Land.

Geografie und Verkehr

Zemitz liegt etwa sieben Kilometer südlich von Wolgast und sieben Kilometer nördlich von Lassan. Im Osten grenzt die Gemeinde an den Peenestrom. Nördlich der Gemeinde verläuft die Bundesstraße 111. Durch das Gemeindegebiet fließt der Brebowbach zum Peenestrom. Einzig nennenswerter See ist der Hohe See beim Ortsteil Hohensee. Südöstlich von Zemitz liegt die höchste Erhebung im Gemeindegebiet, der 43 m ü. NHN hohe Rauhe Berg.

Ortsteile

  • Bauer
  • Hohensee
  • Seckeritz
  • Wehrland
  • Zemitz
Wüstungen und Wohnplätze im Gemeindegebiet
  • Lepelsruh (Wüstung)
  • Negenmark (Wüstung)
  • Milchhorst (Wohnplatz)
  • Lütkendahl (Wüstung)

Geschichte

Bauer und Alt Bauer

Der Ortsteil Bauer wurde im Jahre 1320 erstmals als „Bower“ urkundlich erwähnt. Ob hierbei Bauer oder Alt Bauer gemeint war, ist nicht sicher.[2]

Der Ort war erst im Besitz des Geschlechtes von Köller und gehörte ab 1493 der Familie von Lepel.

Nach dem Meßtischblatt von 1919 lag Alt Bauer nördlich von Wehrland jenseits des Bauerbaches nur 300 m entfernt und Bauer 1000 m westlich davon. Das Herrenhaus befand sich in Alt Bauer und der Wirtschaftshof in Bauer. Zu diesem Gut gehörte Wehrland als Pertinenz. Zu Bauer/Alt Bauer gehört auch eine Ansiedlung am Bauerberg, dort befand sich das Bauersche Fischerhaus, eine Ziegelei und auf dem Berg eine Ausflugsgaststätte. Das Fischerhaus ist noch als Wohnhaus vorhanden, die Ziegelei ist schon vor 1920 verschwunden, das Anwesen auf dem Berg ist heute eine Unterkunft für Katamaran-Segler.

Blick zum Bauerberg

„Bauerberg“ und „Bauer Sandhof“ wurden noch 1995 in den Usedomer Karten gekennzeichnet.

Hohensee

Hoher See in Hohensee

Der Ortsteil Hohensee erfuhr im Jahr 1451 seine erste urkundliche Erwähnung. Der Name wurde von dem kleinen See, dem Hohen See abgeleitet, an dem der Ort liegt. Das Dorf war anfangs im Besitz des Adelsgeschlechtes von Köller. Im 17. Jahrhundert war ein Kanzleirat aus Stettin Eigentümer. Bis ins 19. Jahrhundert blieb das Gut Hohensee in wechselndem Familienbesitz. Das Herrenhaus wurde 1926 durch ein Großfeuer völlig zerstört und anschließend wieder aufgebaut. Im Jahr 1945 brannte das Gebäude erneut nieder.

Seckeritz

Der Ortsteil Seckeritz wurde 1319 gegründet. Von 1369 bis 1833 war das Rittergut im Besitz der Familie von Lepel. Ab 1833 war das Gut im Besitz der Landwirtsfamilie Dudy, danach gehörte es Adolf von Corswant. Im Jahr 1912 erwarb der Landwirt und Agrarwissenschaftler Paul Gerhard Hepner das abgewirtschaftete Rittergut. Er machte daraus einen anerkannten Kartoffelsaatzuchtbetrieb. Auch widmete er sich der Zucht der Edellandschweine. Bis zur Enteignung 1948 wurde der Betrieb als Mustergut von der Familie Hepner bewirtschaftet. Die Begräbnisstätte des Paul Gerhard Hepner existiert dort bis heute. Das Herrenhaus, umgeben von einem Wallgraben fiel 1965 einem Brand zum Opfer. Das Gut zeigte folgendes Wappen: Sechs Querbalken, von links unten nach rechts oben. Das Zeichen symbolisiert eine Pflugschar. Im oberen Quadrat zeigt sich ein „L“, für die Familie „von Lepel“ (so ein Wappen ist bei den Lepels nicht verzeichnet, es muss etwas anderes bedeuten).

Kirche, Glockenstuhl und Kirchhof von Wehrland

Wehrland

Der Ortsteil Wehrland wurde 1626 erstmals auch als Lepelscher Besitz bezeichnet. Bereits im 12. Jahrhundert begann man aber schon mit dem Bau einer Kirche. Im Jahr 1817 zerstörte ein Großfeuer fast alle Häuser des Ortes. Im Jahr 1867 erwarb August von Quistorp die Güter Bauer und Wehrland und erbaute das heute noch vorhandene Herrenhaus in Alt Bauer. Die Familie blieb bis ins Jahr 1945 Eigentümer. Im Zuge der Bodenreform wurden die Ländereien enteignet, aufgeteilt und an Neubauern vergeben. Die Quistorps richteten nach 1990 auf dem Wehrlander Kirchhof wieder ein Erbbegräbnis ein. Ursprung war das Grab des Ulrich von Quistorp (1860–1903). Die Familien Lepel und Quistorp waren wesentlich an der Restaurierung der stark gefährdeten Wehrlander Feldsteinkirche finanziell beteiligt, die Quistorps als letzte Besitzer vor 1945 und die Lepels, weil Begräbnisse in der Kirche von ihren Familienangehörigen vorhanden sind.

Zemitz

Zemitz wurde 1504 erstmals als „Sumentz“ urkundlich erwähnt. Der Name ist slawischen Ursprungs und leitet sich von Semlja für Erde ab. Die zahlreichen Bodenfunde aus ur- und frühgeschichtlicher Zeit deuten auf eine frühe Besiedlung der Gegend hin. 1504 besaß ein Krienker Brünnig Lepel das gesamte Gut Zemitz. Bis 1843 besaß die Familie von Lepel das Gut. Dann wechselten viele Male die Besitzer von Zemitz. Im Jahr 1901 wurde das Gut Zemitz aufgesiedelt.

Lepelsruh (Wüstung)

Lepelsruh wurde 1868 genannt, es war eine Pertinenz zu Wehrland – ist dann bald wüst gefallen.[2] Heute gibt es nur noch den Flurnamen.

Lütkendahl (Wüstung)

Lütkendahl wurde 1782 erstmals als „Lüttendahl“ genannt (niederdeutsch = kleines Tal). Es war eine Ziegelei an der Peene und war eine Pertinenz zu Bauer. Es wurde auch Kleinthal genannt. Nach 1868 fiel es wüst. Es lag östlich von Sekeritz dicht am Haff.[2]

Milchhorst (Wohnplatz)

Eine Pertinenz zum Gut Hohendorf war der Ortsteil von Seckeritz mit Namen „Milchhorst“, der erstmals 1859 erwähnt wurde.[2] Er liegt nördlich von Sekeritz und ist heute nur noch ein kleiner Wohnplatz. Es war ursprünglich ein Mühlengehöft, die Mühle war schon vor 1880 lt. MTB vorhanden und stand noch nach 1920.

Negenmark (Wüstung)

Negenmark wurde mit gleichen Namen 1707 gegründet. Der Ort gehörte zuerst zum Gut Hohensee.

Sehenswürdigkeiten

St. Michael in Zemitz
Barocke Bemalung der Decke in St. Nikolai zu Bauer

Siehe auch Liste der Baudenkmale in Zemitz

  • Kirche St. Michael wurde im 18. Jahrhundert als Kapelle errichtet. 1913 erfolgte der Umbau zu einer Saalkirche mit barockisierendem Westturm.
  • St. Nikolai zu Bauer: Die Feldsteinkirche entstand im 13. Jahrhundert; der Chor um 1285. An der nördlichen Chorwand befinden sich zwei Epitaphen, die an die Familie von Quistorp erinnern: Hans Ulrich von Quistorp (1904-1946) sowie Ulrich von Quistorp (1860-1903). Gegenüber erinnern zwei weitere Epitaphen an Albert Voss (1842-1866) sowie an die Familie von Lepel. Im Innern befindet sich eine flache Balkendecke mit einer barocken Ornamentbemalung, die um 1708 entstand. Neben den goldfarbenen Ranken sind mehrere Putten sowie der Titel der Kirchenkantate „Gloria In Excelis Deo“ (Ehre sei Gott in der Höhe) von Johann Sebastian Bach zu sehen. Weiterhin befindet sich in dem Gebäude die einzige Orgel Remlers in Vorpommern aus dem Jahr 1866.
  • Gutsanlagen von Bauer, Wehrland, Hohensee und Seckeritz
  • Die Hünengräber um Wehrland und Bauer
  • Aussichtspunkt Bauerberg, erreichbar über einen Feldweg östlich von St. Nikolai
  • Turmhügel Seckeritz

Literatur

  • Manfred Niemeyer: Ostvorpommern. Quellen- und Literatursammlung zu den Ortsnamen'. Bd. 2: Festland. (= Greifswalder Beiträge zur Ortsnamenkunde. Bd. 2), Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, Institut für Slawistik, Greifswald 2001, ISBN 3-86006-149-6

Weblinks

Commons: Zemitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur über Zemitz in der Landesbibliographie MV

Einzelnachweise

  1. Statistisches Amt M-V – Bevölkerungsstand der Kreise, Ämter und Gemeinden 2022 (XLS-Datei) (Amtliche Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. a b c d Manfred Niemeyer: Ostvorpommern. Quellen- und Literatursammlung zu den Ortsnamen. Bd. 2: Festland. (= Greifswalder Beiträge zur Ortsnamenkunde. Bd. 2), Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, Institut für Slawistik, Greifswald 2001, ISBN 3-86006-149-6. S. 9 ff