Amelécourt

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Amelécourt
Wappen von Amelécourt
Amelécourt (Frankreich)
Amelécourt
Region Lothringen
Département Moselle
Arrondissement Château-Salins
Kanton Château-Salins
Gemeindeverband Communauté de communes du Saulnois.
Koordinaten 48° 50′ N, 6° 30′ O48.8391666666676.5013888888889221Koordinaten: 48° 50′ N, 6° 30′ O
Höhe 202–365 m
Fläche 7,56 km²
Einwohner 149 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 20 Einw./km²
Postleitzahl 57170
INSEE-Code

Amelécourt ist eine französische Gemeinde mit 149 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) im Département Moselle in der Region Lothringen. Sie gehört zum Arrondissement Château-Salins, gleichnamigen Kanton und zum Kommunalverband Communauté de communes du Saulnois.

Geografie[Bearbeiten]

Die Gemeinde Amelécourt liegt unmittelbar nördlich von Château-Salins und etwa 48 Kilometer südöstlich von Metz im Saulnois auf einer Höhe zwischen 202 und 365 Metern über dem Meer. Das Gemeindegebiet umfasst 7,56 km².

Geschichte[Bearbeiten]

Die Ortschaft gehörte zur Prévôté (Vogtei) von Amance,[1] die Teil des Herzogtums Lothringen war. Das Herzogtum Lothringen nutzte die Saline von Amelécourt im 14. und 15. Jahrhundert. Die Saline wurde gegen Ende des 15. Jahrhunderts als Folge des Hundertjährigen Kriegs (1337–1453) geschlossen.[2]

Das Herzogtum Lothringen war seit seiner Gründung als Lotharii Regnum durch Lothar I. mehrmals eigenständig, es gehörte später zeitweise zum Heiligen Römischen Reich und auch zu Frankreich. 1738 wurde es im Frieden von Wien, der den Polnischen Thronfolgekrieg (1733–1738) beendete, dem polnischen König Stanislaus I. Leszczyński (1677–1766) zugesprochen und fiel nach dessen Tod im Jahr 1766 an Frankreich.[3][4]

1793 erhielt Amelécourt (als Amelecourt) im Zuge der Französischen Revolution (1789–1799) den Status einer Gemeinde und 1801 (als Ammelécourt) das Recht auf kommunale Selbstverwaltung. Es gehörte von 1801 bis 1871 zum früheren Departement Meurthe, das 1871 in Meurthe-et-Moselle umbenannt wurde. 1871 wurde die Gemeinde wegen Gebietsveränderungen durch den Verlauf des Deutsch-Französischen Kriegs (1870/71) in das neu geschaffene Reichsland Elsaß-Lothringen des Deutschen Reiches eingegliedert. Das Reichsland Elsaß-Lothringen bestand bis zum Ende des Ersten Weltkriegs (1914–1918) und wurde danach aufgelöst. Amelécourt lag in jener Zeit im Département Moselle, diese Änderung wurde auch 1918 beibehalten, als Moselle wieder Frankreich zugesprochen wurde.[5] Amelécourt gehörte als französischsprachige Ortschaft zu den 247 letzten Gemeinden, deren Name am 2. September 1915 eingedeutscht wurde. Der Name wurde zu „Almerichshofen“ geändert und war bis 1918 offizieller Ortsname.[6]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007
Einwohner 115 114 113 119 102 117 141

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen der Gemeinde stellt den Mantel des Schutzpatrons Martin von Tours als Gegenteil einer heraldischen Spitze dar, da im Französischen Chape sowohl Pluviale (liturgischer Mantel) als auch „Gegenteil einer heraldischen Spitze“ (heraldischer Mantel) bedeutet. Es ist silbern mit einem roten Wappenschild und einem blauen Chape.[1]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Amelécourt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Union des Cercles Génealogiques Lorrains (französisch) Abgerufen am 25. Februar 2010
  2. L'or blanc du Saulnois (französisch) Abgerufen am 25. Februar 2010
  3.  Gerhard Köbler: Historisches Lexikon der Deutschen Länder: die deutschen Territorien vom Mittelalter bis zur Gegenwart. In: Beck Historische Bibliothek. 7 Auflage. C.H.Beck, München 2007, ISBN 978-3-406-54986-1, S. 391f (in Google Books, abgerufen am 25. Februar 2010). (französisch)
  4. [http://www.quid.fr/communes.html?mode=detail&id=21589&req=57&style=fiche Amelécourt auf quid.fr] (französisch) Abgerufen am 25. Februar 2010, abgerufen am 25. März 2010
  5. Amelécourt auf cassini.ehess.fr (französisch) Abgerufen am 25. Februar 2010
  6. Les 247 dernières communes à noms français, débaptisées seulement le 2 septembre 1915 (französisch) Abgerufen am 25. Februar 2010