Chicourt

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Chicourt
Wappen von Chicourt
Chicourt (Frankreich)
Chicourt
Region Lothringen
Département Moselle
Arrondissement Château-Salins
Kanton Delme
Gemeindeverband Communauté de communes du Saulnois.
Koordinaten 48° 55′ N, 6° 30′ O48.9172222222226.5047222222222253Koordinaten: 48° 55′ N, 6° 30′ O
Höhe 239–340 m
Fläche 5,52 km²
Einwohner 82 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 15 Einw./km²
Postleitzahl 57590
INSEE-Code

Chicourt ist eine französische Gemeinde mit 82 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) im Département Moselle in der Region Lothringen. Sie gehört zum Arrondissement Château-Salins, zum Kanton Delme und zum Kommunalverband Communauté de communes du Saulnois.

Geografie[Bearbeiten]

Chicourt liegt im Saulnois, 34 Kilometer nordöstlich von Nancy, 32 Kilometer südöstlich von Metz und 26 Kilometer südwestlich von Saint-Avold, zwischen de Nachbargemeinden Château-Bréhain im Südosten, Oron im Südwesten, Frémery im Nordwesten und Villers-sur-Nied im Nordosten,[1] auf einer Höhe zwischen 239 und 340 Metern über dem Meeresspiegel. Das Gemeindegebiet umfasst 5,52 km² (552 Hektar). Die französische Nied fließt südlich des Ortskerns durch das Gemeindegebiet.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Chicourt wurde 1121 und 1180 als Diekesinga erwähnt.[3] (1476: Chiecourt). Ernest Nègre geht davon aus, dass der Ortsname aus dem germanischen Namen Cadulus und dem mittellateinischen Wort curtis,[4] „Gehöft“ zusammengesetzt ist und somit „Gehöft des Cadulus“ bedeutet.[5]

Von 1594 bis 1751 gehörte Chicourt zur Kastellanei von Amance, die der Bailliage von Nancy unterstellt war. Ab Juni 1751 bis zur Französischen Revolution (1789–1799) gehörte es zur Bailliage von Château-Salins. Bis zum Beginn des 17. Jahrhunderts gab es eine Benediktinerpriorei in Chicourt.

Auf dem heutigen Gemeindegebiet von Chicourt, etwa auf dem halben Weg nach Villers-sur-Nied lag die Seigneurie Neufchère. Sie wurde 1594 im Kopialbuch der Abtei von Salival (heute ein Teil der Gemeinde Moyenvic) erwähnt, und taucht als Neuf-Chaire auf einer Karte von Jean Dominique Comte de Cassini (1748–1845) aus den 1780er Jahren auf.[6][7]

1793 erhielt Chicourt im Zuge der Französischen Revolution den Status einer Gemeinde und 1801 das Recht auf kommunale Selbstverwaltung. Es gehörte von 1801 bis 1871 zum früheren Departement Meurthe, das 1871 in Meurthe-et-Moselle umbenannt wurde. 1871 wurde die Gemeinde wegen Gebietsveränderungen durch den Verlauf des Deutsch-Französischen Kriegs (1870–1871) in das neu geschaffene Reichsland Elsaß-Lothringen des Deutschen Reiches eingegliedert. Das Reichsland Elsaß-Lothringen bestand bis zum Ende des Ersten Weltkriegs (1914–1918) und wurde danach aufgelöst. Chicourt lag in jener Zeit im Département Moselle, diese Änderung wurde auch 1918 beibehalten, als Moselle wieder Frankreich zugesprochen wurde.[6] Chicourt gehörte als französischsprachige Ortschaft zu den 247 letzten Gemeinden, deren Name im Ersten Weltkrieg am 2. September 1915 eingedeutscht wurde. Der Name wurde zu „Diexingen“ geändert und war bis 1918 offizieller Ortsname.[8]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007
Einwohner 114 115 117 109 102 98 101

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen der Gemeinde ist rot, trägt in der Mitte ein silbernes Wappenschild und zeigt drei goldene Kugeln (besants), davon zwei im oberen Teil und eine an der Spitze. Das silberne Wappenschild stammt aus dem Wappen der Kastellanei von Amance. Die goldenen Kugeln sind Attribute des Schutzpatrons Nikolaus von Myra.[9]

Infrastruktur[Bearbeiten]

Der nächste Flughafen ist der Flughafen Metz-Nancy-Lothringen, er liegt 19,7 Kilometer nordwestlich von Chicourt.[2]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Chicourt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Village de Chicourt, Actuacity.com (französisch)
  2. a b Village de Chicourt, Annuaire-Mairie.fr (französisch)
  3. Griff nach dem Westen: die "Westforschung" Teil II (2003)
  4. Lexicon Mediae Latinitatis (französisch/englisch)
  5.  Ernest Nègre: Toponymie générale de la France. 2, Librairie Droz, 1996, ISBN 9782600001335, S. 888 (in Google Books, abgerufen am 6. April 2010). (französisch)
  6. a b Navigationsmenü auf Cassini.ehess.fr, nach Eingabe eines Ortsnamens (hier Chicourt) kann man eine Cassinikarte oder Gemeindenotiz abrufen (französisch)
  7.  Henri Lepage: Dictionnaire topographique du département de la Meurthe. In: Société d'archéologie lorraine et du Musée historique lorrain (Hrsg.): Dictionnaire topographique de la France. 6 Auflage. 14, Nr. 18, Imprimerie impériale, Paris 1862, S. 4+30+32+100 (in Google Books, abgerufen am 6. April 2010).(französisch)
  8. Les 247 dernières communes à noms français, débaptisées seulement le 2 septembre 1915 (französisch)
  9. Union des Cercles Génealogiques Lorrains (französisch)