Bioncourt

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Bioncourt
Wappen von Bioncourt
Bioncourt (Frankreich)
Bioncourt
Region Lothringen
Département Moselle
Arrondissement Château-Salins
Kanton Château-Salins
Gemeindeverband Communauté de communes du Saulnois.
Koordinaten 48° 48′ N, 6° 22′ O48.7933333333336.3622222222222210Koordinaten: 48° 48′ N, 6° 22′ O
Höhe 194–290 m
Fläche 8,21 km²
Einwohner 320 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 39 Einw./km²
Postleitzahl 57170
INSEE-Code

Bioncourt ist eine französische Gemeinde mit 320 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) im Département Moselle in der Region Lothringen. Sie gehört zum Kanton Château-Salins und zum Kommunalverband Communauté de communes du Saulnois.

Geografie[Bearbeiten]

Bioncourt liegt im Saulnois, 60 Kilometer südöstlich von Metz und 20 Kilometer nordöstlich von Nancy am Fluss Seille. Zur Gemeinde gehört der Weiler Alincourt, der nordwestlich des Ortskerns liegt.

Geschichte[Bearbeiten]

Bioncourt wurde als Bionis curtis 933 erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname ist aus dem fränkischen Namen Beggo und dem lateinischen Wort curtis zusammengesetzt und bedeutet „Beggos Hof“.[1]

Alincourt wurde 1180 erstmals urkundlich erwähnt, es war Sitz einer Seigneurie, die zur Kastellanei und Bailliage von Nancy gehörte.

Bioncourt war ebenfalls Sitz einer Seigneurie, schon gegen Ende des 13. Jahrhunderts nahm der erste Seigneur von Bioncourt, André de Bioncourt, Sohn von Geoffroy d’Amance den Namen der Ortschaft an.[2] Die Familie verschwand allerdings schon im 14. Jahrhundert.[3] Von 1594 bis 1751 gehörte Bioncourt zur Kastellanei von Amance, die der Bailliage von Nancy unterstellt war. Danach gehörte es zur Bailliage von Château-Salins. 1790 wurde Bioncourt Kantonshauptort und blieb es bis 1801.

Im 18. Jahrhundert war Bioncourt Sitz einer Baronie im Besitz der Familie Catoire, die den Namen Catoire de Bioncourt annahm. Von 1771 bis 1775 versuchte der damalige Baron Jean-Batiste-Nicolas Catoire die Seille schiffbar zu machen.[4] Danach erwarb Charles de Vincent die Baronie. Er liegt auf dem Friedhof von Bioncourt begraben[5] und eine Straße wurde nach ihm benannt.[6]

Die Pfarrei von Bioncourt gehörte zum Verwaltungsbereich des Erzpriesters von Delme, der dem Archidiakonat von Vic-sur-Seille unterstellt war.[7]

1793 erhielt Bioncourt im Zuge der Französischen Revolution (1789-1799) den Status einer Gemeinde und 1801 das Recht auf kommunale Selbstverwaltung. Es gehörte von 1801 bis 1871 zum früheren Departement Meurthe, das 1871 in Meurthe-et-Moselle umbenannt wurde. 1871 wurde die Gemeinde wegen Gebietsveränderungen durch den Verlauf des Deutsch-Französischen Kriegs (1870-1871) in das neu geschaffene Reichsland Elsaß-Lothringen des Deutschen Reiches eingegliedert. Das Reichsland Elsaß-Lothringen bestand bis zum Ende des Ersten Weltkriegs (1914-1918) und wurde danach aufgelöst. Bioncourt lag in jener Zeit im Département Moselle, diese Änderung wurde auch 1918 beibehalten, als Moselle wieder Frankreich zugesprochen wurde.[8] Bioncourt gehörte als französischsprachige Ortschaft zu den 247 letzten Gemeinden, deren Name am 2. September 1915 eingedeutscht wurde. Der Name wurde zu „Bionshofen“ geändert und war bis 1918 offizieller Ortsname.[9]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007
Einwohner 223 233 224 282 310 309 311

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen der Gemeinde entspricht dem Wappen der Familie Bioncourt aus dem 13. Jahrhundert, es ist silbern mit einem blauen Querbalken.[3]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bioncourt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Ernest Nègre: Toponymie générale de la France. 2, Librairie Droz, 1996, ISBN 9782600001335, S. 886 (in Google Books, abgerufen am 13. März 2010). (französisch)
  2.  Société d’archéologie lorraine, Comité du Musée lorrain (Nancy) (Hrsg.): Journal de la Société d’archéologie et du Comité du Musée lorrain. 47, Nr. 1, Crépin Leblond, Nancy 1898, ISSN 17706130, S. 14-17 (in Gallica, abgerufen am 13. März 2010). (französisch)
  3. a b  Société d'archéologie lorraine, Comité du Musée lorrain (Nancy) (Hrsg.): Journal de la Société d'archéologie et du Comité du Musée lorrain. 46, Nr. 1, Crépin Leblond, Nancy 1897, ISSN 17706130, S. 270-274 (in Gallica, abgerufen am 13. März 2010). (französisch)
  4. Webpräsenz der Familie Catoire de Bioncourt (französisch) Abgerufen am 13. März 2010
  5. http://www.quid.fr/communes.html?mode=detail&id=21654&req=Bioncourt&style=fiche Bioncourt auf quid.fr Abgerufen am 13. März 2010, seit dem 25. März 2010 nicht mehr abrufbar.
  6. Tourismus im Lothringen, Bioncourt (französisch) Abgerufen am 13. März 2010
  7.  Henri Lepage: Dictionnaire topographique du département de la Meurthe. In: Société d'archéologie lorraine et du Musée historique lorrain (Hrsg.): Dictionnaire topographique de la France. 6 Auflage. 14, Nr. 18, Imprimerie impériale, Paris 1862, S. 3f+17+30+40+118+126+128 (in Google Books, abgerufen am 13. März 2010).(französisch)
  8. Bioncourt auf cassini.ehess.fr (französisch) Abgerufen am 11. März 2010
  9. Les 247 dernières communes à noms français, débaptisées seulement le 2 septembre 1915 (französisch) Abgerufen am 13. März 2010