Cutting (Moselle)

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Cutting
Wappen von Cutting
Cutting (Frankreich)
Cutting
Region Lothringen
Département Moselle
Arrondissement Château-Salins
Kanton Dieuze
Gemeindeverband Communauté de communes du Saulnois.
Koordinaten 48° 51′ N, 6° 50′ O48.8488888888896.8344444444444224Koordinaten: 48° 51′ N, 6° 50′ O
Höhe 213–256 m
Fläche 5,62 km²
Einwohner 115 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 20 Einw./km²
Postleitzahl 57260
INSEE-Code

Cutting (deutsch Kuttingen) ist eine französische Gemeinde mit 115 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) im Département Moselle in der Region Lothringen. Sie gehört zum Arrondissement Château-Salins, zum Kanton Dieuze und zum Kommunalverband Communauté de communes du Saulnois.

Geografie[Bearbeiten]

Cutting liegt im Saulnois, 72 Kilometer nordwestlich von Straßburg, 56 Kilometer südöstlich von Metz, 50 Kilometer nordöstlich von Nancy und 20 Kilometer nordwestlich von Sarrebourg[1], zwischen den Nachbargemeinden Domnom-lès-Dieuze im Nordwesten, Lostroff im Nordosten und Rorbach-lès-Dieuze im Süden,[2] auf einer Höhe zwischen 213 und 256 Metern über dem Meeresspiegel. Das Gemeindegebiet umfasst 5,62 km² (562 Hektar). Der Weiler L’Espérance („Die Hoffnung“) liegt südlich des Ortskerns an der Kreuzung der Départementsstraßen D27 und D38.

Geschichte[Bearbeiten]

Cutting wurde 1328 als Villa de Kuctinga in einem Vertrag im Kopialbuch des Stifts von Fénétrange erstmals urkundlich erwähnt, 1476 tauchte es als Kuttanges auf. Der Ortsname setzt sich aus dem germanischen Namen Goddo und der Ortsnamensendung -ingen zusammen.[3] Die Ortschaft gehörte bis 1698 zur Kastellanei von Marimont-lès-Bénestroff, die eine Bailliage des herzogtums Lothringen war. 1618 war die Gemeinde Hauptort einer Mairie, die, außer Cutting, Domnon-lès-Dieuze, Bassing und Loudrefing umfasste. Eine Mairie diente zu jener Zeit als Verwaltungsorgan einer Seigneurie. [4]

Das Herzogtum Lothringen war seit seiner Gründung als Lotharii Regnum durch Lothar I. mehrmals eigenständig, es gehörte später zeitweise zum Heiligen Römischen Reich und auch zu Frankreich. 1738 wurde es im Frieden von Wien, der den Polnischen Thronfolgekrieg (1733–1738) beendete, dem polnischen König Stanislaus I. Leszczyński (1677–1766) zugesprochen und fiel nach dessen Tod im Jahr 1766 an Frankreich.[5]

1793 erhielt Cutting im Zuge der Französischen Revolution (1789–1799) den Status einer Gemeinde und 1801 als Kutting das Recht auf kommunale Selbstverwaltung. Es gehörte von 1801 bis 1871 zum früheren Departement Meurthe, das 1871 in Meurthe-et-Moselle umbenannt wurde. 1871 wurde die Gemeinde wegen Gebietsveränderungen durch den Verlauf des Deutsch-Französischen Kriegs (1870–1871) in das neu geschaffene Reichsland Elsaß-Lothringen des Deutschen Reiches eingegliedert. Das Reichsland Elsaß-Lothringen bestand bis zum Ende des Ersten Weltkriegs (1914–1918) und wurde danach aufgelöst. Cutting lag in jener Zeit im Département Moselle, diese Änderung wurde auch 1918 beibehalten, als Moselle wieder Frankreich zugesprochen wurde.[6]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007
Einwohner 171 206 184 165 155 147 132

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen der Gemeinde ist silbern mit einem roten Mantel (chape ist das Gegenteil einer heraldischen Spitze). In der Mitte befindet sich ein schwarzes Tatzenkreuz, in den oberen Ecken sind zwei silberne Alérions (gestümmelte Adler). Das Kreuz erinnert an den Deutschen Orden dem die Pfarrei von Cutting unterstellt war. Die Alérions erinnern an das Herzogtum Lothringen und der Mantel ist das Attribut des Schutzpatrons Martin von Tours.[7]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Mairie de Cutting, Annuaire-mairie.fr (französisch)
  2. Village de Cutting, Actuacity.com (französisch)
  3.  Ernest Nègre: Toponymie générale de la France. 2, Librairie Droz, 1996, ISBN 9782600001335, S. 781 (in Google Books, abgerufen am 10. April 2010). (französisch)
  4.  Henri Lepage: Dictionnaire topographique du département de la Meurthe. In: Société d'archéologie lorraine et du Musée historique lorrain (Hrsg.): Dictionnaire topographique de la France. 6 Auflage. 14, Nr. 18, Imprimerie impériale, Paris 1862, S. 39+47+87 (in Google Books, abgerufen am 10. April 2010).(französisch)
  5.  Gerhard Köbler: Historisches Lexikon der Deutschen Länder: die deutschen Territorien vom Mittelalter bis zur Gegenwart. In: Beck Historische Bibliothek. 7 Auflage. C.H.Beck, München 2007, ISBN 9783406549861, S. 391f (in Google Books, abgerufen am 10. April 2010). (französisch)
  6. Cutting Notice Communale, Cassini.ehess.fr (französisch)
  7. Union des Cercles Génealogiques Lorrains (französisch)