Ford Cortina

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Der Ford Cortina wurde von 1962 bis 1982 von den englischen Ford-Werken in Dagenham als zwei- und viertürige Limousine der Mittelklasse und als Kombi produziert. Die einzelnen Baureihen des Ford Cortina waren:

Ford Cortina Mk I
Ford Cortina Mk I Kombi
Der Motor des Cortina Lotus

Mk I[Bearbeiten]

Der erste Cortina wurde am 21. September 1962 vorgestellt und in England bis 1966, in einigen anderen Ländern auch bis 1967 produziert.

Der Cortina wurde neu in das Modellprogramm geschoben und zwischen den Modellen Ford Anglia und Ford Consul Classic platziert. Er wurde unter dem Projektnamen „Archbishop“ entwickelt – eine Anspielung auf das ehrgeizige „Cardinal“-Projekt, das im deutschen Taunus 12M mündete. Der Cortina war einfach und rationell gebaut und wurde auf Anhieb ein großer Verkaufserfolg.

Motorisiert war der Cortina mit den vom Anglia bekannten Kent-Motoren mit 1,2 und 1,5 Litern Hubraum und seitlicher Nockenwelle. Der 1,5-Liter-Motor war mit 25 % Mehrleistung als „GT“ erhältlich, mit Weber-Vergaser, geändertem Auspuff und Zylinderkopf. Einer zügigen Fahrweise kam zudem das vollsynchronisierte und leicht zu schaltende 4-Gang-Getriebe zugute. Mit der 12-Volt-Elektrik, die für bessere Beleuchtung in der Nacht sorgte, und den vorderen Scheibenbremsen, ab 1965 auch in der Einstiegsversion 1200 Deluxe, stattete Ford bereits früh Autos dieser Klasse mit solchen Sicherheitsmerkmalen aus. Andere Hersteller zogen erst später nach. Letztlich entscheidend für den großen Verkaufserfolg dieser Baureihe war wohl neben seinem gefälligen Äußeren auch die geräumige und familienfreundliche fünfplätzige Karosserie mit einem Kofferraum, der für ein Auto dieser Klasse unübertroffen groß ist.

Die wohl berühmteste Ausführung verkaufte Ford als Cortina Lotus. Ihr Schöpfer war Colin Chapman, Inhaber der Firma Lotus. Er erhielt damals von Ford den Auftrag, einen Cortina für den Motorsport zu bauen. Unter der Motorhaube eines Cortina Lotus findet man den DOHC-Motor mit dem von Harry Mundy entworfenen Zylinderkopf auf dem Block des normalen "Kent"-OHV-Motors. Der gleiche Motor wird auch im Lotus 23, Lotus Seven und im Lotus Elan eingesetzt. Die Türen und Hauben des Cortina Lotus bestehen aus Aluminium statt Stahl.[1] Der Lotus Cortina verfügte über eine gegenüber den anderen Modellen modifizierte Hinterachse. Während die Serienmodelle mit Blattfedern an der Hinterachse ausgestattet waren, hatte der Lotus Cortina Schraubenfedern, Längslenker und ein unten am Differentialgehäuse angelenktes Reaktionsdreieck und dadurch eine bessere Führung der Achse. Zudem war das Differentialgehäuse aus Aluminium gefertigt, um die ungefederte Masse der starren Hinterachse zu reduzieren. Die Achsrohre waren nach wie vor aus Stahl. Diese Konstruktion erwies sich als eine große Schwachstelle des Lotus Cortina, da das Aluminiumgehäuse des Differentials nicht ausreichend steif war und es deswegen zu zahlreichen Differentialdefekten, vor allem im Sporteinsatz, kam. Deswegen wurden zur „aktiven“ Zeit dieses Sportmodells die meisten Exemplare auf die Hinterachse der Normalmodelle zurückgerüstet, die weniger Probleme machte.


Ford Cortina Mk II
Ford Cortina Mk II Estate
Cabriolet von Crayford Engineering

Mk II[Bearbeiten]

Die zweite Generation des Cortina erschien am 18. Oktober 1966, vier Jahre nach dem ursprünglichen Cortina. Dies wurde von Werbung unter dem Motto „New Cortina is more Cortina“ - „Der neue Cortina ist mehr Cortina“ begleitet. Das Auto war zwar mit 430 cm Länge geringfügig kürzer als zuvor, aber geräumiger, weil es 6,4 cm breiter war und mit stärker gewölbten Seitenverkleidungen versehen. Die Karosserieform hatte Roy Haynes gestaltet. Die Bauart von Antrieb und Fahrwerk blieb gleich. Der Wendekreis war kleiner, die Federung weicher und Bremsen und Kupplung stellten sich automatisch nach. Für einige Märkte, darunter auch Großbritannien, gab es neue kleinere Motoren mit 1300 cm³ Hubraum und fünffach gelagerter Kurbelwelle. Auch vom MK II gab es eine Lotus-Version mit einem Motor mit zwei obenliegenden Nockenwellen.

Für bestimmte Märkte, in denen der 1300 cm³ Motor höher besteuert wurde, war auch eine abgespeckte Version mit dem 1,2-l-Motor des Ford Anglia Super erhältlich. Die 1500-cm³-Motoren wurden zunächst nur überarbeitet, 1967 erhielten sie einen neuen Querstromzylinderkopf und der Hubraum wurde auf 1600 cm³ vergrößert. Der Motor des Lotus Cortina wurde zunächst weitergebaut.

Im Jahr 1967 war der Cortina Großbritanniens beliebtester Neuwagen - ein Ziel, das Ford seit dem ersten Cortina im Jahr 1960 zu erreichen versucht hatte.

Es wurden zweitürige und viertürige Limousinen angeboten, mit Basisausstattung, als Deluxe, Super, GT und ab Ende 1967 als 1600E verfügbar, wenn auch nicht in allen Karosserievarianten und Motorisierungen . Ein paar Monate nach der Einführung der Limousinen gab es ab 15. Februar 1967 einen viertürigen Kombi mit großer Heckklappe.

Der besser ausgestattete Cortina 1600E wurde auf der Paris Motor Show im Oktober 1967 eingeführt, ein Jahr nach dem Cortina Mark II. Er war wie der Lotus-Cortina etwas tiefer gelegt und mit dem stärkeren GT-1600-Kent-Motor und Luxusausstattung versehen: Armaturenbrett und Türleistensatz waren mit Wurzelnussfurnier geschmückt, dazu kamen Schalensitze, Sportlenkrad und zusätzliche Anzeigeinstrumente, Nebelscheinwerfer und verchromte Rostyle-Räder. Kühlergrill und Heck waren schwarz lackiert.

Ford Neuseeland entwickelte seine eigene Variante dieses Modells namens GTE .

Für 1969 wurden die Cortinas kaum verändert: Sie bekamen den Schriftzug "FORD" auf Motorhaube und Kofferraumdeckel, der Kühlergrill wurde schwarz und es gab Chromleisten oberhalb und unterhalb der Rückleuchten über die ganze Breite des Heckabschlußblechs .

Eine Variante mit dem Dreiliter-Essex-V6-Motor wurde privat in Südafrika von Basil Grün Motors entwickelt und vom Grosvenor-Ford-Händlernetz als Cortina Perana verkauft; ein ähnliches Modell erschien später in Großbritannien und wurde als Cortina Savage bekannt. Der Savage war mit 1600E-Ausstattung in allen drei Karosserievarianten lieferbar, während die südafrikanischen Fahrzeuge nur als 4-türige Limousine - zunächst mit GT- und später E-Ausstattung - angeboten wurden.


Ford Cortina Mk III

Mk III (TC)[Bearbeiten]

1970 wurde die letzte eigenständige Version des Cortina vorgestellt. Inzwischen teilte er sich zwar schon eine gemeinsame Plattform mit dem Taunus (daher "TC"), allerdings wich die Karosserieform (coupéähnlich, „Coca-Cola-Flaschenform“) von der des Taunus ab.


Ford Cortina Mk V

Mk IV + Mk V[Bearbeiten]

Mit der Überarbeitung von 1976 gab es keine Unterschiede zwischen Taunus und Cortina mehr; die eigenständige englische Form wurde zugunsten der deutschen aufgegeben.

Eine letzte Änderung der Gestalt (oft als Mk V bezeichnet) fand 1979 statt. Nachfolger wurde 1982 der Ford Sierra.

Ford P100 1971–1987[Bearbeiten]

Ford Cortina P100

1971 wurde auf Basis der 2-türigen Cortina MK III Limousine ein Pickup in Südafrika produziert. Wahlweise war dieser Ford P100 auch mit einer GFK-Haube über der Pritsche erhältlich. Als Motoren kamen der aus dem Cortina/Taunus bekannte 1,6-Liter- und die aus dem Ford Granada bekannten 2,5-Liter- und 3,0-Liter-Essex-V6-Motoren zum Einsatz. Diese waren auch mit Automatikgetriebe erhältlich. 1977 wurde die Karosserie parallel zum Cortina MkIV geändert, ebenso wie 1980 zum Cortina MkV. Erst als der Cortina und das Schwestermodell Taunus in Europa eingestellt worden waren, begann Ford 1982 den P100 aus Südafrika auch nach Europa zu exportieren. Für Europa wurde jedoch das Chassis verlängert und die Nutzlast auf 1000 kg erhöht. Nachdem Ford beschlossen hatte, sich aus Südafrika zurückzuziehen, wurde die Produktion 1987 eingestellt. Im gleichen Jahr erschien in Europa ein neues Modell auf Basis des Ford Sierra, der nun in Portugal gebaut wurde.

•Parameter 2 (http://en.wikipedia.org/wiki/Ford_P100)

Hyundai Motor Company[Bearbeiten]

Hyundai aus Südkorea montierte ab 1969 den Cortina für den lokalen Markt. Bis 1971 wurden insgesamt 9.290 Cortina aus vorgefertigten und zum größten Teil aus Europa stammenden Teilen zusammengebaut. Zuerst wurde nur rund ein Viertel der Teile im Inland gebaut. Der sogenannte Local Content musste nach Regierungsvorgaben stetig erhöht werden, weswegen Hyundai in den Folgejahren nicht mehr nur Monteur, sondern Produzent des Cortina wurde. Zudem hatte Hyundai den Vertrieb und Anpassung an den koreanischen Markt des Ford 20m und Ford Mustang für Südkorea übernommen. Dadurch wurde Ford zum Marktführer im koreanischen Markt. Der Cortina wurde in Südkorea übersetzt Ford Koti genannt. Besonders als Taxi wurde er häufig eingesetzt. Nach dem Produktionsende in Europa wurde er noch bis Ende 1982 produziert und danach ersetzte Hyundai den Cortina durch ein eigenentwickeltes Modell auf Basis des Cortina, den Hyundai Stellar.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Serious Cash for a Cortina. The New York Times. 26. Februar 2008. Abgerufen am 12. Januar 2013.

Literatur[Bearbeiten]

  • Automobil Revue, Katalognummern 1965, 1969, 1973 (Daten und Preise)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ford Cortina – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien