Bazus-Aure

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Bazus-Aure
Wappen von Bazus-Aure
Bazus-Aure (Frankreich)
Bazus-Aure
Region Okzitanien
Département Hautes-Pyrénées
Arrondissement Bagnères-de-Bigorre
Kanton Neste, Aure et Louron
Gemeindeverband Aure Louron
Koordinaten 42° 51′ N, 0° 21′ OKoordinaten: 42° 51′ N, 0° 21′ O
Höhe 755–1.504 m
Fläche 1,95 km2
Einwohner 132 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 68 Einw./km2
Postleitzahl 65170
INSEE-Code

Bürgermeisteramt (Mairie) von Bazus-Aure

Bazus-Aure ist eine französische Gemeinde mit 132 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) im Département Hautes-Pyrénées in der Region Okzitanien (vor 2016: Midi-Pyrénées). Die Gemeinde gehört zum Arrondissement Bagnères-de-Bigorre und zum Kanton Neste, Aure et Louron (bis 2015: Kanton Arreau).

Die Einwohner werden Bazusaurois und Bazusauroises genannt.[1]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bazus-Aure liegt circa 29 Kilometer südöstlich von Bagnères-de-Bigorre in der historischen Provinz Quatre-Vallées.

Umgeben wird Bazus-Aure von den fünf Nachbargemeinden:

Grézian
Guchen Nachbargemeinden Gouaux
Guchan Grailhen

Die Fläche der Gemeinde beträgt zwar nur 195 Hektar, davon sind 56 Hektar Waldfläche. Jedoch teilt sie sich mit der Nachbargemeinde Guchen ausgedehnte Sommerweiden in der Nähe des Tunnels von Aragnouet-Bielsa an der Grenze zu Spanien.[2]

Bazus-Aure liegt im Einzugsgebiet des Flusses Garonne.

Die Neste, die bei Bazus-Aure noch Neste d’Aure heißt, ist ein Nebenfluss der Garonne und durchquert das Gebiet der Gemeinde von Süd nach Nord. Der Ruisseau de Salade bewässert ebenfalls die Gemeinde und mündet in die Neste im südlichen Gemeindegebiet.[3]

Kapelle Saint-Michel
Straßenschild
Straßenschild

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde war Sitz einer Grundherrschaft mit einer Burg, die heute verschwunden ist und deren Ruinen noch bis zum Ende des 19. Jahrhunderts existierten. Die Familie Gontaut-Biron besaßen die Grundherrschaft im 18. Jahrhundert und veräußerten diese für 1.500 Livre an die Gemeinde im Jahre 1767. Das Dorf wurde durch Brände in den Jahren 1630 und 1732 zerstört.[2]

Toponymie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der okzitanische Name der Gemeinde heißt Badús. Der Name mit Zusätzen wie Bazus-Aure oder Bazus-Neste hat sich nicht eingebürgert. Sein Ursprung ist unklar. Er könnte von einem Eigennamen, beispielsweise Badusius oder Badius, stammen zusammen mit einem aquitanischen Suffix.

Ein Spitzname der Gemeinde lautet Eths canards (deutsch die Enten), ein anderer Eths pè-descaucis de Badús (deutsch die Habenichtse von Bazus = französisch les va-pieds-nus). Dies ist ein Hinweis darauf, dass die Bewohner oft Arbeiten am Fluss durchführten, wie beispielsweise beim Bau von Wehren. Dabei führten sie diese barfuß aus (französisch pieds-nus).

Toponyme und Erwähnungen von Bazus-Aure waren:

  • Ar. Gassie de Basus, Ar. Gassie de Bazuz und Arn. Gassia de Basus (gegen 1180, Kopialbuch der Grafschaft Bigorre),
  • de Basucio (1387, Kirchenregister des Comminges),
  • Bazus, (1750, 1790, 1793 und 1801, Karte von Cassini, Département 1, Notice Communale bzw. Bulletin des lois),
  • Bazus d’Aure, (1806, Laboulinière).[4][5][6]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Beginn der Aufzeichnungen stieg die Einwohnerzahl bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts auf einen Höchststand von rund 280. In der Folgezeit sank die Größe der Gemeinde bei kurzen Erholungsphasen bis zu den 1970er Jahren auf rund 100 Einwohner, bevor eine Wachstumsphase einsetzte, die jedoch in jüngster Zeit wieder stagniert.

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2011 2016
Einwohner 118 122 101 112 112 118 130 135 132
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz
Quellen: EHESS/Cassini bis 2006,[6] INSEE ab 2011[7]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche Saint-Michel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde war Zweiggemeinde von Guchen. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts wurde die Kirche unter Beibehaltung von Elementen des ursprünglichen romanischen Baus aus dem 12. Jahrhundert neu gebaut, insbesondere des südlichen Eingangsportals, das heute zugemauert ist, und einiger Konsolen. Das westlich gelegene Eingangsportal des Glockenturms datiert aus dem Jahr 1834.

Die Kirche besitzt ein Haupt- und ein nördliches Seitenschiff, die mit Kreuzrippengewölben ausgestattet sind. Das Langhaus ist mit einer polygonalen Apsis abgeschlossen. Der Chor ist einem sechsteiligem Kreuzrippengewölbe mit einem Schlussstein ausgestattet, der mit drei Lilien verziert ist. Das Kreuzrippengewölbe der drei Jochen des Hauptschiffs sind vierteilig mit modellierten Schlusssteinen, von denen das mittlere mit Wappen der Seigneurs zur Zeit der Errichtung der Kirche verschönert ist. Die beiden anderen sind mit einem Sonnensymbol und einem Fleuron verziert. Der westlich gelegene Glockenturm über der Vorhalle ist mit einem polygonalem Helm mit hochgezogenen Dachtraufen gedeckt.

Das Christusmonogramm auf dem Tympanon des romanischen Eingangsportals ist mit dem Hammer bearbeitet. Drei romanische Konsolen sind auf dem südlichen Stützpfeiler des Glockenturms wiederverwendet worden. Sie zeigen eine Schriftrolle, eine Diamantbosse und einen menschlichen Kopf.

Die Kirche ist seit dem 26. Januar 2004 als Monument historique eingeschrieben.[8][9]

Neben des zahlreichen Einrichtungsgegenständen, die durch das französische Kultusministerium gelistet sind, sind folgende als Monument historique klassifiziert oder eingeschrieben:

  • ein Kelch und eine Patene aus Silber aus dem Ende des 17. Jahrhunderts, Werk des Goldschmieds Bertrand Lacère (1627–1701) aus Toulouse,
  • ein Kelch aus Silber aus dem Jahr 1772, ein Werk der Goldschmiede Salviet Rey und Joseph Germa,
  • eine Statue aus bemaltem und vergoldetem Holz aus dem 17. Jahrhundert mit der Darstellung des Schutzpatrons der Kirche, des Erzengels Michael,
  • eine Statue aus polychromen Holz aus dem frühen 14. Jahrhundert mit der Darstellung Marias und dem Jesuskind,
  • ein Statuenreliquiar des Franz von Paola aus bemaltem Holz aus dem 17. Jahrhundert,
  • eine Skulptur aus bemaltem und vergoldetem Holz aus dem 16. oder 17. Jahrhundert mit der Darstellung der Pietà,
  • eine Statue aus bemaltem und vergoldetem Holz aus dem 16. Jahrhundert mit der Darstellung Marias, die ein Element eines Calvaires gewesen sein könnte,
  • ein Pluviale aus dem 19. Jahrhundert mit silbernen und goldenen Fäden bestickt und
  • ein Vortragekreuz aus dem 16. Jahrhundert.[10]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Porcs Noirs de Bigorre

Bazus-Aure liegt in den Zonen AOC der Schweinerasse Porc noir de Bigorre und des Schinkens Jambon noir de Bigorre.[11]

Aktive Arbeitsstätten nach Branchen am 31. Dezember 2015[12]
Gesamt = 17
Bus der Lignes intermodales d’Occitanie

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bazus-Aure ist erreichbar über die Route départementale 19, 25, 115 und 929, die ehemalige Route nationale 129.

Außerdem ist die Gemeinde über eine Linie des Busnetzes Lignes intermodales d’Occitanie von Lannemezan nach Saint-Lary-Soulan mit anderen Gemeinden des Départements verbunden.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bazus-Aure – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hautes-Pyrénées (fr) habitants.fr. Abgerufen am 10. Oktober 2019.
  2. a b Pierre-Yves Corbel: présentation de la commune de Bazus-Aure (fr) Französisches Kultusministerium. 2. April 2007. Abgerufen am 26. Oktober 2019.
  3. Ma commune : Bazus-Aure (fr) Système d’Information sur l’Eau du Bassin Adour Garonne. Abgerufen am 26. Oktober 2019.
  4. Bazus-Aure (fr) Département Hautes-Pyrénées. Abgerufen am 26. Oktober 2019.
  5. David Rumsey Historical Map Collection France 1750 (en) David Rumsey Map Collection: Cartography Associates. Abgerufen am 26. Oktober 2019.
  6. a b Notice Communale Bazus-Aure (fr) EHESS. Abgerufen am 26. Oktober 2019.
  7. Populations légales 2016 Commune de Bazus-Aure (65075) (fr) INSEE. Abgerufen am 10. Oktober 2019.
  8. Pierre-Yves Corbel: église paroissiale Saint-Michel (fr) Französisches Kultusministerium. 3. Dezember 2004. Abgerufen am 26. Oktober 2019.
  9. Pierre-Yves Corbel: Eglise Saint-Michel (fr) Französisches Kultusministerium. 13. Oktober 2015. Abgerufen am 26. Oktober 2019.
  10. église Saint-Michel (fr) Französisches Kultusministerium. Abgerufen am 26. Oktober 2019.
  11. Institut national de l’origine et de la qualité : Rechercher un produit (fr) Institut national de l’origine et de la qualité. Abgerufen am 10. Oktober 2019.
  12. Caractéristiques des établissements en 2015 Commune de Bazus-Aure (65075) (fr) INSEE. Abgerufen am 10. Oktober 2019.