Bonlieu-sur-Roubion

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Bonlieu-sur-Roubion
Wappen von Bonlieu-sur-Roubion
Bonlieu-sur-Roubion (Frankreich)
Bonlieu-sur-Roubion
Region Auvergne-Rhône-Alpes
Département Drôme
Arrondissement Nyons
Kanton Dieulefit
Gemeindeverband Montélimar-Agglomération
Koordinaten 44° 36′ N, 4° 53′ OKoordinaten: 44° 36′ N, 4° 53′ O
Höhe 130–212 m
Fläche 6,09 km2
Einwohner 429 (1. Januar 2014)
Bevölkerungsdichte 70 Einw./km2
Postleitzahl 26160
INSEE-Code

Bonlieu-sur-Roubion – Ortsansicht mit ehemaliger Abtei Sainte-Anne

Bonlieu-sur-Roubion (okzitanisch: gleichlautend) ist ein Ort und eine französische Gemeinde mit 429 Einwohnern (Stand 1. Januar 2014) im Département Drôme in der südfranzösischen Region Auvergne-Rhône-Alpes.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort Bonlieu-sur-Roubion liegt am Fluss Roubion im Westen des Départements Drôme, nahe der Grenze zum Département Ardèche in einer Höhe von ca. 150 m; die nächstgrößere Stadt, Montélimar, befindet sich ca. 12 Kilometer (Fahrtstrecke) südwestlich.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1800 1851 1901 1954 1999 2013
Einwohner 149 249 280 180 378 410

Der Bevölkerungsanstieg der letzten Jahre ist im Wesentlichen auf die Nähe zur Stadt Montélimar und die auf dem Land deutlich niedrigeren Immobilienpreise zurückzuführen.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einwohner des um die mittelalterliche Abtei Bonlieu herum entstandenen Ortes lebten jahrhundertelang als Selbstversorger von der Landwirtschaft (Feldbau und Viehzucht); die Abtei benötigte darüber hinaus Handwerker aller Art. Auch Wein wurde angebaut; der Ort besitzt auch heute noch das Recht zur Vermarktung seiner Weintrauben über die Appellationen Comtés Rhodaniens, Mediterranée und Drôme; ob allerdings überhaupt noch Wein produziert wird, ist unklar.[1] Die im Prämonstratenser-Priorat lebenden Mönche vermieteten Zimmer an Besucher.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1171 gründete die Gräfin Véronique de Marsanne die Zisterzienserinnen-Abtei Sainte-Anne, die im ausgehenden Mittelalter eine Blütezeit erlebte. Um 1400 wurde sie zerstört, die Nonnen verließen das Kloster und wurden durch Mönche aus Kloster Valcroissant ersetzt, bis zur Schließung durch die Französische Revolution im Jahre 1791. Im Jahr 1871 erwarben Prämonstratenserinnen die verbliebenen Bauten und erneuerten das religiöse Leben in den alten Klostermauern. 1994 wurden sie durch Prämonstratenser ersetzt, die das Kloster 2014 verließen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Von der romanischen Klosterkirche sind nur noch der dreiapsidiale Chorbereich und das Querschiff weitgehend original erhalten; der Rest wurde in verschiedenen Bauphasen – zuletzt im 19. Jahrhundert – neugestaltet. Die Kirche beherbergt eine polychrom gefasste spätgotische Anna selbdritt-Statue. Die mittelalterlichen Teile der Abtei, darunter auch der Kapitelsaal, wurden im Jahr 1999 als Monument historique eingestuft.[2]
  • Auf dem Gemeindegebiet wurden die Reste einer mittelalterlichen Wehranlage (motte castrale) entdeckt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gallia Christiana, Bd. 4, Spalte 347–348.
  • Leopold Janauschek: Originum Cisterciensium Tomus Primus. Wien 1877, S. LXXVIII s. v. Bonus-Locus.
  • Laurent Henri Cottineau: Répertoire topo-bibliographique des abbayes et prieurés. Bd. 1. Protat, Mâcon 1939–1970. Nachdruck: Brepols, Turnhout 1995. Spalte 422.
  • Bernard Peugniez: Le Guide Routier de l'Europe Cistercienne. Editions du Signe, Straßburg 2012, S. 340.
  • Philippe Méry: Abbayes, prieurés et couvents de France. Editions du Crapaud, La Roche-sur-Yon 2013, S. 526.
  • Gereon Christoph Maria Becking: Zisterzienserklöster in Europa. Kartensammlung. Lukas Verlag Berlin 2000, ISBN 3-931836-44-4, Blatt 73 D.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bonlieu-sur-Roubion – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bonlieu-sur-Roubion – Weinbau
  2. Abbaye, Bonlieu-sur-Roubion in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)