Psalm 80

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Der 80. Psalm ist ein biblischer Psalm aus dem dritten Buch des Psalters. Durch den ersten Vers wird seine Urheberschaft dem Leviten Asaf zugeschrieben.

Inhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Psalmist betet für das die Stämme Ephraim, Benjamin und Manasse. Er bittet Gott, der als Hirte Israels angesprochen wird, dass er sich zeigt und das zerstörte Israel wieder herstellt.

In den Versen 4, 8 und 20 wiederholt sich ein jeweils nur leicht verändert ein Kehrvers:

HERR, Gott Zebaoth, tröste uns wieder; lass leuchten dein Antlitz, so genesen wir.“

Psalm 80,20 Lu

Erläuterungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hinweis im 1. Vers, vorzusingen, nach der Weise „Lilien des Zeugnisses“, ist nicht eindeutig zu deuten. Lilien verweist wohl auf ein Musikinstrument oder eine Vortragsweise. Die Worte „der du thronst über den Cherubim“ in Vers 2 verweist auf die Bundeslade, die als Thron Gottes gedacht wird. Der Ausdruck „trösten“ im Kehrvers meint in der Bibel in der Regel ein direktes Eingreifen Gottes, durch das die Situation zum Besseren gewendet wird. Eine alternative Übersetzung könnte daher „richte uns wieder auf“ oder „stelle uns wieder her“ (wie die Einheitsübersetzung übersetzt) sein. Der Weinstock ist ein in der Bibel öfter anzutreffendes Bild für das Volk Israel (vergleiche z. B. Jesaja 5,1–7 EU oder Jeremia 2,21 EU).[1]

Nach der griechischen Zählung der Septuaginta, die auch von der lateinischen Vulgata verwendet wird, trägt der Psalm die Nummer 79.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Psalm wurde bereits im 4. Jh. durch Ambrosius von Mailand im Hymnus Intende qui regis Israel vertont, der seinerseits in Luthers Nun komm, der Heiden Heiland (1524) Aufnahme fand.

In Mendelssohns Vespergesang (1833) erklingt im Abschnitt III. Qui regis Israel – Con moto.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Psalm 80 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stuttgarter Erklärungsbibel. 2. Auflage. Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart 1992, ISBN 3-438-01121-2, S. 727f.