FC Turin

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FC Turin
Logo des FC Turin
Voller Name Torino Football Club 1906 S.p.A.
Ort Turin
Gegründet 3. Dezember 1906
Vereinsfarben granatrot
Stadion Olympiastadion Turin
Plätze 25.370
Präsident ItalienItalien Urbano Cairo
Trainer ItalienItalien Giampiero Ventura
Homepage www.torinofc.it
Liga Serie A
2013/14 7. Platz
Heim
Auswärts

Der FC Turin (offiziell: Torino Football Club 1906 S.p.A.) ist ein italienischer Fußballverein aus der piemontesischen Hauptstadt Turin in Norditalien.

Die Mannschaft wird I Granata („Die Granatroten“) nach der Farbe ihrer Trikots, der Verein Il Toro („Der Stier“) nach einer Abkürzung des Namens bzw. des Wappentiers genannt. Der Club hieß von 1936 bis 1977 A.C. Torino und von 1977 bis 2005 Torino Calcio.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Anfänge[Bearbeiten]

1900 fusioniert die Mannschaft vom FC Torinese mit Internazionale Torino, die neue Mannschaft behielt vorerst den Namen Football Club Torinese. Sechs Jahre später schlossen sich einige frühere Juventus-Turin-Spieler dem FC Torinese an, gemeinsam gründete man am 3. Dezember 1906 den Foot Ball Club Torino.

Ihre erste nationale Meisterschaft wurde ihnen wegen des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs aberkannt. Der Meistertitel der Saison 1926/27 wurde Turin nachträglich aberkannt, als herauskam, dass Abwehrspieler Luigi Allemandi vom Lokalrivalen Juventus Turin im Vorfeld eines Derbys bestochen wurde. Spieler und Trainer dieser legendären Anfangszeit des FC Turin war zwischen 1906 und 1924 der spätere Weltmeistertrainer Vittorio Pozzo, der dem Verein bis an sein Lebensende eng verbunden blieb. Er baute in seiner Zeit als Nationaltrainer von 1929 bis 1948 häufig auf die Spieler seines Heimatclubs. In einem Länderspiel stellte er in die Anfangsformation einmal elf Spieler aus Turin – zehn vom FC und einen von Juventus. In der Saison 1927/28 gewann der Club erstmals den italienischen Meistertitel, den Scudetto. Zur Saison 1936/37 wurde der Vereinsname in Associazione Calcio Torino geändert, da die faschistischen Machthaber keine ausländischen Wörter in Vereinsnamen duldeten.

Il Grande Torino[Bearbeiten]

Hauptartikel: Grande Torino
Hauptartikel: Flugzeugabsturz von Superga

Seine erfolgreichste Periode erlebte der Verein zwischen 1942 und 1949. Die Mannschaft dieser Zeit, unter Führung des Mannschaftskapitäns Valentino Mazzola, ging als Grande Torino in die Fußballgeschichte ein und gilt bis heute als eine der besten, die jemals in der Serie A spielte. Der AC Turin gewann zwischen 1943 und 1949, unterbrochen durch den Zweiten Weltkrieg, fünf Meistertitel in Folge und stellte damit den von Juventus aufgestellten Rekord der ersten Hälfte der 1930er Jahre ein. Der letzte dieser fünf Titelgewinne zählt dennoch zum traurigsten Kapitel der Vereinsgeschichte. Bereits am fünftletzten Spieltag sicherte man sich durch ein 1:1 beim Hauptverfolger Inter Mailand den Scudetto, den Ausgleich schoss Valentino Mazzola kurz vor Abpfiff. Aufgrund dessen gab es eine Reise nach Portugal, wo ein Freundschaftsspiel gegen Benfica Lissabon stattfand. Auf dem Rückflug am 4. Mai 1949 stürzte die Fiat G.212 im dichten Nebel wenige Meter unterhalb der Basilika von Superga in den gleichnamigen Hügel über Turin. Fast alle Spieler der Mannschaft kamen ums Leben, ebenso Funktionäre des Vereins und drei begleitende Journalisten. Von der Mannschaft des Grande Torino überlebte nur Sauro Tomà, der die Reise nach Lissabon wegen einer Verletzung nicht angetreten hatte. Die Saison wurde von der A-Jugend zu Ende gespielt.

Der Verein erholte sich nicht mehr von diesem Verlust. Nach einem Jahrzehnt mittelmäßiger Saisons stiegen sie 1959 in die Serie B ab, nach einem Jahr aber wieder in die Serie A auf. Von den frühen 1960ern bis in die späten 1980er erzielten die Turiner gute Ergebnisse in der Serie A, darunter eine weitere Meisterschaft in der Saison 1975/76. Zur Saison 1978/79 wurde der Verein in Torino Calcio umbenannt. Seit dem Ende der 1980er wechselte man zwischen der Serie A und Serie B hin und her, ohne weitere Erfolge zu erzielen, abgesehen vom Gewinn der Coppa Italia 1993 und dem Mitropapokal 1991.

Aber auch in ihren schlechtesten Jahren lieferten I Granata legendäre Spiele in den sogenannten Derby della Mole gegen den Lokalrivalen Juventus.

Aktuelle Entwicklungen[Bearbeiten]

Dem sportlichen Aufstieg in die Serie A zur Saison 2005/06 nach drei Jahren Zweitklassigkeit folgte schnell die Ernüchterung: Am 25. Juli 2005 entschied das Sportgericht des Fußballverbandes, Torino Calcio, zusammen mit dem FC Messina, keine Serie-A-Lizenz zu erteilen, weil beide Vereine enorme Schulden angehäuft hatten. Während der italienische Gerichtshof für Sportfragen in Rom die Entscheidung im Fall von Messina revidierte, bestätigte er die Lizenzverweigerung für Torino. In Summe hatte der Verein 34 Millionen Euro an Verbindlichkeiten beim Finanzamt. Nachdem eine Bürgschaft vorgelegt wurde, die rund die Hälfte dieser Schulden abdecken sollte, stellte sich heraus, dass diese Dokumente gefälscht waren. Dennoch durfte Turin in der Saison 2005/06 in der Serie B antreten, nachdem sich neue Investoren gefunden hatten. Jedoch stellte sich heraus, dass auch einige Bürgschaftspapiere gefälscht waren und der Torino einen Schuldenberg in Höhe von ca. 80 Millionen Euro hatte. Diese Last führt zu der Insolvenz des Klubs, es gab wenig Aussichten für eine Rettung des Klubs.

In der Saison 2005/06 schaffte der neu gegründete FC Turin dennoch den Erstliga-Aufstieg. Im entscheidenden Relegations-Rückspiel wurde die AC Mantova vor knapp 60.000 Zuschauern im gut gefüllten Stadio delle Alpi mit 3:1 besiegt, nachdem man das Hinspiel in Mantua mit 2:4 verloren hatte. Konnte der Klub in den Spielzeiten 2006/07 und 2007/08 noch knapp den Abstieg entrinnen, musste der Klub am Ende der Saison 2008/09 als Tabellenachtzehnter wieder den Gang in die Serie B antreten. Nach drei Jahren in der Serie B folgte zum Ende der Saison 2011/12 der erneute Aufstieg in die Serie A.

Stadion[Bearbeiten]

Die erste wirkliche Heimat fand der FC Turin 1926 im Stadio Filadelfia, in dem man bis 1963 spielte. Bis heute hängt das Herz der Tifosi am alten Filadelfia, das die Heimstätte des Grande Torino war. Trotz immer wiederkehrender Pläne, es zu restaurieren und wieder zur Spielstätte des FC Turin zu machen, wurde es mittlerweile abgerissen.

Von 1963 bis 1990 trug der Klub seine Heimspiele im Stadio Comunale mit Platz für ca. 65.000 Fans aus, das man sich mit dem Lokalrivalen Juve teilte. 1990 erfolgte der Umzug ins für die Weltmeisterschaft 1990 neu errichtete, ca. 69.000 Zuschauer fassende, Stadio delle Alpi, das man sich wiederum mit Juventus teilte. Jedoch war das im Norden Turins liegende Stadion wegen der schlechten Sichtbedingungen für Zuschauer bei Anhängern beider Lager äußerst unpopulär.

Ab der Saison 2006/07 trugen beide Turiner Klubs ihre Heimspiele wieder im alten Stadio Comunale aus, das ca. 27.500 Zusehern Platz bietet, anlässlich der Olympischen Winterspiele 2006 komplett modernisiert wurde und seither den Namen Olympiastadion trägt. Seit der Saison 2011/12 spielt nur noch der FC Turin in diesem Stadion, da Juventus in sein neu gebautes Juventus Stadium umgezogen ist, welches auf dem Grund des Stadio delle Alpi steht.

Logohistorie[Bearbeiten]

Kader[Bearbeiten]

Stand: 20. September 2014 [1]

Tor Abwehr Mittelfeld Angriff
01 BelgienBelgien Jean-François Gillet 31.05.1979
13 ItalienItalien Luca Castellazzi 19.07.1975
30 ItalienItalien Daniele Padelli 25.10.1985
03 ItalienItalien Cristian Molinaro 30.07.1983
05 ItalienItalien Cesare Bovo 14.01.1983
18 SchwedenSchweden Pontus Jansson 13.02.1991
19 SerbienSerbien Nikola Maksimović 25.11.1991
21 UruguayUruguay Gastón Silva 05.03.1994
24 ItalienItalien Emiliano Moretti 11.06.1981
25 PolenPolen Kamil Glik (C)Kapitän der Mannschaft 03.02.1988
32 ItalienItalien Salvatore Masiello 31.01.1982
33 BrasilienBrasilien Bruno Peres 01.03.1990
36 ItalienItalien Matteo Darmian 02.12.1989
04 AlbanienAlbanien Migjen Basha 05.01.1987
06 SpanienSpanien Rubén Pérez 26.04.1989
07 MarokkoMarokko Omar El Kaddouri 21.08.1990
08 SchwedenSchweden Alexander Farnerud 01.05.1984
14 ItalienItalien Alessandro Gazzi 28.01.1983
20 ItalienItalien Giuseppe Vives 14.07.1980
23 ItalienItalien Antonio Nocerino 09.04.1985
28 ArgentinienArgentinien Juan Sánchez Miño 01.01.1990
94 ItalienItalien Marco Benassi 05.05.1994
09 ArgentinienArgentinien Marcelo Larrondo 16.08.1988
10 BrasilienBrasilien Paulo Vitor Barreto 12.07.1985
17 VenezuelaVenezuela Josef Martínez 19.05.1993
22 BrasilienBrasilien Amauri 03.06.1980
27 ItalienItalien Fabio Quagliarella 31.01.1983

Ehemalige Spieler[Bearbeiten]

Siehe auch: Grande Torino

Trainerhistorie[Bearbeiten]

1912–1922 Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) Vittorio Pozzo
1922–1924 OsterreichÖsterreich Karl Stürmer
1924–1926 EnglandEngland Peter Farmer
1926–1927 Ungarn 1918Ungarn Imre Schoffer
1927–1929 OsterreichÖsterreich Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) Anton Cargnelli
1929–1930 OsterreichÖsterreich Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) Anton Cargnelli, OsterreichÖsterreich Karl Stürmer
1930–1931 Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) Vittorio Morelli di Popolo
1931–1932 Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) Adolfo Baloncieri und Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) Giuseppe Aliberti
1932–1933 Tschechoslowakei 1920Tschechoslowakei Franz Hänsel, Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) Augusto Rangone
1933–1934 Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) Augusto Rangone, Ungarn 1918Ungarn Eugen Payer
1934–1936 Ungarn 1918Ungarn Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) Anton Cargnelli
1936–1938 Ungarn 1918Ungarn Gyula Feldmann, Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) Mario Sperone
1938–1939 Ungarn 1918Ungarn Ernő Erbstein
1939–1940 Ungarn 1918Ungarn Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) András Kuttik und Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) Angelo Mattea
1940–1942 Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) Anton Cargnelli
1942–1943 Ungarn 1918Ungarn Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) Andreas Kutik, Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) Antonio Janni
1944 Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) Antonio Janni
1945–1947 Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) Luigi Ferrero
1947–1948 ItalienItalien Mario Sperone (Trainer), ItalienItalien Roberto Copernico (Technischer Direktor)
1948–1949 EnglandEngland Leslie Lievesley (Trainer), Ungarn 1918Ungarn Ernő Erbstein (Technischer Direktor)
1949–1951 ItalienItalien Giuseppe Bigogno (Trainer), ItalienItalien Roberto Copernico (Technischer Direktor)
1951–1952 ItalienItalien Mario Sperone, ItalienItalien Oberdan Ussello (Trainer), ItalienItalien Roberto Copernico (Technischer Direktor)
1952–1953 ItalienItalien Oberdan Ussello (Trainer), ItalienItalien Roberto Copernico (Technischer Direktor), EnglandEngland Jesse Carver (Technischer Direktor)
1953–1954 ItalienItalien Oberdan Ussello (Trainer), EnglandEngland Jesse Carver (Technischer Direktor),
ItalienItalien Luigi Miconi (Trainer), ItalienItalien Annibale Frossi (Technischer Direktor)
1954–1956 ItalienItalien Annibale Frossi
1956–1957 ItalienItalien Fioravante Baldi, Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Blagoje Marjanović
1957–1958 Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Blagoje Marjanović, ItalienItalien Fioravante Baldi
1958–1959 ItalienItalien Federico Allasio, ItalienItalien Quinto Bertoloni, Ungarn 1957Ungarn Imre Senkey
1959–1960 Ungarn 1957Ungarn Imre Senkey, ItalienItalien Giacinto Ellena
1960–1962 ArgentinienArgentinien Beniamino Santos
1962–1963 ArgentinienArgentinien Beniamino Santos, ItalienItalien Giacinto Ellena
1963–1966 ItalienItalien Nereo Rocco
1966–1967 ItalienItalien Marino Bergamasco (Trainer), ItalienItalien Nereo Rocco (Technischer Direktor)
1967–1969 ItalienItalien Edmondo Fabbri
1969–1971 ItalienItalien Giancarlo Cadè
1971–1973 ItalienItalien Gustavo Giagnoni
1973–1974 ItalienItalien Gustavo Giagnoni, ItalienItalien Edmondo Fabbri
1974–1975 ItalienItalien Edmondo Fabbri
1975–1979 ItalienItalien Luigi Radice
1979–1980 ItalienItalien Luigi Radice, ItalienItalien Ercole Rabitti
1980–1981 ItalienItalien Ercole Rabitti, ItalienItalien Romano Cazzaniga
1981–1982 ItalienItalien Massimo Giacomini
1982–1984 ItalienItalien Eugenio Bersellini
1984–1988 ItalienItalien Luigi Radice
1988–1989 ItalienItalien Luigi Radice, ItalienItalien Claudio Sala, ItalienItalien Sergio Vatta
1989–1990 ItalienItalien Eugenio Fascetti
1990–1994 ItalienItalien Emiliano Mondonico
1994–1995 ItalienItalien Rosario Rampanti, ItalienItalien Nedo Sonetti
1995–1996 ItalienItalien Nedo Sonetti, ItalienItalien Franco Scoglio, ItalienItalien Lido Vieri
1996–1997 ItalienItalien Mauro Sandreani, ItalienItalien Lido Vieri
1997–1998 ItalienItalien Giancarlo Camolese (Trainer), SchottlandSchottland Graeme Souness (Technischer Direktor),
ItalienItalien Edoardo Reja
1998–2000 ItalienItalien Emiliano Mondonico
2000–2001 ItalienItalien Luigi Simoni, ItalienItalien Giancarlo Camolese
2001–2002 ItalienItalien Giancarlo Camolese
2002–2003 ItalienItalien Giancarlo Camolese, ItalienItalien Renzo Ulivieri, ItalienItalien Renato Zaccarelli
2003–2004 ItalienItalien Ezio Rossi
2004–2005 ItalienItalien Ezio Rossi, ItalienItalien Renato Zaccarelli
2005–2006 ItalienItalien Daniele Arrigoni
2005–2006 ItalienItalien Paolo Stringara
2005–2006 ItalienItalien Gianni De Biasi
2006–2007 ItalienItalien Gianni De Biasi, ItalienItalien Alberto Zaccheroni, ItalienItalien Gianni De Biasi
2007–2008 ItalienItalien Walter Novellino, ItalienItalien Gianni De Biasi
2008–2009 ItalienItalien Gianni De Biasi, ItalienItalien Walter Novellino, ItalienItalien Giancarlo Camolese
2009–2010 ItalienItalien Stefano Colantuono, ItalienItalien Mario Beretta, ItalienItalien Stefano Colantuono
2010–2011 ItalienItalien Franco Lerda, ItalienItalien Giuseppe Papadopulo, ItalienItalien Franco Lerda
2011–2013 ItalienItalien Giampiero Ventura

Erfolge[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: FC Turin – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Prima Squadra Serie A Tim 2014-2015 aus torinofc.it, abgerufen am 21. September 2014