Spanische Rugby-Union-Nationalmannschaft

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Dieser Artikel befasst sich mit der spanischen Rugby-Union-Nationalmannschaft der Herren. Für das Team der Frauen, siehe Spanische Rugby-Union-Nationalmannschaft der Frauen.
Spanien
Logo
Spitzname(n) El XV del León
Verband Federación Española de Rugby
Nationalstadion Estadio Nacional Universidad Complutense, Madrid
Trainer SpanienSpanien Santiago Santos
Kapitän Pablo Feijoo
Heim
Auswärts
Meiste Länderspiele
Francisco Puertas Soto (92)
Meiste erzielte Punkte
Esteban Roqué Segovia (257)
Meiste erzielte Versuche
César Sempere (31)
Erstes Länderspiel
Spanien 1875Spanien Spanien 9:0 Italien Italien 1861Königreich Italien (1861–1946)
(Barcelona, 20. Mai 1929)
Höchster Sieg
SpanienSpanien Spanien 90:8 Tschechien TschechienTschechien
(Madrid, 2. April 1995)
Höchste Niederlage
SpanienSpanien Spanien 10:92 Australien AustralienAustralien
(Madrid, 1. November 2001)
Weltmeisterschaft
Teilnahmen: 1. (1999)
Bestes Ergebnis: Vorrunde
World Rugby-Kürzel: ESP
WR-Rang: 21. (60.65 Punkte) (Stand: 1. September 2014)[1]

Die Spanische Rugby-Union-Nationalmannschaft vertritt Spanien in der Sportart Rugby Union. Sie wird vom Weltverband International Rugby Board (IRB) in die dritte Stärkeklasse (third tier) eingeteilt. Der spanische Rugbyverband Federación Española de Rugby (FER) wurde 1923 gegründet, war 1934 Gründungsmitglied der FIRA und trat 1988 auch dem International Rugby Board bei.

Sechs Jahre nach der Gründung des Verbandes wurde 1929 das erste Länderspiel gegen Italien ausgetragen, die Spanier gewannen damals mit 9:0. Der bisher größte Erfolg war die Teilnahme an der Rugby-Union-Weltmeisterschaft 1999, bei der man allerdings in der Vorrunde ausschied.[2] Die Nationalmannschaft trägt den Spitznamen El XV del León (dt: die XV des Löwen) und trägt ihre Heimspiele für gewöhnlich im Estadio Nacional Universidad Complutense in Madrid aus.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Rugbysport kam zu Beginn der 1920er Jahre aus Frankreich, am Anfang vor allem über Katalonien, nach Spanien. Bereits 1923 wurde der Dachverband Federación Española de Rugby gegründet und sechs Jahre später bestritt die Spanische Nationalmannschaft ihr erstes Länderspiel, das mit 9:0 gegen Italien gewonnen wurde.

Der Spanische Bürgerkrieg und die schweren Nachkriegsjahre führten dazu, dass es in den 1940er Jahren kaum zu internationalen Begegnungen kam und erst 1951, nach Gründung des von der FIRA geleiteten Europacups für Nationalmannschaften, kehrte man zurück. 1954 und 1973 konnte man jeweils den dritten Platz dieser Amateureuropameisterschaft erringen. Nachdem 1973 die FIRA-Europameisterschaft geschaffen wurde, gelangen 1974 und 1978 erneut zwei dritte Plätze. Zwischen 1994 und 1996, während der damals in zwei Gruppen unterteilten Europameisterschaft, konnte ein erster (1994/95) und ein zweiter (1995/96) Rang hinter Frankreich erreicht werden. Zwischen März 1996 und November 1997 erreichte man die bislang längste Siegesserie, als man neun Spiele in Folge gewinnen konnte.

1998/99 gelang der bislang größte Erfolg, in der Runde B der Qualifikation zur Rugby-Union-Weltmeisterschaft 1999 wurde die Gruppe gegen Portugal, Deutschland, die Tschechische Republik sowie Andorra mit vier Siegen aus ebenso vielen Spielen gewonnen. In der Runde C qualifizierte man sich schließlich als Gruppenzweiter hinter Schottland für die Rugby-Union-Weltmeisterschaft 1999. Bei dieser konnte man allerdings gegen Schottland sowie Südafrika und Uruguay keinen Erfolg erzielen und schied in der Vorrunde aus.

Seit dem 1999 ins Leben gerufen European Nations Cup, dem gegenwärtig zweithöchsten kontinentalen Bewerb nach dem Six Nations, schwankten die Resultate. Bei der ersten Austragung erreichten die Spanier Rang vier hinter Rumänien, Georgien und Marokko, 2000/01 und 2001/02 wurde man erneut Vierter und 2003/04 stieg man durch einen enttäuschenden sechsten Rang in die Division 2 ab, schaffte aber in der darauf folgenden Saison 2004–06 wieder den Aufstieg in die höchste Spielklasse durch den Einzug in die 4. Runde der WM-Qualifikation. Beim 2006–08 ausgetragenen Bewerb erreichten die Spanier den vierten Rang, hinter Turniersieger Georgien sowie Russland und Rumänien. Die bislang beste Platzierung glückte 2012, als die Spanier nach Heimsiegen gegen Georgien, Rumänien und die Ukraine sowie knappen Auswärtsniederlagen gegen Portugal und Russland den zweiten Endrang belegen konnten.

Resultate[Bearbeiten]

European Nations Cup[Bearbeiten]

Spanien gegen Tschechien, Madrid am 3. November 2007
Jahr Spielklasse Spiele Siege Unent. Ndlg. +/- Bonus[A 1] Pkt. Platz
2000 Division 1 05 2 0 3 109:105 0 09 4
2001 Division 1 05 2 0 3 118:128 0 09 4
2001-02 Division 1 10 3 0 7 246:247 0 16 4
2003-04 Division 1 10 0 1 9 129:335 0 11 6
2004-06 WM-Qualifikation 2007 Aufstieg in Division 1 durch Einzug in Runde 4
2006-08 Division 1 10 4 0 6 233:240 0 18 4
2009 Division 1 05 1 0 4 077:151 0 07 5
2010 Division 1 05 1 0 4 068:153 0 07 5
2011 Division 1 05 2 0 3 092:175 2 10 5
2012 Division 1 05 3 0 2 133:100 4 16 2
2013 Division 1 05 0 2 3 072:129 1 5 6
2014 Division 1 05 2 0 3 087:114 2 10 4
  1. Ab der Saison 2010–2012 wird ein Bonuspunkt bei vier oder mehr Versuchen in einem Spiel sowie ein Bonuspunkt bei einer Niederlage mit sieben oder weniger Punkten Differenz vergeben.

Rugby-Union-Weltmeisterschaft[Bearbeiten]

Jahr Resultat Spiele Siege Unent. Ndlg. +/-
1987 Nicht eingeladen
1991 Nicht qualifiziert (4. Qualifikationsrunde)
1995 Nicht qualifiziert (2. Qualifikationsrunde)
1999 Vorrunde 3 0 0 3 18:122
2003 Nicht qualifiziert (2. Barrage-Runde)
2007 Nicht qualifiziert (5. Qualifikationsrunde)
2011 Nicht qualifiziert (5. Qualifikationsrunde)
2015 Nicht qualifiziert (5. Qualifikationsrunde)

Bekannte Spieler[Bearbeiten]

César Sempere im Dress der Nationalmannschaft.

Der spanische Schauspieler Javier Bardem, unter anderem Oscar und Golden Globe Preisträger, war in seiner Jugend Teil der spanischen Nationalmannschaft.

Länderspiele[Bearbeiten]

Stand: 15. März 2014[3]

Legende:

  • positive Bilanz
  • ausgeglichene Bilanz
  • negative Bilanz
Gegner Spiele Siege Ndlg. Unent.
AndorraAndorra Andorra 3 3 0 0
ArgentinienArgentinien Argentinien 4 0 4 0
AustralienAustralien Australien 1 0 1 0
BelgienBelgien Belgien 14 12 1 1
ChileChile Chile 4 2 2 0
DanemarkDänemark Dänemark 1 1 0 0
DeutschlandDeutschland Deutschland 19 10 8 1
FidschiFidschi Fidschi 1 0 1 0
GeorgienGeorgien Georgien 14 3 10 1
ItalienItalien Italien 27 3 23 1
JapanJapan Japan 3 0 3 0
Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Jugoslawien 4 4 0 0
KanadaKanada Kanada 1 0 1 0
KroatienKroatien Kroatien 2 1 0 1
MarokkoMarokko Marokko 20 13 5 2
MoldawienMoldawien Moldawien 1 1 0 0
NamibiaNamibia Namibia 3 2 1 0
NiederlandeNiederlande Niederlande 14 13 0 1
PolenPolen Polen 16 10 6 0
PortugalPortugal Portugal 34 22 10 2
RumänienRumänien Rumänien 31 2 29 0
RusslandRussland Russland[A 1] 24 8 16 0
SchottlandSchottland Schottland 1 0 1 0
SchwedenSchweden Schweden 2 2 0 0
SchweizSchweiz Schweiz 1 1 0 0
SimbabweSimbabwe Simbabwe 7 5 2 0
SlowenienSlowenien Slowenien 1 1 0 0
SudafrikaSüdafrika Südafrika 1 0 1 0
TschechienTschechien Tschechien[A 2] 13 8 4 1
TunesienTunesien Tunesien 5 4 1 0
UkraineUkraine Ukraine 2 2 0 0
UngarnUngarn Ungarn 1 1 0 0
UruguayUruguay Uruguay 8 4 4 0
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten 3 0 3 0
Wales Wales 1 0 1 0
Gesamt 287 138 138 11

Anmerkungen

  1. inkl. Sowjetunion
  2. inkl. Tschechoslowakei

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. IRB World Rankings - 1 September 2014. In: IRB.com, 1 September 2014. Abgerufen am 01. September 2014.
  2. Breaking the mould: Spain at RWC 1999. In: rugbyworldcup.com. 25. Oktober 2012, abgerufen am 26. Oktober 2012 (englisch).
  3. Bilanz auf stats.espnscrum.com

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Spanische Rugby-Union-Nationalmannschaft – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien