Schwedische Fußballnationalmannschaft der Frauen

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Schweden
Sverige
Logo des SFB
Verband Svenska Fotbollförbundet
Konföderation UEFA
Technischer Sponsor adidas
Trainer Pia Sundhage
Co-Trainer Lilie Persson
Kapitän Lotta Schelin/Caroline Seger[1]
Rekordtorschützin Lotta Schelin (80)
Rekordspielerin Therese Sjögran (214)
Heimstadion Wechselnde Stadien
FIFA-Code SWE
FIFA-Rang 5. (2008 Punkte)
(Stand: 27. März 2015)[2]
Erstes Trikot
Zweites Trikot
Bilanz
475 Spiele
280 Siege
83 Unentschieden
112 Niederlagen
Statistik
Erstes Länderspiel
FinnlandFinnland Finnland 0:1 Schweden SchwedenSchweden
(Mariehamn, Finnland; 26. Juli 1974)
Höchster Sieg
SchwedenSchweden Schweden 17:0 Aserbaidschan AserbaidschanAserbaidschan
(Göteborg, Schweden; 23. Juni 2010)
Höchste Niederlage
sechsmal 0:4
(gegen Norwegen (3), Dänemark (1), Deutschland (1) und die USA (1))
Erfolge bei Turnieren
Weltmeisterschaft
Endrundenteilnahmen 7 (Erste: 1991)
Beste Ergebnisse Zweiter (2003)
Europameisterschaft
Endrundenteilnahmen 10 (Erste: 1984)
Beste Ergebnisse Sieger (1984)
(Stand: 20. Juni 2015)

Die schwedische Fußballnationalmannschaft der Frauen (schwedisch: „Damlandslaget“) ist eine vom verantwortlichen Trainer („Förbundskapten“) getroffene repräsentative Auswahl von schwedischen Fußballspielerinnen für ein internationales Spiel.

Die schwedische Frauenfußballnationalmannschaft gehört zu den erfolgreichsten Frauenfußballnationalmannschaften der Welt. Sie nahm an allen Welt- und Europameisterschaften sowie allen Olympischen Fußballturnieren der Frauen teil. Allerdings konnten sie bisher dort nur einen Titel gewinnen: 1984 wurden sie erster Europameister. Bei den folgenden Europameisterschaften gewannen sie dreimal Silber. 2003 verloren sie im Endspiel der Weltmeisterschaft gegen die deutsche Mannschaft erst durch ein Golden Goal. Sie pendeln in der offiziellen FIFA-Weltrangliste zwischen den Plätzen drei und sieben; seit März 2014 liegen sie auf Rang 5.[3]

Die schwedischen Nationalspielerinnen spielen hauptsächlich in der heimischen Damallsvenskan, die neben der deutschen Frauenbundesliga als stärkste Liga Europas gilt. Regelmäßig spielen aber auch schwedische Nationalspielerinnen in der deutschen Bundesliga, den US-Profiligen und seit einigen Jahren in der französischen Division 1 Féminine.

Geschichte[Bearbeiten]

Das erste offizielle Länderspiel der schwedischen Frauenmannschaft fand am 26. Juli 1974 gegen Finnland statt. Bereits 1971 hatte es ein erstes inoffizielles Spiel in der Qualifikation der ersten inoffiziellen Weltmeisterschaft gegeben, das mit 0:5 gegen Dänemark verloren wurde.[4] In den folgenden Jahren wurde die Mehrzahl der Spiele gegen die skandinavischen Nachbarn ausgetragen und zwischen 1977 und 1981 konnte fünfmal die Nordische Meisterschaft gewonnen werden. 1984 wurde Schweden erster Europameister der Frauen. Das Finale wurde damals noch in zwei Endspielen ausgetragen. Zunächst hatte Schweden im Heimspiel gegen England mit 1:0 gewonnen. In England gewann man nach einem 0:1 nach Verlängerung das Elfmeterschießen mit 4:3. 1987 wurde Schweden Vize-Europameister im Finale gegen Norwegen. 1989 reichte es nach einem 2:1-Sieg über Italien zum dritten Platz.

Bei der ersten Weltmeisterschaft 1991 in China wurde Schweden Dritter durch einen 4:0-Sieg über Deutschland. Bei der EM 1995 verlor Schweden das Endspiel mit 2:3 gegen Deutschland und bei der WM 1995 im eigenen Land schied Schweden im Viertelfinale nach Elfmeterschießen gegen China aus. Auch 1999 war bei der WM im Viertelfinale, diesmal gegen Norwegen Endstation.

2001 wurde wieder das EM-Finale erreicht, das gegen Deutschland verloren wurde. Aber erst in der Verlängerung mussten sich die Schwedinnen durch das Golden Goal von Claudia Müller mit 0:1 geschlagen geben. Bei der Weltmeisterschaft 2003 in den USA erreichte die Mannschaft erstmals ein WM-Finale und verlor erneut gegen Deutschland durch ein goldenes Tor, diesmal von Nia Künzer, mit 1:2 nach Verlängerung.

Schweden nahm 1996 und 2000 am Olympischen Fußballturnier in Atlanta und Sydney teil, schied aber jeweils in der Vorrunde als Gruppendritter aus. Beim Olympischen Fußballturnier 2004 in Athen verlor Schweden das Spiel um Platz 3 gegen Deutschland mit 0:1. Bei der WM 2007 schied das schwedische Team erstmals in der Vorrunde einer WM aus. 2008 verlor Schweden im Viertelfinale der Olympischen Spiele gegen Deutschland mit 0:2.

Den Algarve Cup konnte Schweden dreimal (1995, 2001 und 2009) gewinnen sowie einmal als Zweiter (1996) beenden und beim Vier-Nationen-Turnier wurde einmal der vierte (1998) und zweimal der dritte Platz (2004 und 2011) erreicht.

Nachdem sich Schwedens Nationalmannschaft über die von Dänemark in den Play-off-Spielen durchsetzte, nahm sie an der Weltmeisterschaft 2011 in Deutschland teil, gelangte nach den drei siegreichen Gruppenspielen, u. a. gegen den Weltranglistenersten USA, und dem 3:1-Sieg im Viertelfinale über Australien ins Halbfinale. Nach der 1:3-Niederlage gegen Japan gewann man das Spiel um Platz 3 mit 2:1 gegen Frankreich. Als beste europäische Mannschaft hatte sich Schweden für das olympische Fußballturnier 2012 qualifiziert. In der Gruppenphase der Olympischen Spiele 2012 traf die Mannschaft auf Weltmeister Japan (0:0), Kanada (2:2) sowie erstmals auf Südafrika (4:1) und konnte sich als Gruppensieger für das Viertelfinale qualifizieren. Dort unterlag die Mannschaft den Französinnen mit 1:2.

2013 veranstaltete Schweden zum zweiten Mal die Europameisterschafts-Endrunde, wodurch die Mannschaft automatisch qualifiziert war. Die als Mitfavorit gestartete Mannschaft schied aber im Halbfinale gegen Titelverteidiger Deutschland aus.

Turnierbilanz[Bearbeiten]

Weltmeisterschaft[Bearbeiten]

Vorbereitung auf das Spiel um Platz 3 gegen Frankreich (2011)
Sofia Jakobsson, Josefine Öqvist und Madelaine Edlund feiern den Gewinn von Platz 3 bei der WM in Deutschland
Jahr Ergebnis Trainer Meiste Spiele Meiste Tore
1991 Dritter Gunilla Paijkull 04 Spielerinnen mit 6 Spielen Lena Videkull (5)
1995 Viertelfinale Bengt Simonson 09 Spielerinnen mit 4 Spielen Malin Andersson (2)
1999 Viertelfinale Marika Domanski Lyfors 11 Spielerinnen mit 4 Spielen Victoria Svensson und Hanna Ljungberg (je 2)
2003 Zweiter Marika Domanski Lyfors 07 Spielerinnen mit 6 Spielen Victoria Svensson (3)
2007 Vorrunde Thomas Dennerby 09 Spielerinnen mit 3 Spielen Lotta Schelin (2)
2011 Dritter Thomas Dennerby 09 Spielerinnen mit 6 Spielen Lisa Dahlkvist (3)
2015 Achtelfinale Pia Sundhage 09 Spielerinnen mit 4 Spielen Linda Sembrant (2)
Alle Therese Sjögran (18) Lena Videkull und Victoria Svensson (je 6)

Europameisterschaft[Bearbeiten]

Die schwedische Mannschaft vor dem EM-Halbfinalspiel gegen Deutschland am 24. Juli 2013
  • 1984: Europameister
  • 1987: Zweiter Platz
  • 1989: Dritter Platz
  • 1991: Viertelfinale
  • 1993: Viertelfinale
  • 1995: Zweiter Platz

Olympische Spiele[Bearbeiten]

  • 2004: Vierter Platz
  • 2008: Viertelfinale
  • 2012: Viertelfinale

Nordische Meisterschaft[Bearbeiten]

Algarve Cup[Bearbeiten]

Das schwedische Aufgebot beim Algarve Cup 2015.

Die Nationalmannschaft nahm an allen bisherigen Austragungen des Algarve Cups teil, an dem alljährlich nahezu alle der besten Frauen-Nationalmannschaften teilnehmen. Als einzige Mannschaft, die mehr als dreimal teilnahm wurde Schweden nie schlechter als Sechster.

Kader 2015[Bearbeiten]

Siehe: Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen 2015/Schweden#Die Mannschaft

2014 und 2015 kamen darüber hinaus noch folgende Spielerinnen zum Einsatz oder wurden nominiert:

Spielerin Geburtsdatum Verein Debüt Länderspiele Länderspieltore Spiele 2013 Letzter Einsatz
Tor
Stéphanie Öhrström 12.01.1987 ItalienItalien ASD CF Bardolino - 000 00 -
Malin Reuterwall 10.12.1990 SchwedenSchweden Umeå IK damfotboll 2014 001 00 00 27.11.2014
Abwehr
Mia Carlsson 12.03.1990 SchwedenSchweden Kristianstads DFF 2014 003 00 00 13.01.2015
Magdalena Ericsson 08.09.1993 SchwedenSchweden Linköpings FC 2014 003 00 01 27.11.2014
Emmelie Konradsson 09.04.1989 SchwedenSchweden Umeå IK 2012 013 00 07 12.03.2014
Mittelfeld und Angriff
Marija Banušić 17.09.1995 EnglandEngland Chelsea LFC 2014 004 00 05.04.2015
Hanna Folkesson 15.06.1988 SchwedenSchweden KIF Örebro 2013 025 00 10 08.04.2015
Antonia Göransson 16.09.1990 SchwedenSchweden Vittsjö GIK 2010 050 08 15 06.03.2015
Lina Hurtig 05.09.1995 SchwedenSchweden Umeå IK damfotboll 2014 001 00 00 27.11.2014
Fridolina Rolfö 24.11.1993 SchwedenSchweden Linköpings FC 2014 004 00 00 08.04.2015
Anmerkungen:

Rekordspielerinnen[Bearbeiten]

18 Spielerinnen haben mindestens 100 Länderspiele bestritten. Damit liegt Schweden hinter den USA (30 Spielerinnen) und Deutschland (21) auf dem dritten Platz der Nationen mit den meisten Spielerinnen im "Hunderterclub".

Rang Name Einsätze Tore Position Zeitraum
01. Therese Sjögran 214 21 Mittelfeld 1997–2015
02. Victoria Sandell Svensson 166 68 Angriff 1996–2009
03. Kristin Bengtsson 157 14 Abwehr 1991–2005
04. Lotta Schelin 154 80 Angriff seit 2004
05. Malin Andersson 151 38 Mittelfeld 1994–2005
06. Pia Sundhage 146 71 Angriff 1975–1996
07. Caroline Seger 142 21 Mittelfeld seit 2005
08. Nilla Fischer 135 20 Abwehr seit 2001
09. Sara Thunebro 132 05 Abwehr seit 2004
10. Hanna Ljungberg 130 72 Angriff 1996–2008
11. Karolina Westberg 126 02 Abwehr 1997–2009
12. Hanna Marklund 118 06 Abwehr 1997–2007
13. Malin Moström 113 21 Mittelfeld 1996–2006
14. Sara Larsson 112 08 Abwehr 2000−2012
Elisabeth Leidinge 112 00 Tor 1974–1996
Hedvig Lindahl 112 00 Tor seit 2002
17. Lena Videkull 111 71 Angriff 1984–1996
18. Jane Törnqvist 109 11 Abwehr 1995–2005

Rekordtorschützinnen[Bearbeiten]

15 Spielerinnen haben mindestens 20 Länderspieltore und fünf Spielerinnen mehr als 50 Länderspieltore erzielt. Zuletzt erzielte Nilla Fischer am 8. Juni 2015 ihr 20. Länderspieltor.

Rang Name Tore Einsätze Quote Zeitraum
01. Lotta Schelin 80 154 0,52 seit 2004
02. Hanna Ljungberg 72 130 0,55 1996–2008
03. Pia Sundhage 71 146 0,49 1975–1996
Lena Videkull 71 111 0,64 1984–1996
05. Victoria Sandell Svensson 68 166 0,41 1996–2009
06. Malin Andersson 38 151 0,25 1994–2005
07. Anneli Andelén 37 88 0,42  ?
08. Helen Johansson 23 88 0,26  ?
09. Kosovare Asllani 22 80 0,28 seit 2008
10. Malin Moström 21 113 0,19 1996–2006
Caroline Seger 21 142 0,15 seit 2005
Therese Sjögran 21 214 0,10 1997–2015
13. Ulrika Kalte 20 56 0,36  ?
Josefine Öqvist 20 79 0,25 2002–2013
Nilla Fischer 20 135 0,15 seit 2001

Bisherige Trainerinnen und Trainer[Bearbeiten]

  • 1973: Christer Molander
  • 1974-1976: Hasse Karlsson
  • 1977-1978: Tord Grip
  • 1979: Ulf Bergquist
  • 1980-1987: Ulf Lyfors (Europameister 1984, Vizeeuropameister 1987)
  • 1988-1991: Gunilla Paijkull (WM-Dritter 1991)
  • 1992-1996: Bengt Simonsson (Vizeeuropameister 1995)
  • 1996-2005: Marika Domanski-Lyfors (Vizeweltmeister 2003, Vizeeuropameister 2001)
  • 2005-2012: Thomas Dennerby (WM-Dritter 2011)
  • 2012-0000: Pia Sundhage

Spiele gegen Nationalmannschaften deutschsprachiger Länder[Bearbeiten]

Alle Ergebnisse aus schwedischer Sicht

Deutschland[Bearbeiten]

Datum Ort Ergebnis Anlass
29. November 1991 Guangzhou 4:0 WM-Spiel um Platz Drei
11. März 1993 Agia Napa 3:1 Turnier in Zypern
22. September 1993 Borås 3:2 Freundschaftsspiel
7. September 1994 Wolfenbüttel 1:3 Freundschaftsspiel
26. März 1995 Kaiserslautern 2:3 EM-Finale
7. Juni 1995 Helsingborg 3:2 WM-Vorrunde
9. Juli 1997 Karlstad 0:1 EM-Halbfinale
19. September 2000 Melbourne 0:1 Olympia-Vorrunde
23. Juni 2001 Erfurt 1:3 EM-Vorrunde
7. Juli 2001 Ulm 0:1 n.V. EM-Finale
7. März 2002 Faro 2:1 Algarve-Cup
12. Oktober 2003 Carson 1:2 n.V. WM-Finale
26. August 2004 Athen 0:1 Olympia-Spiel um Bronze
9. März 2005 Lagos 1:2 Algarve-Cup
11. März 2006 Loulé 0:3 Algarve-Cup
10. März 2008 Vila Real de Santo António 0:2 Algarve Cup
15. August 2008 Shenyang 0:2 n.V. Olympia-Viertelfinale
9. März 2009 Faro 3:2 Algarve-Cup
26. Oktober 2011 Hamburg 0:1 Freundschaftsspiel
5. März 2012 Portugal 0:4 Algarve-Cup
24. Juli 2013 Göteborg 0:1 EM-Halbfinale
29. Oktober 2014 Örebro 1:2 Freundschaftsspiel
4. März 2015 Vila Real de Santo António 4:2 Algarve-Cup 2015
11. März 2015 Parchal 1:2 Algarve-Cup 2015 Spiel um Platz 3
20. Juni 2015 Ottawa 1:4 WM-Achtelfinale

Schweiz[Bearbeiten]

Datum Ort Ergebnis Anlass
1. Juni 1977 Göteborg 2:1 Freundschaftsspiel
1. Oktober 1978 Gossau 7:1 Freundschaftsspiel
1. April 1988 n.b. 3:0 Freundschaftsspiel
3. November 2001 Brugg 5:0 WM-Qualifikation
8. Mai 2002 Stockholm 4:0 WM-Qualifikation
18. April 2003 Kalmar 6:0 EM-Qualifikation
24. April 2004 Solothurn 2:0 EM-Qualifikation
23. Oktober 2012 Växjö 3:0 Freundschaftsspiel
5. April 2015 Eskilstuna 1:3 Freundschaftsspiel

Österreich[Bearbeiten]

Bisher gab es noch keine Spiele gegen die österreichische Auswahl.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. svenskfotboll.se:Seger och Schelin nya lagkaptener
  2. Frauen-Weltrangliste. In: fifa.com. FIFA, 27. März 2015, abgerufen am 30. März 2015 (Platzierungen ab Platz 138 sind provisorisch, da nicht mehr als fünf Spiele absolviert wurden oder die Mannschaften seit mehr als 18 Monaten inaktiv sind.).
  3. FIFA.com: „Deutschland näher an der Spitze“
  4. rsssf.com

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schwedische Fußballnationalmannschaft der Frauen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien