Mustin (Mecklenburg)

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Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Mustin führt kein Wappen
Mustin (Mecklenburg)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Mustin hervorgehoben
Koordinaten: 53° 42′ N, 11° 58′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Ludwigslust-Parchim
Amt: Sternberger Seenlandschaft
Höhe: 45 m ü. NHN
Fläche: 26,08 km2
Einwohner: 384 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 15 Einwohner je km2
Postleitzahl: 19406
Vorwahl: 03847
Kfz-Kennzeichen: LUP, HGN, LBZ, LWL, PCH, STB
Gemeindeschlüssel: 13 0 76 101
Gemeindegliederung: 4 Ortsteile
Adresse der Amtsverwaltung: Am Markt 1
19406 Sternberg
Webpräsenz: amt-ssl.de
Bürgermeister: Berthold Löbel
Lage der Gemeinde Mustin im Landkreis Ludwigslust-Parchim
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Über dieses Bild

Mustin ist eine Gemeinde im Nordosten des Landkreises Ludwigslust-Parchim in Mecklenburg. Sie wird vom Amt Sternberger Seenlandschaft verwaltet.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt inmitten einer hügeligen, seenreichen Landschaft östlich von Sternberg. Größere Seen im Gemeindegebiet sind der Ruchower See, der Scharbower See, der zweigeteilte Mustiner See, der Höltensee und der Bolzer See im Süden. Letzter steht unter Naturschutz. Im Westen grenzt die Gemeinde an den Rothener See und im Nordosten an den Lenzener See. Letzterer gehört zu einem kleinen Teil zur Gemeinde und liegt im Naturschutzgebiet Upahler und Lenzener See. In der Nähe des Sees liegt der Rostocker Berg mit 77,8 m ü. HN und etwas südöstlich davon eine namenlose Anhöhe mit 95 m ü. HN als höchster Punkt in der Gemeinde. Die nächstgrößeren Städte sind Sternberg (10 km) und Güstrow (20 km).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gemeinde gehören die Ortsteile Mustin, Lenzen, Ruchow und Bolz.[2]

Mustin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mustin wurde erstmals am 13. April 1325 urkundlich to Mostyn vnde Tzulow onftich erwähnt[3], auch 1453 noch als Mostyn. Heinrich von Mecklenburg verlieh den Rittern von Cramon diverse Ländereien in der terra Sternberg. Der Name bezieht sich auf das slawische Wort moštĭ für Macht oder mostŭ für Brücke.[4] Das Gut befand sich u. a. im Besitz der Familien von Cramon, von Restorff (ab 1466) und von Parkentin (ab 1662) und Hermann Bolten (ab 1895). Um 1800 wurde der Ort zum Gutsdorf. Das zweigeschossige, 11-achsige Gutshaus Mustin wurde zu DDR-Zeiten abgebrochen. 1862 brannte die Rothener Mühle ab und 1886 erfolgte der Bau der Brücke zwischen Mustin und Rothen. Am 1. Juli 1950 wurden die bisher eigenständigen Gemeinden Bolz, Ruchow und Zülow eingegliedert. Erst 1955 bekam der Ort eine zentrale Wasserversorgung.[5]

Lenzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lenzen wurde erstmals am 13. März 1357 urkundlich erwähnt. [6] Am 28. Mai 1399 verkauften Heinrich und Albert Brüsehaver für 40 Lübische Mark zwei Hufen an Ekhard Gaarz. [7] Herman Rodebekens Tochter Magdalene verpfändete am 25. April 1414 wegen 450 Lübische Mark Schulden den Hof und das Dorf Lenzen und sechs Hufen zu Lennewitz (heute Lähnwitz) an Werner Cremon. Zeugen waren damals Herrman Cremon aus Borkow, Reimer Cremon aus Mustin, Hans Cremon aus Sternberg und Priester Nicolaus Schakke aus Ruchgouw (heute Ruchow). An der im Landeshauptarchiv zu Schwerin vorhandenen Urkunde hängen noch sechs Siegel. [8] 1674 wurden genannt Peter Schörke, Jürgen Schörke, Chim Jarling, Hanß Drevahl, Hanß Grützmacher, Cim Krüger und Chim Schutte. Dieses Dorff Lentzenn ist im 30 Jehrigen Teütschen Kriege auch wüste geworden, undt nunmehr eine geringe Meyerei dahin gelegt.[9] In den Jahren von 1651 bis 1678 gab es Streitigkeiten bei Holzfällungen auf dem Lenzer Felde. 1711 soll auf dem Hof ein Pachthaus, eine Scheune und ein Schafstall gestanden haben. 1742 wurde das neue Wohnhaus mit 11 Gebind gebaut. Im Dorf standen ein Kathen mit 5 Gebind, das Weber-Haus von 4 Gebind und der alte Schäfer-Kathen. Zu Grenzstreitigkeiten kam es um 1716 zwischen Lenzen, Ruchow und Bolz. Pächter in Folge waren: [10]

Ortsschild von Lenzen des Klosteramtes Dobbertin
  • 1720 Niklas Evers
  • 1751 Hans Christian Dreves
  • 1774 Hans Heinrich Hausschild
  • 1783 Joachim Friedrich Greverath
  • 1789 Peter Friedrich Eschenbach
  • 1803 Friedrich Posenow
  • 1830 Wilhelm Puls
  • 1854 Johann Christian Puls
  • 1868 Hermann Haase
  • 1875 Ferdinand Busch (Rusch)
  • 1896 Karl Flindt
  • 1916 F. W. Feulgen
  • 1932 Arthur Schapitz
  • 1935 Ernst Gerdtz

Ab 1800 wurden dann die Grenzen des Gr. Upahler Sees und des Lenzener Sees vermessen. [11] 1866 soll das Klosteramt Dobbertin in Lenzen eine Sommerschule für Kinder eingerichtet haben und 1871 gab es einen Pfarrkostenstreit mit der Kirchgemeinde zu Ruchow.

Ruchow[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ruchow wurde am 27. Oktober 1234 erstmals als Kirchdorf Ecclesia cum Omnibus pertinentiis suis erwähnt.[12] Bischof Brunward von Schwerin verlieh dem Benediktiner-Nonnen-Kloster Dobbertin die freie Wahl von Propst und Priorin und das Archidiakonat über die Kirchen in Goldberg, Lohmen, Ruchow, Karcheez und Woserin. Es heißt: In Ruchow is de Düwel den'n Herrgott öwer. De Möhl steiht höger as de Kark. Hügelgräber bei Ruchow und der Steintanz am Rostocker Berg beim Lenzener See zeugen von einer älteren Besiedlung. 1826 gab es in Ruchow ein Armenhaus; denn nach der Armenordnung war Bettelei verboten und die Bettler kamen in das Landarbeiterhaus in Güstrow.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dorfkirche Ruchow

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1991 besteht ein Programmkino des Dachverbandes der kulturellen Kinos und Filmklubs, Filmkommunikation Landesverband Mecklenburg-Vorpommern auf dem Töpferhof Lenzen mit jährlichem Filmfest.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde wird im Norden durch die Bundesstraße 104 und im Süden durch die Bundesstraße 192 eingegrenzt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Christoph Heinrich von Restorff (1722–1788), Festungskommandant zu Dömitz 1778 und Zuchthausdirektor.[13]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Friedrich Schlie: Die Kunst- und Geschichts-Denkmäler des Grossherzogthums Mecklenburg-Schwerin. IV. Band: Die Amtsgerichtsbezirke Schwaan, Bützow, Sternberg, Güstrow, Krakow, Goldberg, Parchim, Lübz und Plau. Schwerin 1901, Neudruck 1993 ISBN 3-910179-08-8 Das Kirchdorf Ruchow. S. 163–167.
  • Graf von Oeynhausen: Geschichte des Ritterschaftlichen Gutes Mustin, Amt Sternberg. Schwerin 1905.
  • Horst Huth: Festschrift 600 Jahre Bolz. 1386 - 1986, Beiträge zur Geschichte Bolz, Mustin 1986.
  • Tilo Schöfbeck: Mittelalterliche Kirchen zwischen Trave und Peene. Berlin 2014 ISBN 978-3-86732-131-0

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gedruckte Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ungedruckte Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Landeshauptarchiv Schwerin
    • LHAS 1.5-4/3 Urkunden Kloster Dobbertin.
    • LHAS 3.2-3/1 Landeskloster/Klosteramt Dobbertin.
    • LHAS 3.2-4 Ritterschaftliche Brandversicherungsgesellschaft.
    • LHAS 5.11-2 Landtagsprotokolle.
    • LHAS 10.6.3-1 Verein für mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mustin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Amt M-V – Bevölkerungsstand der Kreise, Ämter und Gemeinden 2016 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. § 8 der Hauptsatzung (PDF; 197 kB) der Gemeinde
  3. MUB VII. (1872) Nr. 4612.
  4. Paul Kühnel: Die slavischen Ortsnamen in Meklenburg. MJB 46 (1881) S. 98
  5. Amt Sternberger Seenlandschaft: Mustin
  6. MUB XIV. (1886) Nr. 8321.
  7. LHAS 1.5-4/3 Urkunden Kloster Dobbertin. Regesten Nr. 80.
  8. LHAS 1.5-4/3 Urkunden Kloster Dobbertin. Regesten Nr. 99.
  9. LHAS 3.2-3/1 Landeskloster/Klosteramt Dobbertin. Nr. 1103 Haupt Rechnung bey dem Jungfreulichen Closter Ambt Dobbertin 1674 - 1675.
  10. Daten und Namen der bisherigen Pächter nach Sichtung von Landtagsprotokollen und vorhandenen Klosterakten.
  11. LHAS 3.2-3/1 Landeskloster/Klosteramt Dobberin. Nr. 2763–3668.
  12. MUB I. (1863) Nr. 425.
  13. Horst Alsleben: Mustiner einst Festungskommandant. SVZ Sternberg 27. Oktober 1900.