Roujan

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Roujan
Rojan
Wappen von Roujan
Roujan (Frankreich)
Roujan
Region Okzitanien
Département Hérault
Arrondissement Béziers
Kanton Cazouls-lès-Béziers
Gemeindeverband Communauté de communes Les Avant-Monts
Koordinaten 43° 30′ N, 3° 19′ OKoordinaten: 43° 30′ N, 3° 19′ O
Höhe 49–246 m
Fläche 17,02 km2
Einwohner 2.033 (1. Januar 2014)
Bevölkerungsdichte 119 Einw./km2
Postleitzahl 34320
INSEE-Code

Roujan – Ortsmitte mit Église Saint-Laurent und Kriegerdenkmal

Roujan (okzitanisch: Rojan) ist ein südfranzösischer Ort und eine Gemeinde mit 2033 Einwohnern (Stand 1. Januar 2014) im Département Hérault in der Region Okzitanien.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Runddorf (Circulade) Roujan liegt auf einem Hügel in einer Höhe von etwa 120 Metern ü. d. M. etwa 21 Kilometer (Fahrtstrecke) nordöstlich von Béziers; die Kleinstadt Pézenas ist etwa 15 Kilometer in südöstlicher Richtung entfernt. Der kleine Fluss Peyne durchfließt das Gemeindegebiet. Die Runddörfer Gabian, Margon und Caux befinden sich im Umkreis von ca. fünf Kilometern.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1968 1975 1982 1990 1999 2006
Einwohner 1.481 1.379 1.409 1.366 1.486 1.852

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts lag die Einwohnerzahl der Gemeinde bei etwa 1200; seitdem ist – trotz geringfügiger Schwankungen nach der Reblauskrise und bedingt durch die fortschreitende Mechanisierung der Landwirtschaft – ein stetiges Bevölkerungswachstum festzustellen, das wegen der relativen Nähe zur Großstadt Béziers und den auf dem Lande deutlich niedrigeren Immobilienpreisen immer noch anhält.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In früheren Zeiten lebten die Bewohner des Ortes als weitgehende Selbstversorger von der Landwirtschaft, wobei neben Getreide auch Wein angebaut wurde. Daneben betrieb man ein wenig Viehzucht (Schweine, Hühner etc.). Wie in vielen Orten des Languedoc dominierte im 19. Jahrhundert der Weinbau; die örtliche Winzergenossenschaft vermarktet den hier produzierten Wein über die Appellationen Languedoc, Pays d’Herault und Pays d’Oc. Wegen der Absatzkrise von französischem Wein wird jedoch nur noch auf etwa der Hälfte der landwirtschaftlichen Flächen Weinbau betrieben; auf der anderen Hälfte werden wieder Getreide (Weizen, Mais) und Sonnenblumen angebaut. Auch der Tourismus spielt seit den 1960er Jahren eine geringfügige Rolle für die Einnahmen der Bewohner und der Gemeindekasse.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es wird vermutet, dass eine keltische Wallanlage (castrum), die später von den Römern okkupiert wurde, am Anfang der Ortsgeschichte steht. Andererseits könnten die Circulade genannten Wehrdörfer auch auf originär mittelalterlichen Planungen beruhen. Die im Jahr 1080 gegründete Abtei Cassan beförderte die weitere Entwicklung des Dorfes.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der alte Ortskern von Roujan gehört zum Typus der Circulades – Runddörfer, die aus Verteidigungsgründen um einen Kern, bestehend aus einer Burg und/oder Kirche, herum angelegt wurden und deren äußere Häuserfront als Ersatz für eine kostspielige Stadtmauer diente.
  • Die außerhalb des Häuserrings stehende ehemalige Prioratskirche (Église Saint-Laurent) stammt ursprünglich aus dem 13./14. Jahrhundert und ist eines der wenigen Beispiele ländlicher gotischer Architektur im Süden Frankreichs. Der Kirchenbau wurde jedoch im 18./19. Jahrhundert gründlich überarbeitet: Das ehemalige gotische, geringfügig aus der Fassade hervortretende Westportal wurde vermauert und durch ein neues auf der Südseite ersetzt; darüber hinaus wurden die auffälligen giebelständigen Seitenkapellen hinzugefügt. Das original erhaltene Westfenster besteht aus sieben gleich großen Sechspässen. Das Innere der Kirche ist einschiffig und wird von einem Rippengewölbe überspannt, das auf figürlich gestalteten Konsolen aufruht. Der Kirchenbau wurde im Jahr 1954 als Monument historique anerkannt.[1]
Église Saint-Nazaire
Abbaye de Cassan
  • Die aufgrund ihrer einfachen Steinbearbeitung und vor allem wegen ihrer monolithischen Fensterbögen noch der präromanischen Zeit (9./10. Jahrhundert) zugeordnete Kirche Saint-Nazaire steht etwa anderthalb Kilometer südlich des Ortes in den Weinfeldern (43° 29′ 31″ N, 3° 19′ 1″ O). Möglicherweise war sie einmal die Pfarrkirche eines längst verschwundenen Ortes. Sie hat eine nahezu quadratische Apsis und eine auf eine Empore führende doppelläufige Außentreppe, die allerdings – ebenso wie das aus der Südwand hervortretende Portal – später hinzugefügt wurde. Der kleine Kirchenbau wurde im Jahr 1981 als Monument historique anerkannt.[2]
  • Etwa anderthalb Kilometer nordwestlich von Roujan (43° 30′ 35″ N, 3° 17′ 17″ O) befindet sich das ehemalige Augustiner-Priorat Cassan, das manchmal auch als abbaye oder als château tituliert wird. Bereits im Jahr 1080 gegründet, wurde das Kloster im Verlauf des Hundertjährigen Krieges (1337–1453) und der Hugenottenkriege (1562–1598) stark in Mitleidenschaft gezogen, so dass im Jahr 1605 nur noch acht Kanoniker gezählt wurden. Im Jahr 1671 kam es unter die Obhut der Abtei Sainte Geneviève in Paris; aus dieser Zeit stammen die heutigen Klostergebäude. Nur die im Jahr 1115 geweihte und von einem Tonnengewölbe bedeckte romanische Kirche blieb weitgehend original erhalten. Kirche, Klostergebäude und Gartenanlage wurden in den Jahren 1953 bzw. 1998 als Monument historique anerkannt.[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alfred Crouzat: Histoire de la ville de Roujan et du prieureÌ de Cassan, suivie d'une notice sur les diverses communes du canton. British Library, Historical Print Editions 2010, ISBN 978-12-49009-33-7.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Roujan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Église Saint-Laurent, Roujan in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  2. Chapelle Saint-Nazaire, Roujan in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  3. Ancien prieuré de Cassan, Roujan in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)