Gunsbach

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Gunsbach
Wappen von Gunsbach
Gunsbach (Frankreich)
Gunsbach
Region Grand Est
Département Haut-Rhin
Arrondissement Colmar-Ribeauvillé
Kanton Wintzenheim
Gemeindeverband Vallée de Munster
Koordinaten 48° 3′ N, 7° 11′ OKoordinaten: 48° 3′ N, 7° 11′ O
Höhe 326–985 m
Fläche 6,18 km2
Einwohner 951 (1. Januar 2014)
Bevölkerungsdichte 154 Einw./km2
Postleitzahl 68140
INSEE-Code
Website http://www.gunsbach.fr/

Blick auf Gunsbach

Gunsbach (deutsch Günsbach, elsässisch Ginschbe[1]) ist eine französische Gemeinde mit 951 Einwohnern (Stand 1. Januar 2014) im Département Haut-Rhin in der Region Grand Est (bis 2015 Elsass). Sie gehört zum Arrondissement Colmar-Ribeauvillé, zum Kanton Wintzenheim und zum Gemeindeverband Vallée de Munster.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Gunsbach liegt etwa 16 Kilometer südwestlich von Colmar im Tal der Fecht, auch Vallée de Munster (deutsch: Münstertal) genannt. Das Gemeindegebiet gehört zum Regionalen Naturpark Ballons des Vosges.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1871 bis zum Ende des Ersten Weltkrieges gehörte Gunsbach als Teil des Reichslandes Elsaß-Lothringen zum Deutschen Reich und war dem Kreis Colmar im Bezirk Oberelsaß zugeordnet.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1910 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007 2014
Einwohner 784[2] 630 633 650 702 709 789 916 951

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor allem auf der westlichen Seite des Dorfes hat sich Industrie angesiedelt.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Südlich des Dorfkerns verläuft die Hauptstraße D417 von Colmar nach Munster.

Mit Griesbach-au-Val teilt sich das Dorf einen Bahnhof der SNCF-Strecke Colmar–Metzeral, der zwischen beiden Orten liegt.

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort ist Sitz der internationalen Albert-Schweitzer-Stiftung (AISL). Im Haus, das Schweitzer 1928/1929 erbauen ließ, befindet sich heute ein Museum und Archiv zum Lebenswerk des Nobelpreisträgers. Im Haus gegenüber, wo Schweitzers Bruder gewohnt hatte, ist eine Bibliothek eingerichtet. Das ehemalige Pfarrhaus, in dem Schweitzer seine Jugendzeit erlebte, ist heute eine anmietbare Begegnungsstätte[3]. Im Rathaus gibt es – im ehemaligen Klassenzimmer – ein kleines „Afrika-Museum“, wo Kunstgewerbe und Brauchtum aus der Umgebung von Lambaréné gezeigt werden; dieses Material wurde von Emma Haussknecht, einer langjährigen Mitarbeiterin Schweitzers zusammengetragen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Albert Schweitzer wuchs in Gunsbach auf. Sein Vater, Ludwig Schweitzer, war dort Pfarrer.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche Saint-Himère (St. Himerius) in Gunsbach

Albert Schweitzer begann mit acht Jahren, auf der Kirchenorgel in Gunsbach zu spielen. 1931 wurde in die Kirche eine neue nach seinen Angaben gefertigte Orgel eingebaut, als Muster für eine Dorforgel, die allen an ein solches Instrument gestellten Anforderungen gerecht werden könne. Da dieses Instrument im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt wurde, kam es 1961 zu einem Neubau, der sich ebenfalls an den Angaben Schweitzers orientierte. Seit 1971 findet jährlich zum Todestag Schweitzers ein Gedächtniskonzert statt.

Der Albert-Schweitzer-Weg ist ein Rundgang durch das Dorf, der anhand von 16 Informationstafeln den Spuren Schweitzers folgt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gunsbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Nachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wörterbuch der elsässischen Mundarten
  2. Gemeindeverzeichnis Deutschland 1900 – Kreis Colmar
  3. Gite de groupe Albert Schweitzer. Abgerufen am 20. April 2017 (französisch).