Organisationsstruktur der SS

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Die Organisationsstruktur der SS und der Polizei im Reichsgebiet

Die Schutzstaffel der NSDAP (SS) wurde am 4. April 1925 als Leibwache für Adolf Hitler gegründet.

Von August 1934 bis Mai 1945 bildete sie eine Hitler direkt unterstellte, eigenständige Organisation im Rahmen der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei, angeführt von Heinrich Himmler, seit dem 6. Januar 1929 Reichsführer-SS. Formal unterstand die Schutzstaffel zunächst der Sturmabteilung (SA).

Als paramilitärische Organisation orientierte sich die Struktur der SS an militärischen Verbänden und folgte dem Führerprinzip.

Bis zum Kriegsbeginn (1. September 1939) waren allerdings 90 % der Gründungs-Mitglieder altersbedingt aus dem aktiven Dienst der SS ausgeschieden, nur 10 % der Altmitglieder gehörten der SS auch 1945 noch an.[1] Von den 1939 aktiven 260.000 SS-Mitgliedern wurden nach Kriegsausbruch 170.000 oder 60 % zur Wehrmacht und rund 36.000 zur SS-Verfügungstruppe eingezogen. Die übrigen SS-Mitglieder, die vom Kriegsdienst nicht betroffen waren, waren entweder überaltert oder nach damaliger Auffassung auf „unabkömmlichen Posten“ in der öffentlichen Verwaltung oder bei den Polizeikräften eingesetzt.

Während der Zeit des Nationalsozialismus war die SS für Kriegsverbrechen, Verbrechen an der Zivilbevölkerung im Deutschen Reich und im besetzten Europa, Verbrechen gegen die Menschlichkeit, den Holocaust und Porajmos, dem „industriellen Massenmord“ an den europäischen Juden sowie Sinti und Roma maßgeblich verantwortlich. Sie ist seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs verboten und wurde in den Nürnberger Prozessen als verbrecherische Organisation eingestuft.

Organisation[Bearbeiten]

Die SS verstand sich als „Eliteorganisation“ zur rücksichtslosen Durchsetzung der NS-Rassentheorie und zur Umsetzung der Expansionspläne der NSDAP. Die Organisation war nur für ausgewählte Nationalsozialisten zugänglich, ein wie auch immer gearteter Zwang zum Beitritt existierte nicht. Die Unterwerfung unter die Befehle und Vorschriften erfolgte zumeist freiwillig, da die Zugehörigkeit zur SS seit der Machtübernahme 1933 mit Privilegien und Macht verbunden war und in nationalsozialistischen Kreisen als „Ehre“ galt, nach dem Wahlspruch „Meine Ehre heißt Treue“. Seltenes abweichendes Verhalten wurde mit Gewalt bis hin zu Mord geahndet. Auch wenn es in den Konzentrationslagern Aufseherinnen „im SS-Gefolge“ gab, nahm dieser äußerst patriarchalische Verband ausschließlich Männer auf.

Charakteristisch für die Organisationsstruktur der SS war weiterhin das Prinzip der doppelten Unterstellung. Das bedeutete, dass ein untergeordneter Rang zwei (oder mehr) übergeordneten Instanzen unterstellt war. Beispielhaft für dieses Prinzip ist das Unterstellungsverhältnis der Kommandantur-Angehörigen in den Konzentrations- und Vernichtungslagern. Diese waren in der Regel disziplinarisch dem KZ-Kommandanten unterstellt, empfingen ihre „fachlichen“ Weisungen jedoch von der funktionsmäßig übergeordneten Abteilung in der Inspektion der Konzentrationslager. Das Prinzip der doppelten Unterstellung wurde üblicherweise nur für höhere Ränge angewendet. Die SS-Führer, die zwei verschiedenen SS-Verwaltungseinheiten unterstellt waren, genossen durch das dadurch entstehende diffuse Kompetenzverhältnis relativ große Freiheiten, waren aber gleichzeitig auch einer stärkeren Kontrolle ihrer „politischen Zuverlässigkeit“ und „Effizienz“ ausgesetzt.

Organisationsentwicklung[Bearbeiten]

Die Anfänge (1925–1933)[Bearbeiten]

Bereits im Frühjahr 1925 wurden bei der späteren SS erste Organisationsstrukturen eingeführt, die auf den damaligen Strukturen der SA fußten. Auf dem Reichsparteitag 1926 hatte der Anfang April 1925 aufgestellte Saal-Schutz der NSDAP bereits so viele Mitglieder, dass ihm dort am 9. November die ersten 4 Standarten verliehen werden konnten. Am selben Tag wurde der Saal-Schutz auch offiziell in Schutzstaffel umbenannt.

Im Jahr 1929 umfasste die SS bereits 22 Standarten. Diese waren sowohl zentral wie auch regional organisiert. Jene Standarten, die der SS-Oberleitung unterstellt waren, wurden zentral verwaltet und auf deren Mannschaftsbestand hatte der Reichsführer-SS direkten Zugriff. Das betraf 1929 insgesamt 12 Standarten.

Dazu kamen die regionalen SS-Standarten. Diese waren:

  1. die zwei Standarten des SS-Gaus Berlin-Brandenburg,
  2. die vier Standarten des SS-Gaus Franken,
  3. die drei Standarten des SS-Gaus Niederbayern (SS-Gau-Führer für Niederbayern war 1926–1930 Heinrich Himmler, der ab 1927 auch Stellvertretender Reichsführer-SS wurde),
  4. die vier Standarten des SS-Gaus Oberbayern (SS-Gau-Führer für Oberbayern war von 1929 bis zum 31. Oktober 1931 Rudolf Heß),
  5. die fünf Standarten des SS-Gaus Rheinland-Süd und
  6. die vier Standarten des SS-Gaus Sachsen.

Die SS-Gau-Führer agierten über die ihnen zugeordneten SS-Standarten autonom und waren bis Ende 1928 der SS-Oberleitung nur formal unterstellt. Dieses änderte sich erst im Januar 1929, als Heinrich Himmler als Reichsführer-SS eingesetzt wurde. Mit dem Antritt Himmlers wurden alle bestehenden Standarten dessen zentralem Kommando unterstellt.

Dieser führte unverzüglich eine neue SS-Ordnung ein, die bis Ende 1930 Bestand hatte. So gab es neben dem SS-Oberstab nun drei SS-Oberführerbereiche, die wie folgt verteilt waren:

  1. Bereich „Ost“ (SS-Brigaden Berlin-Brandenburg, Ostpreußen und Schlesien mit insgesamt 8 Standarten)
  2. Bereich „West“ (SS-Brigaden Hessen-Nassau, Rheinland-Nord, Rheinland-Süd, Südhannover-Braunschweig und Thüringen mit insgesamt 16 Standarten)
  3. Bereich „Süd“ (SS-Brigaden Baden, Württemberg, Franken, Niederbayern, Oberbayern-Süd und Österreich mit insgesamt 7 Standarten)

1931 wurde die Schutzstaffel nicht nur in allen Bereichen ausgedehnt, sondern es wurde auch eine andere Struktur aufgebaut, die bis zur Machtübernahme 1933 Bestand hatte und auch unter der Bezeichnung „Reichsleitung SS“ bekannt war:

SS-Oberstab:

  1. SS-Amt
  2. SS-Zentralkanzlei
  3. SS-Personalabteilung
  4. SS-Verwaltungsabteilung
  5. SS-Sanitätsabteilung
  6. SS-Führungsstab (1932)
  7. SS-Verbindungsdienst (1933)
  8. Amt SS-Sicherheitsdienst
  9. SS-Rasseamt

Ab 1930 wurde die interne Verwaltung der SS völlig umstrukturiert. Es wurde eine Ordnung eingeführt, die sich sehr eng an die der SA anlehnte. Des Weiteren wurden die Rangabzeichen der SA komplett übernommen und nun eigenständige Uniformen eingeführt. Die SS begann nun, sich durchweg in schwarz zu kleiden und sich dadurch auch optisch von der SA abzuheben. Himmler wollte damit der obersten SA-Führung zeigen, dass er sich nicht mehr als deren Untergebener sah, sondern als gleichberechtigter Partner.

Im Juni 1933 wurden in Berlin 120 ausgesuchte SS-Männer unter der Führung Sepp Dietrichs bewaffnet. Diese übernahmen den Wachdienst innerhalb der Reichskanzlei, während draußen noch die Doppelposten der Reichswehr standen. Diese 120 Mann, viele von ihnen gehörten schon 1923 dem Stoßtrupp Adolf Hitler an, wurden anfänglich als SS-Stabswache Berlin bezeichnet, doch nur kurze Zeit später waren sie als Leibstandarte SS Adolf Hitler bekannt.

Andere SS-Einheiten wurden ebenfalls über Stabswachen zu SS-Sonderkommandos und später in Politischen Bereitschaften zusammengefasst und ebenfalls bewaffnet. Um dieses zu erreichen, wurden diese Bereitschaften in den Rang einer offiziellen Hilfspolizei gestellt.

Umstrukturierungen nach 1934[Bearbeiten]

Im September 1934 wurden die Leibstandarte SS Adolf Hitler und die Politischen Bereitschaften durch Hitler zur SS-Verfügungstruppe (kurz: Verfügungstruppe) zusammengefasst. Diese war eine kasernierte Sonderformation der SS, die ständig unter Waffen stand und nach den strengen Richtlinien der Wehrmacht ausgebildet wurde.

Ab dem Herbst 1934 benannte sich die eigentliche Schutzstaffel in Allgemeine SS (auch „Schwarze-SS“ oder „Heimat-SS“) um, um sich von den bewaffneten „Töchterverbänden“, der Verfügungstruppe (SS-VT) und den SS-Totenkopfverbänden (SS-TV), abzuheben.

Die Allgemeine SS blieb weiterhin eine Organisation des Vereinsrechtes, deren Mitglieder (bis auf ca. 10.000 hauptberuflicher SS-Führer) überwiegend nur aus Berufstätigen bestand, die ihren Dienst in der SS freiwillig und unentgeltlich nach Feierabend versahen. Dennoch erhielten ihre unbewaffneten Mitglieder regelmäßig eine militärische Ausbildung. Diese Ausbildung führten Angehörige der SS-Totenkopf-Standarten in den Konzentrationslagern Dachau, Sachsenhausen und Buchenwald durch. Dort fanden auch die „politischen und rassischen Schulungen“ im Rahmen des SS-Dienstes der SS-Angehörigen statt.

Die finanzielle Versorgung der Allgemeinen SS, deren hohe Ansprüche kaum von den Mitgliedsbeiträgen getragen werden konnten, oblag den privatrechtlichen Vereinen „Freundeskreis Reichsführer-SS“ und der „Organisation der Fördernden Mitglieder der SS“.

Ebenfalls wurden 1934 die „SS-Junkerschulen“ unter dem damaligen SS-Standartenführer Paul Hausser gegründet, die die Offiziersausbildung der SS-VT unter den Richtlinien der Wehrmacht durchführte.

Zwischen 1935 und Anfang 1945 erschien die von Gunter d'Alquen geleitete und wöchentlich erscheinende, antisemitische SS-Zeitung „Das Schwarze Korps“. Es handelte sich um die auflagenstärkste Wochenzeitung nach der von Joseph Goebbels herausgegebenen „Das Reich“.

Die SS und die Polizei[Bearbeiten]

Himmler begann ab 1933 seine Macht stetig auszubauen. Bereits kurz nach dem Machtantritt der Nationalsozialisten wurde er zum Chef der Bayerischen Politischen Polizei ernannt.

1934 wurden die „Politischen Polizeien des Deutschen Reiches“ von Hermann Göring zur Gestapo zusammengefasst und Himmler wenig später zu deren Chef ernannt.

Am 17. Juni 1936 wurde Himmler die gesamte Polizei des Reiches unterstellt – er nannte sich nun Reichsführer-SS und Chef der Deutschen Polizei im Reichsministerium des Innern. Höhere Polizeiführer mussten nun der SS beitreten.

Die SS wurde ab 1938/42 nun in verschiedene Hauptämter zusammengefasst und die Polizeien im Reich aufgeteilt:

Zum Hauptamt Ordnungspolizei gehörten die uniformierte Schutzpolizei, Gendarmerie und die Gemeindepolizei. Das Hauptamt Ordnungspolizei wurde dem SS-Obergruppenführer und General der Polizei Kurt Daluege unterstellt.

Zum Hauptamt Sicherheitspolizei gehörten die Geheime Staatspolizei, die Grenz- und Kriminalpolizei. Das Hauptamt Sicherheitspolizei wurde SS-Gruppenführer Reinhard Heydrich unterstellt, der gleichzeitig Chef des Sicherheitsdienstes der SS und damit der zweitmächtigste Mann in der SS war. Heydrich legte 1939 seine Ämter zum neuen Reichssicherheitshauptamt zusammen.

1943 wurde Himmler auch Reichs- und preußischer Minister des Innern sowie Generalbevollmächtigter für die Reichsverwaltung. Den Titel Reichsführer-SS und Chef der Deutschen Polizei führte er nun ohne den Zusatz „im Reichsinnenministerium“.

Umstrukturierungen nach 1941[Bearbeiten]

1941/42 wurden nun die SS-Totenkopfstandarten offiziell aufgelöst und ihre Angehörigen endgültig der Waffen-SS (formal der SS-Totenkopf-Division) zugeordnet. Die in den KZ dienenden SS-Totenkopf-Wachsturmbanne bekamen ihren Sold nun nicht mehr aus dem Polizeietat, sondern erhielten die Soldbücher und die Uniformen der Totenkopf-Division. Ein kleines Detail unterschied jedoch die Angehörigen der ehemaligen Wachsturmbanne von Angehörigen der Totenkopf-Division: Es war ihnen untersagt, jegliche Art von Ärmelstreifen zu verwenden. Darunter fielen auch der aktuelle Ärmelstreifen der SS-Division „Totenkopf“ und dessen „Traditionsärmelbänder“ (Aufschriften „Oberbayern“, „Brandenburg“ und „Thüringen“).

Die „SS-Dienstalterslisten“[Bearbeiten]

Hauptartikel: Dienstalterslisten der SS

Zwischen August 1934 und November 1944 erschienen im Auftrag der SS-Personalabteilung bzw. des späteren SS-Personalhauptamtes die sogenannten „SS-Dienstalterslisten“ oder kurz „SS-DAL“. Diese waren ein Verzeichnis der aktiven SS-Führer. Seit 1936 wurden auch Polizeioffiziere aufgeführt, sobald ihrem Dienstgrad ein SS-Rang entsprach.

Im Sommer 1944 wurde für die Waffen-SS ein Einzelexemplar einer „Dienstaltersliste der Waffen-SS“ herausgegeben und im Januar 1945 wurden die letzten Vorbereitungen einer aktuellen SS-DAL getroffen. Diese gingen jedoch nie in den Druck, sondern blieben handgeschriebene Listen. Brünn Meyer hat die „Dienstaltersliste der Waffen-SS. SS-Obergruppenführer bis SS-Hauptsturmführer; Stand vom 1. Juli 1944“, neu herausgegeben, Osnabrück (Biblio Verlag), 1987, mit Anhang 1 – 2, Ill., 274 pp. mit Generale der Waffen-SS im Bild (103).

Die SS-Hauptämter (1938–1941)[Bearbeiten]

Hauptartikel: SS-Hauptämter

Im Jahre 1938 unterstanden dem Reichsführer-SS drei Hauptämter:

Im Jahre 1943 wurde die SS von zwölf SS-Hauptämtern aus verwaltet.

Das Führungspersonal[Bearbeiten]

Für Bewerber um eine Offizierslaufbahn war die Vorlage des großen Ariernachweises, also eine Zurückverfolgung der reinblutigen Abstammung bis in das Jahr 1750 obligatorisch. Die SS war hierarchisch entsprechend einer militärischen Struktur aufgebaut:

Reichsführer-SS[Bearbeiten]

Hauptartikel: Reichsführer-SS

An der Spitze der SS stand der Reichsführer-SS (RFSS). Der Titel wurde offiziell 1926 in Anlehnung an den Reichs-SA-Führer eingeführt[2] und bezeichnete den formal obersten Kommandeur der SS. In der Zeit zwischen 1925 und 1926 lautete der Titel des obersten SS-Kommandanten Oberleiter.

SS-Oberst-Gruppenführer[Bearbeiten]

Hauptartikel: SS-Oberst-Gruppenführer

„Der Reichsführer-SS hat angeordnet, daß der neue Dienstgrad des SS-Oberst-Gruppenführer – um Verwechslungen mit dem Dienstgrad des SS-Obergruppenführers zu vermeiden – wie folgt geschrieben wird: SS-Oberst-Gruppenführer.“[3]

Name Dienststellung SS‐
Nummer
SS‐
Eintritt
NSDAP‐
Nummer
Kurt Daluege Chef der Ordnungspolizei und stellvertretender Reichsprotektor von Böhmen und Mähren 1.119 25. Juli 1930 31.981
Josef Dietrich Befehlshaber 6. SS-Panzerarmee, Kommandeur Leibstandarte SS Adolf Hitler 1.177 5. Mai 1928 89.015
Paul Hausser Befehlshaber II. SS-Panzerkorps und Heeresgruppe G 239.795 15. November 1934 4.158.779
Franz Xaver Schwarz Schatzmeister der NSDAP 38.500 16. September 1931 6

SS-Obergruppenführer[Bearbeiten]

Hauptartikel: SS-Obergruppenführer
Name Position SS Nummer Eintritt in die SS NSDAP-Nummer
Max Amann SS-Ehren- und Rangführer 53.143 15. März 1932 3
Erich von dem Bach-Zelewski Höherer SS- und Polizei-Führer im besetzten Teil der Sowjetunion. 9.831 1931 489.101
Herbert Backe Reichsminister für Ernährung; Rasse- und Siedlungshauptamt 22.766 1. Oktober 1933 87.882
Gottlob Berger Chef des SS-Hauptamts
Theodor Berkelmann HSSPF Wartheland 6.019 März 1931 128.245
Werner Best Stellvertreter von Reinhard Heydrich im RSHA und Statthalter im besetzten Dänemark 36.183 341.338
Wilhelm Bittrich Kommandeur des II. SS-Panzerkorps 39.177 829.700
Ernst Bohle Leiter der NSDAP Auslandsorganisation – NSDAP/AO 276.915 13. September 1933 276.915
Martin Bormann Leiter der Parteikanzlei der NSDAP 555 September 1929 60.508
Philipp Bouhler Chef der Kanzlei des Führers 54.932 20. April 1933 12
Franz Breithaupt Oberster Richter am SS-Gericht, General der Waffen-SS 39.719 1. Dezember 1932 602.663
Walter Buch Oberster Parteirichter der NSDAP
Walther Darré Chef des SS-Rasseamtes, Reichsminister und Reichsbauernführer 6.882 248.256
Otto Dietrich Reichspressechef der NSDAP; SS-Ehren- und Rangführer 101.349 1932 126.727
Gregor Ebner Ärztlicher Leiter aller Lebensborn Heime 1930
Joachim Eggeling Gauleiter von Halle-Merseburg 186.515 9. Juni 1936 11.579
Theodor Eicke Kommandeur der Totenkopfverbände 2.921 29. Juli 1930 114.901
August Eigruber NSDAP-Gauleiter Oberdonau
Karl Fiehler Oberbürgermeister von München 91.724 37
Albert Forster SS-Ehren- und Rangführer; NSDAP-Gauleiter von Danzig 158 1. Oktober 1932 1.924
Karl Frank SS- und Polizeiführer 310.466
Herbert Gille Kommandierender General des IV. SS-Panzerkorps 39.854 Dezember 1931 537.337
Odilo Globocnik Leiter der Aktion Reinhardt 292.776 1. September 1934
Curt von Gottberg HSSPF Russland Mitte und Weißruthenien 45.923 September 1932 948.753
Ulrich Greifelt Chef des Stabshauptamtes des Reichskommissars für die Festigung deutschen Volkstums 72.909 1.667.407
Arthur Greiser Reichsstatthalter und NSDAP-Gauleiter Wartheland 10.795 29. September 1931 166.635
August Heissmeyer Chef der SS-Ausbildungs-Abteilung 4.370 21.573
Konrad Henlein Gauleiter des Sudetenlands 310.307 6.600.001
Maximilian von Herff Chef des SS-Personalamtes 405.894 1. April 1942 8.858.661
Rudolf Heß Stellvertreter des Führers 1.932 16
Reinhard Heydrich Chef des RSHA 10.120 14. Juli 1931 544.916
Richard Hildebrandt Chef des Rasse- und Siedlungshauptamtes der SS 7.088
Friedrich Jeckeln SS- und Polizeiführer für den südlichen Teil der besetzten Sowjetunion 4.367 12. Januar 1930 163.348
Leo von Jena SS-Ehren- und Rangführer 277.326 9. November 1936 4.359.167
Hans Jüttner Chef des SS-Führungshauptamtes
Ernst Kaltenbrunner Chef des RSHA (Nachfolger von Heydrich)
Hans Kammler Chef der Amtsgruppe C (Bauwesen) des SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamtes 113.619 20. Mai 1933 1.011.855
Wilhelm Keppler SS-Ehren- und Rangführer 50.816 21. März 1935 62.424
Matthias Kleinheisterkamp Kommandierender General des XI. SS-Armee-Korps 132.399
Wilhelm Koppe HSSPF Wartheland 25.955 1. September 1932 305.584
Friedrich Krüger SS- und Polizeiführer für Polen 171.199 Februar 1931 6.123
Hans Lammers SS-Ehren- und Rangführer 118.404 1.010.355
Werner Lorenz Leiter der Volksdeutschen Mittelstelle 6.636 397.994
Konstantin Freiherr von Neurath Reichsaußenminister; Reichsprotektor von Böhmen und Mähren
Carl Oberg HSSPF Paris
Artur Phleps Kommandeur der 7. SS-Freiwilligen-Gebirgs-Division „Prinz Eugen“ 401.214
Oswald Pohl Chef des WVHA 147.614 30.842
Hans Prützmann HSSPF in Russland 3.002 November 1933 142.290
Joachim von Ribbentrop[4] Reichsaußenminister Mai 1933 1.199.927
Erwin Rösener HSSPF Alpenland, Wehrkreis XVIII, Salzburg 3.575 1930 46.771
Fritz Sauckel SS-Ehren- und Rangführer 1.395
Paul Scharfe zeitweiliger Chef des Rasse- und Siedlungshauptamt 14.220 665.697
Julius Schaub langjähriger persönlicher Chefadjutant Hitlers 7 Februar 1925 81
Fritz von Scholz Kommandeur der 11. SS-Freiwilligen-Panzergrenadier-Division „Nordland“ 135.638
Arthur Seyss-Inquart Reichsstatthalter Österreichs
Felix Steiner Kommandeur des III. (germanischen) SS-Panzerkorps 253.351 1935 4.264.295
Wilhelm Stuckart Staatssekretär im Reichsministerium des Innern 1936
Josias zu Waldeck und Pyrmont Höherer SS- und Polizeiführer 2.139 160.025
Fritz Wächtler NSDAP-Gauleiter der Bayerischen Ostmark
Karl Wahl NSDAP-Gauleiter von Schwaben 228.017 1934 9.803
Paul Wegener NSDAP-Gauleiter Weser-Ems 353.161 20. April 1940 286.225
Fritz Weitzel HSSPF „West“ und „Nord“ 408 18.833
Karl Wolff Chef des Persönlichen Stabes Reichsführer SS 14.235 7. Oktober 1931 695.131
Udo von Woyrsch HSSPF Elbe 3.689 13. November 1930 162.349
Alfred Wünnenberg Chef der deutschen Polizei 405.898 1. Januar 1940 2.222.600

Übersicht der Dienstränge[Bearbeiten]

Rangabzeichen-SA.png Sa-ss-nskk-rangabzeichen.jpg
Rangabzeichen-SA, 1935
Rangabzeichen, 1938

Die SS hatte nach militärischem Vorbild eine Rangfolge, die sich durch entsprechende Dienstgrade manifestierte. Dabei wurden die Rangbezeichnungen und Dienstgradinsignien weitestgehend von der SA übernommen. Ähnlich wie in der militärischen Rangordnung wurden drei Rang-Gruppen unterschieden. Die SS-Mannschaften entsprachen den Mannschaften der Wehrmacht, die SS-Unterführer entsprechend den Unteroffizieren und die SS-Führer entsprechend den Offizieren.

Dienstränge der SS im Vergleich zu SA und Heer[Bearbeiten]

Die folgende Tabelle gibt die Dienstgrade der SA und SS in aufsteigender Rangfolge nach dem Stand vom 7. April 1942 wieder. Die dazu korrespondierenden Dienstgrade der Wehrmacht werden ebenfalls aufgeführt.

Sturmabteilung SA Allgemeine SS Waffen-SS Bemerkung Wehrmacht (Heer) Flag of NATO.svg
SA-Anwärter Freiwilligenbewerber der Waffen-SS Wehrpflichtiger oder Freiwilligenbewerber als Zeit- oder Berufssoldat
SA-Sturmmann
(SA-Mann vor 1942)
SS-Mann SS-Schütze Soldat, z.B. Schütze, Kanonier, Grenadier etc. OR-1
----- ----- SS-Oberschütze Obersoldat z.B. Oberschütze, Oberkanonier, Obergrenadier etc.
SA-Obersturmmann
(SA-Sturmmann vor 1942)
SS-Sturmmann           Gefreiter OR2
SA-Rottenführer SS-Rottenführer           Obergefreiter OR3
----- ----- ----- Stabsgefreiter
SA-Scharführer SS-Unterscharführer SS-Unterscharführer
SS-Junker (Führeranwärter)
Unteroffizier
Fahnenjunker-Unteroffizier (Offiziersanwärter)
OR4
SA-Oberscharführer SS-Scharführer SS-Scharführer
SS-Oberjunker (Führeranwärter)
Unterfeldwebel
Fähnrich (Offiziersanwärter)
OR5
SA-Truppführer SS-Oberscharführer SS-Oberscharführer
SS-Standartenjunker (Führeranwärter)
Feldwebel
Fähnrich-Feldwebel (Offiziersanwärter)
OR6
SA-Obertruppführer SS-Hauptscharführer SS-Hauptscharführer
SS-Standartenoberjunker (Führeranwärter)
Oberfeldwebel
Oberfähnrich (Offiziersanwärter)
OR7
----- ----- SS-Stabsscharführer „Spieß“ Dienststellung Hauptfeldwebel „Spieß“ (Kompaniefeldwebel)
SA-Haupttruppführer SS-Sturmscharführer ab 1938 Stabsfeldwebel, Stabswachtmeister OR8
SA-Sturmführer SS-Untersturmführer
(bis 1935 SS-Sturmführer)
ab 1935 Leutnant OF1b
SA-Obersturmführer SS-Obersturmführer ab 1933 Oberleutnant OF1a
SA-Hauptsturmführer
(vor 1939/40 SA-Sturmhauptführer)
SS-Hauptsturmführer
(vor 1935 SS-Sturmhauptführer)
Hauptmann OF2
SA-Sturmbannführer SS-Sturmbannführer Major OF3
SA-Obersturmbannführer SS-Obersturmbannführer ab 1933 Oberstleutnant OF4
SA-Standartenführer SS-Standartenführer Oberst OF5
SA-Oberführer SS-Oberführer ------
SA-Brigadeführer SS-Brigadeführer SS-Brigadeführer und
Generalmajor der Waffen-SS
ab 1933 Generalmajor OF-6
SA-Gruppenführer SS-Gruppenführer SS-Gruppenführer und
Generalleutnant der Waffen-SS
Generalleutnant OF7
SA-Obergruppenführer SS-Obergruppenführer SS-Obergruppenführer und
General der Waffen-SS
General der Waffengattung OF8
----- SS-Oberst-Gruppenführer SS-Oberst-Gruppenführer und
Generaloberst der Waffen-SS
ab 1942 Generaloberst OF9
----- ----- ----- Generalfeldmarschall OF10
Chef des Stabes der SA Reichsführer-SS -----
----- ----- ----- Reichsmarschall
  • 1931: Schaffung der Dienstgrade Sturmhauptführer für SA und SS als Äquivalent zu Hauptmann der Wehrmacht. 1935 Umbenennung in SS-Hauptsturmführer bzw. 1939/40 in SA-Hauptsturmführer.
  • 1933: Neuschaffung der Dienstgrade SS-Obersturmführer, SS-Obersturmbannführer und SS-Brigadeführer.
  • 1934: Für besondere Verdienste um die Belangenschaften der SS und des Öffentlichen Lebens wurden von Himmler die besonderen Dienstgrade der SS-Ehren- und Rangführer eingeführt.
  • 1935: Umbenennung SS-Sturmführer in SS-Untersturmführer. Die SA behielt die Bezeichnung SA-Sturmführer als niedrigsten Offiziersrang, der dem Leutnant vergleichbar war, bei.
  • 1938: Schaffung der Dienstgrade SA-Haupttruppführer bzw. SS-Sturmscharführer.
  • 1940: Die bisher vor allem für Freiwilligenbewerber der Allgemeinen SS üblichen Bezeichnungen der Staffel-Bewerber und Staffel-Anwärter wurden weitestgehend aufgegeben. Für die Waffen-SS wurden die Ränge SS-Schütze und SS-Oberschütze als niedrigste Mannschaftsdienstgrade verbindlich. Die Bezeichnung SS-Mann blieb hingegen erhalten und konnte einen SS-Angehörigen ganz allgemein bezeichnen, aber auch als Mannschaftsrang der Allgemeinen SS gelten.
  • 7. April 1942: Persönliche Verfügung Adolf Hitlers zur Schaffung des neuen Generalsführerranges SS-Oberst-Gruppenführer.
  • 1944: Erste Planungsabsichten zur Schaffung eines neuen Ranges SS-Volksmarschall.

Die Gliederung der SS[Bearbeiten]

Engere Verwaltungseinheiten der SS[Bearbeiten]

Die Allgemeine Schutzstaffel bestand im November 1944 aus 23 Verwaltungseinheiten, die Oberabschnitte genannt wurden. Diese Oberabschnitte waren in 45 Abschnitte eingeteilt, denen die Standarten der Allgemeinen SS unterstellt waren. Die SS-Standarten zerfielen zum einen in 127 so genannte Fußstandarten und zum anderen in 22 Reiterstandarten (Reiter-SS). Die SS-Standarten gliederten sich in Sturmbanne, Stürme, Trupps, Scharen und Rotten. Ferner unterstanden den Oberabschnitten im November 1944 noch 17 Nachrichtenstürme, 15 Pionierstürme und 18 Kraftfahrstürme (Motor-SS).

Verwaltungsübergreifend wurden auch die bewaffneten Sonder-Verbände der SS, die SS-Verfügungstruppe und der SS-Wachverbände, in verschiedene Standarten zusammengefasst.

Die SS-Oberabschnitte[Bearbeiten]

Die SS-Oberabschnitte (Oa) umfassten mehrere SS-Abschnitte und unterstanden in der Regel einem Gruppen- oder Obergruppenführer. Eine inoffizielle Alternativbezeichnung war auch Obergruppe, über die die SS 1933 wegen ihres damaligen Mitgliederstandes nicht verfügte und die zwischen 1933 und 1934 mit dem Dienstgrad des Obergruppenführers in der SA bestanden hatte.

Dem Oberabschnitt entsprach eine Division des Heeres. Nach einer Reorganisation im Laufe des Zweiten Weltkrieges wurden die 23 Oberabschnitte der SS den regulären deutschen Wehrkreisen der Wehrmacht räumlich angepasst, so dass beide schließlich übereinstimmten.

Tabelle mit den Oberabschnitten der SS (Sachstand: 9. November 1944)
Nr. Oberabschnitt Sitz Nr. Oberabschnitt Sitz
1 „Nordost“ Königsberg 13 „Main“ Nürnberg
2 „Ostsee“ Stettin 14 „Donau“ Wien
3 „Spree“ Berlin 15 „Nordwest“ Den Haag
4 „Elbe“ Dresden 16 „Alpenland“ Salzburg
5 „Südwest“ Stuttgart 17 „Weichsel“ Danzig
6 „West“ Düsseldorf 18 „Warthe“ Posen
7 „Süd“ München 19 „Nord“ Oslo
8 „Südost“ Breslau 20 „Ost“ Krakau
9 „Fulda-Werra“ Arolsen 21 „Böhmen-Mähren“ Prag
10 „Nordsee“ Hamburg 22 „Ostland“ Riga
11 „Mitte“ Braunschweig 23 „Ukraine“ Kiew
12 „Rhein-Westmark“ Wiesbaden

Die SS-Abschnitte[Bearbeiten]

Der SS-Abschnitt (Ab) umfasste mehrere SS-Standarten und unterstand in der Regel einem SS-Brigadeführer oder einem SS-Oberführer. Er wurde inoffiziell auch als Untergruppe bezeichnet. Ihm entsprach eine Brigade des Heeres.

Tabelle mit der Gegenüberstellung der Abschnitte und Oberabschnitte
(Stand 9. November 1944)
Abschnittsnr. Oberabschnitt Sitz Abschnittsnr. Oberabschnitt Sitz
I „Süd“ München XXV „West“ Dortmund
II „Elbe“ Dresden XXVI „Weichsel“ Zoppot
III „Spree“ Berlin XXVII „Fulda-Werra“ Weimar
IV „Mitte“ Hannover XXVIII „Main“ Bayreuth
V „West“ Duisburg XXIX „Südwest“ Konstanz
VI „Südost“ Breslau XXX „Rhein-Westmark“ Frankfurt (Main)
VII „Nordost“ Königsberg XXXI „Donau“ Wien
VIII „Donau“ Linz XXXII „Süd“ Augsburg
IX „Main“ Würzburg XXXIII „Ostsee“ Schwerin
X „Südwest“ Stuttgart XXXIV „Rhein-Westmark“ Saarbrücken
XI „Rhein-Westmark“ Koblenz XXXV „Alpenland“ Graz
XII „Spree“ Frankfurt (Oder) XXXVI „Alpenland“ Salzburg
XIII „Ostsee“ Stettin XXXVII „Böhmen-Mähren“ Reichenberg
XIV „Nordsee“ Oldenburg XXXVIII „Böhmen-Mähren“ Karlsbad
XV „Nordsee“ Hamburg-Altona XXXIX „Böhmen-Mähren“ Brünn
XVI „Mitte“ Dessau XXXX „Weichsel“ Bromberg
XVII „West“ Münster XXXXI „Weichsel“ Thorn
XVIII „Elbe“ Halle (Saale) XXXXII „Warthe“ Gnesen
XIX „Südwest“ Karlsruhe XXXXIII „Warthe“ Litzmannstadt
XX „Nordsee“ Kiel XXXXIV „Nordost“ Gumbinnen
XXI „Südost“ Hirschberg XXXXV „Südwest“ Straßburg
XXII „Nordost“ Allenstein
XXIII „Spree“ Berlin
XXIV „Südost“ Oppeln

Die SS-Standarten[Bearbeiten]

Kfz-Standarte der SS

Der Führungsebene SS-Abschnitt war die SS-Standarte nachgeordnet. Der Standarte stand in der Regel ein SS-Standartenführer vor, sie umfasste 3–4 Sturmbanne und hatte eine Normalpersonalstärke von 1.000–3.000 Mann. Der Standarte entsprach beim Heer das Regiment. Die Sturmbanne I–III wurde aus dem aktiven Mitgliederbestand gebildet, der Sturmbann IV galt als Reserveverband.

Alle SS-Gliederungen – wie die Allgemeine SS und die ihr unterstehende Reiter-SS, aber auch die Totenkopfverbände und die Verfügungstruppe – waren in Standarten gegliedert. In der SS-Verfügungstruppe wurde diese Bezeichnung ab 1935 – sehr zum Missfallen des Reichsführers SS Himmler – von der militärischen Entsprechung des Heeres abgelöst.

Am Ende des Krieges (1945) umfassten die Fußstandarten der Allgemeinen SS formal 127 Standarten, von denen allerdings die meisten nur noch auf dem Papier bestanden und nicht einmal die vom Reichsführer Himmler vorgeschriebene Sollstärke erreicht hatten.

Tabelle mit den Fußstandarten der Allgemeinen SS (Sachstand: 1. Dezember 1944)
SS-Standarte Oberabschnitt Sitz SS-Standarte Oberabschnitt Sitz
1 „Julius Schreck“ „Süd“ München 66 „Friedland“ „Nordost“ Bartenstein
2 „Hessen“ „Rhein-Westmark“ Frankfurt (Main) 67 „Wartburg“ „Fulda-Werra“ Erfurt
3 „Thüringen“ „Main“ Nürnberg 68 „Oberpfalz“ „Main“ Regensburg
4 „Schleswig-Holstein“ „Nordsee“ Altona 69 „Sauerland“ „West“ Hagen (Westfalen)
5 „Mosel“ „Rhein-Westmark“ Luxemburg 70 „Südost“ Glogau
6 „Eduard Felsen“ „Spree“ Berlin 71 „Weichsel“ „Weichsel“ Elbing
7 „Fritz Schlegel „Elbe“ Plauen 72 „Lippe“ „West“ Detmold
8 „Niederschlesien“ „Südost“ Hirschberg 73 „Mittelfranken“ „Main“ Ansbach
9 „Pommern“ „Ostsee“ Stettin 74 „Ostsee“ „Ostsee“ Greifswald
10 „Pfalz“ „Rhein-Westmark“ Kaiserslautern 75 „Widukind“ „Spree“ Berlin
11 „Planetta“ „Donau“ Wien 76 „Alpenland“ Salzburg
12 „Niedersachsen“ „Mitte“ Hannover 77 „Ostsee“ Schneidemühl
13 „Württemberg“ „Südwest“ Stuttgart 78 „Rhein-Westmark“ Wiesbaden
14 „Gotaburg“ „Fulda-Werra“ Gotha 79 „Südwest“ Ulm
15 „Brandenburg“ „Spree“ Neuruppin 80 „Groß-Beeren“ „Spree“ Berlin
16 „Unterelbe“ „Südost“ Breslau 81 „Main“ Würzburg
17 „Nordsee“ Celle 82 „West“ Bielefeld
18 „Ostpreußen“ „Nordost“ Königsberg 83 „Ober-Hessen“ „Rhein-Westmark“ Gießen
19 „Westfalen-Nord“ „West“ Münster (Westfalen) 84 „Saale“ „Elbe“ Chemnitz
20 „Fritz Weitzel“ „West“ Düsseldorf 85 „Rhein-Westmark“ Saarbrücken
21 „Mitte“ Magdeburg 86 „Hanauer Land“ „Südwest“ Offenburg
22 „Von der Schulenburg“ „Ostsee“ Schwerin 87 „Tirol“ keine Angabe Innsbruck
23 „Oberschlesien“ „Südost“ Beuthen 88 „Stedingen“ „Nordsee“ Bremen
24 „Ostfriesland“ „Nordsee“ Oldenburg 89 „Holzweber“ „Donau“ Wien
25 „Ruhr“ „West“ Essen 90 „Franz Kutschera“ „Alpenland“ Klagenfurt
26 „Paul Berck „Elbe“ Halle (Saale) 91 „Elbe“ Wittenberg
27 „Ostmark“ „Spree“ Frankfurt (Oder) 92 „Alt-Bayern“ „Süd“ Ingolstadt
28 „Nordsee“ Hamburg 93 „Rhein-Westmark“ Koblenz
29 „Schwaben“ „Süd“ Lindau 94 „Obersteiermark“ „Alpenland“ Leoben
30 „Adolf Höh“ „West“ Bochum 95 „Böhmen-Mähren“ Trautenau
31 „Niederbayern“ „Main“ Landshut 96 „Böhmen-Mähren“ Brüx
32 „Baden“ „Rhein-Westmark“ Heidelberg 97 „Böhmen-Mähren“ Eger
33 „Rhein-Hessen“ „Rhein-Westmark“ Darmstadt 98 „Böhmen-Mähren“ Mährisch-Schönberg
34 „Oberbayern“ „Süd“ Weilheim 99 „Donau“ Znaim
35 „Fulda-Werra“ Kassel 100 „Böhmen-Mähren“ Reichenberg
36 „Weichsel“ Danzig 101 „Böhmen-Mähren“ Saaz
37 „Ob der Enns“ „Donau“ Linz 102 „Böhmen-Mähren“ Jägerndorf
38 „Alpenland“ Graz 103 „Böhmen-Mähren“ Aussig
39 „Ostpommern“ „Ostsee“ Köslin 104 „Böhmen-Mähren“ Troppau
40 „Nordsee“ Kiel 105 „Nordost“ Memel
41 „Oberfranken“ „Main“ Bayreuth 106 „Süd“ Augsburg
42 „Fritz von Scholz“ „Spree“ Berlin 107 „Böhmen-Mähren“ Brünn
43 „Südost“ Frankenstein 108 „Böhmen-Mähren“ Prag
44 „Uckermark“ „Spree“ Eberswalde 109 „Warthe“ Posen
45 „Neiße“ „Südost“ Oppeln 110 „Warthe“ Hohensalza
46 „Elbe“ Dresden 111 „Warthe“ Kolmar
47 „Fulda-Werra“ Gera 112 „Warthe“ Litzmannstadt
48 „Elbe“ Leipzig 113 „Warthe“ Kalisch
49 „Mitte“ Braunschweig 114 „Warthe“ Leßlau
50 „Nordsee“ Flensburg 115 „Nordost“ Zichenau
51 „Mitte“ Göttingen 116 „Weichsel“ Bromberg
52 „Donau“ Krems 117 „Weichsel“ Konitz
53 „Dithmarschen“ „Nordsee“ Heide 118 „Weichsel“ Preußisch Stargard
54 „Seidel-Dittmarsch“ „Spree“ Landsberg (Warthe) 119 „Weichsel“ Graudenz
55 „Weser“ „Nordsee“ Lüneburg 120 „Weichsel“ Kulm
56 „Franken“ „Main“ Bamberg 121 „Weichsel“ Strasburg
57 „Thüringer Wald“ „Fulda-Werra“ Meiningen 122 „Südwest“ Straßburg
58 „West“ Köln 123 „Südwest“ Kolmar
59 „Loeper“ „Mitte“ Dessau 124 „Südost“ Scharley
60 „Nordost“ Insterburg 125 „Rhein-Westmark“ Metz
61 „Masuren“ „Nordost“ Allenstein 126 „Alpenland“ Marburg/Drau
62 „Südwest“ Karlsruhe 127 „Nord“ Oslo[7]
63 „Württemberg-Süd“ „Südwest“ Tübingen
64 „Marienburg“ „Weichsel“ Berent
65 „Schwarzwald“ „Südwest“ Freiburg (Br.)

Die SS-Reiterstandarten (Reiter-SS)[Bearbeiten]

Hauptartikel: Reiter-SS

Die SS umfasste auch berittene Einheiten, die allgemein als „Reiter-SS“ bezeichnet wurden. Sie war dem Inspekteur der SS-Reitschulen Christian Weber unterstellt und in der Inspektion der SS-Reiterei zusammengefasst.

Die Standarten der SS-Verfügungstruppe und der SS-Wachverbände[Bearbeiten]

Für die Standarten der Verfügungstruppe und der SS-Totenkopfverbände galt dieselbe organisatorische Einteilung wie für die Fuß- und Reiter-Standarten der Allgemeinen SS.

Die Standarten der SS-Verfügungstruppe (SS-Standarten/VT)[Bearbeiten]

Die SS-Standarten der Verfügungstruppe (SS-St./VT) entstanden im Herbst 1934, als die Politischen Bereitschaften „München“ (Ellwangen) und „Württemberg“ (Jagst) die neue SS-Standarte „Deutschland“ und aus den Politischen Bereitschaften „Hamburg“, „Arolsen“ und „Wolterdingen“ die SS-Standarte „Germania“ gebildet wurden. In Berlin und Umgebung wachte und paradierte die „Stabswache Berlin“ und die „SS-Sonderkommandos“ Crossen und Jüterbog, die schon recht bald (1937) den Namen „Leibstandarte SS Adolf Hitler“ erhielten.

Nach dem Anschluss Österreichs entstand aus dem Zusammenschluss der deutsch-österreichischen SS und Teilen der Standarten „Deutschland“ und „LSSAH“ die neue Standarte „Der Führer“.

Ab März 1935 begann innerhalb der Verfügungstruppe der Begriff „Standarte“ von dem des Regimentes abgelöst zu werden; ab Oktober 1938 sprach man auch offiziell nicht mehr von den „Standarten der SS-VT“ sondern von den SS-Regimentern.

Tabelle mit den Regimentern der SS-Verfügungstruppe
Standartenname amtliche Abkürzung Sitz Wehrmachtsergänzungsstelle Anmerkungen
Leibstandarte SS „Adolf Hitler“ LSSAH/LAH Berlin-Lichterfelde Ergänzungsstelle I Alle Bewerber, deren Wohnort in den Wehrkreisen I, II, III, IV und VIII liegt. Ferner alle Bewerber aus dem Reich, die die Mindestgröße von 178 cm erreichen
I. SS-Standarte „Deutschland“/VT 1. Sta Deutschland/VT München Ergänzungsstelle III Alle Bewerber, deren Wohnort in den Wehrkreisen V, VII und XII liegt
II. SS-Standarte „Germania“/VT 2. Sta Germania/VT Hamburg-Veddel Ergänzungsstelle II Alle Bewerber, deren Wohnort in den Wehrkreisen VI, IX, X und XI liegt
III. SS-Standarte „Der Führer“/VT 3. Sta „Der Führer“/VT Wien Ergänzungsstelle IV Alle Bewerber, deren Wohnort in der Ostmark liegt
Die Standarten der SS-Wachverbände (SS-Totenkopfstandarten)[Bearbeiten]

Die SS-Standarten der Totenkopfverbände (SS-T-St./WV) umfassten die Wachmannschaften der Konzentrationslager.

Bereits im Januar 1933 wurden ausgewählte SS-Männer unter dem Kommando des SS-Sturmbannführers Hilmar Wäckerle zur Inspektion der Konzentrationslager von der Schutzstaffel abgestellt. Unter ihrem späteren Kommandanten Theodor Eicke wurden diese SS-Männer der Schutzstaffel als solche entzogen. Es handelte sich hierbei, laut verschiedenen Äußerungen Eickes auf diversen SS-Führertagungen, um eine SS in der SS.

Die SS-Wachverbände erhielten 1936 im Volksmund den Titel Totenkopf-SS, als ihnen erlaubt wurde, auf dem rechten Kragenspiegel ein Totenkopfsymbol zu tragen. Sie galten als brutal, geheimnisumwittert und ihrem Lagerkommandanten als absolut treu ergeben.

1934 unterstützte ein KZ-Wachverband, namentlich der Wachsturmbann „Oberbayern“, die Leibstandarte während des Röhm-Putsches.

Eicke wurden 1934 die gesamten Konzentrationslager übergeben, die er nach dem Modell des KZ Dachau organisieren sollte. Eicke und seine Männer waren nun auch für die militärische Ausbildung der unbewaffneten SS zuständig. Damit begann die eigentliche Geschichte der SS-Wachverbände: bereits als es 1935/36 hieß, dass die Verfügungstruppe (mit ihren erdgrauen Uniformen) nun die regulären feldgrauen Uniformen des deutschen Heeres erhalten sollten, führte Eicke für die Männer der Totenkopf-SS erdbraune Uniformen ein.

Am 29. März 1936 erhielten Eickes Männer offiziell den Namen SS-Totenkopfstandarten/Wachverbände. Doch allgemein wurden diese Einheiten als SS-Totenkopf-Wachverbände oder SS-Totenkopfverbände bezeichnet. Vor allem der letztere Begriff setzte sich im damaligen Sprachgebrauch durch. Theodor Eicke bildete nun aus dem Wachpersonal der Konzentrationslager eigenständige SS-Sturmbanne, die er jedoch der Kontrolle der SS-Führung entzog; solange Himmler Eicke auf seiner Seite wusste, konnte dieser in den Lagern treiben, was er wollte. Die Totenkopfverbände galten im Allgemeinen als die „Privatarmee Himmlers“, da sie nur ihm verantwortlich waren.

Im April 1937 fasste Eicke die fünf Sturmbanne zu drei eigenständigen „SS-Totenkopfstandarten“ zusammen, da er nun die Kontrolle über 3.500 Mann besaß. Das Stammpersonal Dachaus wurde nun zur 1. SS-Totenkopfstandarte „Oberbayern“, das Stammpersonal Sachsenhausens zur 2. SS-Totenkopfstandarte „Brandenburg“ und das Stammpersonal Buchenwalds zur 3. SS-Totenkopfstandarte „Thüringen“ zusammengefasst. Eine SS-Unterführerschule für die unteren Dienstgrade wurde nun im Konzentrationslager Dachau eingerichtet, während die „Inspektion der SS-Wachverbände“ im brandenburgischen Oranienburg angesiedelt wurde.

Die Angehörigen im aktiven Lagerdienst trugen nun die erdbraune Uniform mit dem Totenkopf und den Dienstgradabzeichen auf den Kragenspiegeln und den Ärmelstreifen mit dem jeweiligen Standartennamen. Die Angehörigen der Totenkopfverbände, die sich nicht im aktiven Lagerdienst befanden, sondern zum Streifendienst bzw. zu Lehrgängen abkommandiert waren, trugen weiterhin die schwarze Uniform der Allgemeinen SS.

Während der Dienst in der SS-VT als Ableistung der Allgemeinen Wehrpflicht in den Reihen der Wehrmacht anerkannt war, so blieben die Angehörigen der Totenkopfverbände von dieser Regelung ausgenommen – die Wehrmachtführung weigerte sich, den Dienst in den T-Verbänden anzuerkennen. So aber blieben die Totenkopfverbände faktisch ein rechtsfreier Raum, in dem Theodor Eicke walten und schalten konnte wie er wollte.

Die Totenkopfverbände nahmen 1938 unter anderem an der Besetzung Österreichs und des späteren Reichsgaus Sudetenland (Ascher Zipfel) teil und waren auch bei Beginn des Zweiten Weltkrieges aktiv beteiligt. Teile von ihnen bildeten die sogenannte „Heimwehr Danzig“ und sammelten bescheidene „Kampferfahrung“.

Am 1. Oktober 1939 konnte Eicke offiziell in Dachau damit beginnen, seine „eigene“ SS-Totenkopf-Division aufzustellen. Für die militärische Ausbildung seiner Frontdivision wurde sogar das Konzentrationslager Dachau zeitweise geräumt und von Theodor Eicke als „Ausbildungslager“ benutzt. Am 1. November galt die Ausbildung als abgeschlossen und die Totenkopf-Division als aufgestellt.

Tabelle mit den Standarten der SS-Wachverbände
SS-Totenkopfstandarte Stammlager/Gründungssitz SS-Totenkopfstandarte Stammlager/Gründungssitz
I „Oberbayern“ KZ Dachau X Weimar-Buchenwald
II „Brandenburg“ KZ Sachsenhausen XI Radom
III „Thüringen“ Weimar-KZ Buchenwald XII Posen
IV „Ostmark“ KZ Mauthausen XIII Wien
V „Dietrich Eckart“ KZ Oranienburg XIV Weimar-Buchenwald
VI Prag XV Plock
VII Brünn XVI Dachau
VIII Krakau „Kirkenes“ Kirkenes
IX Danzig Reserve-Standarte „Oberbayern“ Dachau

Am 25. Februar 1941 wurden die Bezeichnungen „SS-Totenkopfstandarten“ offiziell fallengelassen und diese in SS-Standarten umbenannt. Die Bezeichnung „Totenkopf-Standarte“ wurde nur noch den Regimentern der 3. SS-Panzer-Division Totenkopf als „Traditionsbezeichnung“ zugestanden.

Die SS-Sturmbanne[Bearbeiten]

Hauptartikel: Sturmbann

Die Bezeichnung stammt aus der SA und wurde in den übrigen NS-Organisationen übernommen. Der Sturmbann war dem Bataillon im Heer vergleichbar, konnte aus drei bis fünf Stürmen bestehen und hatte eine Personalstärke von 250 bis 600 Mann.

Die SS-Stürme[Bearbeiten]

Ein SS-Sturm umfasste bis Oktober 1934 drei Trupps unter der Führung eines SS-Sturmführers. Er umfasste zwischen 70 und 120 Mann und bestand aus einem aktiven Teil und einer Reserveeinheit. Ihm entsprach beim Heer die Kompanie. Mit dem Anwachsen der Personalstärke der SS und der zunehmenden Übernahme der Heeresstrukturen wurde die Einführung weiterer Dienstgrade erforderlich. So wurde ab Oktober 1934 der Dienstgrad SS-Sturmführer in SS-Untersturmführer umbenannt.

Als Beispiel seien nachfolgend die Nachrichten-, Pionier- und Kraftfahrstürme der Allgemeinen SS angeführt. Der SS-Sturm einer Fußstandarte hatte seine Entsprechung in anderen SS-Gliederungen, wie der Reiter-SS und den Totenkopfstandarten.

Aber auch die Leibstandarte SS „Adolf Hitler“ und die SS-Verfügungstruppe wiesen ursprünglich Stürme auf, doch ab 1935 wurde die militärische Entsprechung in diesen SS-Gliederungen allgemein verbindlich.

Die SS-Nachrichtenstürme[Bearbeiten]

Die Nachrichteneinheiten der Allgemeinen SS, die sogenannten SS-Nachrichtenstürme, waren ursprünglich den Fußstandarten der Allgemeinen SS zugeordnet und ihre Mitglieder wurden spätestens 1938 faktisch der Verfügungstruppe bzw. den Totenkopfverbänden zugeteilt. Die Nachrichtenstürme unterstanden de jure einem Oberabschnittsleiter der SS.

Tabelle mit den Nachrichteneinheiten der Allgemeinen SS (Sachstand: 9. November 1944)
SS-Nachrichtensturm Oberabschnitt Sitz SS-Nachrichtensturm Oberabschnitt Sitz
1 „Süd“ München 11 „Main“ Nürnberg
2 „Südwest“ Stuttgart 12 „Ostsee“ Stettin
3 „Fulda-Werra“ Arolsen 13 „Rhein-Westmark“ Wiesbaden
4 „West“ Düsseldorf 14 „Donau“ Wien
5 „Mitte“ Braunschweig 16 „Weichsel“ Danzig
6 „Nordsee“ Hamburg 17 „Warthe“ Posen
7 „Nordost“ Königsberg 19 „Böhmen-Mähren“ Prag
8 „Spree“ Berlin
9 „Elbe“ Dresden
10 „Südost“ Breslau
Die Pionierstürme der Allgemeinen SS[Bearbeiten]

Die Pioniereinheiten der Allgemeinen SS, die sogenannten Pionierstürme, waren anfänglich einer Fußstandarte der SS zugeteilt. Ihre Mitglieder wurden seit 1938 der Verfügungstruppe bzw. den Totenkopfverbänden zugeordnet. De jure unterstanden sie einem Oberabschnittsleiter der SS.

Tabelle mit den Pioniereinheiten der Allgemeinen SS (Sachstand: 9. November 1944)
SS-Pioniersturm Oberabschnitt Sitz SS-Pioniersturm Oberabschnitt Sitz
1 „Süd“ München 9 „Elbe“ Dresden
2 „Südwest“ Stuttgart 10 „Südost“ Breslau
3 „Fulda-Werra“ Arolsen 12 „Mitte“ Magdeburg
4 „West“ Köln 13 „Rhein-Westmark“ Frankfurt (Main)/Ludwigshafen/Weilburg
5 „Nordsee“ Hamburg-Wilhelmsburg 14 „Donau“ Wien
6 „Ostsee“ Stettin 15 „Alpenland“ Salzburg
7 „Nordost“ Königsberg 16 „Weichsel“ Danzig
8 „Spree“ Berlin
Die SS-Kraftfahrstürme[Bearbeiten]

Die motorisierten SS-Einheiten, die sogenannten SS-Kraftfahrstürme oder auch SS-Motor-Stürme, waren von 1930 bis Spätsommer 1934 de facto Teil der Motor-SA. Diese trugen allgemein die Bezeichnung Motor-SS und waren ursprünglich den Fußstandarten der Allgemeinen SS zugeordnet. De jure waren diese Einheiten jedoch seit ihrer Aufstellung autonom. Seit 1938 waren sie faktisch der Verfügungstruppe bzw. den SS-Totenkopfverbänden zugeteilt. De jure unterstanden sie einem Oberabschnittsleiter der SS.

Tabelle mit den Kraftfahrzeugeinheiten der Allgemeinen SS (Sachstand: 9. November 1944)
SS-Kraftfahrsturm' Oberabschnitt Sitz SS-Kraftfahrsturm Oberabschnitt Sitz
1 „Süd“ München/Augsburg 11 „Mitte“ Magdeburg/Hannover
2 „Fulda-Werra“ Erfurt/Frankfurt 12 „Main“ Bamberg/Schweinfurt/Nürnberg
3 „Spree“ Berlin/Senftenberg 13 „Ostsee“ Schwerin/Stettin
4 „Nordsee“ Hamburg/Kiel/Bremen 14 „Rhein-Westmark“ Frankfurt (Main)/Wiesbaden-
Biebrich/Pirmasens
5 „West“ Düsseldorf/Buer (Westfalen)/Dortmund 15 „Alpenland“ Graz/Innsbruck
6 „Elbe“ Dresden/Chemnitz 16 „Weichsel“ Danzig/Elbing
7 „Nordost“ Königsberg 17 „Warthe“ Posen/Litzmannstadt
8 „Donau“ Linz/Wien 19 „Böhmen-Mähren“ Asch/Reichenberg/Brünn
9 „Südost“ Breslau
10 „Südwest“ Stuttgart/Karlsruhe/Freiburg (Br.)

Die SS-Trupps[Bearbeiten]

Ein SS-Trupp wurde aus drei Scharen gebildet und wurde bis Oktober 1934 in der Regel von einem Truppführer geführt. Er umfasste zwischen 20 und 60 SS-Männer und ihm entsprach beim Heer der Zug. Im Oktober 1934 wurde der Dienstgrad „Truppführer“ in „Oberscharführer“ umgewandelt.

Offiziell für alle SS-Gliederungen verbindlich, begann ab 1935 die SS-Verfügungstruppe die Heersbezeichnung zu übernehmen; ihr folgten wenig später die Leibstandarte und die Totenkopfverbände. Der SS-Trupp entsprach in der Wehrmacht dem Zug.

Die SS-Scharen[Bearbeiten]

Eine SS-Schar bestand aus zwei SS-Rotten, konnte eine Personalstärke von 8 bis 16 Mann betragen und wurde in der Regel von einem SS-Scharführer geführt. Im Oktober 1934 wurde der Dienstgrad SS-Scharführer in SS-Unterscharführer umgewandelt. Die Bezeichnung SS-Schar wurde bei allen SS-Gliederungen verwendet. Die SS-Schar entsprach in der Wehrmacht die Gruppe mit ähnlicher Personalstärke und war der SA-Schar der vergleichbar.

Die SS-Rotten[Bearbeiten]

Eine SS-Rotte war die kleinste Einheit der Schutzstaffel. Sie umfasste vier bis acht Mann und war in der Regel einem SS-Rottenführer unterstellt. Die Bezeichnung wurde von allen SS-Gliederungen verwendet. Die SS-Rotte entsprach in der Wehrmacht dem Trupp. Die SA verwendete ebenfalls die Bezeichnung SA-Rotte.

Literatur[Bearbeiten]

  • Gunter d’Alquen: Die SS. Geschichte, Aufgabe und Organisation der Schutzstaffeln der NSDAP (Schriften der Hochschule für Politik 2,33). Berlin 1939.
  • Robert Bohn: Der Sporrenberg-Bericht. Ein Dokument aus dem Innern des SS-Apparates. In: Historische Mitteilungen. Jg. 6, Nr. 2, 1993, S. 250–277.
  • Bernd Boll: Aktionen nach Kriegsbrauch. Wehrmacht und 1. SS-Infanteriebrigade 1941. In: Zeitschrift für Geschichtswissenschaft. Jg. 48, Nr. 9, 2000, S. 775–788.
  • Charles von Denkwoski: Zur Verschmelzung von SS und Polizei – das Reichssicherheitshauptamt. In: Kriminalistik. Jg. 57, Nr. 8–9, 2003, S. 525–533.
  • Carlo Gentile: Politische Soldaten. Die 16. SS-Panzer-Grenadier-Division „Reichsführer SS“ in Italien 1944. In: Quellen und Forschungen aus italienischen Archiven und Bibliotheken. Band 81, 2001, S. 529–561.
  • Werner Haupt: Gliederung und Organisation der SS (Stand: 9. November 1944). Stuttgart 1981.
  • Aleksander Lasik: Sztafety Ochronne w systemie niemieckich obozów koncentracyjnych. Rozwój organizacyjny, ewolucja zadań i struktur oraz socjologiczny obraz obozowych załóg SS. (Schutzstaffel im System der deutschen KZs. Die organisationelle Entwicklung, Herausbildung von Aufgaben und Strukturen sowie das soziologische Bild der SS-Lagermannschaften.) Państwowe Muzeum Auschwitz-Birkenau 2007, ISBN 978-83-60210-32-1.
  • Klaus D. Patzwall: Das SS-Funkschutz-Bataillon der Waffen-SS. In: Militaria. Jg. 18, Nr. 4, 1996, ISSN 0724-3529, S. 106.
  • Klaus D. Patzwall: Die SS-Bekleidung. 2. Weißer Dienstrock für SS-Führer. In: Militaria. Jg. 9, Nr. 2, 1985, S. 24–26.
  • Edward Prus: Die Bildung und die Kampftätigkeiten der 14. SS-Division „Galizien“. In: wojskowy przeglad historyczny. Nr. 4, 1988, S. 104.
  • Hans Joachim Schneider: Der SS-Totenkopfsturmbann Stutthof. In: Dachauer Hefte. Jg. 10, Nr. 10, 1994, S. 115–141.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Heinz Höhne: Der Orden unter dem Totenkopf. Die Geschichte der SS. Weltbild, 1992, ISBN 3-89350-549-0, S. 127.
  2. Heinz Höhne: Der Orden unter dem Totenkopf. Die Geschichte der SS. Weltbild, 1992, S. 29
  3. Verordnungsblatt der Waffen-SS, 3. Jg., Nr. 12 vom 15. Juni 1942, S. 46; zitiert nach Klietmann in: Feldgrau, 13. Jg., Nr. 1, Berlin 1967.
  4. Döscher, Hans-Jürgen: Das Auswärtige Amt im Dritten Reich. Diplomatie im Schatten der „Endlösung“. Siedler Verlag, Berlin 1987, ISBN 3-88680-256-6, S. 148ff.
  5. Freiwilligen der Allgemeinen SS wurde obligatorisch eine dreimonatige Probezeit auferlegt und galten in dieser Zeit offiziell als Staffel-Bewerber.
  6. Freiwillige der Allgemeinen SS galten in den ersten drei Jahren als Staffel-Anwärter, traten jedoch in der Öffentlichkeit unter der Bezeichnung SS-Mann in Erscheinung.
  7. Diese Standarte wurde am 1. Dezember 1944 aufgestellt.