Muttersholtz

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Muttersholtz
Wappen von Muttersholtz
Muttersholtz (Frankreich)
Muttersholtz
Region Elsass
Département Bas-Rhin
Arrondissement Sélestat-Erstein
Kanton Sélestat
Koordinaten 48° 16′ N, 7° 32′ OKoordinaten: 48° 16′ N, 7° 32′ O
Höhe 162–170 m
Fläche 12,67 km²
Einwohner 1.983 (1. Januar 2013)
Bevölkerungsdichte 157 Einw./km²
Postleitzahl 67600
INSEE-Code
Website www.mairie-muttersholtz.fr
Fachwerkhaus
Mairie
Protestantische Kirche

Muttersholtz (deutsch: Müttersholz; historisch auch: Muttersholz, Mintersholz) ist eine französische Gemeinde im Département Bas-Rhin in der Region Elsass.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Muttersholtz liegt fünf Kilometer östlich von Schlettstadt.

Die Gemeinde zählt 1983 Einwohner (Stand 1. Januar 2013).

Zum Gemeindegebiet gehören auch die Dörfer Ehnwihr (Ehenweier) und Nieder-Rathsamhausen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die älteste erhaltene Erwähnung von Müttersholz stammt von 817, als es in einer Urkunde des Kaisers Ludwigs des Frommen genannt wird.

Es gehörte seit dem Ende des 13. Jahrhunderts zur Herrschaft Lichtenberg.[1] Die Herren von Lichtenberg hatten das Dorf vermutlich von denen von Ötingen gekauft.[2] In der Herrschaft Lichtenberg war es nur formal dem Amt Wolfisheim zugeordnet[3], weil es insgesamt als Lehen an die von Ratsamhausen weiter vergeben war.[4] In der Folgezeit kam das Amt Wolfisheim – und mit ihm auch Lehensoberherrschaft über Müttersholz – 1480 zur Grafschaft Hanau-Lichtenberg und 1736 an die Landgrafschaft Hessen-Darmstadt. Auch in dieser Zeit wird es noch als Bestandteil des Amtes Wolfisheim genannt.[5]

Mit der Reunionspolitik Frankreichs unter König Ludwig XIV. kam auch Müttersholz unter französische Oberhoheit, mit dem durch die Französische Revolution begonnenen Umbruch wurde es französisch. Müttersholz hatte damals etwa 500 Einwohner.[6]

Städtepartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1991/92 besteht eine Partnerschaft zwischen Muttersholtz und der deutschen Gemeinde Reiskirchen in Hessen.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Muttersholtz ist, neben Sentheim, einer der beiden letzten Orte, in dem der Kelsch, ein traditioneller Leinenstoff, gewebt wird.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Ludwig Adam (* 3. Dezember 1758; † 11. April 1848 in Paris), Komponist und Klaviervirtuose

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fritz Eyer: Das Territorium der Herren von Lichtenberg 1202–1480. Untersuchungen über den Besitz, die Herrschaft und die Hausmachtpolitik eines oberrheinischen Herrengeschlechts = Schriften der Erwin von Steinbach-Stiftung 10. 2. Aufl. Bad Neustadt an der Saale 1985 [Nachdruck des Werks von 1938]. ISBN 3-922923-31-3
  • Friedrich Knöpp: Territorialbestand der Grafschaft Hanau-Lichtenberg hessen-darmstädtischen Anteils. [maschinenschriftlich] Darmstadt 1962. [Vorhanden in Hessisches Staatsarchiv Darmstadt, Signatur: N 282/6].

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Muttersholtz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Knöpp, S. 20.
  2. Eyer, S. 179.
  3. Eyer, S. 233f.
  4. Eyer, S. 208.
  5. Knöpp, S. 20.
  6. Alfred Matt: Bailliages, prévôté et fiefs ayant fait partie de la Seigneurie de Lichtenberg, du Comté de Hanau-Lichtenberg, du Landgraviat de Hesse-Darmstadt. In: Société d’Histoire et d’Archaeologie de Saverne et Environs (Hrsg.): Cinquième centenaire de la création du Comté de Hanau-Lichtenberg 1480 – 1980 = Pays d’Alsace 111/112 (2, 3 / 1980), S. 7–9 (9).