Barr

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Barr (Begriffsklärung) aufgeführt.
Barr
Wappen von Barr
Barr (Frankreich)
Barr
Region Grand Est
Département Bas-Rhin
Arrondissement Sélestat-Erstein
Kanton Obernai
Gemeindeverband Barr-Bernstein
Koordinaten 48° 24′ N, 7° 27′ OKoordinaten: 48° 24′ N, 7° 27′ O
Höhe 176–971 m
Fläche 20,61 km²
Einwohner 7.137 (1. Januar 2013)
Bevölkerungsdichte 346 Einw./km²
Postleitzahl 67140
INSEE-Code
Website http://www.barr.fr

Rathausplatz (Place de l’Hôtel de ville)

Barr ist eine französische Gemeinde mit 7137 Einwohnern (Stand 1. Januar 2013) im Département Bas-Rhin im Elsass in der Region Grand Est. Sie gehört zum Arrondissement Sélestat-Erstein und zum Kanton Obernai und ist Sitz des Gemeindeverbandes Barr-Bernstein.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kleinstadt Barr liegt am Austritt der Kirneck aus den Vogesen in die Oberrheinebene, etwa 17 Kilometer nördlich von Sélestat und 25 Kilometer südwestlich von Straßburg. Das stark bewaldete Gemeindegebiet reicht weit in die Vogesen hinein bis an die Quelle der Kirneck.

Nachbargemeinden von Barr sind Heiligenstein im Norden, Gertwiller im Osten, Zellwiller im Südosten, Saint-Pierre und Mittelbergheim im Süden, Andlau im Südwesten, Le Hohwald im Westen sowie Ottrott und Saint-Nabor im Nordwesten.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2008 2013
Einwohner 4.233 4.268 4.157 4.511 4.839 5.892 6.748 7.137

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monuments historiques[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den als Monument historique aufgeführten Bauwerken in Barr zählen:

  • die protestantische Kirche St. Martin[1]
  • das Hotel „Marco“[2]
  • das Rathaus (Hôtel de ville)[3]: Das Rathaus wurde im Jahre 1640 im Auftrag der Stadt Straßburg auf den Grundmauern einer mittelalterlichen Burg, der Wepfermannsburg errichtet, benannt nach einem Ritter Wepfermann aus Obernai, der hier wohnte. Diese Burg wurde im 13. Jahrhundert gebaut und der Legende nach mehrfach "durch den Teufel" und viermal durch einen Brand vernichtet. Im August 1444 legten die Armagnaken (siehe: Schlacht bei St. Jakob an der Birs) Feuer und am 22. August 1592 brannten die Truppen des Kardinals von Lothringen, vermutlich Karl von Lothringen, die Stadt und die Burg nieder. Im Januar 1632, während des Dreißigjährigen Kriegs, legten die Königstruppen des Regiments von Harancourt Feuer. Im Zuge der Befreiungskämpfe brannte das Rathaus am 28. November 1944 ein viertes Mal nieder.

Weitere Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rund um den Rathausplatz stehen die Zeugen der Geschichte:
- Die Gaststätte "Le Brochet", seit dem 16. Jahrhundert mit diesem Namen, ist der älteste Gasthof des Ortes, sie wurde schon 1514 erwähnt. Nach dem Großbrand von 1678 wurde das Gebäude 1711 wieder neu aufgebaut und war während der französischen Revolution Unterkunft für die Mitglieder des Revolutionsgerichtes.
- An der Nordseite des Platzes ist befindet sich La Maison du Boucher ("das Haus des Metzgers"). Es trägt das Wappen mit den Initialen des damaligen Eigentümers und die Zunftsymbole des Metzgers (Rinderkopf und Beil). Die Fensterholmen sind mit geschnitzten Blumen geschmückt.
- Ein quadratischer Sandstein mit den Überresten eines Metallhakens war die Befestigungsgrundlage für eine Guillotine im Jahre 793 und ist heute noch zwischen den Pflastersteinen zu erkennen.
- Eine herrschaftliche Renaissance-Treppe vor dem Rathaus führt zu einem Vordach, das von zwei ionischen Säulen getragen wird. Unter der Treppe lagerte man früher die Zehntabgabe.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof von Barr, Juli 2014, Blickrichtung Nordost

Barr ist Haltepunkt an der (nicht elektrifizierten) Bahnlinie der Französischen Staatsbahnen SNCF zwischen Straßburg und Sélestat.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wirtschaft von Barr ist stark vom Weinbau und Tourismus bestimmt. Die Gemeinde liegt an der Elsässer Weinstraße. Im Gemeindegebiet befindet sich die Alsace Grand Cru-Weinlage Kirchberg.[4]

Gemeindepartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1956 besteht eine Partnerschaft mit dem heutigen Trierer Ortsteil Olewig.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. St. Martin in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  2. Hotel „Marco“ in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  3. Rathaus in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  4. Alsace Grand Cru Einzellagen

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Barr (Bas-Rhin) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien