Mialet (Dordogne)

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Mialet
Wappen von Mialet
Mialet (Frankreich)
Mialet
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Dordogne
Arrondissement Nontron
Kanton Saint-Pardoux-la-Rivière
Gemeindeverband Communauté de communes du Périgord Vert Nontronnais
Koordinaten 45° 33′ N, 0° 54′ OKoordinaten: 45° 33′ N, 0° 54′ O
Höhe 250–391 m
Fläche 37,30 km2
Einwohner 646 (1. Januar 2014)
Bevölkerungsdichte 17 Einw./km2
Postleitzahl 24450
INSEE-Code

Die Kirche Notre-Dame du Scapulaire

Mialet, oft auch Miallet, okzitanisch Mialet, ist eine französische Gemeinde mit 646 Einwohnern (Stand 1. Januar 2014) im Norden des Départements Dordogne in der Region Aquitanien. Sie gehört zum Arrondissement Nontron und zum Kanton Saint-Pardoux-la-Rivière. Außerdem bildet sie einen Teil des Regionalen Naturparks Périgord-Limousin.

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mialet leitet sich ab vom Neulateinischen melusetum mit der Bedeutung Apfelgarten bzw. Apfelplantage. Melusetum geht seinerseits auf das Lateinische malus (Apfel) zurück.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mialet liegt 13 Kilometer südwestlich von Châlus und 15 Kilometer nördlich von Thiviers (Luftlinie). Bis zum im Osten gelegenen La Coquille sind es knappe sechs Kilometer.

Die Gemeinde wird von folgenden Nachbargemeinden umgeben: Dournazac (Département Haute-Vienne) im Norden, Firbeix im Nordosten, La Coquille im Osten, Chalais im Südosten, Saint-Jory-de-Chalais im Süden Saint-Saud-Lacoussière im Westen sowie Pensol und La Chapelle-Montbrandeix (beide im Département Haute-Vienne) im Nordwesten.

Mialet ist Grenzgemeinde zum Département Haute-Vienne im Norden. Zum Gemeindegebiet gehören neben dem Ortskern zahlreiche Weiler, Gehöfte, Schlösser und eine Mühle:

Boissonnie, Château la Congerie, Château de Lambertie, Chatelavy, Durmareix, Feyte, Fougeras, Garrelie, Grafeuille, Jambe de Banc, La Brousse, La Gratte, La Maison Rouge, La Nolphie, Lacaud, Lacouchie, Lavalette, Le Grand Clos, Le Maine, Le Maine du Bost, Le Montetchabroulet (Montéchabroulet), Le Montibus, Le Moulin du Blé, Le Petit Trois Cerisiers, Le Pintou, Lépinotte, Les Parcs, Les Places, Les Rivaux, Les Trois Cerisiers, Lesudrie, Lordebert, Magnesse, Mamont, Massavit, Mazoubert, Montéricout, Petit Mamont, Pierrebrune, Pommerède, Puyraud und Veyssièras.

Die mäandrierende Dronne durchfließt von Osten kommend den Nordwestteil der Gemeinde Mialet und bildet vor Verlassen des Gemeindegebiets nach Südwesten die Westgrenze zu Saint-Saut-Lacoussière. Den Südostteil durchquert die Côle, die etwas östlich vom Ortskern zu einem 77 Hektar großen Stausee aufgestaut wird (Retenue de Miallet). Die Côle nimmt kurz unterhalb von Mialet als rechten Nebenfluss den Coly auf, der von Nordosten kommend das Gemeindegebiet in etwa mittig durchzieht. Er fließt im Westen des Ortskerns vorbei und wird dort seinerseits in einem kleineren Stausee zurückgehalten.

Der topographisch tiefste Punkt des Gemeindegebietes mit 250 Metern über dem Meer liegt bei Boissonnie an der Côle im Süden; der höchste Punkt mit 391 Metern befindet sich an der Nordwestecke bei Le Petit Trois Cerisiers.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Mialet befindet sich auf dem metamorphen Grundgebirge des nordwestlichen Massif Central. Strukturell tiefst gelegene Einheit sind Glimmerschiefer der Parautochthonen Glimmerschiefereinheit, die entlang der Dronne im Westen anstehen. Der größte Teil des Gemeindegebietes liegt jedoch auf strukturell höherliegenden Augengneisen der Unteren Gneisdecke, die generell NNW-SSO streichen und um 40° nach Nordost einfallen. Die Augengneise können in ihrem Mittelabschnitt sehr massiv auftreten, es handelt sich hier wahrscheinlich um Metagranite. Zum Hangenden (im Ostabschnitt des Gemeindegebietes) nehmen sie zusehends leptynitischen Charakter an (ehemalige Rhyodazite und Rhyolithe). Gelegentlich können auch noch Glimmerschieferzüge (zwischen Le Montibus und Puyraud) und -inseln (bei La Gratte, Montéricout und östlich von Montetchabroulet) in die Augengneise eingelagert sein. Südlich vom Ortskern kreuzt eine bedeutende, Nordost-Südwest-streichende Störungszone, die ein örtliches Umbiegen der Foliation in dieselbe Richtung bewirkt. Die Kontaktverhältnisse zwischen Glimmerschiefern und Augengneisen sind nicht eindeutig, dürften aber sehr wahrscheinlich anormaler Natur sein, zu erkennen an einem Sprung im Metamorphosegrad.

An Vererzungen in den Augengneisen, die mit dem weiter im Westen anstehenden Saint-Mathieu-Leukogranit in Zusammenhang stehen, sind zu nennen: Zinn (Cassiterit) bei Le Montibus und Wolfram (Scheelit) bei Le Moulin de Blé.

Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stausee von Mialet

Die 8 Kilometer des Dronnetals in der Gemeinde Mialet sind gemäß Natura 2000 unter Schutz gestellt. Der Fluss mit seinem Uferbereich und den anschließenden Feuchtwiesen, Heidegebieten, Feldern und Wäldern beherbergt eine sehr reichhaltige Fauna. Dieser Abschnitt der Dronne stellt für die Nachzucht der Flussperlmuschel (Margaritafera margaritafera) einen der bedeutendsten Standorte in ganz Frankreich dar. Ferner finden sich hier in Europa vom Aussterben bedrohte Taxa wie beispielsweise die Gelbbauchunke (Bombina variegata), die Helm-Azurjungfer (Coenagrion mercuriale), der Skabiosen-Scheckenfalter (Euphydras aurinia), der Dohlenkrebs (Austropotamobius pallipes), die Groppe (Cottus gobio) und das Bachneunauge (Lampetra planeri), mehrere Säugetiertaxa wie z. B. der Fischotter (Lutra lutra) sowie drei Fledermausarten [1].

Die Gemeinde beherbergt ferner drei Ökotope erster Ordnung (Französisch ZNIEFF = zone naturel d'interêt faunistique et floristique):

  • das oben bereits angeführte schluchtartige Dronnetal. Je nach Ausrichtung der Hanglagen wechselt in ihm atlantisch geprägte Flora mit mittelmeerischer Flora ab. Es enthält zahlreiche Farntaxa [2].
  • auch die Täler der Côle und des Coly stehen unter Schutz, das Tal des Coly beinahe in seiner gesamten Länge; in Letzterem ist beispielsweise das Schlanke Wollgras (Eriophorum gracile) beheimatet [3].
  • Die 25 Hektar großen Sumpf- und Moorlandschaften entlang der Weiher um La Maison Rouge im Norden der Gemeinde enthalten seltene botanische Taxa [4].

Der 77 Hektar große Stausee von Mialet ist als empfindlicher Naturraum eingestuft worden (Französisch: espace naturel sensible), da sich an seinem Ufer zahlreiche Wasservögel aufhalten; das Ostufer wird insbesondere als Nist- und Brutraum geschützt [5].

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus dem 12. Jahrhundert stammt die romanische Ortskirche Notre-Dame du Scapulaire, die später baulich stark verändert wurde. Etwa zur selben Zeit wurde das Château de Lambertie errichtet. Ab dem 16. Jahrhundert wurden im Gemeindegebiet zwei Herrensitze und ein Schloss erbaut.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung in Mialet
Jahr Einwohner Einwohner im Kanton
in Prozent
Einwohnerdichte


1962 1287 19,4 34,5/km²
1968 1094 18,3 29,3/km²
1975 1006 17,9 27,0/km²
1982 888 17,2 23,8/km²
1990 795 16,7 21,3/km²
1999 718 16,0 19,2/km²
2006 684 15,3 18,3/km²
2008 669 15,0 17,9/km²

Quelle: INSEE[6]

Die Bevölkerung in Mialet ist seit 1962 kontinuierlich rückgängig.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die romanische Ortskirche Notre-Same du Scapulaire.
  • Das in Privatbesitz sich befindende Château de Lambertie; es wurde im Hundertjährigen Krieg von den Engländern zerstört und später wieder aufgebaut. Seine Ursprünge gehen bis ins 12. Jahrhundert zurück.
  • Der Herrensitz Manoir de Mialet aus dem 16. Jahrhundert (Privatbesitz).
  • Der Herrensitz Manoir de Feyte aus dem 17. Jahrhundert (Privatbesitz).
  • Das Schloss Château de la Congerie aus dem 18. Jahrhundert (Privatbesitz).
  • Der Stausee (Retenue de Miallet) an der Côle.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Den Ortskern quert in Ost-Westrichtung die D 79 von La Coquille nach Saint-Saud-Lacoussière. Die D 6a von Dournazac nach Nontron läuft an der Nordwestgrenze des Gemeindegebietes entlang. Von ihr zweigt bei Les Trois Cerisiers nach Süden in Richtung Ortskern die D 77 ab, die anschließend weiter nach Saint-Jory-de-Chalais führt. Von Firbeix im Nordosten kommt die D 82. Die Hauptverkehrsader, die RN 21 von Limoges nach Périgueux, zieht 4 Kilometer weiter östlich an Mialet vorbei.

Nahestgelegener Bahnhof für Mialet ist La Coquille an der Bahnstrecke Limoges - Périgueux.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Entwässerungsnetz des Dronne-Oberlaufs gemäß Natura 2000. Abgerufen am 27. April 2010.
  2. Die Dronne-Schluchten von Arrivaux bis Saint-Pardoux-la-Rivière auf der Website der DIREN Aquitaine. Abgerufen am 27. April 2010.
  3. DIREN Aquitaine - Entwässerugsnetz der Côle oberhalb von Saint-Jean-de-Côle. Abgerufen am 27. April 2010.
  4. DIREN Aquitaine - Die Weiher von La Maison Rouge. Abgerufen am 27. April 2010.
  5. Der Stausee von Mialet auf der Website des Generalrates (Conseil général). Abgerufen am 29. April 2010.
  6. Mialet auf der Website des Insee

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Briand, B. et al.: Feuille Châlus. In: Carte géologique de la France à 1/50000. BRGM.
  • Guillot, P.-L. et al.: Feuille Thiviers. In: Carte géologique de la France à 1/50000. BRGM.
  • Dominique Richard (Hrsg.): Le Guide Dordogne-Périgord. Fanlac, Périgueux 1993, ISBN 2-86577-162-8.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mialet (Dordogne) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien