Saint-Pierre-de-Frugie

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Saint-Pierre-de-Frugie
Sent Peir de Frègia
Wappen von Saint-Pierre-de-Frugie
Saint-Pierre-de-Frugie (Frankreich)
Saint-Pierre-de-Frugie
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Dordogne
Arrondissement Nontron
Kanton Jumilhac-le-Grand
Gemeindeverband Pays de Jumilhac-le-Grand
Koordinaten 45° 34′ N, 1° 0′ OKoordinaten: 45° 34′ N, 1° 0′ O
Höhe 305–491 m
Fläche 21,74 km2
Einwohner 378 (1. Januar 2014)
Bevölkerungsdichte 17 Einw./km2
Postleitzahl 24450
INSEE-Code

Der Ortskern von Saint-Pierre-de-Frugie

Saint-Pierre-de-Frugie (okzitanisch Sent Peir de Frègia) 378 Einwohnern (Stand 1. Januar 2014) im Nordosten des Départements Dordogne, Region Nouvelle-Aquitaine. Sie ist integraler Bestandteil des Regionalen Naturparks Périgord-Limousin.

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name der Gemeinde leitet sich ab vom Heiligen Petrus sowie vom Lateinischen fracto Iove (zerbrochener Jupiter), wahrscheinlich in Anspielung an einen zerstörten Jupitertempel.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saint-Pierre-de-Frugie liegt 4 Kilometer nordöstlich von La Coquille und 9 Kilometer südlich von Châlus (Luftlinie). Die Gemeinde ist Grenzgemeinde zum Département Haute-Vienne. Sie wird von folgenden Nachbargemeinden umgeben:

Neben dem Ortskern besteht die Gemeinde aus folgenden Weilern, Gehöften, Mühlen und Schlössern: Aillac, Bussin, Château de Frugie, Château de Montcigoux, Château de Vieillecour, Fot, Froidefond, L'Age, La Gare, La Grange, La Lande du Puy, Le Breuilh, Le Mont, Le Moulin de Bussin, Le Moulin du Breuilh, Le Pont de Montcigoux, Le Puy, Les Landes d'Arsac, Les Landes de Vieillecour, Les Poujades, Les Trois Fontaines, Loubatour, Montcigoux, Plagne de Vassoux, Tulle, Vassoux, Verdemille und Vieillecour.

Das Gemeindegebiet von Saint-Pierre-de-Frugie wird in etwa mittig von der Valouse in südlicher Richtung entwässert. Die Valouse nimmt mehrere kleinere rechte Seitenbäche auf. Der Périgord fließt aus dem Massiv von Vieillecour (Forêt de Vieillecour) ebenfalls in südlicher Richtung ab und bildet auch die Südostgrenze zur Nachbargemeinde Bussière-Galant (Ortsteil Saint-Nicolas-de-Courbefy).

Der topographisch tiefste Punkt im Gemeindegebiet mit 305 Metern liegt an der Südgrenze südlich von Le Breuilh; hier verlässt die Valouse die Gemeinde in Richtung Süden. Der höchste Punkt mit 491 Meter befindet sich an der Ostgrenze zu Saint-Nicolas-de-Courbefy (Gemeinde Bussière-Galant) im Forêt de Vieillecour. Er stellt damit auch die höchste Erhebung im Département Dordogne dar.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Saint-Pierre-de-Frugie befindet sich vollständig auf dem metamorphen Grundgebirge des nordwestlichen Massif Central. Die anstehenden Gesteine bilden Teil der Unteren Gneisdecke, es handelt sich hier vorwiegend um Paragneise, Leptynite und leptynitische Augengneise. Diese metamorphen Gesteine aus der Sillimanitzone werden im Osten des Gemeindegebietes (Forêt de Viellecour) vom Saint-Nicolas-Courbefy-Granit intrudiert, einem kalkalkalischen Zweiglimmergranit.

Die La Coquille-Störung quert die Gemeinde in nordöstlicher Richtung (N 040 – N 050) - ein System mehrerer, in etwa parallel orientierter Störungen. Entlang dieser Störungszone haben sich einige mineralisierte Quarzgänge gebildet. Die Ausgangsgesteine wurden ferner gelegentlich in Kataklasite oder Mylonite umgewandelt (beispielsweise bei Le Puy). Die Störungszone durchschlägt auch den Granit und hat ihn stellenweise kataklasiert.

Als Mineralisierungen in den Quarzgängen sind anzuführen: Bleiglanz und Zinkblende, sowie Antimonit, Arsenopyrit, Chalkopyrit, Covellin und Pyrit (bei Château de Vieillecour und Le Puy).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Älteste erhaltene Baureste in der Gemeinde Saint-Pierre-de-Frugie finden sich am Château de Montcigoux aus dem 12. Jahrhundert. In etwa gleich alt dürfte auch die romanische Kirche im Ortskern sein. Das Château de Frugie geht ins 14. und 15. Jahrhundert zurück. Das Château de Vieillecour stammt aus dem 16. Jahrhundert. Auf der Cassini-Karte von 1746 wird der Ort als Frugie aufgeführt.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung in Saint-Pierre-de-Frugie
Jahr Einwohner Einwohner im Kanton
in Prozent
Einwohnerdichte


1962 679 9,5 31,2/km²
1968 584 8,9 26,9/km²
1975 516 8,4 27,0/km²
1982 487 8,7 23,7/km²
1990 413 7,9 19,0/km²
1999 373 7,4 17,2/km²
2006 403 8,0 18,5/km²
2007 407 18,7/km²

Quelle: INSEE[1]

Die Bevölkerungszahlen von Saint-Pierre-de-Frugie waren bis 1999 stark rückläufig, haben sich aber seitdem wieder etwas erholt.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister von Saint-Pierre-de-Frugie ist seit 2008 der parteilose Gilbert Chabaud, Leiter eines Unternehmens im Ruhestand.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Château de Vieillecour
  • romanische Kirche Saint-Pierre et Saint-Paul, baulich stark verändert im 17. Jahrhundert
  • Château de Montcigoux aus dem 17. Jahrhundert mit Überresten aus dem 12. Jahrhundert
  • Château de Frugie aus dem 17. Jahrhundert mit Ruinen aus dem 14. und 15. Jahrhundert, Monument historique seit 1968
  • Château de Vieillecour aus dem 16. Jahrhundert, Monument historique seit 1946
  • Écocentre im Weiler Froidefond, ein Ausbildungszentrum für ökologisches Bauen

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Den Ortskern von Saint-Pierre-de-Frugie quert die von Norden kommende D 67; sie verbindet die Ortschaft La Gare (Gemeinde Bussière-Galant) mit La Coquille. Am Westrand des Gemeindegebietes zieht die Hauptverkehrsader N 21 (LimogesPérigueux) in Nord-Süd-Richtung vorbei. Die Gemeinde wird außerdem von der Bahnstrecke Nexon – La Coquille in südsüdwestlicher Richtung durchzogen, Teilstück der Strecke Limoges – Thiviers – Périgueux.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Saint-Pierre-de-Frugie auf der Website des Insee

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Briand, B. et al.: Feuille Châlus. In: Carte géologique de la France à 1/50000. BRGM.
  • Dominique Richard (Hrsg.): Le Guide Dordogne-Périgord. Fanlac, Périgueux 1993, ISBN 2-86577-162-8.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Saint-Pierre-de-Frugie – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien