Champagnac-de-Belair

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Champagnac-de-Belair (Champanhac)
Wappen von Champagnac-de-Belair
Champagnac-de-Belair (Frankreich)
Champagnac-de-Belair
Region Aquitanien
Département Dordogne
Arrondissement Nontron
Kanton Champagnac-de-Belair
Gemeindeverband Communauté de communes du Pays de Champagnac-en-Périgord.
Koordinaten 45° 24′ N, 0° 42′ O45.3933333333330.69972222222222Koordinaten: 45° 24′ N, 0° 42′ O
Höhe 105–222 m
Fläche 18,46 km²
Einwohner 686 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 37 Einw./km²
Postleitzahl 24300
INSEE-Code

Die Ortskirche Saint-Christophe
.

Champagnac-de-Belair, okzitanisch Champanhac[1], ist eine französische Gemeinde im Norden des Départements Dordogne in der Region Aquitanien. Sie ist Grenzgemeinde zum Regionalen Naturpark Périgord-Limousin. Nach ihr wurde der gleichnamige Kanton benannt, dessen Hauptort sie ist.

Etymologie[Bearbeiten]

Champagnac dürfte sich von dem gallorömischen Eigennamen Campanius und der Endsilbe -acum (Gut, Besitz, Domäne des...) ableiten.

Geographie[Bearbeiten]

Die Dronne unterhalb des Ortskerns von Champagnac-de-Belair

Champagnac-de-Belair liegt 5 Kilometer nordwestlich von Brantôme und 15 Kilometer südsüdöstlich von Nontron (Luftlinie). Die Gemeinde wird von folgenden Nachbargemeinden umgeben:

Die recht große Gemeinde setzt sich aus folgenden Weilern, Gehöften und einem Schloss zusammen:

Aux Quatre Routes, Barbarias, Chancelade, Château de la Borie, Chavalarias, Chavirat, Cheynou, Chez Duret, Coulonges, Fialarge, Genebrière, La Besse, La Borie, La Chataignade, La Durantie, La Faye, La Mole, La Roussarie, Lardailler, Le Bournat, Le Grand Lac, Le Mougnaud, Le Petit Mars, Le Puy, Le Valadier, Les Canquilloux, Libourny, Maison Froide, Martinières, Maucité, Puy de Grange, Puy-Hardy, Puylatour, Racaud, Saint Marc, Talet, Verneuil und Vilotte.

Das Gemeindegebiet von Champagnac-de-Belair wird in etwa mittig von der Dronne in Südrichtung durchflossen. Die Südostecke durchzieht der nach Südwest entwässernde Trincou. In den Trincou mündet bei Lardailler noch ein aus Osten kommendes Trockental. In der Nähe der Westgrenze zu Cantillac verläuft in etwa parallel zur Dronne der Libourny, ein kleiner rechter Seitenarm der Dronne.

Der topographisch tiefste Punkt mit 105 Meter über dem Meeresspiegel liegt südlich von Verneuil an der Südgrenze; hier verlässt die Dronne das Gemeindegebiet. Die höchste Stelle mit 222 Meter befindet sich an der Nordwestecke in unmittelbarer Nähe der D 675 bei La Tuilère (Gemeinde Cantillac). Die absolute Höhendifferenz beträgt 117 Meter.

Geologie[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet von Champagnac-de-Belair wird in seiner Integralität von flach liegenden (Einfallswinkel bis maximal 10 ° nach Südsüdwest) Sedimenten des nördlichen Aquitanischen Beckens unterlagert. Älteste aufgeschlossene Formation ist das Ligérien (Unterturon) mit knolligen, plattigen Kreidekalken, zu sehen im Norden an der linken Dronneseite bei Martinières und ebenfalls linksseitig der Dronne bei Verneuil. Darüber folgt das Angoumien mit seinen im Gelände markanten, relativ resistenten Rudistenkalken. Es säumt die Dronne beidseitig im Norden sowie im Süden bei Verneuil. Es ist ebenfalls beiderseits des Trincou nördlich von Lardailler anstehend. Über die Schichten des Angoumiens legen sich die festen Fossilkalke des Coniaciums. Sie flankieren den Mittelabschnitt der Dronne; so wurde auf ihnen der Ortskern von Champagnac-de-Belair erbaut. Sie ziehen dann weiter bis in die Südostecke der Gemeinde sowie in die Südwestecke an den Libourny. Der mesozoische Schichtverband endet gewöhnlich mit dem Untersanton – graue, plattige, glaukonithaltige Kalke –, vorwiegend anstehend im Nordwesten um Genebrière, östlich des Ortskerns bei Saint-Marc und in der äußersten Südostecke. Nur westlich von Fialarge sind auch noch die glaukonithaltigen, Austernschill-führenden Mergelkalke des Obersantons anzutreffen.

Die Höhenlagen am äußersten Nordwestrand werden gerade noch von Sedimenten eines fossilen Flusssystems aus dem Eozän bzw. Unterem Oligozän bedeckt – es handelt sich hier um Schotter und Kiese mit gelegentlich eingeschalteten Tonlinsen (Formation HF), die aus dem Massif Central bei Nontron heraus in Südwestrichtung geschüttet wurden. Im Pleistozän umgelagertes Kolluvium (Formationen AC und ACF mit kolluvialen Tonen, Sanden, Kiesen und Schottern) bedeckt weite Gebiete der tieferen Höhenlagen; es zieht bandförmig von der Nordwestecke bis in die Südostecke der Gemeinde. Würmeiszeitlicher Hangschutt findet sich im Tal des Trincou bei Lardailler sowie im benachbarten Trockental. Im Dronnetal wurden im Norden und im Süden risseiszeitliche Niederterrassen hinterlassen, die Talauen werden von rezenten holozänen Sedimenten verfüllt.

Erwähnenswert ist der Ausläufer der mit der Mareuil-Antiklinale assoziierten Mareuil-Störung, welcher südlich vom Château de la Borie in ostsüdöstlicher Richtung vorbeizieht. An dieser Störung wurde der südliche Schichtverband um zirka 20 Meter gegenüber der Nordseite angehoben.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Kapelle Notre-Dame de Bon Secours im Ortskern von Champagnac-de-Belair

Das ältestes erhaltene Bauwerk in Champagnac-de-Belair ist die Kirche Saint-Christophe aus dem 14. Jahrhundert. Das Schloss Château de la Borie stammt aus dem 16. Jahrhundert. Die Kapelle Notre-Dame de Bon Secours wurde im 18. Jahrhundert erbaut. Zwischen 1747 und 1749 wurde die Gemeinde von der Pest heimgesucht, der zwischen 25 und 30 % der Bevölkerung zum Opfer fielen.

Die Gemeinde hieß ursprünglich nur Champagnac und erhielt erst später den jetzigen Zusatz; so hieß sie ab 1801 Champagnac-de-Bel-Air und später dann Champagnac-de-Belair.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung in Champagnac-de-Belair
Jahr Einwohner Einwohner im Kanton
in Prozent
Einwohnerdichte


1962 584 17,7 31,6/km²
1968 590 18,4 32,0/km²
1975 657 21,2 35,6/km²
1982 606 19,9 32,8/km²
1990 658 22,1 35,6/km²
1999 683 22,4 37,0/km²
2004 736 39,9/km²
2006 738 23,7 40,0/km²
2008 712 22,9 38,6/km²
2009 699 37,9/km²
2010 696 22,6 37,7/km²

Quelle: INSEE[2]

Im Gegensatz zur Entwicklung im restlichen Kanton hat die Gemeinde Champagnac-de-Belair im Vergleich zu 1962 insgesamt ein Anwachsen ihrer Bevölkerung zu konstatieren. Im Jahr 1831 hatte die Gemeinde 1150 Einwohner, 1886 noch 1025. Es kam daraufhin zu einem stetigen Verlust an Bevölkerung. Dieser Trend hat sich erst 1975 wieder umgekehrt. Seit 2006 ist die Bevölkerung jedoch wieder leicht rückläufig

Champagnac-de-Belair ist die bevölkerungsreichste Gemeinde im Kanton.

Verwaltung[Bearbeiten]

Bürgermeister von Champagnac-de-Belair ist seit 2006 der zur Divers gauche gehörige Rentner Bernard Naboulet.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Das Schloss Château de la Borie Saulnier

Fernwanderweg[Bearbeiten]

Durch den Ostteil der Gemeinde Champagnac-de-Belair verläuft der aus Brantôme kommende Fernwanderweg GR 654 (vormals GR 436). Über das Kloster Boschaud erreicht er anschließend Villars.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Der Ortskern von Champagnac-de-Belair liegt an der durch das Dronnetal verlaufenden D 83 von Brantôme nach Saint-Pardoux-la-Rivière. Von Osten aus Villars kommend quert die D 82 in Richtung Cantillac. Sie bindet vor Cantillac an die D 675 von Brantôme nach Nontron an. Eine Kommunalstraße verlässt im Südosten den Ortskern in Richtung Condat-sur-Trincou. Eine weitere Kommunalstraße folgt der rechten Talseite der Dronne stromaufwärts, biegt dann nach Nordwesten ab und erreicht über Chancelade Saint-Pancrace und erneut die D 675.

Zwischen 1891 und 1949 verkehrte eine Trambahn zwischen Brantôme und Saint-Pardoux. Champagnac-de-Belair war auf dieser Strecke Haltestelle und hatte damals einen eigenen kleinen Bahnhof[3].

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Website des Conseil général de la Dordogne mit den okzitanischen Gemeindenamen
  2. Champagnac-de-Belair auf der Website des Insee
  3. Canton de Champagnac-de-Belair – Website mit historischen Postkarten im Périgord

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Champagnac-de-Belair – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien