Saint-Martin-de-Fressengeas

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Saint-Martin-de-Fressengeas
Sent Martin de Fraissenjas
Saint-Martin-de-Fressengeas (Frankreich)
Saint-Martin-de-Fressengeas
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Dordogne
Arrondissement Nontron
Kanton Thiviers
Gemeindeverband Communauté de communes du Pays thibérian
Koordinaten 45° 27′ N, 0° 51′ OKoordinaten: 45° 27′ N, 0° 51′ O
Höhe 148–302 m
Fläche 20,84 km2
Einwohner 363 (1. Januar 2014)
Bevölkerungsdichte 17 Einw./km2
Postleitzahl 24800
INSEE-Code

Die Ortskirche von Saint-Martin-de-Fressengeas

Saint-Martin-de-Fressengeas (okz. Sent Martin de Fraissenjas) ist eine französische Gemeinde mit 363 Einwohnern (Stand 1. Januar 2014) im Département Dordogne in der Region Aquitanien. Sie ist eine der zehn Gemeinden im Kanton Thiviers. Die Bewohner nennen sich „Saint-Martinais“.

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saint-Martin-de-Fressengeas, okzitanisch Sent Martin de Fraissenjas, leitet sich ab vom Heiligen Martin (Sanctus Martinus). Der okzitanische Zusatz Fraissenjas geht auf das Lateinische fraxinus zurück und bezeichnet einen von Eschen bestandenen Ort.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saint-Martin-de-Fressengeas liegt sieben Kilometer nordwestlich von Thiviers und neun Kilometer südöstlich von Saint-Pardoux-la-Rivière entfernt (Luftlinie). Die Gemeinde wird von folgenden Nachbargemeinden umgeben:

Die Gemeinde besteht neben dem Ortskern aus folgenden Weilern, Gehöften und einer Mühle:

Bournazeau, Boussenat, Font Grôlier, Javaneau, La Baine, La Benché, La Brégère, La Côte, La Croix, La Croix du Patureau, La Faurie, La Jarrige, La Molle, La Rebière, La Simpode, La Tuillière, Lâge, Le Bourg-Vieux, Le But, La Grand Clos, Le Hangar, Le Moulin de la Rebière, Le Peyrat, Le Suquet, Le Vignaud, Les Beyssières, Les Cosses, Les Fraux, Les Merles, Les Prades, Lespinasse, Limbeau, Maison Neuve, Manzat, Mauchat, Menaud, Meynard, Pauthier und Peyrouse.

Das Gemeindegebiet wird in Nord-Südrichtung von der Queue d’Ane durchflossen, einem rechten Nebenfluss der Côle. Sie empfängt an der Südgrenze als kleinen rechtsseitigen Seitenarm den Ruisseau de la Benché, der ihr aus nordwestlicher Richtung zuläuft. Die Queue d'Ane besitzt außerdem weiter nördlich noch zwei andere, namenlose rechte Seitenbäche, welche nach Osten entwässern und bei Le Suquet und Meynard münden. Das recht enge Tal der Queue d'Ane hat sich bis zu 70 Meter tief eingeschnitten und ist stellenweise leicht am mäandrieren (Wellenlänge um die 300 Meter).

Der topographisch niedrigste Punkt mit 148 Meter über dem Meeresspiegel liegt am Zusammenfluss der Queue d'Ane mit dem Ruisseau de la Benché, die höchste Stelle mit 302 Meter befindet sich an der Nordwestecke in der Nähe von Les Merles. Die absolute Höhendifferenz beträgt 154 Meter.

Die Gemeinde ist Grenzgemeinde zum Regionalen Naturpark Périgord Limousin.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Metaharzburgit des Rebière-Massivs. Die magmatische Foliation ist nahezu senkrecht stehend und parallel zum Hammerstiel.

Die Gemeinde Saint-Martin-de-Fressengeas besitzt eine sehr abwechslungsreiche Geologie. Ein Großteil des Gemeindegebietes liegt auf dem metamorphen Grundgebirge des nordwestlichen Massif Central. Als strukturell tiefstgelegene Einheit sind die Glimmerschiefer der Parautochthonen Glimmerschiefereinheit aufgeschlossen. Sie stehen im Norden des Ortskerns bei La Côte und an der Westgrenze bei Lâge an. In sie drang im Pennsylvanium der Saint-Mathieu-Leukogranit ein, der hier in seiner Saint-Saud-Fazies auftritt. Er unterlagert den Nordrand der Gemeinde bei Les Merles. Als tektonisch nächsthöhere Einheit folgen Gesteine der Unteren Gneisdecke, beginnend mit sich abwechselnden Augengneisen, Orthogneisen und Leptyniten des Dronne-Bogens – ehemaligen subalkalischen Leukograniten und deren Arkosen. Diese Gesteine sind entlang der rechten Talseite der Queue d'Ane zwischen Peyrouse und La Faurie zu sehen. Darüber die typischen Plagioklas-führenden Paragneise, die sich bandförmig von Vauriac aus (Gemeinde Saint-Jory-de-Chalais) zur rechten Talseite der Queue d'Ane hinüberziehen und sich dann bis kurz vor Les Fraux verfolgen lassen. Im Flusstal unterhalb von Le Suquet stehen die Leptynite des Suquet-Massivs an; es handelt sich hier um ehemalige saure Vulkanite, die von Doleriten durchzogen werden (liegen mittlerweile als Amphibolite vor). Über den Paragneisen mit den eingeschalteten Metavulkaniten folgen Leptynite des Bogens von Saint-Yrieix, die aus ordovizischen Graniten hervorgegangen sind, sowie erneut Glimmerschiefer. Den Südabschnitt der Queue d'Ane begleiten sehr seltene Peridotite (Serpentinite), entstanden aus dem Mantelgestein Harzburgit (so genanntes Rebière-Massiv).

Über die Metamorphite transgredierten flach liegende Sedimente des nördlichen Aquitanischen Beckens (Lias und Dogger). Der anstehende Schichtverband reicht gewöhnlich vom Hettangium bis zum Aalenium hinauf (im Westen auch bis zum Unterbathon), zu sehen beidseitig unterhalb des Höhenrückens, auf dem der Ortskern erbaut wurde. Dieser generell Südsüdost ausgerichtete Höhenrücken wird oberhalb der Jurasedimente von tertiären Schottern und daraus abgeleitetem pleistozänem Kolluvium bedeckt.

Der Südteil des Gemeindegebietes wird von der generell Südost-streichenden Randstörung des Zentralmassivs durchzogen, die sich hier in zwei Äste mit mehreren kleineren Seitenzweigen aufgespalten hat. Der vertikale Versatz erscheint relativ unbedeutend, wichtiger ist jedoch die eingetretene Verkieselung der umliegenden Gesteinseinheiten, insbesondere des Juras, gelegentlich auch noch der Metamorphite. Doggersedimente weiter im Westen wurden teilweise rekristallisiert. Auch wurde der Schichtverband örtlich verstellt, so zeigen beispielsweise die tertiären Schotter ein Einfallen von 40° nach Südwest. Ferner wird die Störungszone vom so genannten Sidérolithique begleitet – roten, eisenhaltigen, sandigen Tonsteinen mit eventuellem eozänem Alter (um La Baine im Westen).

Im Gemeindegebiet wurde im 19. Jahrhundert Mangan (Mangan(II)-oxid) abgebaut, und zwar in unter tertiärer Bedeckung gebildeten Liaskarsttaschen bei Les Prades und in Schottern bei Le Hangar.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der erst 1990 entdeckten Höhle von Fraux wurden prähistorische Ritzzeichnungen und Höhlenmalereien entdeckt. Dargestellt sind ein männliches Wesen und ein Pferd. Bei den Ritzzeichnungen handelt es sich um geometrische und symbolische Zeichen. Es fanden sich auch bronzezeitliche Reste, die in den Zeitraum 1400 bis 900 vor Christus zurückreichen dürften. Darunter rund tausend Vasenreste (50 sind vollständig) und ein Schmuckgehänge aus Bronze. Die romanische Ortskirche stammt aus dem Zwölften Jahrhundert. Bei den Weilern Peyrouse und Vielle Abbeye (Gemeinde Saint-Saud-Lacoussière) befand sich einst ein Zisterzienserkloster, von dem aber nur noch die dazugehörige Mühle bei Peyrouse erhalten ist. Zum Bau des Portikus (17. Jahrhundert) an der Ortskirche wurden aus dem Kloster stammende Säulen verwendet. Zur Einfassung der Quelle Fontaine aux engelures wurden ebenfalls Bausteine des Klosters benutzt.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung in Saint-Martin-de-Fressengeas
Jahr Einwohner Einwohner im Kanton
in Prozent
Einwohnerdichte


1962 475 5,8 22,8/km²
1968 428 5,3 20,5/km²
1975 394 4,8 18,9/km²
1982 390 4,9 18,7/km²
1990 394 5,1 18,9/km²
1999 375 5,1 18,0/km²
2006 379 5,1 18,2/km²
2007 380 18,2/km²
2008 380 5,1 18,2/km²

Quelle: INSEE[1]

Die Bevölkerungszahlen in Saint-Martin-de-Fressengeas sind seit 1962 unter leichten Fluktuationen generell rückläufig. Der Verlust an Bevölkerung war etwas stärker als im übrigen Kanton Thiviers. Die Gemeinde ist relativ dünn besiedelt und liegt weiter unter dem Durchschnitt im Kanton.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortskirche Saint-Martin von innen
  • Höhle von Les Fraux, prähistorisch und bronzezeitlich, heute ein Monument historique
  • Kirche Saint-Martin aus dem 12. Jahrhundert, erneuert im 19. Jahrhundert, mit Portikus aus dem 17. Jahrhundert
  • Schloss Château de Saint-Martin aus dem 19. Jahrhundert
  • Herrensitz Manoir du Merles

Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister von Saint-Martin-de-Fressengeas ist seit 1995 der parteilose Handwerker Jean-Robert Fargeot.

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Südosten des Gemeindegebietes von Saint-Martin-de-Fressengeas verläuft die D 707 von Nontron nach Thiviers. Von ihr zweigt bei Le Hangar eine Kommunalstraße nach Osten zum Ortskern hin ab. Durch den Nordteil der Gemeinde quert die von Saint-Jory-de-Chalais aus dem Nordosten kommende D 98; sie entsendet bei La Croix einen Abzweig nach Süden zum Ortskern und trifft dann an der Westgrenze auf die D 707. Der Ortskern kann auch von Saint-Jean-de-Côle aus über eine nach Norden führende Kommunalstraße erreicht werden. Im Tal der Queue d'Ane verlaufen keine Verkehrswege. Über ihre rechtsseitigen Hanglagen zieht eine Kommunalstraße, die bei Menaud von der D 98 abzweigt und sich bis nach Saint-Jean-de-Côle fortsetzt. Hinter La Rebière führt eine Kommunalstraße ins Côletal und weiter nach Saint-Romain; ferner besteht hier ein Abzweig, der die Weiler an der linken Talseite der Queue d'Ane bedient.

Den Westen des Gemeindegebietes durchquerte einst die Bahnstrecke von Saint-Pardoux-la-Rivière nach Thiviers, Teilabschnitt der Verbindung Angoulême - Brive.

Fernwanderweg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet von Saint-Martin-de-Fressengeas liegt auf der Strecke des Fernwanderwegs GR 654 von Saint-Saud-Lacoussière nach Saint-Jean-de-Côle.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Saint-Martin-de-Fressengeas auf der Website des Insee

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Saint-Martin-de-Fressengeas – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien