Luchs des Monats

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Gewinner des Jahres-Luchses 2015: Reinhard Kleist
Gewinner des Jahres-Luchses 2014: Finn-Ole Heinrich
Gewinner des Jahres-Luchses 2011: Salah Naoura
Gewinnerin des Jahres-Luchses 2010: Maria Parr
Gewinner des Jahres-Luchses 2006: Guus Kuijer
Gewinner des Jahres-Luchses 2003: Per Olov Enquist
Gewinnerin des Jahres-Luchses 2001: Mirjam Pressler
Gewinner des Jahres-Luchses 1997: Ernst Jandl

Der Luchs des Monats ist ein undotierter Preis für Kinder- und Jugendliteratur, der seit 1986 von der Wochenzeitung Die Zeit und Radio Bremen zwölfmal im Jahr vergeben wird.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Luchs des Monats wurde von Ute Blaich von der Zeit und Marion Gerhard von Radio Bremen gegründet und erstmals am 3. Oktober 1986 vergeben. Das Luchs-Logo wurde von Friedrich Karl Waechter illustriert. Die erste Luchs-Jury bestand aus Ute Blaich, Birgit Dankert, Marion Gerhard, Jürgen Spohn, Jo Pestum und Rudolf Wenzel. Erster Luchs-Gewinner war das Buch Das Leben des Frederick Douglass als Sklave in Amerika von ihm selbst erzählt von Frederick Douglass. Von Oktober 1986 bis derzeit April 2016 wurden 351 Monats-Luchse vergeben, die durchnummeriert werden. 1997 wurde unter dem Luchs-Juryvorsitz von Konrad Heidkamp der Luchs des Monats um einen jährlichen, mit 8.000 Euro dotierten Luchs des Jahres ergänzt, der von der Luchs-Jury aus den zwölf vorangegangen Monatsluchsen ausgewählt wird. Der Luchs des Jahres wird jedes Jahr im März während der Leipziger Buchmesse vergeben.

Die derzeitige Luchs-Jury besteht aus Brigitte Jakobeit, Maria Linsmann, Christoph Rieger, Anja Robert und Judith Scholter. Derzeitiger Luchs des Jahres-Preisträger ist Reinhard Kleist mit seinem Comic Der Traum von Olympia (Jahresluchs 2015).

Jurys[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Luchs des Monats und der Luchs des Jahres werden jeweils von einer wechselnden Jury verliehen. Untenstehende Auflistung der verschiedenen Luchs-Juryzusammensetzungen ist unvollständig. Seit Luchs-Gründung ebenfalls in der Jury tätig waren: Andreas Steinhöfel, Gabi Bauer, Amelie Fried, Doris Dörrie, Mirjam Pressler, Barbara Scharioth, Jens Thiele und Konrad Heidkamp.

Zeitraum Luchs-Nummern Besetzung der Jury
Oktober 1986 bis unbekannt 1 bis unbekannt Ute Blaich, Birgit Dankert, Marion Gerhard, Jürgen Spohn, Jo Pestum, Rudolf Wenzel
2009 unbekannt Julia Franck, Marion Gerhard, Susanne Mayer, Franz Letten, Hilde Elisabeth Menzel
März bis Oktober 2013 315-321 Karsten Binder, Birgit Dankert, Katrin Hörnlein (Juryvorsitz), Hartmut El Kurdi
November bis Dezember 2013 322-323 Karsten Binder, Birgit Dankert, Katrin Hörnlein (Juryvorsitz), Brigitte Jakobeit, Hartmut El Kurdi, Maria Linsmann
Januar 2014 bis November 2015 324-346 Karsten Binder, Katrin Hörnlein (Juryvorsitz), Brigitte Jakobeit, Hartmut El Kurdi, Maria Linsmann
Dezember 2015 347 Brigitte Jakobeit, Hartmut El Kurdi, Maria Linsmann, Anja Robert, Judith Scholter (Juryvorsitz)
seit Januar 2016 ab 348 Brigitte Jakobeit, Maria Linsmann, Christoph Rieger, Anja Robert, Judith Scholter (Juryvorsitz)

Zitate über den Luchs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zeit und Radio Bremen stellen ab Oktober 1986 alle vier Wochen ein Buch vor, das aus dem Gros der Neuerscheinungen herausfällt. Geschrieben gegen schicke Trends, Booms, Klischees, gegen Bestsellerspekulationen und die Konformität des nur unverbindlich "Netten". Keine Allzweckliteratur, kein Gefühlsschrott, keine bequeme Konsumiervorlage zum Weiterdösen. Dass Kinder und Jugendliteratur nicht mit Katzentischlektüre verwechselt werden darf, hat sich herumgesprochen.“

Ute Blaich: Je bucher das Buch, in: Die Zeit vom 03.10.2986[1]

„[Der Luchs möchte] Kindern und Jugendlichen eine altersgemäße, aber künstlerisch hochwertige Literatur [...] bieten, die ihnen Welterklärung, Poesie und Lesemotivation zugleich sein kann. Luchs-prämierte Bücher bieten daher – glücklicherweise – keinen repräsentativen Überblick über die Gesamtproduktion deutschsprachiger Verlagsprogramme, wohl aber einen Querschnitt durch das obere Segment, die vielbeschworenen »Exzellenzen« der Kinder- und Jugendliteratur.“

Birgit Dankert: Weiches Tier mit scharfen Zähnen – 20 Jahre LUCHS Kinderbuchpreis, in: Die Zeit vom 16.11.2006, Nr. 47[2]

„Wenn also die Bücher, die wir unseren Kindern geben, die Erwachsenen von morgen formen, sollten wir nur die bewegendsten Geschichten auswählen: beflügelnde und verzaubernde, Welten öffnende, aberwitzige und trotzige, ja, auch anrührende und tieftraurige Texte und Bilder, die Drei-, Acht- und Vierzehnjährige ebenso fesseln und begeistern wie die vor- oder mitlesenden Erwachsenen.“

Katrin Hörnlein: Ein Schloss aus Geschichten, in: Die Zeit vom 17.03.2016, Nr. 13, S. 65[3]

Preisträger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Luchs des Monats-Preisträger (seit 1986)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Luchs des Monats wird seit 1986 vergeben. Untenstehende Auflistung ist unvollständig.

1980er[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1986

  • 1 Oktober: Frederick Douglass (Text), Dietlinde Haug (Übersetzung): Das Leben des Frederick Douglass als Sklave in Amerika von ihm selbst erzählt (Auswahlliste: Leif Jörgensen: Der lange Marsch der Männer von Patzen, Dietlof Reiche: Der Einzige)
  • 2 November: Mischa Damjan und Dušan Kàllay: Dezember und seine Freunde
  • 3 Dezember: Gert Loschütz (Text), F. K. Waechter (Illustration): Das Pfennig-Mal

1987

1990er[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1998

1999

2000er[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2000

2001

2002

2003

2004

2005

2006

2007

2008

2009

2010er[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gewinner des Monats-Luchses im Februar 2010: Roddy Doyle (2015 beim Kinder- und Jugendprogramm des 15. Internationalen Literaturfestivals Berlin)

2010

2011

2012

2013

2014

2015

2016

  • 348 – Januar: Chen Jianghong (Text und Illustration) und Tobias Scheffel (Übersetzung): Ich werde Berge versetzen
  • 349 – Februar: Dianne Touchell (Text) und Birgit Schmitz (Übersetzung): Kleiner Wahn
  • 350 – März: Jon Nichols (Text), Tucker Nichols (Illustration) und Kati Hertzsch (Übersetzung): Herr Sauermann sucht seine Zähne
  • 351 – April: Jan de Leeuw und Rolf Erdorf (Übersetzung): Eisvogelsommer
  • 352 – Mai: Owen Davey (Text und Illustration) und Gundula Müller-Wallraf (Übersetzung): Die Affenbande (Sach- und Bilderbuch)
  • 353 – Juni: Håkon Øvreås (Text), Øyvind Torseter (Illustration) und Angelika Kutsch (Übersetzung): Super-Bruno
  • 354 – Juli: JonArno Lawson (Text) und Sydney Smith (Illustration): Überall Blumen
  • 355 – August: Nils Mohl (Text): Zeit für Astronauten (Jugendbuch, ab 14 Jahre)
  • 356 – September: Mehrnousch Zaeri-Esfahani (Text): 33 Bogen und ein Teehaus (empfohlen ab 12 Jahre)

Luchs des Jahres-Preisträger (seit 1997)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Luchs des Jahres wird seit 1997 vergeben.

1990er[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2000er[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2010er[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

30-jähriges Luchs-Jubiläum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum 30-jährigen Jubiläum des Luchses wurde am 16. März 2016 in Leipzig im Rahmen der Leipziger Buchmesse erstmals ein Verlagsluchs vergeben. Ausgezeichnet wurden die drei Verlage, die seit Gründung des Luchs die meisten Monatsluchse erhalten haben: Hanser (38 Luchse), Beltz & Gelberg (31 Luchse), Carlsen (28 Luchse). Außerdem stellten in der ZEIT vom 17. März 2015 die Mitglieder der Luchs-Jury aktuelle Bücher vor, die ihrer Meinung nach zu Unrecht keinen Luchs erhielten. Folgende Bücher wurden genannt:

Jurymitglied Buchempfehlung
Anja Robert Jon Walter (Text), Martina Tichy (Illustration): Jenseits des Meeres
Christoph Rieger Anna Castagnoli (Text), Carll Cneut (Illustration), Ulrike Schimming (Übersetzung): Der goldene Käfig
Brigitte Jakobeit Matthew Quick (Text), Knut Krüger (Übersetzung): Goodbye Bellmont
Judith Scholter Lisa Williamson (Text), Angelika Eisold Viebig (Übersetzung): Zusammen werden wir leuchten
Maria Linsmann José Manuel Mateo (Text), Javier Martínez Pedro (Illustration), Ilse Layer (Übersetzung): Migrar
Hartmut El Kurdi Katharina Grossmann-Hensel (Text und Illustration): Eltern richtig erziehen

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise, Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Über den LUCHS: Das ganz besondere Kinder- und Jugendbuch. Abgerufen am 24. März 2016.
  2. 20 Jahre LUCHS Kinderbuchpreis: Weiches Tier mit scharfen Zähnen. Abgerufen am 24. März 2016.
  3. Katrin Hörnlein: Ein Schloss aus Geschichten. In: Die Zeit. Nr. 13, 17. März 2016, S. 65 (online).
  4. Luchs im August 2012
  5. Luchs im September 2012
  6. Luchs im November 2012
  7. Luchs im Januar 2013
  8. Luchs im Februar 2013
  9. Luchs im März 2013
  10. Luchs im April 2013
  11. Luchs im Juni 2013
  12. LUCHS-Preis Oktober 2013. Abgerufen am 24. März 2016.
  13. Luchs des Jahres 2014 auf www.radiobremen.de