Allyson Felix

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Allyson Felix Leichtathletik
Allyson Felix Doha 2015.jpg

Allyson Felix 2015

Nation Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Geburtstag 18. November 1985
Geburtsort Los Angeles
Größe 168 cm
Gewicht 57 kg
Karriere
Disziplin 100 m, 200 m, 400 m
Bestleistung 10,89 s (100 m)
21,69 s (200 m)
49,26 s (400 m)
Verein USC Trojans
Trainer Bob Kersee
Status aktiv
Medaillenspiegel
Olympische Spiele 4 × Gold 2 × Silber 0 × Bronze
Weltmeisterschaften 9 × Gold 3 × Silber 1 × Bronze
Hallen-WM 1 × Gold 0 × Silber 0 × Bronze
Jugend-WM 1 × Gold 0 × Silber 0 × Bronze
World Relays 0 × Gold 1 × Silber 0 × Bronze
Olympische Ringe Olympische Spiele
Silber Athen 2004 200 m
Gold Peking 2008 4 × 400 m
Silber Peking 2008 200 m
Gold London 2012 200 m
Gold London 2012 4 × 100 m
Gold London 2012 4 × 400 m
Logo der IAAF Weltmeisterschaften
Gold Helsinki 2005 200 m
Gold Osaka 2007 200 m
Gold Osaka 2007 4 × 100 m
Gold Osaka 2007 4 × 400 m
Gold Berlin 2009 200 m
Gold Berlin 2009 4 × 400 m
Gold Daegu 2011 4 × 100 m
Gold Daegu 2011 4 × 400 m
Silber Daegu 2011 400 m
Bronze Daegu 2011 200 m
Gold Peking 2015 400 m
Silber Peking 2015 4 × 100 m
Silber Peking 2015 4 × 400 m
Logo der IAAF Hallenweltmeisterschaften
Gold Doha 2010 4 × 400 m
Logo der IAAF Jugendweltmeisterschaften
Gold Debrecen 2001 100 m
IAAF.svg World Relays
Silber Nassau 2015 4 × 100 m
letzte Änderung: 30. August 2015

Allyson Felix (* 18. November 1985 in Los Angeles) ist eine US-amerikanische Sprinterin. Sie ist die erfolgreichste Teilnehmerin bei Weltmeisterschaften und besitzt die größte Medaillenausbeute einer Leichtathletin bei Olympia mit vier Gold- und zwei Silbermedaillen.

Kindheit und Jugend[Bearbeiten]

Geboren als Tochter von Paul, einem Pfarrer, und Marlean, einer Lehrerin, wuchs Allyson Felix in Kalifornien auf. Auch ihr älterer Bruder Wes Felix war zunächst Sprinter und wurde später ihr Manager. Felix ist überzeugte Christin. Sie sagt, dass ihr Talent ein Geschenk Gottes sei.[1] Sie besuchte die Los Angeles Baptist High School und wandte sich in der neunten Klasse der Leichtathletik zu.

2001 gewann sie bei den Jugend-Weltmeisterschaften die Goldmedaille über die 100-Meter-Strecke in 11,57 s. 2003 wurde sie vom Fachmagazin Track & Field News zur High School Athlete of the Year gekürt. Im selben Jahr lief sie in Mexiko 22,11 s über die 200-Meter-Distanz, was von der Zeit her einen neuen Jugendweltrekord bedeutet hätte, allerdings wurde der Lauf nicht als solcher von der IAAF anerkannt, da der Meetingveranstalter keine Dopingkontrollen durchgeführt hatte.[2] Mit ihrem High-School-Abschluss in der Tasche unterschrieb sie mit 18 Jahren einen Profivertrag von Adidas.

Karriere[Bearbeiten]

Bei den Olympischen Sommerspielen 2004 in Athen gewann sie die Silbermedaille im 200-Meter-Lauf (22,18 s) hinter Veronica Campbell (JAM) und vor Debbie Ferguson (BAH). Mit ihren 22,18 s stellte sie dort einen Junioren-Weltrekord für die 200-Meter-Strecke auf (gültiger Rekord; Stand: Juli 2015).

Bei den Weltmeisterschaften 2005 in Helsinki wurde sie Weltmeisterin im 200-Meter-Lauf in 22,16 s vor Rachelle Boone-Smith (USA) und Christine Arron (FRA). Sie war damit die jüngste Sprinterin, die je bei Weltmeisterschaften Gold gewann.

WM-Sieg über 200 Meter in Ōsaka

Bei den Weltmeisterschaften 2007 in Ōsaka verteidigte Allyson Felix ihren Weltmeistertitel über die 200 Meter mit einer neuen persönlichen Bestzeit von 21,81 s. Nur einen Tag später gewann sie mit der 4-mal-100-Meter-Staffel ebenfalls Gold. Am Schlusstag der Wettkämpfe schaffte sie ebenfalls Gold mit der 4-mal-400-Meter-Staffel, was sie zur zweiten Athletin nach Marita Koch machte, die drei Weltmeistertitel bei einer Meisterschaft holen konnte.

Bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking gewann sie erneut die Silbermedaille im 200-Meter-Lauf (21,93 s), wiederum hinter Veronica Campbell-Brown (JAM) und vor Kerron Stewart (JAM), sowie olympisches Gold mit der 4-mal-400-Meter-Staffel. Über 100 Meter hatte sie die Qualifikation mit einem fünften Platz bei den nationalen Meisterschaften verpasst, obwohl sie im Mai mit 10,93 s zum ersten Mal unter elf Sekunden geblieben war.[3]

Bei den Weltmeisterschaften 2009 in Berlin siegte sie erneut über die 200 Meter (22,02 s) vor Veronica Campbell-Brown und Debbie Ferguson-McKenzie. Sie ist damit die erste Leichtathletin, der drei Titelgewinne bei Weltmeisterschaften auf derselben Sprintstrecke gelangen. Am Schlusstag der Wettbewerbe gewann sie außerdem mit der 4-mal-400-Meter-Staffel die Goldmedaille. Sowohl über 200 als auch 400 Meter war sie die letzten drei Jahre mit ihren Saisonbestleistungen jeweils unter den „magischen“ Marken von 22 und 50 Sekunden geblieben.

2010, einem Jahr ohne deutlichen Höhepunkt, da Olympia- und WM-frei, konzentrierte sie sich erstmals auch auf die 400-Meter-Distanz. Über die Saison hinweg gewann sie die Gesamtwertung über 200 und 400 Meter der erstmals ausgetragenen Meeting-Serie Diamond League und blieb in 21 von 22 Rennen ungeschlagen, allerdings ohne ihre Bestleistungen zu verbessern.

Felix muss sich im 400-Meter-Finale von Daegu Amantle Montsho geschlagen geben

Bei den Weltmeisterschaften 2011 im südkoreanischen Daegu war Felix die erfolgreichste Athletin, obwohl sie im 400-Meter-Lauf trotz persönlicher Bestleistung von 49,59 s hinter Amantle Montsho nur Silber holte und sich über 200 Meter mit der Bronzemedaille begnügen musste. Allerdings gewann sie sowohl mit der 4-mal-100- als auch mit der 4-mal-400-Meter-Staffel der USA Gold.

Felix bei den Olympischen Spielen 2012 im 4-mal-400-Meter-Staffel-Finale

2012 musste sich Felix entscheiden, ob sie neben der 200-Meter-Distanz über 100 oder 400 Meter bei den Olympischen Spielen antreten wollte. Sie entschied sich für die kürzere Sprintstrecke und konnte sich schlussendlich für Olympia qualifizieren, nachdem sie zuvor zeitgleich mit Jeneba Tarmoh den dritten Platz bei den Ausscheidungswettkämpfen belegt hatte; ein angesetztes Entscheidungsrennen sagte diese ab, womit Felix vom US-Verband für das olympische Team ausgewählt wurde.[4] Eine neue persönliche Bestleistung fiel hingegen über 200 Meter. Mit der viertschnellsten jemals gelaufenen Zeit von 21,69 s siegte sie vor Carmelita Jeter und Sanya Richards-Ross.

Am 8. August 2012 gewann Felix bei den Olympischen Spielen 2012 den 200-Meter-Lauf vor Shelly-Ann Fraser-Pryce und Carmelita Jeter. Es war ihre erste Einzel-Goldmedaille bei Olympischen Spielen. Zuvor war sie trotz persönlicher Bestleistung von 10,89 s nur Fünfte im 100-Meter-Finale geworden war. Im Finale der 4-mal-100-Meter-Staffeln lief sie mit ihren Teamkolleginnen zu Gold und auch zu neuem Weltrekord.[5] Dieser hatte zuvor über 26 Jahre Bestand gehabt. Zusammen mit Tianna Madison, Bianca Knight und Carmelita Jeter unterbot sie den alten Rekord in 40,82 s um mehr als eine halbe Sekunde. Einen Tag später holte sie mit der 4-mal-400-Meter-Staffel ihr drittes Gold bei den Olympischen Spielen in London und kürte sich somit zur erfolgreichsten weiblichen Leichtathletin dieser Spiele.[6]

Am 25. Mai 2013 verbesserte sie bei den Great City Games in Manchester die Weltbestzeit über 150 Meter von 16,50 s auf 16,36 s. Als Favoritin angereist und als Schnellste im Halbfinale konnte sie das 200-Meter-Finale bei den Weltmeisterschaften in Moskau aufgrund einer Oberschenkelverletzung nicht beenden.

Nach einer Pause von neun Monaten gab sie im Mai 2014 in Doha ihr Comeback. Über 200 Meter gewann sie durch einen Sieg beim Brüsseler Meeting in Weltbestleistung von 22,02 s bereits zum zweiten Mal nach 2010 das Diamond Race.

Laufstil[Bearbeiten]

Allyson Felix ist für ihren „eleganten“[7] Laufstil bekannt, der ihr den Vergleich mit einer Gazelle und mit Wilma Rudolph eingebracht hat.[8][9]

Obwohl mit einer Größe von 1,68 m nicht überdurchschnittlich groß, fällt besonders ihr raumgreifender Schritt auf. Ihre durchschnittliche Schrittlänge (2,17 m, gemessen im 100-Meter-Lauf der US-Meisterschaften 2007; 2,38 m auf der 100-Meter-Zielgerade des 200-Meter-Laufs der Olympischen Spiele 2012) entspricht dem Durchschnitt männlicher Topsprinter und ist rund 20 Zentimeter länger als die ihrer Konkurrentinnen.[10] Dafür ist ihre Schrittfrequenz dementsprechend niedriger und liegt nur bei knapp über 4 Schritten pro Sekunde. Sie selbst sagte über ihren Laufstil, dass es für Leute, die sie rennen sehen, aussähe, als würde sie schweben, aber nicht schnell rennen.[11]

Persönliche Bestzeiten[Bearbeiten]

  • 100 m: 10,89 s, London, Großbritannien, 4. August 2012
  • 200 m: 21,69 s, Eugene, Vereinigte Staaten, 30. Juni 2012
  • 400 m: 49,26 s, Peking, China, 27. August 2015

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Allyson Felix – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Offizielle Website von Allyson Felix
  2. Allyson Felix. Abgerufen am 25. August 2015.
  3. Bob Ramsak, IAAF: US Trials behind her, still some unfinished business for Felix. Abgerufen am 1. August 2015.
  4. Mary Pilon, New York Times: Olympic Spot Conceded Without Runoff. Abgerufen am 1. August 2015.
  5. HDsports.at: US-Damen Staffel sprintet zum Weltrekord! (abgerufen am 10. August 2012)
  6. Basler Zeitung: Allyson Felix krönt sich zur Leichtathletik-Queen (abgerufen am 12. August 2012)
  7. Ben Bloom, Telegraph: Allyson Felix takes it all in her elegant stride. Abgerufen am 1. August 2015.
  8. sportschau.de: Allyson Felix – Eine goldene "Gazelle". Abgerufen am 1. August 2015.
  9. Duncan Mackay: The shining light. The Guardian, 20. Juli 2008, abgerufen am 27. August 2015.
  10. Warren Doscher: The Art of Sprinting. McFarland, 2009. S. 210 ff.
  11. Sean Gregory, Time: How Getting Mean Got Allyson Felix Gold. Abgerufen am 1. August 2015.