Bremische Wirtschaft

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Bremen Wappen(Mittel).svg Wappen Bremerhaven.png

Die Bremische Wirtschaft im Bundesland Freie Hansestadt Bremen als Zwei-Städte-Staat mit den Städten Bremen und Bremerhaven ist historisch geprägt durch die Weser, die Nordsee und die Wasserstraßen und damit durch die Hafenwirtschaft in der Hafengruppe Bremen/Bremerhaven mit den Stadtbremischen Häfen und den Häfen in Bremerhaven.

Hafenwirtschaft, Handel, Schiffbau-, Automobilbau-, Luft- und Raumfahrt-, Stahl-, Elektronik- und Nahrungsmittelindustrie sowie Dienstleistungs- und High-Tech-Standort sind die kennzeichnenden Wirtschaftsbereiche.

Das Bruttoinlandsprodukt im Land Bremen belief sich 2012 auf 27,7 Mrd. Euro und hatte in Deutschland einen Anteil von 1 %[1]

Das Land Bremen gehört zur Europäischen Metropolregion Bremen/Oldenburg.


Bremer Wahlspruch am Bremer Schütting

Der Wahlspruch der Bremer, vor allem in Handel und Gewerbe, lautet:

„Buten un Binnen, Wagen un Winnen“ (draußen und drinnen – abwägen und gewinnen).

Er steht über dem Portal des Schüttings, dem Sitz der Handelskammer Bremen am Bremer Marktplatz.

Geschichte[Bearbeiten]

Hauptartikel: Geschichte der Stadt Bremen

Das auf einer Düne gelegen Dorf Bremen war im 8. Jahrhundert Fähr- und Etappenort vom Durchgangsverkehr und lebte zunächst auch noch von der Viehlandwirtschaft. Durch die Lage an der Weser etablierte sich Bremen schon bald als Umschlagplatz für friesische Händler, die mit seetauglichen Schiffen an den Küsten handelten. Die Balge (Arm der Weser) diente als natürlicher Hafen.

Stadtwappen

Nachdem der Erzbischof in Bremen sich um 850 hier ansiedelte, entstand schnell eine Stadt, die 888 das Markt- und Münzrecht erlangte. Bremische Münzen wurden später in den Umlauf gebracht. Der Handel brachte Erfolge und wirtschaftlichen Aufschwung für die seit 1186 freie Reichsstadt. Eine kleine Oberschicht von etwa 30 Familien beherrschten im 14. Jahrhundert die wirtschaftlichen Grundlagen. Die Bremer Eke diente vor allem im 14. und 15. Jahrhundert als häufig eingesetztes Binnenschiff.

Schlachte 1862

Bremen war seit 1260 viermal Mitglied der Hanse, die zunächst als „Kaufmannshanse“ und dann als „Städtehanse“ zur Vertretung gemeinsamer wirtschaftlicher Interessen bestand. Die Bremer Handelsflotte hatte um 1560 cirka 65 Schiffe. Die Weser versandete zunehmend. Für die Handelsschiffe wurde es schwieriger an der Schlachte in Bremen anzulegen. Von 1619 bis 1623 wurde deshalb flussabwärts Vegesacker Hafengelegenen angelegt.

1451 hatten sich die „Elterleute“ der Kaufmannschaft eine Satzung gegeben. Mit den Statuten für die „kopmann tho Bremen“ begann die organisierte Selbstverwaltung der bremischen Wirtschaft. Beim Aufstand der 104 Männer wurde in einer erfolglosen Revolte von 1532 versucht, das auch die einfachen Handwerker gleichberechtigt am wirtschaftlichen Geschehen beteiligt würden. Erst 1849 entstanden Handelskammer und Handwerkskammer. In der Bremischen Bürgerschaft mit dem 8-Klassen-Wahlrecht von 1854 dominierten Kaufleute (48 Sitze), Gewerbetreibende (24) und Akademiker (16), die 88 von 150 Sitze einnahmen.

Linzer Diplom

1646 wurde Bremen durch das Linzer Diplom eine Freie Reichsstadt.

1783 begann der direkte Transatlantikhandel mit den USA.

Um sich den Zugang zum Seehandel zu erhalten, erwarb Bremen 1827 ein Gelände an der Wesermündung und gründete Bremerhaven. Es entstand die Hafengruppe Bremen/Bremerhaven mit den Stadtbremischen Häfen und den Häfen in Bremerhaven. Zur Erschließung der Bremer Häfen wurde die Weser zwischen 1875 und 1895 (die Weserkorrektion) begradigt.

1870: NDL-Abfertigungshalle

Der Handel in Bremen mit Baumwolle, Tee, Reis, Kaffee, Tabak, Wein und Zitrusfrüchten hatte große Bedeutung. Es entstanden Kaffeeröstereien wie Ronning 1894, Kaffee Hag im 19. Jh, Eduscho um 1924. Im 19./20. Jahrhundert war der Tabakhandel in Bremen ausgeprägt. Die Tabakindustrie ist jedoch weitgehend abgewandert. Eine Werftindustrie entwickelte sich im 19. Jahrhundert (Lange 1816, AG Weser 1872, Bremer Vulkan 1893, Deschimag 1926) die in Bremen nach 1983/1997 ihre Bedeutung verlor. Große Reedereien wie der Norddeutscher Lloyd (NDL) von 1857 prägten die Wirtschaft. Die Bremer Baumwollbörse wurde 1872 gegründet. Führende Speditionen und Logistikdienstleister haben sich angesiedelt.

Containerterminal

Bremerhavens Wirtschaft war und ist eng mit den Häfen verbunden. Im Fischereihafen Bremerhaven von 1885 und vor allem in Geestemünde von 1896 war eine großte Fischfangflotte angesiedelt, geblieben ist die Lebensmittelindustrie. Südfrüchte wie Bananen wurden im Kaiserhafen umgeschlagen. Der Container-Terminal Bremerhaven, die Columbuskaje für den Passagierverkehr von 1928, die Werften in Bremerhaven und der Kraftfahrzeug-Umschlag hatten und haben wirtschaftliche Erfolge.

1890 fand die Nordwestdeutsche Gewerbe- und Industrieausstellung als Leistungsschau der Wirtschaft statt. 1890 wurde in Bremen die Deutsch-Amerikanische Petroleum Gesellschaft gegründet, aus der später die deutsche Esso wurde.

Seit 1847 fand auf der Bahnstrecke Bremen – Hannover der erste Zugverkehr statt. Das Eisenbahnnetz mit vielen Bahnhöfen (u.a. Bremen Hauptbahnhof 1847, Bremerhaven Hauptbahnhof 1914) wurde ständig ausgebaut.

Der Flughafen Bremen, seit 1909 in Bremen, öffnete sich 1920 für Linienflüge. Um das Terminalgebäude von 1995 entstand ein Airport-Center. Mit Focke-Wulf begann hier eine Luftfahrtindustrie, die mit Erno und Airbus Bremen eine Fortsetzung fand.

Von 1924 bis 1961 produzierte Borgward in Bremen Autos, seit den 1980er Jahren die Mercedes-Werke.

1908 wurde die Norddeutsche Hütte in Bremen gebaut. Seit 1957 bestehen hier die Stahlwerke Bremen.

In Bremen gab es im 19./20. Jahrhundert eine Reihe auch größerer Brauereien. Aktuell besteht in Bremen die Großbrauererei Beck’s.

Nach dem Zweiten Weltkrieg konnte die bremische Wirtschaft einen deutlichen Aufschwung erleben. Zunächst waren hohe Wachstumsraten des Bruttoinlandsprodukt zu verzeichnen. Der Anteil des Wirtschaftssektors Gewerbe und Industrie nahm ab und der Anteil im Dienstleistungsbereich deutlich zu. Die Anzahl der Berufspendler nahm zwischen nach 1950 drastisch zu, da viele Einwohner im Umland der beiden Städte siedelten und in Bremen arbeiteten.

Das traditionsreiche Handwerk hatte in Bremen 1949 noch rund 9000 Betriebe; 2005 waren es noch 2797. Auffallend war der sehr starke Rückgang im Bereich Textilindustrie. In den beiden Städten hatte das Bauhauptgewerbe in der Zeit des Wiederaufbaus eine bedeutsame Rolle.

Uni Bremen

Mit dem Bau der Universität Bremen seit 1969 entwickelte sich auch ein Wirtschaftsbereich der Wissenschaften an der Uni und in dem benachbarten „Technologiepark Bremen“.

Bremerhaven wurde seit den 1990er Jahren ein Zentrum der Windenergieanlagen.

Der Städtetourismus im Land Bremen hat seit den 1980/90er Jahren eine beachtliche Bedeutung erhalten.

Die Arbeitslosenquote im Land Bremen war von 1950 bis 1980 ähnlich wie im Bundesgebiet. Danach gab es im Land Bremen immer deutlich mehr Arbeitslose als im Bundesgebiet. Vor allem in Bremerhaven musste immer mehr Arbeitslose hingenommen werden. Die hohe Arbeitslosenquote in der Seestadt führte zu einem Bevölkerungsrückgang.

Einwohnerentwicklung und Wirtschaft[Bearbeiten]

1350 hatte Bremen rund 20.000 Einwohner 1748 waren es 28.000 Einwohner, 1875 wohnten 102.499 Bürger in der Stadt, 1911 dann 250.000, Ende 1945 schon 366.427 Einwohner, 1956 waren es 507.952 Einwohner und 2010 schließlich 547.340 Einwohner.

1845 wohnten in Bremerhaven 3000 Bürger, 1900 waren es 20.315 Einwohner, 1945 im vereinigten Wesermünde 98.577 und 1974 wurde mit 144.529 Einwohnern der Höchststand erreicht. Danach nahm die Einwohnerzahl deutlich ab. 2010 waren es 113.366 Einwohner in Bremerhaven, ein Minus von rund 21 %.

Die langfristige Einwohnerentwicklung von Bremen und von Bremerhaven ließen mit Oldenburg, Wilhelmshaven und den Umlandgemeinden eine wirtschaftlich gestärkte Metropolregion Bremen/Oldenburg mit 2,37 Millionen Einwohnern entstehen.

Wirtschaftsbereiche[Bearbeiten]

Nach Angaben der Handelskammer Bremen gab es 2011 in Bremen 5544 Betriebe in der gewerblichen Wirtschaft, davon 145 Betriebe des Mittelstandes, der Rest Kleinbetriebe mit weniger als 50 Beschäftigte. 298 Betriebe bilden dabei aus und stellten 3407 Auszubildende ein.

Hafen- und Seewirtschaft[Bearbeiten]

Containerschiff am Container-Terminal Bremerhaven
Kalihafen Bremen
Hauptartikel: Häfen (Bremen)

Hinweis: Zu Angaben über die Einzelstandorte, den Seeverkehr, den Hafenumschlag, die Containerhäfen, den Passagierverkehr, den Autoumschlag und die Binnenschifffahrt siehe bei den o.a. Hauptseiten, insbesondere bei Hafengruppe Bremen/Bremerhaven.

Die Schifffahrt hatte in Bremerhaven und Bremen eine prägende Bedeutung. Sie ist auch heute noch ein wichtigen Wirtschafts- und Arbeitsmarktfaktor. Die Bremischen Häfen in Bremen und Bremerhaven bilden den zweitgrößten deutschen Universalhafen.

2005 waren bundesweit 174.000 Arbeitsplätze von den Bremischen Häfen abhängig, davon 86.000 im Land Bremen.[2]

2008 wurde in der Hafengruppe im Güterverkehr über See 74,5 Mio. Tonnen umgeschlagen, 2013 waren es 78,8 Mio. Tonnen. 2008 legten 9646 Schiffe mit insgesamt 200 Mio. BRZ an, davon 5276 Containerschiffe, 1627 Stückgutfrachtschiffe, 1050 Ro-Ro-Schiffe/Fährschiffe, 570 Fahrzeugtransportschiff, 482 Schüttgutfrachter, 350 Tanker, 78 Passagierschiffe und 213 sonstige Schiffe. Der Containerumschlag hat einen Anteil von rund 75 %.

Bremerhaven kann tiedeunabhängig bei einem Tiefgang von 12,8 m (nach Ausbau 13,8 m) von großen Containerschiffen erreicht werden. Der Schwerpunkt des wachsenden Umschlaggeschehens liegt in Bremerhaven. Der südlichste deutsche Seehafen Bremen konzentriert sich auf wertschöpfungsintensive Tätigkeiten.

Bremens wichtigste Handelspartner sind die USA, die VR China, Norwegen, Russland, Schweden, Niederlande, Polen, Finnland, Großbritannien, Lettland, Kanada, Italien, Vereinigte Arabische Emirate, Hongkong, Indien und Singapur. Knapp die Hälfte der Warenumschläge finden zu Staaten in Europa statt.

In Bremerhaven sind angesiedelt

In Bremen wurden 2013 rund 12,6 Mio. Tonnen Seegüter umgeschlagen in den Häfen

  • rechts der Weser:
    • der durch die Schleuse Oslebshausen tidefreie Industriehafen bestehend aus Ölhafen, Hüttenhafen, Kohlenhafen (Kraftwerk Hafen), Kalihafen, Hafen A (Hafenkanal), Hafen E und Hafen F
    • in der Überseestadt der Holz- und Fabrikenhafen, der Europahafen (nur noch Freizeithafen) und der Getreidehafen
    • in Farge der Seehafen für das Kraftwerk Farge
  • links der Weser:
    • der Neustädter Hafen mit dem Containerterminal (nahe dem Güterverkehrszentrum)
    • der kleine Hohentorshafen

Um auch immer größer werdende Schiffe abfertigen zu können, beteiligt sich das Land Bremen zusammen mit dem Land Niedersachsen am JadeWeserPort in Wilhelmshaven, einem Hafen für sehr große Containerschiffe.

Darüber hinaus gibt es in Bremerhaven und Bremen verschiedene kleinere Hafenanlagen als Tankerhafen, Museumshafen sowie Yacht- und Schlepperhäfen.

Die Maritime Woche an der Weser ist eine siebentägige, jährlich stattfindende Veranstaltung in Bremen mit dem Ziel über die maritime Wirtschaft, Wissenschaft und Freizeitmöglichkeiten zu informieren.

Binnenschifffahrt[Bearbeiten]

Die Hafengruppe Bremen/Bremerhaven hatte in der Binnenschifffahrt 2012 einen Güterumschlag von 6,4 Mio. Tonnen (davon 4,8 Mio. Tonnen in Bremen), die von 6 bis 7 Tausend Binnenschiffen transportiert werden. Der Standort ist einer der größten Binnenhäfen in Deutschland (Rang 7). Bedingt durch die vielen einzelnen Häfen/Liegeplätze ist dieser Verkehr sehr dezentral.[3]

Hafenbetrieb[Bearbeiten]

Der Hafenbetrieb wurde bis 2002 durch das Hansestadt Bremische Amt und nach der Privatisierung durch die Hafenmanagementgesellschaft Bremenports GmbH organisiert. Die Gesellschaft mit Sitz in Bremerhaven hat 400 Beschäftigte.

Die Umschlagsbereiche werden betrieben von

Industrie[Bearbeiten]

Stahlwerk Bremen

Die Industrie im Land Bremen beschäftigte 1950 rund 60.000 Kräfte. Bis 1960, dem Jahr mit den meisten Beschäftigten in diesem Bereich, steigerte sich die Beschäftigungszahl um 80 %; deutlich mehr als im Bundesdurchschnitt. Danach nahm die Beschäftigungszahl kontinuierlich leicht ab. Nach der Wiedervereinigung kamen kurzfristig von 1989 bis 1991 rund 7000 Stellen wieder hinzu. Bis 2006 musste dann eine besonders starke Stellenreduzierung verzeichnet werden.

Zu den größten industriellen Firmen zählten und zählen in Bremen bis 1961 Borgward, seit den 1980er Jahren die Mercedes-Werke, seit 1957 die Stahlwerke Bremen, bis 1983 die Großwerft AG Weser und bis 1998 der Bremer Vulkan sowie in Bremerhaven die früheren Werftbetriebe Rickmers und Seebeck und heute noch die Lloyd Werft Bremerhaven und die MWB Motorenwerke Bremerhaven. Neue Industriefirmen wie die für Elektrotechnik und Elektronik (Atlas Elektronik, Lloyd Dynamowerke), Luft- und Raumfahrttechnik (Astrium Bremen, Airbus Bremen, Orbitale Hochtechnologie Bremen (OHB)), Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik (Flowserve), Windtechnik (ForWind, Energiekontor, Energiequelle GmbH) und Bereiche der Wasser- und Hafenwirtschaft (Kocks Krane) entstanden oder bauten ihre Stellung aus.

Im deutschen Vergleich ist Bremen (2014) der fünftgrößte Industriestandort, nach Hamburg, Wolfsburg, München und Köln aber vor Berlin. Der Industrieumsatz ist in Bremen von 2011 bis 2012 um rund 1,4 Mrd. auf fast 23,6 Mrd. Euro/Anno gestiegen. Die Industrie hat in Bremen einen Anteil von 27 % der Bruttowertschöpfung sowie die höchste Exportquote von 55,1 % (Niedersachsen: 44 %, Hamburg: 24 %).[4]

Die Tabelle der Beschäftigten zeigt bei den einzelnen Bereichen,

  • dass die Glanzzeiten im Schiffbau nach 1980 vorbei sind und nach dem Konkurs vom Vulkan Bremen nach 1998 keine größere Bedeutung mehr hat,
  • dass im Fahrzeugbau die Beschäftigungszahl deutlich niedriger war, durch den Konkurs von Borgward,
  • den Aufschwung im Fahrzeugbau durch die Ansiedlung der Mercedes-Benz-Werke,
  • dass in der Ernährungsindustrie durch Rationalisierungen die Beschäftigungszahlen kontinuierlich sank.
Jahr Beschäftigte
im Land Bremen
Grundstoffe
und Güter
Schiffbau Fahrzeuge Ernährung,
Tabak
Maschinen-
bau
Beschäftigte
in Deutschland
Anzahl +/- in % Anzahl Anzahl Anzahl Anzahl Anzahl Anzahl +/- in %
1950 59.445 5.568 9.412 8.960 9.358 6.199 4,8 Mio.
1960 107.289 + 80 % 10.799 16.322 21.253 17.064 11.430 8,1 Mio. + 69 %
1970 101.557 - 5,3 % 10.651 15.752 9.598 22.906 12.853 8,6 Mio. + 6,0 %
1980 89.564 - 11,8 % 9.954 14.157 13.606 20.230 7.405 7,7 Mio. - 10,5 %
1990 82.380 - 8,0 % 8.737 6.989 22.740 14.157 6.970 7,4 Mio. - 3,8 %
2000 64.801 - 21,3 % ? 1.766 22.616 11.401 5.352 6,4 Mio. - 13,5 %
2006 55.753 - 13,9 % ? 1.581 19.999 9.291 7.682 5,9 Mio. - 7,8 %

Werften[Bearbeiten]

AG Weser im Modell
Werften um 1900 in Bremerhaven an der Geeste
Schwimmdock in Bremerhaven
Mercedes-Benz-Werk, Hermann-Koenen-Straße
Bremen[Bearbeiten]
Hauptartikel: Bremer Werften

Die Bremer Werftenwirtschaft hat nach den 1980er Jahren durch die weltweiten Werftenkrisen einen dramatischen Niedergang hinnehmen müssen.

Die Großwerften AG Weser und der Bremer Vulkan mussten 1983 bzw. 1997 schließen. Weitere Werften wie die Adler Werft (bis 1964) und die Burmester Werft (bis 1979) verschwanden. Die noch bestehenden Werften wie Lürssen-Werft und Rolandwerft haben nur noch einen geringen Anteil an der bremischen Wirtschaft.

Bremerhaven[Bearbeiten]
Hauptartikel: Werften in Bremerhaven

Viele der traditionsreichen Werftbetriebe in Bremerhaven wie Tecklenborg, Rickmers Reederei, Seebeck, Schichau und Siegholtwerft schlossen im Laufe der weltweiten Werftenkrise. Die bestehenden Betriebe mussten ihre Belegschaft aufgrund der fehlenden Aufträge stark verringern. Bremerhaven bleibt mit der Lloyd Werft Bremerhaven, den MWB Motorenwerke Bremerhaven, den Reparaturwerften BREDO und Rickmers-Lloyd ein bedeutender Werftstandort.

Geringere Wertschöpfung erreicht nach dem Niedergang des Neubaugeschäfts die Zulieferindustrie für Werftbetriebe im Reparaturgeschäft.

Automobilwirtschaft[Bearbeiten]

Von 1924 bis 1961 produzierte in Bremen-Sebaldsbrück Borgward in Bremen Fahrzeuge u.a. der Marken Borgward, Goliath, Hansa, Lloyd und Brennabor. Das Borgwardwerk in Sebaldsbrück wurde von der Hanomag übernommen. Ab 1979 entstand unter Leitung von Wolfgang Schreck das Mercedes-Benz-Werk in Bremen - Sebaldsbrück. Heute (2013) ist die Daimler AG der größte private Arbeitgeber in Bremen. Im Werk Bremen sind rund 13.000 Mitarbeiter beschäftigt, hier werden Fahrzeuge der C-, E- und SL-Klasse gefertigt.

Stahl[Bearbeiten]

Norddeutsche Hütte

Von 1908 bis 1911 wurde die Norddeutsche Hütte in Bremen-Gröpelingen aufgebaut. Erster Aufsichtsratsvorsitzender und Mitgründer war NDL-Generaldirektor Heinrich Wiegand. Die Hütte mit einem angegliederten Zementwerk bestand bis 1945.

1954 begannen am gleichen Standort die Klöckner-Werke mit dem Aufbau eines Stahlwerkes, das 1957 die Produktion der Stahlerzeugung aufnahm. 1985 wurde das Blockwalzwerk I an die Reiner Brach GmbH&Co. KG verkauft, nachdem es zwei Jahre zuvor mit Aufgabe der Blockgusslinie stillgelegt wurde. Seit 1994 gehörte der Rest des Hüttenwerks zum Arbed-Konzern, seit 2002 fusioniert in der Arcelor-Gruppe und seit 2007 bei ArcelorMittal. Im Werk ArcelorMittal Bremen sind ca. 3100 Mitarbeiter beschäftigt, die bis zu vier Mio. Tonnen Rohstahl produzieren können.

Luft-, Raumfahrtindustrie und Luftverkehr[Bearbeiten]

Erste Flugzeuge auf dem Neuenlander Feld um 1910

In der Bremer Neustadt befindet sich der internationale Flughafen Bremen (BRE). Dieser Luftverkehrsstandort ist seit 1909 dort angesiedelt. Seit 1920 starten hier Linienflüge. Mit Focke-Wulf begann hier 1923 eine Luftfahrtindustrie. Seit 1961 wurde durch Fusionen die Vereinigte Flugtechnische Werke (VFW) gegründet, 1981 dann Teil des Luftfahrtkonzerns Messerschmitt-Bölkow-Blohm. 1961 gliederte das Unternehmen die Raumfahrtaktivitäten in den neu gegründeten Entwicklungsring Nord (ERNO) aus. Seit 1970 mit der Gründung von Airbus unter Beteiligung von Fokker/VFW entstand hier das Werk Bremen von Airbus.

Um das Flughafen-Terminalgebäude entwickelte sich seit 1995 ein Airport-Center mit zahlreichen Niederlassungen von teilweise internationalen Unternehmen.

Energiewirtschaft[Bearbeiten]

Windenergie[Bearbeiten]

Windkraftanlage bei Bremerhaven

Bremerhaven ist ein Standort der Offshore-Windenergie-Aktivitäten in Deutschland. Der Anteil des Maschinenbaus wuchs in den letzten Jahren aufgrund der Vorbereitungen für die Produktion von Windenergieanlagen für Offshore-Windparks. In Bremerhaven, vor allem im Bereich Fischereihafen und zukünftig im Luneort, befinden und entwickeln sich Unternehmen der Windenergie-Industrie und ihrer Zulieferer mit Herstellern wie WeserWind (Bremerhaven), Areva (Frankreich) und Senvion (ex. Repower, Hamburg). Ein neues Terminal für Offshore-Windenergie-Verladung soll ab 2014 im Blexer Bogen vor der Luneplate gebaut werden.

Führende Forschungseinrichtungen wie das Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) und windenergiespezifische Studiengänge an der Hochschule Bremerhaven begleiten die Zukunftsaufgabe Windenergie.

Bremen: Ende 2012 gab es in Bremen 77 Windräder mit einer Gesamtleistung von 149 MW.[5] Die jährliche Stromerzeugung von 168.000 Megawattstunden (MWh) in der Stadt Bremen soll vor allem durch den Austausch von leistungsfähigeren Anlagen bis 2020 auf eine Jahresproduktion von 330.000 MWh ausgebaut werden; das entspricht dem Bedarf von 120.000 Haushalten.[6]

Siehe dazu auch die Liste von Windkraftanlagen in Bremen, Hamburg und Niedersachsen.

Wärmekraftwerke[Bearbeiten]

Kraftwerk Hafen

In der Stadt Bremen bestehen als größere Kraftwerke:

In Bremerhaven gibt es das Müllheizkraftwerk an der Autobahn A 27, das aus der Verbrennung von 285.000 Mg Abfall jährlich bis zu 100.000 MWh Strom und rund 300.000 MWh Fernwärme gewinnt. Es hatte im Jahre 2011 eine maximale Netto-Wärme-Nennleistung von 60 MW.[7]

Der Zuwachs an Kraftwerkskapazitäten soll auch durch geplante verlängerte Laufzeiten des Steinkohlekraftwerks Bremen-Hafen Block 6 bis 2035, des Kraftwerks Farge bis 2024 sowie das geplante Neubau eines Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerks in Bremen-Mittelsbüren mit einer Leistung von 450 MW bis voraussichtliche 2013 bewirkt werden.

Das größte Energieversorgungsunternehmen im Land Bremen ist die swb AG in Bremen mit 2470 Beschäftigten, die Vertrieb und Netze in Bremen und Bremerhaven unterhält.

Wasserkraft[Bearbeiten]

Wegen der geographischen Lage ist die Wasserkraftnutzung in Bremen nur eingeschränkt möglich. Im Zusammenhang mit der Weserkorrektion gibt es seit über 100 Jahren in Bremen-Hastedt eine Stauanlage, an der aufgrund der Wasserstandsverhältnisse elektrischer Strom erzeugt werden kann. Das neue Weserkraftwerk Bremen, ein Gemeinschaftsprojekt von Enercon und der swb wurde im Winterhalbjahr 2011/2012 mit 10 MW elektrischer Leistung in Betrieb genommen.

Ernährungswirtschaft[Bearbeiten]

Die Ernährungswirtschaft ist mit 3,3 Mrd. Euro Jahresumsatz (2010) der zweitgrößte Industriezweig in Bremen. Die größeren Unternehmen dieser Branche haben sich 2011 im Land Bremen zu dem Verein Nahrungs- und Genussmittelindustrie (NaGeB) zusammengeschlossen.

Bremen[Bearbeiten]

Getreideverkehrsanlage Bremen

In Bremen gab es noch im 19./20. Jahrhundert eine Reihe größerer Brauereien wie die Dreßler-Brauerei (1870–um 1930), Hemelinger Actien Brauerei (1876–1921) oder die St. Pauli-Brauerei (1857–1918).
Aktuell besteht in Bremen die Großbrauererei Beck’s.

Kaffeeröster haben in Bremen Tradition. Die Roselius-Familie führten im 19. Jahrhundert eine Rösterei, die später die Marke Kaffee Hag lieferte, Carl Ronning gründete 1894 seine Rösterei und durch Eduard Schopf entstand um 1924 die Marke Eduscho.

Im 19./20. Jahrhundert war der Tabakhandel in Bremen ausgeprägt. Die Tabakindustrie ist bis auf die Martin Brinkmann AG jedoch weitgehend abgewandert.

Unternehmen[Bearbeiten]

Die Großbrauererei Beck’s in der Neustadt, ist seit 2002 Tochterunternehmen der belgischen Interbrew-Gruppe (InBev) und stellt neben Beck'sBier auch die Marken Haake-Beck und Hemelinger Spezial her. Beck's beschäftigte 2010 ca. 1500 Mitarbeiter in Bremen und verkauft weltweit um 8 Mio. Hektoliter Bier.

Die Vitakraft-Werke von 1837 und seit 1867 in Bremen-Hemelingen stellt Produkte für den Heimtierbedarf her und hat weltweit rund 2000 und in Bremen 1400 Beschäftigte (2009).

Die Mondelēz Bremen mit Hauptsitz in der Bremer Neustadt, ist ein Tochterunternehmen der Mondelēz International (früher Kraft Foods) (USA) und mit 1300 Beschäftigten die deutsche Zentrale des Unternehmens. Die Herstellung von löslichem Kaffee (u.a. Jacobs Krönung, Maxwell und Kaffee Hag) erfolgt in Hemelingen, die Entkoffeinierung im Bremer Holzhafen.

Die Getreideverkehrsanlage Bremen von 1897 bzw. 1916 und teilweise als Nachkriegsneubau, war um 1919 die größte Anlage in Europas. Sie wurde bis 1999 von der Bremer Lagehausgesellschaft (BLG) betrieben.

Die Rolandmühle ist als Roland Mehl ein wichtiges privates Produktionsunternehmen der bremischen Hafenwirtschaft. Mit 100 Beschäftigten werden jährlich 350.000 Tonnen Getreide zu Mehlprodukten verarbeitet.

Die Kellogg Deutschland GmbH hat seit 1963 ihren Sitz in Bremen und stellt in der Überseestadt mit rund 500 Beschäftigten (2009) Getreideprodukte und Cerealien her mit einem Umsatz von 350 Mio. Euro.

Die Rickmers Reismühle GmbH, ursprünglich von 1837, von Kellogg 1963 übernommen, seit 1988 mit Sitz in der Überseestadt wieder selbstständig, produziert Reisprodukte.

Die Nordmilch GmbH ist ein Unternehmen der Milchwirtschaft mit 2452 Beschäftigten (2010) und 2 Mrd. Euro Umsatz, das seit 2011 in der Deutschen Milchkontor GmbH fusioniert ist.

Die Melitta Kaffee Europa mit Sitz in Bremen ist ein Teil des Unternehmens Melitta und verantwortlich für das Kaffeegeschäft des Konzerns in Deutschland.

Das Familienunternehmen Gebr. Westhoff GmbH & Co.KG von 1868 in der Vahr mit um die 220 Beschäftigten in Bremen und Berlin stellt Kaffee, Tee, Trinkschokolade aber auch Zusatzartikel wie u.a. Kaffeesahne, Konfitüre, Gläser und Porzellan oder Serviceartikel her.

Die Coffein Compagnie von 1931 in Sebaldsbrück ist Weltmarktführer für die Entkoffeinierung von Kaffee und Tee. Das Unternehmen wurde von Eduard Schopf gegründet.

Das Familienunternehmen von 1925 der Gruppe Henry Lamotte mit um die 200 Beschäftigten besteht aus der Henry Lamotte Oils GmbH, Lieferant und Produzent für Öle, Fette, Wachse etc. und der Henry Lamotte Food GmbH, Lebensmittellieferant der Industrie und des Handels.

Die Bremer HACHEZ Chocolade GmbH & Co. KG ist seit 1890 mit 425 Beschäftigten (2011) in der Schokoladenproduktion in der Bremer Neustadt tätig.

Die Könecke Fleischwarenfabrik von 1929 ist in Bremen und Delmenhorst mit ca. 1200 Beschäftigten ein großer deutscher Nahrungsmittelhersteller.

Die Brinkmann Tabakfabriken GmbH in Woltmershausen, ein Unternehmen das 1813 entstand, 1878 seinen Namen erhielt, ist aktuell Tochtergesellschaft bei der British American Tobacco (BAT). Es produziert Zigaretten (u.a. Lux, Peer, Lord) und Pfeifentabak.

Bremerhaven[Bearbeiten]

Die Lebensmittelverarbeitung, insbesondere die Verarbeitung von Fisch und Tiefkühlkost (Gemüse, Fertiggerichte) ist in Nachfolge des Fischereihafenumschlags die bedeutende Lebensmittelindustrie in Bremerhaven. Heute werden Frostfische fast ausschließlich über See oder auf der Straße angeliefertem.

Dieser Bereich änderte sich mit dem Wandel der Konsumgewohnheiten von der Dominanz der Frischware (Fisch) über Fertiggerichte (Pizzen) zu Tiefkühlkost. Als große Lebensmittelunternehmen bestehen

  • die Frosta AG von 1905 mit 1520 Beschäftigten (2010) als deutscher Marktführer der Tiefkühlkostbranche.
  • die Nordsee von 1896 mit 6000 Beschäftigten (2010) ist im Frischfischhandel und als Restaurantkette tätig. Sie hatte um 1910 eine der größten Fischfangflotten Deutschlands, um 1931 belieferten fast die Hälfte aller deutschen Fischereifahrzeuge das Unternehmen.
  • die Deutsche See GmbH von 1939 mit 1700 Beschäftigten (2010) veredelt Meerestiere und ist hier deutscher Marktführer.

Südfrüchten wie Bananen werden im Hafengelände umgeschlagen, reifen hier und werden gelagert.

Handwerk[Bearbeiten]

Das Handwerk hatte in Bremen eine große Tradition. 1949 gab es 8832 Betriebe mit 40.872 Beschäftigten. Bis 2005 sank die Zahl der Betriebe auf 2797 um rund 70 % und die Zahl der Beschäftigten auf 23.708 ab.

Jahr Land Bremen davon Beschäftigte im Gewerbe von
Betriebe Beschäft. Bau-/Ausbau-
gewerbe
Elektro
Metall
Holz-
gewerbe
Textil-
gewerbe
Nahrungs-
mittel
Gesund-
heitsgew.
Glas, Papier
Keramik
1949 8.832 40.872 13.642 9.903 3.338 5.793 3.899 3.074 1.223
1963 6.305 45.064 14.912 13.137 2.058 2.884 5.046 5.680 1.347
1977 4.153 36.682 9.674 13.376 1.214 1.273 3.766 6.335 1.224
1995 3.534 43.301 9.272 14.429 1.952 704 3.612 12.017 1.315
2005 2.797 23.708 4.494 11.488 572 182 1.650 4.708 614

Bei den Beschäftigungszahlen von 2005 handelt es sich nur um die sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmer!

Auffallend ist die sehr starke Abnahme der Beschäftigten im Bereich Textilgewerbe und die starke Abnahme im Bereich Bau- und Ausbaugewerbe. Im Bereich Gesundheit- und Körperpflege hingegen konnte von 1949 bis 1995 ein stetiges Wachstum verzeichnet werden

Baugewerbe[Bearbeiten]

In den beiden Städten hatte das Bauhauptgewerbe gerade in der Zeit des Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg eine bedeutsame Rolle. 1951 waren am Bau 15.440 Menschen beschäftigt, 1964 boomte das Baugeschäft und rund 25.000 Beschäftigte trugen beim Wiederaufbau von Bremen und Bremerhaven bei. Bis 1972 blieben im Bauwesen um die 22.000 Arbeitnehmer. Danach nahm die Zahl der Beschäftigten drastisch ab: 1980 waren es noch rund 15.800, um 1990 noch rund 10.700 und 2006 waren es nur noch 3935 Beschäftigte. Die Beschäftigtenzahl veränderte sich ähnlich wie im Bundestrend.

Nach 1980 hatte das Baugewerbe einen drastischen Abschwung zu verkraften. 2006 wurden nur noch 1/10 der Arbeitsstunden als 1950 geleistet.

1950 war der Anteil der Arbeitsstunden im Wohnungsbau mit 44,3 % auf Grund des Wiederaufbaus am höchsten. 23,5 % der Arbeitsstunden wurden für Wirtschaftsbauten geleistet und 32,2 % für Öffentliche- und Verkehrsbauten. 1970 wurden noch 30,4 % der Stunden im Wohnungsbau geleistet und 2006 nur noch 23,8 %. Im stark schrumpfenden Baugewerbe wurden 2006 nun 45,8 % der Stunden für den gewerblichen und industriellen Bau geleistet.

Die Zech Group Unternehmensgruppe ist in Bremen ein bedeutendes internationales Bauunternehmen, dass 2009 als Bau-Holding rund 700 Mitarbeiter beschäftigte und Bauleistungen von rund 330 Millionen Euro erbrachte.

Tabelle Arbeitsstunden Baugewerbe[Bearbeiten]

Die Tabelle ist differenziert nach den Anteilen für einige Bereiche im Hochbau und Tiefbau nach Wohnungs-, Gewerbe und Industriebau sowie Öffentlicher Bau und Verkehrsbau.

Jahr Arbeitsstunden Wohnungsbau Gewerbe und
Industriebauten
Öffentlicher-,
u. Verkehrsbau
davon
Hochbau
davon
Tiefbau
Anzahl Anteil in % Anteil in % Anteil in % A. in % A. in %
1950 43.482 44,3 23,5 32,2
1970 35.625 30,4 30,8 38,8 8,3 30,5
1990 13.817 21,2 43,2 35,7 9,0 26,7
2006 4.235 23,8 45,8 30,4 4,2 26,2

Handel[Bearbeiten]

Einzelhandel[Bearbeiten]

1960 gab es im Land Bremen 7057 Einzelhandelsbetriebe mit rund 33.000 Beschäftigten. 1979 sank die Zahl der Betriebe um 31 % auf 4871 die Beschäftigungzahl blieb in etwa konstant auf nun rund 34.000. 2005 konzentrierte sich dieser Handel auf noch 4073 Betriebe am Markt mit rund 20.000 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten und vielen anderen Hilfskräften.

1960 gab es im Einzelhandel von Nahrungsmittel in allen Stadtquartieren noch 3795 zumeist kleinere Läden mit 10.727 Beschäftigten. 2005 dominierten die Verbrauchermärkte. Nur noch 459 Betriebe mit 1769 Beschäftigten versorgten die Bevölkerung.

Einkaufszentren[Bearbeiten]

Als große Einkaufszentren oder Einkaufspassage sind u.a. zu nennen (alphabetisch geordnet):

  • Columbus-Center Bremerhaven an der Oberen Bürger von 1977 mit um die 75 Geschäfte auf über 30.000 m² Fläche ist verbunden mit dem Kaufhaus Karstadt und dem Hanse-Carree
  • Lloyd-Passage im Bremer Zentrum mit u.a. den Kaufhäusern Galeria Kaufhof und Karstadt
  • Mediterraneo an der Havenplaza in den Havenwelten von Bremerhaven
  • Roland-Center in Bremen-Huchting von 1972 mit über hundert Fachgeschäften auf rund 30.000 m² Verkaufsfläche
  • Waterfront Bremen von 2008 im Bremer Westen mit über 80 Geschäften auf 300.000 m² Fläche
  • Weserpark, seit den 1990er Jahren in Osterholz im Bremer Osten mit über 120 Geschäfte auf 120.000 m² Gesamtflächen, davon 66.000 m² Verkaufsfläche

Gaststätten[Bearbeiten]

Die Zahl der Gaststätten im Land Bremen nahm von 1960 mit 1550 Betrieben und 6336 Beschäftigten bis 1993 nur relativ leicht zu mit nunmehr 1780 Betrieben mit 9053 Beschäftigten. 2005 gab es 1735 Gaststätten.

Weiterer Handel[Bearbeiten]

Der Handel hatte und hat mit der Bremer Baumwollbörse noch Bedeutung.

Traditionsreich ist im Außenhandel die Melchers & Co. KG. Führend im Fruchthandel ist in Bremen die Univeg Deutschland.

Im 19/20. Jahrhundert war der Tabakhandel in Bremen groß. Die Tabakindustrie ist jedoch abgewandert, u.a. wegen der Steuerbegünstigungen für Berlin. Verblieben ist die Martin Brinkmann AG, die zur British American Tobacco (BAT) gehört.

Dienstleistungswirtschaft[Bearbeiten]

2008 wurde im Land Bremen rund 14.000 Dienstleistungsunternehmen und -einrichtungen statistisch registriert, in denen rund 200.000 Personen tätig waren und die einen Umsatz von rund 23 Mrd. Euro hatten. Es gehören dazu Dienstleistungen in den Bereichen Verkehr, Lagerei, Schifffahrt, Luftfahrt, Post-, Kurierdienste, Information und Kommunikation, Verlagswesen, Grundstücks- und Wohnungswesen, Freiberufler und Berater (u.a. Architekten, Ingenieure, Rechts-, Steuer- und Unternehmerberater) Reisebüros, Reiseveranstalter, Sicherheitsdienste, Gebäudebetreuung und Datenverarbeitung.

Logistikwirtschaft[Bearbeiten]

Die Häfen im Land Bremen sind auch die Drehscheibe für Waren aller Art. Bedeutsam für die Logistik ist das Güterverkehrszentrum in Bremen (GVZ). Die Bremer Lagerhausgesellschaft (BLG) mit der BLG Logistics Group in Bremen-Mitte betreiben u.a. den Automobil-Umschlag in Bremerhaven und stellt weltweit 14.000 Arbeitsplätze. Eurogate, eine große europäische Containerterminal- und Logistik-Gruppe mit Sitz in Bremen und Terminals in Bremerhaven, Hamburg und Wilhelmshaven beschäftigt 4500 Mitarbeiter in Deutschland.

In den beiden Hafenstädten an der Weser sind führende Speditionen und Logistikdienstleister angesiedelt u.a. wie die heute Schweizer Firma Kühne + Nagel in Bremen-Mitte, die Röhlig Logistics in Bremen-Überseestadt mit 1060 Konzernmitarbeiter, die Firma J.H. Bachmann an der Schlachte die seit 2005 beim dänischen Logistikkonzern DSV A/S ist.

Bremer Reederein[Bearbeiten]

Hauptartikel: Bremer Reedereien

Die Bremer Reederein haben in der Hansestadt Bremen und der Seestadt Bremerhaven mit ihrer Lage an der Weser und der Nordsee und den Bremischen Häfen eine traditionell große Bedeutung.

Bremen war der Standort von mehreren Großreedereien. Die bedeutendste war der Norddeutsche Lloyd (NDL) sowie die Deutsche Dampfschifffahrts-Gesellschaft „Hansa“ und die Dampfschifffahrts-Gesellschaft „Neptun“.

Die Reederei F. A. Vinnen & Co. von 1819 wurde als Reederei E. C. Schramm & Co. gegründet und gilt als die älteste bestehende Reederei Bremens. Die Sloman Neptun Schiffahrts AG gehört heute zu den größten Reedereien in Bremen.

Gesundheitswirtschaft[Bearbeiten]

In Bremen sind als

In Bremerhaven gibt es

  • das kommunale Klinikum Bremerhaven-Reinkenheide mit 700 Betten und 1700 Beschäftigten
  • die Klinik am Bürgerpark der DRK-Krankenanstalten Wesermünde mit 252 Betten
  • das St.-Joseph-Hospital Bremerhaven der katholischen St.-Franziskus-Stiftung Münster mit 287 Betten

Verlags- und Zeitungswesen[Bearbeiten]

Hauptartikel: Bremer Verlagswesen
Hauptartikel: Bremer Zeitungswesen

Ein ausgeprägtes Verlagswesen war und ist vor allem in Bremen festzustellen. Bekannte bestehende Verlage und Zeitungen sind:

Das Zeitungswesen wird in Bremen beherrscht durch den Weser-Kurier mit vielen Nebenzeitungen und in Bremerhaven durch die Nordsee-Zeitung. Als Anzeigenblätter gibt es den Bremer Anzeiger, vormals Bremer Bürger-Zeitung von 1890 und den Weser-Report.

Tourismus[Bearbeiten]

Bremen: Rathaus, Markt, Roland und Dom
Bremerhaven:Windjammer-Sail

Der Tourismus hatte für Bremen und Bremerhaven nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst keinen besonderen Anteil an der Wirtschaft. Seit den 1990er Jahren hat dieser Wirtschaftssektor eine beachtliche Bedeutung erhalten.

Bremen[Bearbeiten]

Wichtige Tourismusziele wie das Bremer Rathaus und der Bremer Roland am Markt wurden 2004 zum UNESCO-Welterbe. Andere Ziele wie unter anderem die Bremer Altstadt mit dem Bremer Dom und der sanierten Schlachte an der Weser, die Böttcherstraße, das sanierte Schnoorviertel, die Kunsthalle Bremen, das Überseemuseum, der Bremer Freimarkt und der Rhododendron-Park Bremen erhöhten die Anziehungskraft der Stadt.

Bremerhaven[Bearbeiten]

Die alle fünf Jahre stattfindende Windjammer Sail in Bremerhaven – zuletzt 2010 mit 241 Schiffen aus 15 Nationen führte zur Steigerung der Attraktivität der Seestadt und des Fremdenverkehrs. Das Hafenflair im Gebiet Alter Hafen und Neuer Hafen direkt am Weser-Deich mit den maritim orientierten Einrichtungen wie das Deutsche Schiffahrtsmuseum, Deutsche Auswandererhaus, Klimahaus Bremerhaven als Teil der Havenwelten steigerte den Tourismus.

Gästezahlen[Bearbeiten]

Seit etwa 1987 nahm die Gästezahl in Bremen um rund 140 % deutlich zu und in Bremerhaven seit 2000 um 32 %.

Die Tabelle Übernachtungen in den Hotels ist ohne Angabe der Seemannsheime und Jugendherbergen.

Jahr Übernachtungen Ausländer
Anteil in %
Land Bremen Stadt Bremen Bremerhaven Bremen Bremerhaven
1960 638.007 490.906 147.201 22,0 16,0
1970 768.248 596.122 172.126 21,8 14,0
1980 732.222 573.372 158.850 25,1 27,6
1990 878.967 737.202 141.765 23,5 26,5
2000 1,248.708 1.075.864 172.844 24,2 20,3
2006 1.363.139 1.174.864 188.275 25,2 18,7

Hinzu kommen noch jährlich um die 100.000 Übernachtungen (2006) aus Seemannsheimen und Jugendherbergen.

Die Gäste stammen u.a. aus Skandinavien (um 13 %), Großbritannien (um 10 %), den USA (um 8 %) und den Niederlanden (um 7 %). 1955 belief sich der Anteil der Gäste aus den USA noch auf über 33 %

1970 gab es im Land Bremen 146 Hotels und Pensionen, mit um die 4000 Betten, davon 115 Hotels in Bremen und 31 in Bremerhaven. Die Zahle der Hotels nahm zwar ab, die Zahl der Betten jedoch deutlich zu. 2006 gab es im Land Bremen 89 Beherbergungsbetriebe mit rund 9000 Betten, davon in Bremen 73 Hotels mit 7500 Betten und in Bremerhaven 16 Hotels mit rund 1500 Betten.

Die Zahl der Hotels erhöhte sich in Bremen:

  • bis Juni 2010 auf 82 Häuser mit 8.429 Betten
  • bis Juli 2012 auf 87 Häuser mit 9.161 Betten

Weitere fünf bis sechs Hotels werden in Bremen geplant oder gebaut.[8]

2009 gab in Bremerhaven 1,43 Millionen Tagestouristen und rund 380.000 Übernachtungsgäste. Die Zahl der erfassten Übernachtungsgäste in gewerblichen Betrieben mit mehr als acht Betten stieg von 2003 bis 2009 von 205.000 auf 300.000 um rund 50 %. Einen wichtigen Beitrag zum Anstieg der Besucherzahlen leisteten das Klimahaus Bremerhaven und die Havenwelten. Von dem Besucherplus von 600.000 im Vergleich von 2008 zu 2009 werden 350.000 bis 400.000 dem Klimahaus zugeschrieben.

In Bremen erhöhte sich 2011 die Zahle der Übernachtungen erheblich und zwar auf 1,57 Mio. Rund 40 Mio. Tagesbesucher, davon 65 % als Geschäftsreisende, besuchten Bremen. Die Tourismusbranche setzte dabei 1,5 Mrd. Euro um. 21 Mio. Euro Steuerlöse konnten 2011 erzielt werden.[9][10]

In den 11.211 Betten des bremischen Beherbergungsgewerbes haben 2012 über eine Million Gäste übernachtet. Im Durchschnitt verbringen Besucher 1,7 Tage in der Stadt Bremen oder 2,0 Tage in Bremerhaven.[11]

Sonstige Dienstleistungsunternehmen[Bearbeiten]

  • Die Brunel GmbH ist in Bremen ein international tätiges Unternehmen für Technik und Management. Es übernimmt Ingenieurdienstleistungen bei Entwicklung, Konstruktion, Verifizierung, Test und Prototyping sowie Management-Support in den Bereichen Ingenieurwissenschaften, Informationstechnik und Finanzen. Weltweit sind 8000 Mitarbeiter, 2100 davon in Deutschland, tätig. Es erzielte 2011 einen Umsatz von 980 Mio. Euro in 35 Ländern.
  • Zero GmbH ist ein europäisches Modeunternehmen in Bremen. Vertrieben werden Kleidung, Schmuck, Schuhwaren und Modeaccessoires. 2008 waren 485 Mitarbeiter beschäftigt die einen Umsatz von über 100 Mio. Euro erzielten.

Landwirtschaft[Bearbeiten]

Wiesen und Weiden im Blockland

Die Landwirtschaft hat in dem Stadtstaat nur eine sehr geringe Bedeutung. Immerhin gab es 1949 noch 2.277 Betriebe, davon 1902 in Bremen und 375 in Bremerhaven. 2007 waren im Land Bremen nur noch 210 Betriebe mit einer Fläche von 8.474 Hektar statistisch ausgewiesen, rund 25 % der Landesfläche. Davon waren 21 Betriebe mit 3.117 Hektar 100 und mehr Hektar groß.

1950 wurden 5.365 Hektar Ackerland bewirtschaftet, 2007 waren es noch 1.544 Hektar. Der Viehbestand (Pferde, Rinder, Schweine, Schafe) – 1950 noch 47.088 Stück – nahm auch ab. 2007 gab es in 171 Betrieben um 12.900 Stück Vieh, also rund ein Viertel des Bestandes von 1950. 2011 gab es rund 200 Betriebe in der Milch- und Viehwirtschaft. Die meisten Betriebe haben eine Teilzeitbewirtschaftung mit zusätzlichen Angeboten für u.a. Freizeit- und Tourismus.[12] Die Gründe des Rückgangs in der Landwirtschaft sind offensichtlich, da erhebliche Flächen als Bauland für die wachsende Besiedelung der beiden Städte genutzt werden mussten.

Wirtschaftsdaten und Entwicklungen[Bearbeiten]

Allgemein[Bearbeiten]

Die Wirtschaftsentwicklung des Landes Bremen im Vergleich zur Bundesrepublik zeigt eine für Bremen günstige Entwicklung.

2005 waren in der Stadt Bremen in den Wirtschaftssektoren

2014 stieg die Zahl der Erwerbstätigen mit Arbeitsort in Bremen im Jahresdurchschnitt um 0,9 Prozent; insgesamt waren 418.200 Personen erwerbstätig.[13]

Bruttoinlandsprodukt[Bearbeiten]

Nach dem Zweiten Weltkrieg konnte die bremische Wirtschaft seit 1951 einen deutlichen Aufschwung erleben. In den 1950er Jahren waren Wachstumsraten des realen Bruttoinlandsprodukts zwischen 6 und 16,9 % zu verzeichnen und lagen öfters höher als im Bundestrend. Von 1958 bis 1964 musste die Bremer Wirtschaft deutlich geringere Wachstumsraten als im Bundesgebiet hinnehmen. In diese Zeit fiel der Konkurs von Borgward und die Zulieferindustrie stagnierte. Danach entwickelte sich das Bruttoinlandsprodukt in Bremen bis 1981 zumeist wie im Bundestrend. 1982 sank das Bruttoinlandsprodukt mit einer Wachstumsrate von -3,2 % deutlich unterhalb des Bundes und bis 1986 blieb es unter dem des Bundes. Seit 1987 ähneln sich wieder die Wachstumsraten von Bremen und dem Bund.

Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt wuchs 2012 im Vergleich zum Vorjahr um 1,2 Prozent. Die größte Wachstumsrate mit +3,6 Prozent wurde im Sektor Information und Kommunikation gemessen.[14]

Die Tabelle Bruttoinlandsprodukt vergleicht Wachstum und Erwerbstätigkeit im Land Bremen und in Deutschland.

Jahr Bruttoinlandsprodukt Wachstum Erwerbstätige
Bremen Deutschland Bremen Deutschl. Bremen
Gesamt pro
Erwerbst.
Gesamt pro
Erwerbst.
Anzahl
Mrd. Euro Tsd. Euro Mrd. Euro Tsd. Euro in % in % in Tsd.
1950 0,9 3,3 49,6 2,5 6,1 9,8 266
1960 2,6 7,3 155 5,9 0,5 8,7 356
1970 5,1 14,1 360 13,6 6,4 5,1 362
1980 11,2 29,6 788 28,8 4,3 1,4 378
1990 16,9 43,6 1306 42,9 6,9 5,3 387
2000 22,1 57,1 2062 52,7 4,2 3,2 387
2006 25,4 66,4 2322 59,4 2,0 2,9 382

Beschäftigte[Bearbeiten]

Die Anzahl der Beschäftigten im Land Bremen nahm zwischen 1950 und 1960 bedingt durch den Wirtschaftsboom der 1950er Jahre und auch auf Grund des Bevölkerungswachstum (+19 %) um 34 % stark zu. Danach folgt nur noch eine geringfügige Steigerung bis heute um 7 %. Auf Grund der Arbeitsstättenzählungen können für 1950 Doppelzählungen enthalten sein.

Wie in allen modernen Volkswirtschaften nahm der Anteil des produzierenden Sektors von 1950 mit einem Anteil von 46,8 % bis 2006 mit 21,5 % deutlich ab. Der Anteil von Handel und Verkehr bleibt auf einer gleichbleibenden Höhe von rund 30 %. Hingegen nimmt der Anteil in der Erwerbsstruktur im Sektor Dienstleistungen in Bremen seit 1950 von 24,1 % auf 2006 mit 48,9 % sehr deutlich zu.

Der Tertiäre Sektor (III) mit Handel, Verkehr und Dienstleistungen steigerte sich in Bremen von 1950 mit einem Anteil von 53,2 % auf einen Anteil von 78,6 % (2006). In dem Jahr waren in den Wirtschaftssektoren in Deutschland rund 69 % im Tertiären Sektor (III) und 31 % in den produzierenden Sektoren (I und II) tätig.

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Land Bremen hat 2012 deutlich zugenommen.

2013 stieg die Zahl der Erwerbstätigen in Bremen. Es waren rund 417.500 Personen erwerbstätig. Ausschlaggebend für die Entwicklung war der Anstieg von Beschäftigung im Dienstleistungsbereich, der mit einem Anteil von rund 81 Prozent hat. Hier arbeiten insgesamt rund 337.000 Personen in Bremen. Im Produzierende Gewerbe (ohne Baugewerbe) wurde rund 65 000 Personen beschäftigt.[15]

Jahr Erwerbstätige Produzierender Sektor Handel und Verkehr Dienstleistungen
Anzahl Anzahl in % Anzahl in % Anzahl in %
1950 266.000 124.400 46,8 77.500 29,1 64.100 24,1
1960 356.500 165.200 46,3 113.100 31,7 78.100 21,9
1970 362.400 142.400 39,3 119.100 32,9 100.900 27,8
1980 378.500 127.700 33,7 117.400 31,0 133.300 35,2
1990 387.800 115.400 29,8 119.700 30,9 152.700 39,4
2000 387.500 94.600 24,4 117.500 30,3 175.400 45,3
2006 382.200 82.000 21,5 113.400 29,7 186.800 48,9

Ausländer[Bearbeiten]

Der relativ gleichbleibende Anteil der beschäftigten Ausländer nimmt im Land Bremen zwischen 1975 und 2006 von 7 % auf 6,2 % leicht ab. Von den Ausländern kamen 45,3 (1975) bis 34,6 % (2006) aus der Türkei, 12,7 bis 7,9 % aus Jugoslawien, 5,3 bis 1,6 % aus Spanien und 3,3 bis 2,3 % aus Italien. In Deutschland waren 1975 rund 10 % und 2006 rund 7 % Ausländer sozialversicherungspflichtig beschäftigt.

Berufspendler[Bearbeiten]

Die Anzahl der Berufspendler im Land Bremen nimmt zwischen 1950 bis heute drastisch zu. Der Anteil des Pendlersaldos von Aus- und Einpendler betrug 1950 noch 12,6 % der Erwerbstätigen. Danach siedelten viele Einwohner im Umland von Bremen und auch von Bremerhaven. 2006 belief sich der Anteil des Pendlersaldos von Aus- und Einpendler auf 30,2 % oder in Zahlen ausgedrückt: 82.053 Erwerbstätige kamen aus dem Umland, vorwiegend aus Niedersachsen. Seit 1970 wurde die Einkommenssteuer in Deutschland umgestellt. Vorher wurde die Steuern gesplittet und entrichtet an das Land mit dem Wohnort (60 %) und an das Land der Erwerbstätigkeit (40 %), danach wurden die Einkommensteuer nur noch an das Land des Wohnortes abgeführt. Für den Staatshaushalt von Bremen wuchsen damit die Einnahmeverluste aus dieser Steuer rapide.

Die Zahl der Pendler nahm bis 2013 weiter zu.[16]

In der Tabelle Erwerbstätige und Pendlersaldo werden ab 1950 die Erwerbstätigen, ab 1992 die sozialversicherungspflichtigen Erwerbstätigen verglichen.

Jahr Erwerbstätige Auspendler Einpendler Pendlersaldo
Anzahl Anzahl Anzahl Anzahl in %
1950 266.000 1.383 34.920 33.537 12,6
1961 363.400 9.898 59.122 49.224 13,5
1970 362.400 13.478 68.342 54.864 15,1
1992 314.493 27.305 107.704 80.399 25,6
2000 283.576 33.721 112.293 78.572 27,7
2006 271.867 33.269 115.322 82.063 30,2
2013 305.265 42.360 126.000 83.640 27,4

Arbeitslose[Bearbeiten]

Die Arbeitslosenquote im Land Bremen bewegte sich von 1950 bis 1980 wie im Bundesgebiet zwischen 1 und 10 %. Danach gab es im Land Bremen immer deutlich mehr Arbeitslose (7 bis 18 %) als im Bundesgebiet (5 bis 13 %). Vor allem in Bremerhaven mussten immer mehr Arbeitslose als in Bremen hingenommen werden. Seit etwa 1995 waren in Bremerhaven 18 bis 25,6 % arbeitslos hingegen in Bremen 13 bis 16,6 %.

Die hohe Arbeitslosenquote in der Seestadt Bremerhaven führte zu einem erheblichen Bevölkerungsrückgang von um die 30.000 Einwohnern (rund 21 %).

Tabelle Arbeitslosenquote in % (2011 im Juni):

Jahr Stadt Bremen Bremerhaven Land Bremen Bundesgebiet
1950 9,4 % 12,7 % 10,1 % 11,0 %
1960 1,0 % 1,5 % 1,1 % 1,3 %
1980 5,3 % 5,8 % 5,3 % 3,8 %
1990 13,1 % 15,5 % 13,5 % 7,2 %
2000 13,5 % 17,7 % 14,2 % 10,7 %
2005 16,6 % 25,6 % 18,3 % 13,0 %
2011 10,6 % 16,6 % 11,6 % 6,9 %

In einigen absoluten Zahlen ausgedrückt gab es 1950 im Land Bremen 21.700 Arbeitslose. 1960 waren es nur noch 3.400 und 1969 konnte mit 2.400 Arbeitslosen der tiefste Stand nach dem Weltkrieg erreicht werden. 1980 gab es dann schon 15.765 Arbeitslose und 2005 wurde die bisher höchste Zahl mit 53.223 Arbeitslosen erreicht, davon 40.527 in Bremen und 12.697 in Bremerhaven. 2011 gab es 37.496 Arbeitslose im Land Bremen

Gewerbe- und Industriegebiete[Bearbeiten]

Auf Grund einer hohen Nachfrage nach Gewerbeflächen verabschiedet 2012 die Wirtschaftsdeputation ein Gewerbeprogramm 2020 (GEP 2020).

Die größten Gewerbe- und Industriegebiete sind:

In Bremen[Bearbeiten]

  • Der Stadtteil Häfen beidseitig an der Weser mit dem Bremer Industrie-Park im Ortsteil Industriehäfen mit ca. 140 ha Fläche.
  • Die Innenstadt als Einkaufs-, Handels-, Banken-, Verwaltungs- und Medienzentrum mit um die 1.300 ha Fläche.
  • Das Güterverkehrszentrum Bremen (GVZ) in der Neustadt mit ca. 472 ha Fläche.
  • Die Überseestadt in Walle mit ca. 290 ha Fläche.
  • Die Gewerbegebiete in der Neustadt an der Neuenlander Straße – Oldenburger Straße (B 75) mit über 210 ha Fläche, mit der Airport-Stadt am Flughafen Bremen, mit Airbus Bremen (3.000 Beschäftigte) und Astrium Bremen, mit dem Gewerbegebiet Ochtum, mit der Nordmilch-Zentrale und mit der Bremer Straßenbahn AG.
  • Der Technologiepark Bremen um die Universität Bremen mit ca. 172 ha Fläche.
  • Der Gewerbepark Hansalinie in Hemelingen mit ca. 155 ha Fläche.
  • Das Gewerbegebiet Mercedes-Benz-Werke Bremen in Sebaldsbrück mit ca. 70 ha Fläche.
  • Das Industrie- und Gewerbegebiet Bremer Vulkan in Vegesack mit ca. 50 ha Fläche.
  • Das Gewerbegebiet Bayernstraße in Walle mit ca. 60 ha Flächen.
  • Das Gewerbegebiet Bremer-Kreuz in Osterholz mit ca. 50 ha Fläche.
  • Das Gewerbegebiet Alte Neustadt direkt an der Weser mit ca. 40 ha Fläche, mit u. a. der Brauerei Beck & Co und Mondelēz Bremen (früher Kraft Foods).
  • Der Weserpark in Osterholz mit ca. 25 ha Fläche, mit dem Einkaufszentrum der Metro Group.
  • Das Gewerbegebiet Farge-Ost mit ca. 22 ha Fläche.

In Bremerhaven[Bearbeiten]

Institutionen für die Wirtschaft[Bearbeiten]

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

  • Oberste Landesbehörde ist der Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen. Zu den Senatoren siehe die Liste der Wirtschaftssenatoren von Bremen.
  • In der Stadt Bremen ist der Wirtschaftssenator auch die kommunale Verwaltung.
  • Nachgeordnet ist das Hansestadt Bremisches Hafenamt in Bremerhaven.
  • Unter Verantwortung des Wirtschaftssenators befinden sich Gesellschaften, die mehrheitlich in bremischen Besitz sind:
    • Die Wirtschaftsförderung Bremen GmbH (WFB)
    • Für Messen, Veranstaltungen und Durchführung bestehen die Bremen Arena, die Messe Bremen, die Bremer Aufbau-Bank GmbH (BAB), die Beteiligungs- und Managementgesellschaft Bremen, die Glocke Veranstaltungs GmbH, die Bremer Touristik Zentrale Gesellschaft für Marketing und Service mbh (BTZ), die CEON GmbH und die GAUSS GmbH.
  • Zudem gibt es weitere Gesellschaften mit mehrheitlicher bremischer Beteiligung wie die Flughafen Bremen GmbH, die Flughafen Bremen GmbH, die bremenports GmbH, die BLG Logistics Group, die Fischereihafen-Betriebsgesellschaft, die Großmarkt Bremen GmbH, die Fähren Bremen-Stedingen GmbH und der Bremer Ratskeller.
  • Für Bremerhaven ist zuständig
    • Der Magistrat mit dem Referat für Wirtschaft und dem Finanz- und Wirtschaftsausschuss – Bereich Wirtschaft.
    • Die Bremerhavener Gesellschaft für Investitionsförderung und Stadtentwicklung mbH (BIS) ist zentraler Ansprechpartner in der Seestadt.

Kammern[Bearbeiten]

Die Bremer Kammern sind berufsständische Körperschaft des öffentlichen Rechts, die das Verhältnis zwischen dem Land Bremen und den einzelnen privaten Unternehmen und Dienstleistern regeln.

  • Die Handelskammer Bremen vertritt die Interessen der gewerblichen Wirtschaft in der Stadt Bremen. Die Handelskammer hat ihren Sitz im Schütting.
  • Die Industrie- und Handelskammer Bremerhaven (IHK), Friedrich-Ebert-Straße 4/6, ist die Selbstverwaltungsorganisation der gewerblichen Wirtschaft in Bremerhaven
  • Die Handwerkskammer Bremen vertritt die Interessen des Handwerks mit über 4900 Betriebe und etwa 31.000 Beschäftigten im Land Bremen. Sie hat ihren Sitz im Gewerbehaus in Bremen.
  • Die Arbeitnehmerkammer Bremen nimmt die Interessen der rund 290.000 Arbeitnehmer im Land Bremen war und führt die öffentliche Rechtsberatung durch.
  • Ärztekammer, Apothekerkammer, Architektenkammer, Hanseatische Rechtsanwaltskammer und Notarkammer, Steuerberatungskammer, Ingenieurkammer und Zahnärztekammer sind in Bremen die weiteren Vertretungen der freien Berufe.

Literatur[Bearbeiten]

  • Horst Lange: Geschichte der Freien Hansestadt Bremen von 1945 bis 2005. Band 4: Statistik. Edition Temmen, Bremen 2008, ISBN 978-3-86108-575-1.
  • Handelskammer Bremen: Jahresbericht 2010.
  • Statistisches Landesamt Bremen: Bremen Infosystem.
  • Statistisches Landesamt Bremen: Allgemeine Statistik.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wirtschaftswachstum im Jahr 2012: Stabile Entwicklung. Pressestelle des Senats, 27. März 2013.
  2. Forschungsprojekt der Kieserling Stiftung. In: Der Senator für Wirtschaft und Häfen der Freien Hansestadt Bremen (Hrsg.): Die Bremische Häfen – Hafenspiegel 2009.
  3. Eckhard-Herbert Arndt: Neue Liegeplätze für Binnenschiffe. In: Täglicher Hafenbericht. 1. Oktober 2013, S. 2.
  4. Corinna Tonner: Bremen überholt Berlin. In: Weser-Kurier vom 4. September 2014, S. 13.
  5. Status des Windenergieausbaus in Deutschland. (PDF; 541 kB)
  6. Neue Windräder für Bremen. In: Weser-Kurier. 4. Mai 2012, S. 9.
  7. Offizielle Angaben der Bundesnetzagentur vom 12. Dezember 2012.
  8. Jürgen Hinrichs: Hoteliers warnen vor Überangebot. In: Weser-Kurier. 25. Juli 2012, S. 9.
  9. Bremen meldet Rekord-Besuch. In: Weser-Kurier. 19. Januar 2012, S. 1.
  10. Mira Knauf: Die Chinesen kommen. In: Weser-Kurier. 29. Februar 2012, S. 13.
  11. Statistische Landesamt Bremen zum Statistisches Jahrbuch 2013. In: Pressemitteilung des Senats vom 13. Dezember 2013.
  12. Andrea Tiedemann: Bremens Landwirtschaft. In: Weser-Kurier. 20. Januar 2012, S. 3.
  13. Newsletter der Pressestelle des Senats 18.Juni 2014.
  14. Pressemitteilung des Senats vom 13. Dezember 2013
  15. Mitteilung des Statistischen Landesamt durch Newsletter der Pressestelle des Senats vom 24. Januar 2014.
  16. Christian Weth: Die Ströme der Pendler - Studie: Zahl der Beschäftigten aus dem Umland steigt. In: Weser-Kurier vom 6. Oktober 2014, S. 7.