Bahnhof Herford

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Bahnhof Herford
Herford Bahnhof.JPG
Daten
Kategorie 2
Betriebsart Kreuzungsbahnhof
Bahnsteiggleise 7
Abkürzung EHFD
IBNR 8000162
Eröffnung 1902 (Empfangsgebäude)
Lage
Stadt Herford
Land Nordrhein-Westfalen
Staat Deutschland
Koordinaten 52° 7′ 9,4″ N, 8° 39′ 51,7″ O52.1192777777788.6643611111111Koordinaten: 52° 7′ 9,4″ N, 8° 39′ 51,7″ O
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Nordrhein-Westfalen
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Der Bahnhof Herford ist ein Kreuzungsbahnhof mit vier Bahnsteigen und sieben Bahnsteiggleisen. Er liegt an der insgesamt viergleisigen, elektrifizierten Eisenbahnhauptstrecke von Hamm (Westfalen) nach Minden, einem Teilstück der Stammstrecke der historischen Köln-Mindener Eisenbahn-Gesellschaft.

Im Bahnhof Herford zweigt Richtung Süden die Bahnstrecke nach Altenbeken ab, in Richtung Norden die Ravensberger Bahn nach Bünde und Rahden mit Durchbindung zur Bahnstrecke Löhne–Rheine.

Lage[Bearbeiten]

Der Bahnhof liegt in der Radewiger Feldmark nur etwa 300 m von der Herforder Innenstadt (Radewig) entfernt. Nur etwas weiter ist es zum im Jahre 2005 eröffneten Kunst- und Designmuseum MARTa Herford. Auf dem Weg dorthin steht die Herforder Musikschule. In der Nähe des Bahnhofs befinden sich auch die Kreisverwaltung, das Kreiswehrersatzamt, das Finanzamt, das Technische Rathaus, die Diskothek GoParc und die Parkhäuser Radewig und MARTa-Viertel.

Bahnhofsgebäude mit überdachtem Zugang zum anschließenden Bussteig

Die Bahnstrecke liegt in Hochlage, so dass die im Stadtgebiet kreuzenden Straßen darunter hindurch führen. Der Bahnhof liegt fast genau in Nord-Süd-Richtung.

Geschichte[Bearbeiten]

Am 15. Oktober 1847 erhielt Herford Anschluss an die Köln-Mindener Eisenbahn-Gesellschaft mit einer eingleisigen Strecke. Als zunächst provisorisches Empfangsgebäude wurde 1851 ein Backsteinbau erstellt. Ein zweites Gleis wurde 1853 bis Bielefeld und 1854 bis Bad Oeynhausen in Betrieb genommen. Zwischen 1873 und 1875 wurden die Bahnhofsanlagen umgebaut und das Empfangsgebäude erweitert. 1879 und 1880 wurde ein Lokomotivschuppen mit Drehscheibe, Wasserturm und Kohlenschuppen gebaut. Am 31. Dezember 1880 kam die eingleisige Bahnstrecke Herford–Himmighausen–Altenbeken hinzu. 1902 wurde das alte Empfangsgebäude durch ein neues Gebäude ersetzt und zwischenzeitlich mehrfach umgebaut. Auf der bis heute eingleisigen Verbindungsstrecke Herford–Kirchlengern wurde der Betrieb am 1. Juli 1904 aufgenommen.

Ab 1911 wurde die beiden Güterzuggleise zwischen Hamm und Minden gebaut, die zwischen 1912 und 1916 in Betrieb genommen wurden, so dass die Strecke seitdem viergleisig ist. In diesem Zusammenhang wurde die bis dahin ebenerdige Bahnstrecke auf einen Damm gelegt und die Bahnübergänge durch Brücken ersetzt.

Im Zweiten Weltkrieg gab es nur geringe Schäden, die relativ schnell beseitigt werden konnten. 1954 begann man mit dem Abriss des Bahnbetriebswerkes.

Mitte der 1960er Jahre wurde die Hauptstrecke elektrifiziert. Der erste elektrisch bespannte Zug fuhr am 29. September 1968 durch den Bahnhof. Es folgte am 27. Mai 1975 die Strecke bis Altenbeken und am 20. September 1976 die Verbindung nach Kirchlengern.

1975/76 wurden die Holzdächer auf den Bahnsteigen durch Stahldächer ersetzt und eine neue Güterabfertigung gebaut. 1987 wurde der Bahnhof denkmalgeschützt.[1] Seit 1988 halten auch Intercityzüge in Herford. 1997 wurde der Stückgutverkehr eingestellt.

Behindertengerechter Ausbau[Bearbeiten]

Allgemeines[Bearbeiten]

Zwischen Dezember 2008 und Mitte 2013 wurde der Bahnhof ausgebaut, wobei Aufzüge zu den vier Bahnsteigen eingebaut und im gesamten Bahnhof taktile Leitstreifen für Sehbehinderte angebracht wurden. Dazu gehörte auch die Erneuerung der Bahnsteigbeleuchtung und des Wegeleitsystems. Außerdem wurden die Oberflächen der Bahnsteige erneuert und auf einheitliche Höhen gebracht. Außerhalb der Bahnsteigüberdachungen, die zuvor ausgebessert worden waren, wurden neue Wetterschutzhäuschen aufgestellt. Die alten Lastenaufzüge wurden ausgebaut. Sie waren über einen Gepäcktunnel mit dem Empfangsgebäude und der Güterabfertigung verbunden.

Im Fußgängertunnel wurden der Fußboden erneuert, die Seitenwände verkleidet und eine neue Beschilderung angebracht. In diesem Zusammenhang wurden die Gepäckschließfächer zurückgebaut.

Die Zugzielanzeiger auf den Bahnsteigen sind nun nicht mehr vom Fußgängertunnel aus zu sehen, da sie nicht auf der Bahnsteigseite angebracht wurden, auf der die jeweils einzig verbliebene Treppe zu den Bahnsteigen führt, sondern auf der Seite, an der die Treppen zugunsten der Aufzüge zurückgebaut wurden.

Die Kosten für den Umbau betrugen etwa vier Millionen Euro.

In der Vergangenheit wurde auch schon über einen Durchstich des Personentunnels unter den Güterzuggleisen diskutiert, so dass die Bahnsteige auch von der Westseite her erreichbar gewesen wären. Dieses wurde jedoch nie realisiert.

Bahnsteige[Bearbeiten]

Bahnsteig 1[Bearbeiten]

Der Hausbahnsteig 1 wurde auf einer Länge von 210 Metern mit einer Höhe von 76 Zentimeter über Schienenoberkante erneuert. Von Norden her gibt es über eine Rampe einen direkten - allerdings inoffiziellen - Zugang vom Bahnhofsvorplatz. Am südlichen Ende wurde der direkte Zugang zum Parkhaus Radewig, das direkt neben den Gleisen liegt, abgesperrt. Vor der Renovierung konnte man über eine Treppe mit fünf Stufen vom Parkhaus zum Bahnsteig gelangen. Aufgrund der Barrierefreiheit ist dieses nicht mehr möglich. Eine Verlängerung des Bahnsteigs 1 um ca. 40 Meter, eine Rampe und ein Sicherheitszaun zum Gleis 1 hätten nach Darstellung der Bahn Kosten in sechsstelliger Höhe verursacht. Bahnreisende, die im Parkhaus parken, müssen nun den Umweg über den Bahnhofsvorplatz nehmen.

Bahnsteig 2[Bearbeiten]

Die Erneuerung des Bahnsteigs 2 erfolgte auf einer Länge von 330 Metern mit einer Höhe von 76 Zentimeter über Schienenoberkante. Die darüber hinausgehenden Bahnsteigteile verblieben in ihrem alten Zustand. Ursprünglich war die Bahnsteigkante am Gleis 3 länger als am Gleis 2, was mit der Lage der Weichen und Signale sowie einem Stumpfgleis vor Kopf des nördlichen Bahnsteigendes zusammenhing.

Bahnsteig 3[Bearbeiten]

Der Bahnsteig 3 wurde nur am Gleis 4 auf der gesamten Länge von 406 Metern und einer Breite von etwa zwei Metern erneuert. Auch hier wurden die nördlichen und südlichen Abschnitte auf 76 Zentimeter über Schienenoberkante erhöht. Am Gleis 5 wurde der neue Bahnsteigbelag lediglich im Bereich des Daches, der Treppe und des Aufzugs auf einer Länge von 80 Metern eingebaut. Nördlich und südlich davon blieb der alte Bahnsteigbelag bestehen. Diese Bahnsteigteile wurden mit einem stabilen Zaun abgesperrt, so dass sie nicht mehr betreten werden können. Das Gleis 5 kann somit nur noch für Überholungen von kürzeren Nahverkehrszügen genutzt werden.

Bahnsteig 4[Bearbeiten]

Der Bahnsteig 4 wurde am nördlichen und südlichen Ende auf einer Länge von ca. 40 Metern von 38 Zentimetern auf 76 Zentimeter über Schienenoberkante erhöht. Somit hat er auf der gesamten Länge von 405 Metern eine einheitliche Höhe.

Zuständigkeiten und Dienststellen[Bearbeiten]

Vom 1. April 1895 bis 1949 gehörte Herford zur Reichsbahndirektion Hannover, anschließend bis 1972 zur Bundesbahndirektion Hannover. Nach Auflösung und Zusammenlegung einiger Bundesbahndirektionen wurde der Bahnhof am 1. Juni 1972 der Bundesbahndirektion Essen zugeordnet. Die Grenze zur Bundesbahndirektion Hannover lag dabei zwischen den Bahnhöfen Herford und Löhne. 1994 wurden die Bundesbahndirektionen aufgelöst.

Bis 1954 gab es in Herford ein Bahnbetriebswerk (Bw). Bis Anfang der 1990er Jahre gehörte der Bahnhof zur Bahnmeisterei Bielefeld, zur Nachrichtenmeisterei Bielefeld und zur Hochbaubahnmeisterei Gütersloh. Bis dahin gab es in Herford auch noch die Dienststelle Güterabfertigung (Ga). Heute gibt es keine Dienststelle der Deutschen Bahn mehr in Herford. Außer im Stellwerk und im Reisezentrum sind keine DB-Mitarbeiter mehr in Herford beschäftigt.

Bahnhofskategorie[Bearbeiten]

Der Bahnhof Herford wird von der Bahntochter DB Station & Service AG betreut. Seit 2012 gehört er der Bahnhofskategorie 2 an, zu der in Deutschland insgesamt 82 Bahnhöfe gehören.[2]

Neben dem Bahnhof Herford erreichen in Ostwestfalen-Lippe nur der Hauptbahnhof Bielefeld und der Bahnhof Altenbeken die Bahnhofskategorie 2. Alle anderen Bahnhöfe wurden in die Kategorien 3 bis 7 eingeordnet.

Bedienung[Bearbeiten]

Fernverkehr[Bearbeiten]

Im Schienenpersonenfernverkehr wird der Bahnhof von zwei Intercity-Linien bedient:

Linie Linienverlauf Takt
IC 32 Berlin Südkreuz Hannover – Herford – Bielefeld – Dortmund – Duisburg – Köln 120 min (Fr/So)
IC 55 Dresden – Leipzig – Magdeburg – Hannover – Herford – Bielefeld – Dortmund – Wuppertal – Köln 120 min
Siehe auch: Liste der Intercity-Bahnhöfe

Weitere Direktverbindungen gibt es morgens nach Basel über Frankfurt Flughafen und Freiburg (Breisgau) sowie nach Oberstdorf über Mannheim, Stuttgart und Ulm.

Insbesondere freitags und sonntags gibt es weitere Direktverbindungen einzelner Züge der IC-Linie 32 nach Aachen, Frankfurt am Main, Karlsruhe, Stuttgart, München und Tübingen.

Zwischen Mitte April und Ende Oktober fahren am Wochenende zwei Zugpaare von und nach Binz auf der Insel Rügen.

Ebenso verkehren einzelne ICE in Tagesrandlage von und nach Hannover und Basel bzw. von Berlin Ostbahnhof nach Köln. Zwei weitere ICE-Halte gibt es in den Nächten von Sonntag auf Montag nach Köln und Berlin.

Während die Bedienung im Nahverkehr bis auf Ausdünnungen am Wochenende relativ konstant ist, wurden die Fernverkehrshalte im Laufe der Jahre immer mehr an die Nachfrage angepasst. Freitags und sonntags sowie donnerstagnachmittags und montagmorgens halten in Herford auf der IC-Linie 32, die zwischen Herford und Hannover ohne Halt verkehrt, mehr Züge der Relation Köln – Berlin als in der übrigen Zeit.

Hierdurch und durch weitere Anpassungen an die Nachfrage gibt es innerhalb einer Woche erhebliche Schwankungen bei den Fernverkehrshalten in Herford. So halten im Fahrplanjahr 2013/2014 samstags lediglich 15 ICE bzw. IC, während freitags 31 ICE/IC im Herforder Bahnhof halten. Dazwischen liegen die anderen Wochentage mit 26 (sonntags), 22 (montags), 19 (donnerstags), und 17 (dienstags, mittwochs) Halten.

Siehe auch: Liste der Intercity-Express-Linien, Liste der Intercity-Express-Bahnhöfe

Nahverkehr[Bearbeiten]

Im Schienenpersonennahverkehr ist Herford nach Bielefeld der zweitgrößte Eisenbahnknotenpunkt im Regionalverkehr von Ostwestfalen-Lippe und wird von diversen Regional-Express- und Regionalbahn-Linien bedient.

Siehe auch: Nahverkehr im Kreis Herford

Linie Name Linienverlauf Takt Betreiber
RE 6 Westfalen-Express Minden – Löhne – Herford – Bielefeld – Hamm – Dortmund – Duisburg – Düsseldorf 060 min DB Regio NRW
RB 61 Wiehengebirgs-Bahn Bad Bentheim – Rheine – Osnabrück – Bünde – Herford – Bielefeld 060 min Westfalenbahn
RE 70 Weser-Leine-Express Braunschweig – Hannover – Minden – Löhne – Herford – Bielefeld 120 min DB Regio Niedersachsen
RB 71 Ravensberger Bahn Rahden – Bünde – Herford – Bielefeld (als RB 67 weiter nach Münster) 060 min Eurobahn
RB 72 Ostwestfalen-Bahn Herford – Lage – Detmold – Altenbeken – Paderborn 060 min Westfalenbahn
RE 78 Porta-Express Nienburg – Minden – Löhne – Herford – Bielefeld 120 min (Mo–Fr) DB Regio NRW
Siehe auch Liste der SPNV-Linien in Nordrhein-Westfalen

Gleis- und Bahnhofsanlagen[Bearbeiten]

Bahnsteige und Reisezuggleise[Bearbeiten]

Der Bahnhof Herford hat einen Hausbahnsteig und drei Inselbahnsteige mit einer Höhe von 76 cm über Schienenoberkante. Sie sind jeweils einzeln überdacht. Die sieben Bahnsteiggleise werden im Regelfall folgendermaßen belegt:

Hausbahnsteig 1 (Nutzlänge: 210 m)

Gleis 1 (Nutzlänge: 276 m): Halt der Züge von Bielefeld nach Bad Bentheim (RB 61)

Inselbahnsteig 2 (Nutzlänge: 330 m)

Gleis 2 (Nutzlängen: 343 m Richtung Hannover, 388 m Richtung Bielefeld): Beginnende und endende Züge aus und nach Paderborn (RB 72)

Gleis 3 (Nutzlängen: 544 m Richtung Hannover, 576 m Richtung Bielefeld): Halt der Züge von Bad Bentheim nach Bielefeld (RB 61) und von Bielefeld nach Rahden (RB 71)

Inselbahnsteig 3 (Nutzlänge am Gleis 4: 406 m, am Gleis 5: 80 m) Der Bahnsteig 3 wurde nur am Gleis 4 auf einer Länge von 406 Metern ausgebaut. Am Gleis 5 steht lediglich im mittleren Bereich eine ausgebaute Bahnsteiglänge von 80 Metern zur Verfügung, da das Gleis derzeit fahrplanmäßig nicht benötigt wird. Bei Verspätungen, Baumaßnahmen im Gleisbereich oder sonstigen Unregelmäßigkeiten können somit dort kurze Nahverkehrszüge in Richtung Hannover halten und überholt werden. Eine Überholmöglichkeit für längere Züge in dieser Richtung besteht im Gleis 7, das durch Kreuzung des Hauptgleises der Gegenrichtung angefahren werden kann. Einzelheiten zum Bahnsteigausbau siehe im Abschnitt Behindertengerechter Ausbau, Bahnsteig 3.

Somit ergibt sich folgende Nutzung der Gleise 4 und 5:

Gleis 4 (Nutzlänge: 522 m):

- Durchgehendes Hauptgleis von Hamm in Richtung Hannover

- haltende IC und ICE von Köln nach Leipzig (Linie 55) bzw. nach Berlin (Linie 32)

- Halt der Züge von Düsseldorf nach Minden (RE 6) und von Bielefeld nach Braunschweig (RE 70) bzw. nach Nienburg (RE 78)

Gleis 5 (Nutzlänge: 522 m): Überholungsgleis in Richtung Hannover (kann derzeit nur bei Unregelmäßigkeiten von kürzeren Zügen bis 80 Meter Länge, z. B. der Linie RE 78 genutzt werden)

Inselbahnsteig 4 (Nutzlänge: 405 m)

Gleis 6 (Nutzlänge: 462 m):

- Durchgehendes Hauptgleis von Hannover in Richtung Hamm

- haltende IC und ICE von Leipzig nach Köln (Linie 55) und von Berlin nach Köln (Linie 32)

- Halt der Züge von Minden nach Düsseldorf (RE 6), von Braunschweig nach Bielefeld (RE 70) und von Nienburg nach Bielefeld (RE 78)

Gleis 7 (Nutzlänge: 505 m): Überholungsgleis in Richtung Bielefeld (wird nur bei Unregelmäßigkeiten genutzt)

Güterzuggleise und Güterbahnhof[Bearbeiten]

Neben dem Reisezuggleis 7 liegen die beiden durchgehenden Hauptgleise 8 und 9 der Güterzugstrecke Hamm–Minden sowie das Güterzugüberholungsgleis 10. Die sich daneben anschließenden Gleise 12 bis 15 können zwar noch genutzt werden, da sie aber nicht benötigt werden, sind sie zugewachsen und teilweise vom Stellwerk abgeklemmt. Die nächsten Gleise 16, 21 und 22 gehören bereits wie die Güterhalle der Stadt Herford. Zwischen den Gleisen 15 und 16 steht daher derzeit ein Bauzaun.

Die umfangreichen Güterzuganlagen, die in den 1870er Jahren gebaut wurden, werden heute kaum noch genutzt. Dazu gehören Abstell-, Rangier-, Lade- und Ausziehgleise, Kopf- und Seitenrampen, Ladestraßen, eine Straßenroller-Anlage, die Güterabfertigung mit Güterhalle, Waagen für Lkw und Eisenbahnwaggons sowie Übergabegleise für die Gleisanschlüsse.

Insgesamt befinden sich außer den regelmäßig genutzten Gleisen 1 bis 10 noch 16 Gleise oder Gleisabschnitte im Bestand des Bahnhofs, die bei Bedarf wieder reaktiviert werden könnten.

Postverladegleise[Bearbeiten]

Nördlich des Empfangsgebäudes gibt es in Höhe des Stellwerks einen ehemaligen Postbahnsteig mit zwei Gleisen, wo bis in die 1960er Jahre Pakete und Postsäcke ein- und ausgeladen wurden. Die Post- bzw. Gepäckkarren konnten dafür über eine Zufahrt von der Straße „Am Bahndamm“ auf den Bahnsteig fahren.

Gleise, Weichen und Signale[Bearbeiten]

Auf einem Lageplan des Herforder Bahnhofs aus dem Jahre 1987, der auch noch 1993 gültig war, sind insgesamt 50 Gleise mit 45 Gleisabschnitten, 101 Weichen, 31 Hauptsignale (z. T. mit Vorsignalen) und 10 einzeln stehende Vorsignale bzw. Vorsignalwiederholer verzeichnet. Davon werden allerdings einige Teile des ehemaligen Güterbahnhofs nicht mehr genutzt.

Gleisanschlüsse[Bearbeiten]

Innerhalb des Stadtgebiets gibt es drei Anschlussgleise, die jedoch alle nicht mehr in Betrieb sind. Nördlich des Bahnhofs führt ein Gleisanschluss zur Herforder Brauerei. Durch mehrere Wende- bzw. Sägefahrten waren über dieses Gleis auch der zweite Gleisanschluss der Firma Sulo und der Herforder Kleinbahn erreichbar. Südlich des Bahnhofs im Stadtteil Diebrock wurde in den 1970er Jahren ein Gleisanschluss in das dort neu entstandene Gewerbegebiet gebaut, der in den 90er Jahren, u.a. von der Firma Wellcarton und Viessmann, genutzt wurde.

Alter Güterbahnhof/Güterhalle[Bearbeiten]

Die ehemalige Güterhalle, die im Jahre 1918 erbaut wurde, wird seit 1997, als der Stückgutverkehr eingestellt wurde, nicht mehr von der Bahn genutzt. Sie wurde 2004 von der Stadt Herford gekauft und anschließend renoviert. Heute wird sie unter dem Namen „Alter Güterbahnhof“ als Veranstaltungshalle für Messen (z. B. Herbstzeitlos), Märkte, Ausstellungen, Konzerten, Modenschauen und dergleichen genutzt. Auf einer Grundfläche von 3.615 Quadtratmetern befinden sich darin drei Hallen und die ehemalige Güterabfertigung. Bei Veranstaltungen sind dort bis zu 2.000 Besucher zugelassen.

Stellwerk[Bearbeiten]

Das Stellwerk Hf, das nördlich in Verlängerung des Hausbahnsteigs steht, ist ein Siemens-Drucktastenstellwerk der Bauform Sp Dr S60. Von dort wird der gesamte Bereich des Herforder Bahnhofs bedient. Auch die beiden mit Vollschranken ausgerüsteten Bahnübergänge an der Elverdisser und Ahmser Straße sowie einige kleinere Bahnübergänge mit Blinklicht und/oder Halbschranken auf der Strecke Herford–Himmighausen werden von dort überwacht.

Bis zur Inbetriebnahme des Gleisbildstellwerks am 25. Juni 1978 gab es in Herford die elektromechanischen Stellwerke Hmf, Hn, Ho und Hs.

Höchstgeschwindigkeiten[Bearbeiten]

Südlich und nördlich des Bahnhofs können durchfahrende Reisezüge durch die Gleise 4 und 6 maximal 160 km/h fahren. Nördlich der Bahnsteige liegt die Strecke jedoch in einem Bogen, so dass dort in Fahrtrichtung Hannover auf einer Länge von 1.000 Metern und in Fahrtrichtung Bielefeld auf einer Länge von 900 Metern nur höchstens 140 km/h gefahren werden kann.

Die Höchstgeschwindigkeit auf den Güterzuggleisen 8 und 9 beträgt 120 km/h. Hier ist die Länge des Abschnitts in dem Bogen, in dem nur 110 km/h gefahren werden kann, in Fahrtrichtung Hannover 500 Meter und in Fahrtrichtung Bielefeld 200 Meter.

In Richtung Altenbeken kann mit maximal 40 km/h aus dem Bahnhof ausgefahren werden. Nach 800 Metern kann auf dann 70 km/h beschleunigt werden. Die einfahrenden Züge müssen auf den letzten 900 Metern von 70 km/h auf 40 km/h herunterbremsen.

Ausfahrende Züge in Richtung Kirchlengern können auf den ersten 700 Metern höchstens 40 km/h fahren, anschließend sind 100 km/h erlaubt. Bei der Einfahrt in den Bahnhof aus Richtung Kirchlengern ist der 40 km/h-Abschnitt 800 Meter lang.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Busbahnhof mit Stadtbus der Verkehrsbetriebe Minden-Ravensberg (VMR) im Februar 2011

Das Stadtgebiet wird vom ZOB direkt neben dem Bahnhofsgebäude (überdachter Zugang) im 30-Minutentakt von zwei Stadtbuslinien erschlossen. Zentraler Bus-Treffpunkt im Stadtverkehr ist der Alte Markt (ca. 800 m oder zwei Haltestellen entfernt). Am Busbahnhof halten außerdem Regionalbusse u. a. nach Bünde, Spenge, Löhne, Bad Salzuflen, Bielefeld-Schildesche. Insbesondere wegen der direkt neben dem Bahnhof liegenden Großdiskothek GoParc fährt an Wochenenden und vor Feiertagen im Halbstundentakt eine Nachtbuslinie nach Bielefeld (Ringlokschuppen und Jahnplatz).

In Bussen und Regionalzügen gilt der regionale Tarifverbund „Der Sechser“ (OWL Verkehr GmbH) und der NRW-Tarif. Ausgenommen sind jedoch die Nachtbusse im Stadtgebiet und in Richtung Bielefeld, Bünde, Enger, Spenge sowie die „DiscoBusse“. Das Niedersachsen-Ticket, das am Automaten erhältlich ist, gilt seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2013 auf den Strecken Richtung Hannover und Osnabrück auch von und bis Herford.

Zugang[Bearbeiten]

Der Eingang erfolgt durch das Bahnhofsgebäude, wo im Januar 2009 eine elektronische Abfahrtstafel angebracht wurde. Einen Nebenausgang gibt es nicht. Die in den Jahren 2009 bis 2012 umgebauten Bahnsteige sind durch einen renovierten Personentunnel mit jeweils einem Treppenaufgang und einem Personenaufzug erreichbar. Der Hausbahnsteig 1 (Gleis 1) hat außerdem einen Seitenzugang ohne Stufen. Aus Richtung Paderborn nach Bielefeld sowie aus Richtung Osnabrück nach Paderborn erfolgt der Anschluss in der Regel am selben Bahnsteig (Gleise 2 und 3), nicht jedoch in der jeweiligen Gegenrichtung.

Service[Bearbeiten]

Das Reisezentrum ist zu folgenden Zeiten geöffnet: Mo 7:00 Uhr–18:00 Uhr, Di–Fr 8:00 Uhr–18:00 Uhr, Sa 8:00 Uhr–12:30 Uhr. Tagsüber gibt es auf dem Bahnsteig ein Service-Team. Im Empfangsgebäude befinden sich außerdem ein Buch- und Zeitschriftenladen, eine Bäckerei mit Stehcafé, ein Reisebedarfsladen und eine Gaststätte. Weitere Läden sind auf dem Bahnhofsvorplatz im Bereich der Bushaltestellen. Die gebührenpflichtigen Toiletten wurden vor einigen Jahren renoviert. Seit Ende 2006 gibt es wieder eine Bahnhofsmission im Empfangsgebäude. Der Träger ist der Evangelische Gemeindedienst - Innere Mission Bielefeld. Die Bahnhofsmission ist montags bis samstags von 13:00 Uhr bis 18:00 Uhr und sonntags von 13:00 Uhr bis 19:00 Uhr besetzt.

Park-and-ride, Bike-and-ride[Bearbeiten]

Im nahe dem Bahnhof gelegenen Parkhaus Radewig sind 36 Parkplätze für Bahnreisende reserviert.
Direkt neben dem Bahnhofsgebäude gibt es eine Fahrradstation mit ca. 250 Fahrradstellplätzen.

Seit Ende September 2009 sind am Bahnhofsvorplatz fünf Fahrräder des DB Fahrradmietsystems „Call a Bike“ stationiert. Sie müssen jedoch im Gegensatz zu dem System in großen Städten nach Gebrauch wieder am Bahnhof abgegeben werden.

Die Taxistände befinden sich direkt vor dem Eingang.

ICE[Bearbeiten]

Anlässlich des 150-jährigen Bestehens der Deutschen Eisenbahn und der Inbetriebnahme des ersten ICE kam es am 30. November 1985 im Herforder Bahnhof erstmals zu einem Zusammentreffen des InterCityExperimental mit dem Adler. Eine solche Begegnung gab es nur noch einmal am 6. Dezember 1985 in Fürth.

Am 17. Mai 2006 um 11 Uhr wurde am Bahnsteig 4 im Gleis 7 ein ICE 3 der Baureihe 403 auf den Namen „Herford“ getauft.

Weblinks[Bearbeiten]

Deutsche Bahn AG:

NRWbahnarchiv von André Joost:

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Liste der Baudenkmäler der Stadt Herford (PDF; 77 kB)
  2. Bahnhofskategorieliste 2013. DB Station&Service AG, 2013, abgerufen am 11. Januar 2014 (PDF, 300 kB).