Mikojan-Gurewitsch MiG-29

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Mikojan-Gurewitsch MiG-29


MiG-29 der ungarischen Luftwaffe

Herstellungsdaten
Funktion: Mehrzweck-Jagdflugzeug
Besatzung: 1-2 Piloten
Erster Flug: 6. Oktober 1977
Inbetriebnahme: 1983
Hersteller: MiG MAPO, Russland
Maße
Länge: 17,32 m (16,28 m o. Staurohr)
Spannweite: 11,36 m
Höhe: 4,73 m
Flügelfläche: 43,5 m²
Gewicht
Gewicht: 10.900 kg (24.250 lb)
Nutzlast: 16.800 kg (37.038 lb) ( ? )
Maximale Startmasse: 21.000 kg (46.300 lb)
Leistung
Triebwerk: zwei Klimow R-33D Mantelstromtriebwerke / Startleistung 2 x 49,6 kN
Schubkraft
mit Nachbrenner:
86,4 kN
(19.400 lbf)
Eigenschaften
Maximale Geschwindigkeit: in Bodennähe: Mach 1,1
in großer Höhe: 2.430 km/h (1.518 mph)
Marschgeschwindigkeit: 1.250 km/h (777 mph)
Landegeschwindigkeit: 260-280 km/h (162-174 mph)
Startstrecke: ~ 300 m
Landestrecke: ~ 900 m (700 m mit Bremsschirm)
Kampfreichweite: 700 km (438 mi)
Reichweite: 2.900 km (1.812 mi)
Dienstgipfelhöhe: 18.000 m (55.800 ft)
Steigrate auf Meereshöhe: 330 m/s (65.000 ft/min)
Steigrate vom Stand bis auf 6000 m: 109 m/s von 0 bis 6000 m in 55 Sekunden [1]
Flächenbelastung: 442 kg/m² (90,5 lb/ft²)
kleinster Wendekreis: 800 m
Technische Ausrüstung
Radar: Phazotron N-109
Bewaffnung
Bordkanone: 30 mm Grjasew-Schipunow GSch-30 Bordkanone mit 150 Schuss
Raketen: sechs AAMs gemischt aus SARH und

Vympel R-27/AA-10 Alamo
Molniya R-60/AA-8 Aphid
Vympel R-73/AA-11 Archer
Vympel R-77/AA-12 Adder

Bomben: 3.500 kg (7,700 lb)

FAB 500-M62, FAB-1000,
TN-100, ECM Pods,
S-24 AS-12, AS-14

Die MiG-29 (NATO-Codename Fulcrum) ist ein russischer, in der früheren Sowjetunion entwickelter, Luftüberlegenheitsjäger aus dem Konstruktionsbüro Mikojan-Gurewitsch (MiG). Angetrieben wird er durch zwei Turbofantriebwerke.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Historische Entwicklung

1972 wurden in der damaligen UdSSR erste Überlegungen über eine wirksame Gegenmaßnahme zu den westlichen F-15 und F-16 angestellt. Im Laufe dieses Prozesses wurden die Entwürfe von Suchoi und MiG für die Prototypenphase ausgewählt. Die MiG-29 ist dabei das Flugzeug für die Frontstreitkräfte, das unter Feldbedingungen auf unbefestigten Startplätzen einsatzfähig sein muss. Es hatte die Aufgabe, die Streitkräfte direkt zu unterstützen. Dies schloss auch die direkte Verteidigung von Flugplätzen oder Städten ein. Ferner wurde die Bekämpfung von Marschflugkörpern zumindest vorgesehen.

Am 6. Oktober 1977 flog der erste Prototyp der MiG-29.

[Bearbeiten] Technische Daten

Von diesem außerordentlich wendigen, in dieser Hinsicht vielen westlichen Kampfjets überlegenen Flugzeug, wurde eine große Anzahl von Varianten gebaut bzw. erprobt (So kann die MiG-29 kurzzeitig auf ihrem eigenen Schubstrahl stehen – wichtig für das so genannte Kobramanöver.). Die Flügelkonstruktion mit breiter Flügelwurzel bringt einen großen Teil des Auftriebs durch den Rumpfansatz, was die Langsamflugeigenschaften verbessert. Typisch für die MiG-29 sind die großen Klappen, die die Luftansaugschächte der Triebwerke am Boden abdecken um ein Eindringen von Fremdkörpern zu vermeiden. Beim Start saugen die Triebwerke Luft über Lamellenschächte auf der Rumpfoberseite an. Am Heck befinden sich die Luftbremse und ein Bremsschirm.

Die Maschine besitzt einen 16-Bit-Bordcomputer, einen Frontscheibenprojektor (HUD) zuzüglich eines Monitors, eine bordeigene Fehlererkennung (Aekran) und zwei Sensorsysteme. Mit dem Radar können Luftziele (Reichweite 70 km) erfasst werden und mit dem FLIR/Laserentfernungsmesser (Reichweite 7 km, Laserklasse 3 in Deutschland) die Infrarotziele. Bemerkenswert ist auch eine Helmvisieranlage, die es dem Piloten erlaubt, mittels Kopfbewegung ein Ziel anzuvisieren. Die Zielsuchköpfe der Raketen erhalten dann automatisch die Zielparameter. Genau dieses Gerät macht sie der sehr wendigen F-16 im Luftnahkampf überlegen.

Obwohl die MiG-29 bereits annähernd 30 Jahre alt ist, wird das Modell nach wie vor gebaut – die Serienfertigung wurde von Anfang an für hohe Stückzahlen ausgelegt. Die MiG-29 befindet sich aber parallel in einem ständigen Modernisierungs- und Diversifizierungsprozess. Eine Vielzahl verbesserter Modelle wurde seit Ende der 1970er Jahre gebaut. Bei der MiG-33 handelt es sich weniger um ein Nachfolgemodell als um eine kampfwertgesteigerte Version der MiG-29. Weitere bekannte Varianten sind die MiG-29 SMT (einsitziges Mehrzweckkampfflugzeug), MiG-29 UB (zweisitziger Trainer) und MiG-29 K (Flugzeugträger geeignet). Die MiG-29 K wird zurzeit nur auf dem einzigen Flugzeugträger der Russischen Marine, der Admiral Kusnezow, eingesetzt; da Indien aber nach neuesten Pressemeldungen nun doch den ehemals sowjetischen Träger Admiral Gorschkow übernimmt, wird die Maschine auch zum Bordgeschwader dieses Schiffes gehören. Die neuesten Varianten sind die MiG-29 M und ihre zweisitzige Version, die MiG-29 M2, bei denen insbesondere Feuerleit-, Ortungs- und Bedienungsysteme verbessert wurden.

Auf der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung 2006 wurde erstmals außerhalb Russlands die neueste Version der MiG-29 gezeigt: Die MiG-29 OVT verfügt mit ihrer so genannten „dreidimensionalen Schubvektorsteuerung“ über eine erhöhte Manövrierfähigkeit. Der Abgasstrahl der beiden Triebwerke vom Typ Klimow RD-33MKB kann dabei in einem Winkel von bis zu 15 Grad nach allen Richtungen abgelenkt werden. Diese Neuheit wurde nach dem Erstflug des Prototypen im August 2003 anlässlich des Moskauer Aerosalons MAKS 2005 der Öffentlichkeit vorgeführt.

[Bearbeiten] Bewaffnung

Eine MiG-29 der Bundeswehr beim Abschuss einer Luft-Luft-Rakete vom Typ AA-10 Alamo
Eine MiG-29 der Bundeswehr beim Abschuss einer Luft-Luft-Rakete vom Typ AA-10 Alamo

Die Bewaffnung ist außerordentlich vielfältig und erlaubt neben der Bordkanone (Typ GSch-301, Kaliber 30 mm, mit 150 Schuss, Kadenz 1.500 Schuss/min) die Auswahl von Waffen gegen eine Vielzahl von Zielen, an bis zu sechs Unterflügel-Rumpfstationen.

Die MiG-29 ist in Bezug auf die Avionik gegenüber vergleichbaren Flugzeugen im Nachteil. Das macht sich vor allem in den Beyond-Visual-Range-Taktiken (engl. für außerhalb der Sichtweite) bemerkbar. Da die amerikanischen Jets (F-15 etc.) zum Zeitpunkt der Indienststellung der MiG-29 schon über ein automatisches Suchsystem für BVR (den Bereich außerhalb der Sichtweite des Piloten) verfügten, war die MiG ihnen im Fernkampf unterlegen. Im Gegensatz dazu war und ist sie immer noch einigen Kampfflugzeugen im Dogfight überlegen. MiG-29-Piloten, die gegen im Fernkampf überlegene Maschinen antreten, versuchen den Gegner in den Dogfight zu locken, um die Manövrierfähigkeit des eigenen Flugzeugs in Verbindung mit der Vympel R-73 Luft-Luft-Rakete, welche mit dem Helmvisier zum Ziel geleitet werden kann, auszunutzen.

Die modernsten Versionen sind von Avionik-Problemen befreit und verwenden teilweise französische oder japanische Avionik.

Für Kampfhandlungen im BVR-Bereich werden die Vympel R-27 und die Vympel R-77 Luft-Luft-Raketen verwendet.

[Bearbeiten] Versionen

Polnische MiG-29A Fulcrum-A
Polnische MiG-29A Fulcrum-A
Russische MiG-29M Fulcrum-E
Russische MiG-29M Fulcrum-E
Algerische MiG-29S Fulcrum-C
Algerische MiG-29S Fulcrum-C
Slowakische MiG-29UB Fulcrum-B
Slowakische MiG-29UB Fulcrum-B
Deutsche MiG-29GT Fulcrum-B
Deutsche MiG-29GT Fulcrum-B
MIG-29M-OVT
MIG-29M-OVT
Cockpit einer MiG-29A
Cockpit einer MiG-29A

[Bearbeiten] 9.11 RAM-L

Prototyp der MiG-29; Erstflug am 6. Oktober 1977

[Bearbeiten] MiG-29 (9.12) Fulcrum-A

1982 wurde die MiG-29, 9.12, in die Bewaffnung der Streitkräfte übernommen. Dort erhielt sie die interne Bezeichnung isdelije 5, ein Schritt, der westliche Spione verwirren sollte. Der Westen erfuhr erstmals 1979 von der Existenz der MiG-29, als ein Spionagesatellit reichlich unscharfe Fotos eines Prototypen auf dem Flughafen Schukowski nahe Ramenskoje schoß. Die neue Maschine erhielt von der NATO die Bezeichnung RAM-L bis ihr, nach Bekanntwerden der offiziellen Bezeichnung, der NATO-Code Fulcrum zugeordnet wurde. Es dauerte noch einige Jahre, ehe westliche Augen die MiG genauer betrachten konnten. Im Juni 1986 besuchte eine Staffel MiG-29 die finnische Luftbasis Rissala, und die dort geschossenen Fotos und Berichte über die geflogenen Manöver ließen die Fachleute aufhorchen. 1988 gab die MiG dann ihr Debüt bei der Luftschau in Farnborough, wo ihre Flugvorführungen das Publikum begeisterten. Die 29 stieg schneller, wendete enger und beschleunigte besser als alle westlichen Jäger und sie war in der Lage, Flugmanöver durchzuführen, bei denen die Triebwerke westlicher Maschinen versagten. Besondere Beachtung fand das System der verschließbaren Lufteinläufe und die auf den Strakes angeordneten Nebenlufteinläufe, das ein Operieren von Feldflugplätzen ermöglichte. Die Einführung der 9.12 in die sowjetischen Streitkräfte ging zügig voran, doch es traten auch Probleme auf. Zum einen war die Lebensdauer der Triebwerke zu gering, zum anderen verursachten aus Glasfaser hergestellte Bauteile 1984 einige schwere Unfälle. Daraufhin wurden die meisten Glasfaserteile gegen Aluminium ausgetauscht, was zu einer Erhöhung der Gesamtmasse führte. Auch war man mit der Reichweite von 2.100 km nicht zufrieden.

[Bearbeiten] MiG-29 (9.12A) Fulcrum-A

Für Exporte in Mitgliedsstaaten des Warschauer Vertrages war die MiG-29, isdelije 9.12A, mit vereinfachter Avionik verfügbar.

[Bearbeiten] MiG-29 (9.12B) Fulcrum-B

Alle anderen Exportkunden und Ungarn erhielten die nochmals gedrosselte MiG-29, isdelije 9.12B

[Bearbeiten] MiG-29 (9.13) Fulcrum-C

Äußerlich ist die 9.13 an ihrem vergrößerten Rumpfrücken zu erkennen, der einen um 240 Liter vergrößerten Tank und zusätzliche Elektronik beherbergt. Zur weiteren Reichweitensteigerung wurden die inneren Pylone zur Aufnahme von 1150 Liter Zusatztanks vorbereitet. Das so verfügbare maximale Tankvolumen betrug somit 8340 Liter, was eine Reichweite von 3600 km ergab. Eine weitere Neuerung war der interne Einbau eines aktiven Störgerätes Gardenija-1FU. Die Waffenzuladung wurde auf 3200 kg erhöht und die Fähigkeit zum Einsatz ungelenkter Luft-Boden-Waffen wurde verbessert. Die mitgeführte Munition für die 30 mm Maschinenkanone GSh-301 betrug nun 170 Schuss. Dennoch war man im Hause MiG mit der Luft-Boden-Schlagkraft der 29 unzufrieden. Nach eigenen Erhebungen erreichte sie nur 30% der Leistungen der F-16C. Deshalb wurde ab 1984 eine Version mit gesteigerten Fähigkeiten entwickelt.

[Bearbeiten] 9.14

Die 9.14 war eine direkte Weiterentwicklung der 9.13 und verfügte über ein verändertes Waffenkontrollsystem. Neue Merkmale waren die Fähigkeit zum Einsatz TV- und lasergelenkter Waffen, wie der Raketen Cha-25M (AS-10 Karen), Cha-29 (AS-14 Kedge) und der gelenkten Bombe KAB-500. Die maximale Waffenlast stieg auf 4500 kg. Es wurde ein Prototyp gebaut, doch das Programm wurde zugunsten der fortschrittlicheren MiG-29M, isdelije 9.15, aufgegeben.

[Bearbeiten] MiG-29M Fulcrum-E

Die MiG-29M war eine konsequente Weiterentwicklung der 9.12 mit dem Ziel, einen echten schlagkräftigen Mehrzweckjäger zu schaffen. Hauptaugenmerk wurde auf die Implementierung modernster Elektronik gelegt, die den Einsatz der für die 90er Jahre vorgesehen Raketensysteme gewährleisten sollten. Die schon exzellenten Luft-Luft-Fähigkeiten sollte nochmals gesteigert und die Luft-Boden-Schlagkapazität den gegebenen Erfordernissen angepasst werden. Die Arbeitsbedingungen des Piloten sollten sich durch Einsatz eines Glascockpits, HOTAS und Fly-by-wire-Steuerung verbessern. Die Maschine wurde grundlegend überarbeitet und aerodynamisch verfeinert. Die Radarnase erhielt eine leicht abgewandelte Form und das Höhenleitwerk wurde mit einem Sägezahn versehen. Auch die Luftbremse wurde neu gestaltet. Sie ähnelte nun in ihrer Art der Luftbremse der Su-27 und hatte eine Fläche von rund 1 m². Weitere auffällige Neuerungen waren die auf acht erhöhte Zahl der Unterflügelstationen und der Wegfall des einzigartigen Nebenlufteinlaufsystems auf den Strakes. Es gibt zwar Fotos der MiG-29M mit diesem System, doch war das nach Aussagen von MiG-Mitarbeitern nur eine Finte, um die westliche Aufklärung zu verwirren. Der Platz der in den Flügelwurzeln gewonnen wurde, wurde zur Aufnahme zusätzlichen Treibstoffs verwendet. Weitere Veränderungen in der Struktur der Maschine ließen die Erhöhung des internen Treibstoffvolumens auf 5720 Liter zu. Da eine Steigerung der Waffenlast vorgesehen war, wurde es notwendig, zum Erhalt der hervorragenden Manövrierfähigkeiten stärkere Triebwerke einzubauen. Das RD-33K, das auch bei der MiG-29K zum Einsatz kam, leistete fast 10% mehr Schub. Die wesentlichste Neuerung der MiG-29M war zweifellos ihr Waffenkontrollsystem. Herzstück war das Radar Phazotron N010 Zhuk (Käfer). Es hatte die Fähigkeit, zehn Ziele gleichzeitig zu verfolgen und vier simultan anzugreifen. Seine Reichweite gegen Jägerziele (3 m² Rückstrahlfläche) betrug 80 km. Sein Suchwinkel betrug +/- 90 Grad, wobei die Schwenkung in der Horizontalen mechanisch erfolgte, die vertikale Ebene jedoch durch elektronische Strahlschwenkung abgetastet wurde. Fortschritte in der Mikroelektronik ermöglichten es das N-010 Schuk um 130 kg leichter zu bauen als das N019 des Vorgängermodells und dabei noch die Leistung zu erhöhen. Auch das optoelektronische Ziel- und Navigationssystem OEPrNK-29M wurde verbessert, so dass es in der Lage war, Ziele bis zu einer Entfernung von 35 bis 40 km zu orten. Die Waffenpalette konnte durch das neue Waffenkontrollsystem bedeutend erweitert werden. So konnte nun eine Vielzahl laser-, TV- oder radargelenkter Luft-Boden-Waffen genauso zum Einsatz gebracht werden, wie die neueste Generation sowjetischer Luft-Luft-Raketen. Die Waffenlast stieg auf 4500 kg, so dass die Effizienz der MiG-29M im Bodenangriff sich der der F-16C annäherte. Einziges Manko der MiG-29M war die Verkleinerung des Kampfsatzes der Kanone auf 100 Schuss. Doch im Hause MiG hielt man diesen Vorrat für ausreichend, da Erfahrungen besagten, dass vier bis sechs Schüsse mit der Kanone ausreichten, um ein Jagdflugzeug abzuschießen. Ein weiterer Aspekt der M war ihr Radarschutzanstrich, der die Radarrückstrahlfläche auf 1,5 m² reduziert haben soll. Bei der 9.12 betrug die Rückstrahlfläche noch 15 m². Die MiG-29M sollte Anfang der 90er Jahre in Dienst gestellt werden, doch das Ende der Sowjetunion und das Chaos der Jelzin-Ära verhinderten den Erfolg dieses exzellenten Flugzeugs. Statt der geplanten 300 bis 400 Maschinen wurden nur sechs Prototypen gebaut. Der geplante Trainer MiG-29UBM, isdelije 9.61, wurde durch Geldmangel ebenso verhindert wie die Exportversion MiG-29ME und die Weiterentwicklungen isdelije 9.25 und 9.35. Mitte der 90er Jahre zeigte sich, dass die einseitige Ausrichtung Russlands auf die Su-27 nicht die richtige Wahl war und die russische Luftwaffe plante 1996 die Anschaffung von zunächst 30 MiG-29M. Doch der chronische Geldmangel stoppte diese Pläne zugunsten der 9.12S bzw. 9.13S.

[Bearbeiten] 9.16:

Bezeichnung einer 9.12 zum Test des Bordradars der MiG-29M; Erstflug am 12. Januar 1987

[Bearbeiten] MiG-29ME

Exportversion der MiG-29M; aus Geldmangel nicht realisiert; interne Bezeichnung 9.15E; auch als MiG-33 bezeichnet

[Bearbeiten] MiG-29E

Prototyp mit komplettem digitalem Cockpit; Erstflug am 1. August 1986; interne Bezeichnung 9.21

[Bearbeiten] MiG-29MR

Projekt einer Version der MiG-29M als taktischer Aufklärer

[Bearbeiten] MiG-29Sh

reine Erdkampfversion (Shturmowik) der MiG-29M mit einer max. Startmasse von 25.500 kg, nicht realisiert

[Bearbeiten] MiG-29KWP

Ein besonderes Kapitel der Geschichte der MiG-29 bildet die Trägerversion MiG-29K, NATO-Code Fulcrum D. Erste Studien zur Verwendbarkeit der MiG-29 wurden bereits 1973 erarbeitet. Sie sahen den Einsatz der 29 als Abfangjäger zum Schutz des Schiffsverbandes vor. Allerdings war das Interesse der sowjetischen Führung an einem echten Flugzeugträger zu jener Zeit recht gering. Erst Anfang der 80er Jahre, als sich die Schwäche der Träger der Kiew Klasse bemerkbar machte, wurden die Pläne für eine trägergestützte MiG-29 reaktiviert. 1982 begann man, den achten MiG-29-Prototyp soweit für ein Trägerprogramm zu modifizieren, dass mit ihm Erfahrungen zu Start- und Landeverhalten gesammelt werden konnten. Die als MiG-29KWP (Korotki wsljot i posadka – Kurzstart und -landung) bezeichnete Maschine wurde strukturell verstärkt und mit einem Fanghaken versehen. Weiterhin wurden nicht benötigte Ausrüstungselemente entfernt, um das Startgewicht auf 12 Tonnen zu begrenzen. Ab dem 21. August 1982 wurde die MiG-29KWP, auf der Trainingsbasis Nitka nahe Saki auf der russischen Halbinsel Krim bei simulierten Trägerstarts und -landungen getestet. Hierbei wurden 200 Sprungschanzenstarts und 65 Fangseillandungen absolviert.

[Bearbeiten] MiG-29K (9.31) Fulcrum-D

Ab 1984 begann man, die MiG-29K parallel zur MiG-29M zu entwickeln. Aufgabe für die K war es, einerseits als Abfangjäger den Schutz der Trägerkampfgruppe zu übernehmen, andererseits sollte sie in der Lage sein, effektive Schläge gegen Schiffs- und Landziele zu führen. Äußerlich unterschied sich die MiG-29K kaum von der MiG-29M, auf der sie basierte, doch gab es auch eine Reihe beträchtlicher Unterschiede. So wurde die K mit einem verbesserten Korrosionsschutz versehen, um dem rauen Meeresklima besser widerstehen zu können. Ihre Struktur wurde verstärkt, ein Fanghaken eingebaut und das Fahrwerk so modifiziert, dass es Trägerlandungen aushielt. Das Bugfahrwerk hatte einen Schwenkbereich von +/- 90°, um unter den beengten Verhältnissen an Bord eines Trägers besser rangieren zu können. Weiterhin wurde der Reifendruck erhöht. Neu an der K waren die Triebwerke RD-33K mit einem Schub von 53,9 kN ohne und 86,3 kN mit Nachbrenner sowie einem zusätzlichen Startregime, dass in der Lage war, 92,2 kN Schub zu leisten. Die Spannweite der K wurde auf 12 m erhöht und die Flügelfläche auf 43 m² vergrößert. Die Tragflächen verfügten über modifizierte Klappen und einen Faltmechanismus, der die Spannweite auf 7,8 m verringerte. Auch der Rumpfbug wurde abklappbar gestaltet, was die MiG auf 15,1 m verkürzte. Das Waffenkontrollsystem der K war mit dem der M im wesentlichen identisch, wurde aber für Einsätze über See optimiert. Die Waffenlast, die an acht Pylonen transportiert werden konnte, betrug 4500 kg, wobei eine große Palette ungelenkter und gelenkter Luft-Luft-, Luft-Boden- und Luft-Schiff-Waffen möglich war. Der interne Treibstoffvorrat war mit 5720 Litern identisch mit dem der M, was einen Einsatzradius von 850 km ohne und 1300 km mit einem Zusatztank gewährleistete. Um die Reichweite noch weiter zu steigern, war die K mit einer Tanksonde ausgestattet. Am 23. Juni 1988 startete der erste MiG-29K-Prototyp zu seinem Jungfernflug. Ein zweiter folgte später. Die Erprobung der K begann im selben Jahr und zog sich bis 1991. Ab Herbst 1989 wurde die Erprobung auf dem nun fast fertiggestellten Träger Tbilissi durchgeführt. Die erste Landung auf dem Schiff erfolgte am 1. November 1989, der erste Start einen Tag später. Obwohl die Erprobung erfolgreich war, wurde die K zum Erstaunen vieler Beobachter nicht in die Bewaffnung der Seefliegerkräfte übernommen. Das Ende der UdSSR und das darauffolgende Chaos verhinderten den Bau der geplanten 27 Maschinen, die für den ersten Träger gedacht waren. Die russische Marine wählte statt dessen die Su-27K (Su-33) als Standardkampfflugzeug für den Träger, eine Entscheidung, die nach Auswertung der Einsatzerfahrungen 1996 als Fehler erkannt wurde. Allerdings fehlte unter der Jelzin-Regierung das Geld zur Anschaffung der MiG-29K. Ob sich die Situation unter Präsident Putin ändern wird, muss sich noch erweisen. In der Zwischenzeit wurde vom Hause MiG die K so modifiziert, dass sie dem Standard der SMT entspricht. Diese Projekt wird unter der Bezeichnung 9.17K geführt. Sollte die 9.17K den Weg doch nicht an Bord eines russischen Trägers schaffen, so sieht man bei MiG die Möglichkeit, dieses Flugzeug an die indische Marine zu verkaufen, die gern ein Kampfflugzeug der 4.Generation an die Seite ihrer etwas betagten Sea Harrier stellen möchte. Die K für Indien soll über stärkere Triebwerke und das modernisierte Radar Phazotron N010M Zhuk-M verfügen. Weiterhin wird berichtet, dass der Tragflächenfaltmechanismus jeweils um einen Meter nach innen versetzt wurde, was eine reduzierte Spannweite von 5,8 m ergeben würde. Mit diesen Ausmaßen würde die K auch durch die Aufzüge des Trägers Gorshkow passen, für den sich die Indian Navy interessiert. Die Zukunft wird zeigen, ob die MiG-29K vielleicht doch noch in den Truppendienst gehen wird.

[Bearbeiten] MiG-29S Fulcrum-C

Bereits in den späten 80er-Jahren arbeitete man im OKB MiG an einer Möglichkeit, MiG-29 der Versionen 9.12 und 9.13 so zu modernisieren, so dass sie mit den kommenden Raketensystemen ausgerüstet werden konnten. Das Projekt S war geboren. Ziel der S war es die Luft-Luft-Schlagkraft der MiG-29 bedeutend zu erhöhen. Dies sollte durch die Einführung des Raketensystem R-77 erfolgen. Um die R-77 einsetzen zu können, war es notwendig das Radar N019 grundlegend zu modernisieren. Das neue N019M Topas hatte die Fähigkeit, bis zu zehn Ziele gleichzeitig zu verfolgen und zwei simultan anzugreifen. Gleichzeitig wurde seine Widerstandsfähigkeit gegen Störmaßnahmen (ECM) erhöht. Die Effizienz der MiG-29 verdreifachte sich nahezu. Weitere Verbesserungen betrafen das Steuersystem, das nun Anstellwinkel von bis zu 28° ermöglichte, und eine auf 4000 kg erhöhte Waffenzuladung. Da die Krise Russlands den Kauf der modernen MiG-29M nicht zuließ, begann man bereits im Dienst stehende MiG-29 auf den Standard S aufzurüsten. Diese Maschinen wurden als MiG-29S, isdelije 9.12S bzw. 9.13S, bezeichnet. Die MiG-29S wurde und wird in verschiedenen Unterversionen erfolgreich zum Export angeboten.

[Bearbeiten] MiG-29SD Fulcrum-A

Die Version MiG-29SD basiert auf der ursprünglichen MiG-29, isdelije 9.12, verfügt aber über das Radar N019ME (Export) und eine gesteigerte Reichweite. Sie kann drei Zusatztanks tragen und ist mit einer Lufttanksonde ausgestattet. Der erste Exportkunde der SD war Malaysia, wobei die malaysischen MiG in der Presse auch als MiG-29N bezeichnet werden.

[Bearbeiten] MiG-29N

Exportversion der MiG-29SD für Malaysia mit einer Vorrichtung zur Luftbetankung durch die Lockheed KC-130 Hercules

[Bearbeiten] MiG-29SE Fulcrum-C

Die MiG-29SE ist die Exportversion, die auf der 9.13 basiert. Von der 9.12SD unterscheidet sie sich nur durch die größere interne Treibstoffmenge, die im Rumpfbuckel transportiert wird.

[Bearbeiten] MiG-29SM

Die dritte Version der S ist die MiG-29SM. Bei der SM wurde nicht nur die Luft-Luft-, sondern auch die Luft-Boden-Schlagkraft verbessert. Wie im Projekt 9.14 erfolgte das durch einen Zusatzbehälter, der TV- und lasergelenkte Waffen steuern konnte.

[Bearbeiten] MiG-29SMT

Einsatzerfahrungen zeigten, dass die MiG-29 allen westlichen Jägern hinsichtlich ihrer Flugleistungen eindeutig überlegen war, hinsichtlich ihrer Reichweite jedoch nicht befriedigte. Deshalb wurde im Hause MiG die 9.13S mit Elementen der MiG-29M, sowie anderer nicht verwirklichter Projekte aufgerüstet. Beim ersten MiG-29SMT-Prototypen verzichtete man, genau wie bei der MiG-29M auf die Nebenlufteinlässe und tauschte die Schutztore vor den Lufteinläufen gegen Gitter, a la Su-27, aus. Später verzichtete man auf diese Änderung, kehrte zum ursprünglichen System zurück und vergrößerte zur Aufnahme des zusätzlichen Treibstoffs den Rumpfrücken, was der SMT das charakteristische Aussehen verleiht. 2020 Liter finden hier in zwei Tanks Platz. Durch diese Maßnahme konnte die Reichweite mit Zusatztanks von 2100 auf 3300 km gesteigert werden. Pläne, die eine Reichweitensteigerung auf 3500 km mit internem Treibstoff vorsahen, wurden auf Grund zu großer struktureller Veränderungen verworfen. Weitere Verbesserungen gegenüber der 9.12 sind eine dramatisch verbesserte Elektronik, die den Einsatz einer breiten Waffenpalette ermöglicht und gleichzeitig 600 kg leichter ist. Das Radar N-019MP Topas verfügt über eine Reichweite von 80 km und kann zuverlässig sowohl Luft- als auch Bodenziele erkennen. Die Arbeitsbedingungen für den Piloten wurden durch ein Glascockpit, sowie die Umsetzung des HOTAS-Prinzips (Hands on Throttle and Stick – Hände an Schubhebel und Steuerknüppel) verbessert. Weiterhin soll die MiG-29SMT in der Lage sein, via Datenverbindung mit der Bodenkontrolle, A-50 AWACS und anderen Jägern zu kommunizieren.

[Bearbeiten] MiG-29SMT-2

Den Konstrukteuren wurde aber auch klar, dass der Abfangjäger MiG-29SMT, wie sie auf der ILA 1998 gezeigt wurde, noch verbessert werden konnte. Die SMT-2 war geboren. Um das zusätzliche Gewicht des Treibstoffs auszugleichen, erhielt die SMT-2 mit dem RD-43 ein neues Triebwerk, das mit einem Schub von 98,1 kN nicht nur stärker ist, sondern auch einen um drei bis fünf Prozent niedrigeren Treibstoffverbrauch hat, was zu einer weiteren Reichweiteerhöhung führt. Mit einer Luftbetankung und drei Zusatztanks kann eine MiG-29SMT-2 eine Strecke von immerhin 6500 km bewältigen. Ein weiterer bemerkenswerter Aspekt der SMT-2 ist ihre reduzierte Radarsignatur. Durch den Einsatz radarabsorbierender Materialien und einen Radarschutzanstrich konnte die effektive Rückstrahlfläche auf ein bis 1,5 m² gesenkt werden, 10 bis 15 mal weniger als bisher. Eine weitere signifikante Verbesserung ist der Einsatz eines leistungsfähigeren Waffenkontrollsystems mit dem Radar Zhuk-M als Kernstück. Das Zhuk-M hat eine Reichweite von 130 km und kann zehn Ziele gleichzeitig verfolgen und vier davon bekämpfen. Es hat einen auf +/- 90° vergrößerten Suchkegel und verfügt über eine verbesserte Look-down/shot-down-Fähigkeit. Es ist in der Lage, selbst in Standschwebe verharrende Hubschrauber zu entdecken und anzugreifen. Weitere Verbesserungen umfassen die verschiedenen Luft-Boden-Modi, die einen erfolgreichen Einsatz von so genannten intelligenten (smarten) Luft-Boden-Waffen erst möglich machen. Die MiG-29SMT-2 ist in der Lage, die modernsten russischen Luft-Luft-, Luft-Boden-, Luft-Schiff- und Antiradarraketen einzusetzen. Auf Kundenwunsch können aber auch westliche Waffensysteme integriert werden.

[Bearbeiten] MiG-29SMTK

Modifizierung der Trägerversion MiG-29K auf den Standard der MiG-29SMT-2; interne Bezeichnung 9.17K

[Bearbeiten] MiG-29M1

Version der MiG-29M als Mehrzweckkampfflugzeug auf der Basis der MiG-29K (9.41); interne Bezeichnung 9.61, 9.25 Stufe 1 bzw. 9.15D

[Bearbeiten] MiG-29M2

Schon 1999 begann man bei MiG MAPO mit der Entwicklung eines zweisitzigen Mehrzweckjägers auf Basis der MiG-29M. Nachdem Sukhoi mit seiner Su-30MKI in Indien und Su-30MKK in China beachtliche Erfolge erzielt hatte, wollte man gleichziehen. Der neue Mehrzweckjäger erhielt die Bezeichnung MiG-29M2 und flog erstmals 2001. Anfang 2007 flog auch der bordgestützte Kampftrainer MiG-29KUB, der auf der MiG-29M2 basiert und daher auch als Mehrzweckjäger einzusetzen sein dürfte. 2006 entstand aus der MiG-29M2 die jetzige MiG-35 Blaue 154. Der Zweisitzer vereint alle technischen Neuerungen der Modelle MiG-29OVT und MiG-29M2. Die MiG-29M2 besitzt den Radar- und Waffenleitkomplex NIIR Zhuk-ME von Phazotron. Das System verfügt als erstes russisches Jägerradar über eine Antenne mit aktiver elektronischer Strahlschwenkung und einer Reichweite von 130 km. Es kann 30 Ziele gleichzeitig begleiten und sechs davon in rascher Folge mit Mittelstrecken-Luft-Luft-Raketen R-77 oder R-27 bekämpfen. Es besitzt die Fähigkeit der Erstellung von hochauflösenden Radarkarten. Ein Empfänger in Kombination mit einer Trägheitsplattform, der sowohl mit GLONASS als auch mit GPS kompatibel ist und eine Genauigkeit von bis zu einem Meter ermöglicht, ist für die Navigation zuständig. Zur Zielerfassung kommen der Optik- und Infrarotsensor Kols-MG sowie das Helmvisier für den Piloten zum Einsatz. Das optische System verfügt je nach Wetterlage über eine Reichweite von 30 Kilometer. Eine Vierkanal Fly-by-Wire-Steuerung übernimmt bei allen möglichen Flug- und Beladungszuständen zuverlässig die Steuerung der Maschine. Dem Anstellwinkel muss kaum noch Beachtung geschenkt werden, durch eine automatische Begrenzung wird ein Überziehen faktisch unmöglich. Das FBW-System begrenzt die Belastung der Zelle erheblich, indem extrem strukturbelastende Manöver ohne zutun des Piloten automatisch auf erträgliche Werte gesenkt werden. Das verlängert einerseits die Lebensdauer der Maschine und andererseits die Gesundheit des Piloten. Das vordere Cockpit ist modern gestaltet, mit drei farbigen LCD-MFD und HUD. Das hintere Cockpit umfasst vier LCD-MFD, wobei auf das HUD verzichtet wurde, um TV- und Radarbilder darstellen zu können, die für die präzise Lenkung von Luft-Boden-Waffen notwendig sind. Auch können damit bei Schulungszwecken die Daten des vorderen HUD dargestellt werden. Ein Radarwarnempfänger, ein Infrarotsensor und ein Laserwarner sichern die Warnung vor Angriffen. Die Abwehrmaßnahmen umfassen Störkörperwerfer mit größerer Kapazität. Auch eine Einrichtung zur gleichzeitigen passiven Zielzuweisung an zwei Antiradarraketen Kh-31P ist vorhanden. Das System kann je nach Einsatz durch einen Breitband-Radarstörbehälter ergänzt werden, der mehr als 100 verschiedene Emitter gleichzeitig erkennen und wirksam stören kann. Als Abfang- oder Luftüberlegenheitsjäger konfiguriert kann die MiG-35 Luftkampfraketen R-73E oder R-73M2, sowie Mittelstrecken-Luft-Luft-Raketen R-77 unhd R-27T einsetzen. Für Angriffe auf Bodenziele stehen TV-gelenkte Luft-Boden-Raketen Kh-29T und Kh-29TE zu Verfügung. Für Nahbereichsangriffe kommen bis zu acht Behälter B-8M1 mit jeweils 20 ungelenkten Luft-Boden-Raketen S-8 zum Einsatz. In der Rolle als Wild Weasel kann die MiG-35 bis zu vier Antiradarraketen Kh-31P tragen und zwei davon gleichzeitig einsetzen. Gegen Schiffe können vier Antischiffraketen Kh-31A oder vier Kh-35 eingesetzt werden. Weiterhin können freifallende, TV-gelenkte Bomben KAB-500Kr und KAB-500Kr-OD, sowie ungelenkte Bomben OFAB-250-270 mitgeführt werden.

[Bearbeiten] MiG-29M3

Version der MiG-29M2 mit anderem Triebwerk; interne Bezeichnung 9.25 Stufe 3 bzw. 9.15D

[Bearbeiten] MiG-29 Sniper

Modernisierungsvariante der MiG-29 von Aerostar (Rumänien), EADS (Deutschland) und Elbit (Israel); westliche Avionik, HOTAS-Steuerungssystem, GPS basierendes Navigationssystem, digitaler Missionscomputer etc.; Erstflug am 05. Mai 2000.

[Bearbeiten] MiG-29 OVT

Auf der ILA-2006 in Berlin gab der leichte Jägertyp MiG-29 OVT sein Debüt. Die Maschine wurde aus einem der sechs Prototypen der MiG-29M gebaut. Sie besitzt Schubvektortriebwerke RD-33MKB. Testpilot Pawel Wlasow konnte damit erstaunliche Manöver vorführen. Dennoch ist die Maschine nichts anderes als ein Demonstrator. Das Hauptaugenmerk liegt beim Doppelsitzer. Die Version der MiG-29M ist mit zwei Klimow RD-33MK2 Triebwerken mit je 88,3 kN Schub und Schubvektorsteuerung ausgestattet; Erstflug im August 2003; auch als MiG-29M OVT bezeichnet.

[Bearbeiten] MiG-29-2008

geplante Modernisierungsversion der Trägerversion MiG-29K (9.41) mit neuem Computer und erweiterter Ausrüstung

[Bearbeiten] MiG-29UB Fulcrum-B

Neben der 9.12 wurde in Farnborough auch der Trainer MiG-29UB, 9.51, gezeigt. Die UB trug die Armeebezeichnung isdelije 30 und war als Kampftrainer ausgelegt. Sie konnte die gleichen Waffen wie die Einsitzer tragen mit Ausnahme der R-27R, da ihr das zur Waffenlenkung notwendige Radar fehlte.

[Bearbeiten] MiG-29UBM

zweisitzige Trainerversion der MiG-29M; aus Geldmangel nicht realisiert; interne Bezeichnung 9.61

[Bearbeiten] MiG-29KU

zweisitzige Kampftrainerversion der Trägerversion MiG-29K ohne Radar; interne Bezeichnung 9.62; nicht gebaut

[Bearbeiten] MiG-29KUB

zweisitzige Kampftrainer-Mehrzweckjägerversion der MiG-29K (9.41); interne Bezeichnung 9.47. Dieser Typ ist u.a. bei der indischen Marine im Einsatz.

[Bearbeiten] MiG-29NUB

zweisitzige Kampftrainerversion der MiG-29N

[Bearbeiten] MiG-29UBT

Als Trainingsvariante der SMT-2 wurde die MiG-29UBT, entwickelt. Sie verfügt ebenfalls über ein Glascockpit, HOTAS und eine verbesserte Avionik. Der zusätzliche Treibstoff wird im charakteristischen Rumpfbuckel transportiert. Durch ein verbessertes Waffenkontrollsystem ist die UBT voll kampffähig. Sie soll genau wie die SMT in der Luft nachgetankt werden können.

[Bearbeiten] Verbreitung

Als einziges NATO-Mitglied vor der Osterweiterung besaß die Bundesrepublik Deutschland 24 MiG-29 Flugzeuge (20 MiG-29 A und 4 MiG-29 UB), welche sie nach der Wiedervereinigung mit der Deutschen Demokratischen Republik 1990 von der Nationalen Volksarmee übernommen hatte. Die Maschinen wurden nach einer Erprobungsphase und der Umrüstung von allen Maschinen auf NATO-Standards unter der neuen Bezeichnung MiG-29 G bzw. GT (G für "German", GT "German Trainer") der deutschen Luftwaffe unterstellt. Später erhielten davon sieben Flugzeuge (nur G) zur Reichweitenerhöhung zusätzliche Unterflügel-Kraftstofftanks und eine verbesserte Navigationsanlage. Die zum Teil durch die USA finanzierte Umrüstung erfolgte durch die Firma DASA (heute EADS) und umfasste folgende Änderungen: kompatible Kommunikationssysteme, GPS-Navigationssystem, Zusatztanks sowie ein geändertes Waffensystem. Die Zusatztanks dienten der Reichweitensteigerung. Hintergrund war die von den USA gewünschte Verlegung einiger Maschinen zu Manöverzwecken in die USA, wo die MiGs fortan regelmäßig als Sparrings-Partner gegen US-Luftwaffe, Marineflieger und Navy dienten. Die Indienststellung und Stationierung der Maschinen erfolgte beim Jagdgeschwader 73 „Steinhoff“ in Laage bei Rostock. Das Jagdgeschwader 73 „S“ war der 3. Luftwaffendivision in Berlin-Gatow unterstellt. (Heute 2. Luftwaffendivision Birkenfeld) Die Maschinen dienten u.a. als Alarmrotte, der Überwachung des deutschen Luftraumes und waren der NATO zugeteilt. Bis 2003 wurden von Luftwaffenpiloten über 30.000 Flugstunden auf der MIG-29 absolviert. Im Zuge dessen kam es am 25. Juni 1996 auf Grund eines Pilotenfehlers zu einem Absturz. Im Zuge der Einführung des Eurofighters wurde am 24. Juni 2003 ein Überlassungsvertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Polen unterschrieben, welcher den Verkauf der MiGs für den symbolischen Preis von 1 Euro pro Stück an die Luftstreitkräfte Polens, das 1999 der NATO beigetreten war, regelte. Gleichzeitig wurden damit die Kosten für die Verschrottung zu Gunsten der Verbesserung der deutsch-polnischen Beziehungen eingespart sowie die Luftwaffe Polens besser in die NATO integriert. Die letzten neun MiG-29 landeten am 4. August 2004 in Bydgoszcz, wo sie zunächst auf die Bedürfnisse der polnischen Luftwaffe umgerüstet und z.T. generalüberholt wurden. Neuer Stützpunkt der Maschinen ist das 41.ELT in Malbork. Zwei Maschinen wurden an die Luftwaffenschule in Dęblin zur Technikerschulung abgegeben. Das einzige nicht verkaufte Flugzeug mit der Bezeichnung 29+03, ging als Traditionsmaschine in den Bestand des Luftwaffenmuseums Gatow über, und ist dort im Rahmen der Ausstellung „50 Jahre Luftwaffe“ zu besichtigen.

1997 kauften die Vereinigten Staaten zu Erprobungszwecken 21 Flugzeuge von Moldawien, darunter 14 MIG-29S mit speziellen Radar-Systemen und der Fähigkeit, Atombomben zu tragen. Politisch war dies u. a. dadurch motiviert, einen Verkauf der Maschinen an den Iran zu verhindern. Die Maschinen sollen zum Ausforschen der ehemals sowjetischen, heute russischen Technik sowie als Gegner bei Luftkampfübungen dienen, um Kampfsituationen besser simulieren zu können.

[Bearbeiten] Exportsituation

Die MiG-29 SMT wird derzeit Ägypten, Argentinien, Libyen und Syrien angeboten. Die MiG-35 wird in Venezuela und Indien angeboten.

[Bearbeiten] Einsatzländer

Staaten, in denen die MiG-29 eingesetzt wird.
Staaten, in denen die MiG-29 eingesetzt wird.
bekommt 40 neue MiG-29SMT und MiG-29UBT als Standardkampfflugzeug, 35 MiG-29SD sollen auf SMT-Standard gebracht werden. Dazu kommen 24 Su-30 MKA.
bekundete 2007 Interesse für 12 MiG-29SMT und 12 Su-30MK2. Es soll bald zu Vertragsabschlüssen kommen.
besitzt 35 MiG-29.
besitzt 48 MiG- 29
kaufte 24 MiG-29A zu den vorhandenen chinesischen F-5, F-6 und F-7.
bekam noch zu Sowjetzeiten die MiG-29, 20 davon sind noch im Einsatz.
Die Bundeswehr übernahm 24 MiG-29A von der Nationalen Volksarmee der DDR, von denen eine Maschine bei einem Absturz verloren ging. Eine Maschine wurde ins Museum überführt. Die restlichen 22 Flugzeuge wurden 2003 an Polen übergeben. Zuvor waren sie beim Jagdgeschwader 73 "Steinhoff" in Rostock-Laage im Einsatz.
bekam während des Konfliktes mit Äthiopien 6 MiG-29, die allesamt von äthiopischen Su-27 abgeschossen wurden. Es wurden schließlich weitere acht Maschinen gekauft, von denen zwei zur MiG-29SMT aufgerüstet wurden.
übernahm 75 MiG-29A in seine Luftwaffe. Derzeit läuft eine Ausschreibung für ein neues Mehrzweckkampfflugzeug, bei der Mikojan-Gurewitsch mit MiG-29M2 (MiG-35) teilnimmt. Die indische Marine verfügt über Kampfflugzeuge vom Typ MiG-29KUB und MiG-29K.
Der Irak rüstete die 6. Staffel auf dem Stützpunkt Tammuz (al-Taqaddum) auf die MiG-29 um. Obgleich die irakischen Luftstreitkräfte 137 MiG-29 bestellten, sollte die Maschine nur solange im Bestand bleiben, bis die schon seit 1985 eingeplanten Su-27 gekauft werden konnten. Aus diesem Grund ließen die irakischen Luftstreitkräfte bis 1990 lediglich 33 Jagdeinsitzer und sechs zweisitzige Kampftrainer ausliefern. Die irakischen MiG-29 waren mit leicht abgewerteter Avionik der MiG-23 ausgerüstet und konnten zwar R-27, aber keine R-73 einsetzen. Am 16. Januar 1991 gelang es Hauptmann Khudair Hijab aus nur 2,5 km Entfernung zwei Luftkampfraketen auf eine B-52G abzuschießen und diese zu beschädigen.
Die US Air Force hat nie zugegeben, dass eine B-52 von einem irakischen Jäger angegriffen worden war oder beschädigt worden sei. Mittlerweile ist aber bewiesen, das drei von fünf beschädigten B-52 in der ersten Golfkriegsnacht 1991 beschossen und beschädigt worden waren. Zwei der Zwischenfälle ereigneten sich jedoch genau dort, wo Hijab mit seiner MiG-29 unterwegs war. Da es in dieser Gegend keine bodengestützte Luftabwehr gab, spricht einiges dafür, dass wohl Hijab für einen der Angriffe verantwortlich war.
weigerte sich nach dem Zweiten Golfkrieg, die vier aus dem Irak verlegten MiG-29 zurückzugeben, gliederte sie in seine Luftwaffe ein und bekam 32 weitere Maschinen aus Russland. Nach deren Lieferung sollten weitere 120 in Lizenz gefertigt werden, was jedoch durch Druck seitens der USA nie realisiert wurde. Diese Maschinen erhielten durch die iranische Waffenindustrie Kampfwertsteigerungen, so dass sie von Standardmaschinen abweichen.
Ende 2001 wurden 20 MiG-29SMT bestellt, die sich in der Auslieferung befinden; weitere 32 MiG-29SMT und UBT wurden 2006 bestellt.
erhielt 16 MIG-29, von denen viele während der NATO-Angriffe vernichtet wurden. Serbien hat noch fünf Maschinen im Bestand, die gegenwärtig modernisiert werden. Vermutlich ist auch die Anschaffung einiger MiG-35 geplant, obwohl hier die Su-30MK2 vorgezogen werden soll.
übernahm 35 MiG-29 von Russland. Etwa 20 davon sollen einsatzbereit sein und wurden erst kürzlich modernisiert.
bekam 16 MiG-29. 2003 flogen noch drei der Maschinen bei einer Parade, angeblich waren dies die einzig noch flugfähigen der gesamten kubanischen Luftwaffe. Ob die Maschinen jetzt noch einsatzbereit sind, ist unbekannt, aber es gibt Fotos aus dem Jahr 2006, auf denen sechs einsatzfähige MiG-29 (vier Jagdeinsitzer und zwei Kampftrainer) abgebildet sind.
bekam 18 MiG-29, die jedoch vorübergehend eingelagert sind. Gründe sind Mangel an Piloten, Umschulung der Piloten auf die Su-30MKM sowie eine schlechte Versorgung mit Ersatzteilen.
Bis 1997 befanden sich noch mehrere MiG-29C und MiG-29B im Land, danach wurden alle Flugzeuge an die USA verkauft.
hat 10 MiG-29 SMT bestellt.
bekam bis Anfang der 90er Jahre 35 MiG-29, vermutlich 30 MiG-29A und fünf MiG-29UB. Die Maschinen sollen vor allem die Hauptstadt Pjöngjang schützen. Eine der Maschinen fing 2003 einen P-3 Orion-Seeaufklärer der US Navy ab. Nordkorea soll ursprünglich 120 MiG-29 bestellt haben, jedoch kam der Zusammenbruch des Ostblocks dazwischen. Selbst die ausgelieferten Maschinen sollen nie abbezahlt worden sein. 2001 bekundete Nordkorea Interesse an einer unbekannten Anzahl MiG-29SMT, vermutlich unter zehn Stück, da sich die gesamte Anzahlung lediglich auf 200 Millionen Euro belaufen hätte.
bekam drei neue MiG-29 aus Russland, weitere 15 wurden gebraucht von Weißrussland übernommen.
hatte 22 Maschinen im Bestand, die demnächst auf SMT-Standard modernisiert werden sollen. 2003 kamen weitere 22 MiG-29 der Bundeswehr dazu. Alle Maschinen sollen auf SMT-Standard modernisiert werden, aber ob dies bei den derzeit angespannten Beziehungen zwischen Polen und Russland umgesetzt wird, ist fraglich.
hat noch 18 Maschinen im Bestand, die auf SNIPER-Standard modernisiert werden.
hat 400 Maschinen im Bestand. 60 Modernisierungen zur MiG-29SMT wurden 1999 geordert, jedoch sollen die Maschinen (noch) nicht geliefert worden sein. Derzeit konzentrieren sich die russischen Luftstreitkräfte verstärkt auf die Su-27SM. Ob die nochmals modernisierte Version SMT-2 in die Luftstreitkräfte aufgenommen wird, ist fraglich, aber nicht unmöglich. Die Anschaffung von 30 neuen MiG-29UBT und weiteren 60 Aufrüstungen auf diese Modifikation scheint allerdings beschlossene Sache. Auch eine mögliche Anschaffung von 20 bis 30 MiG-29K für den Flugzeugträger Admiral Kusnezow scheint noch möglich.
hat 16 MiG-29 im Bestand, 5 davon kampfwertgesteigert.
will ihre 15 MiG-29 auf SMT-Standard umrüsten.
bekam 43 Maschinen, wie viele davon noch einsatzbereit sind, ist unbekannt. Es gibt Berichte über Verhandlungen mit Weißrussland, einige Maschinen auf BM-Standard zu modernisieren.
übernahm 24 Maschinen von Russland.
hat noch 185 Maschinen in Dienst.
hat 27 MiG-29 im Bestand, 14 davon kampfwertgesteigert.
kauften 1997 21 Maschinen von Moldawien, darunter 14 MIG-29S mit Nuklearbombenfähigkeiten zu Erprobungszwecken und um einen Verkauf an den Iran zu verhindern. Angeblich nutzen sie diese Maschinen als Übungsgegner, haben aber Probleme, sie flugfähig zu halten.
hat 65 Maschinen, alle einsatzbereit.

[Bearbeiten] Quellen

  1. http://www.flug-revue.rotor.com/frtypen/FRMiG-29.htm

[Bearbeiten] Literatur

  • Yefim Gordon: Mikoyan MiG-29 Fulcrum Multi-Role Fighter. Airlife Publishing Ltd. 1999, ISBN 1-84037-028-9

[Bearbeiten] Siehe auch:

Commons
 Commons: Mikojan-Gurewitsch MiG-29 – Bilder, Videos und Audiodateien


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