Mikojan-Gurewitsch MiG-29

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Mikojan-Gurewitsch MiG-29
MiG-29 der deutschen Luftwaffe über dem Golf von Mexiko
MiG-29 der deutschen Luftwaffe über dem Golf von Mexiko
Typ: Mehrzweckkampfflugzeug
Entwurfsland: SowjetunionSowjetunion Sowjetunion
Hersteller: Mikojan-Gurewitsch / RSK „MiG“
Erstflug: 6. Oktober 1977
Indienststellung: Juni 1983
Produktionszeit: Seit 1982 (mit Unterbrechungen) in Serienproduktion
Stückzahl: 1600+[1]

Die Mikojan-Gurewitsch MiG-29 (russisch Микоян-Гуревич МиГ-29, NATO-Codename: Fulcrum) ist ein zweistrahliges Kampfflugzeug, das in der Sowjetunion entwickelt wurde.

Historische Entwicklung[Bearbeiten]

Zur Zeit des Kalten Krieges wurden 1972 in der sowjetischen Militärführung erste Überlegungen über eigene Flugzeugmodelle angestellt, die den US-amerikanischen Neuentwicklungen F-15 und F-16 ebenbürtig sein sollten. Im Laufe dieses Prozesses wurden die Entwürfe von Suchoi und MiG für die Prototypenphase ausgewählt. Die MiG-29 wurde dabei als Flugzeug für die Frontfliegerkräfte geplant, das unter Feldbedingungen auf unbefestigten Startplätzen einsatzfähig sein sollte. Es hatte die Aufgabe, die Streitkräfte direkt zu unterstützen. Das schloss auch die direkte Verteidigung von Flugplätzen oder Städten ein. Ferner wurde die Bekämpfung von Marschflugkörpern zumindest vorgesehen.

Am 6. Oktober 1977 flog der erste Prototyp der MiG-29; am Steuerknüppel saß MiG-Cheftestpilot Alexander Fedotow.

Bald folgten weitere Prototypen und erfolgreiche Tests. Dennoch traten einige Probleme auf, die Änderungen notwendig machten. Zum einen musste das Bugfahrwerk nach hinten verlegt werden, da die Tests ergaben, dass bei Start oder Landung aufgewirbelte Fremdkörper die Schutztore der Lufteinläufe durchschlagen und die Triebwerke zerstören konnten. Weiterhin wurden unterhalb der Seitenleitwerke kleine Stabilisierungsflossen installiert, um Richtungsstabilität und Trudelverhalten zu verbessern. Nach der Optimierung der Seitenruder konnte ab 1984 auf diese Flossen wieder verzichtet werden. Eine letzte Änderung betraf die Bewaffnung. Die GScha-30-Doppelrohrkanone wurde durch die einläufige GScha-301 ersetzt, was eine Masseeinsparung von 50 Prozent ergab. Insgesamt flogen alle 14 Prototypen über 2500 Stunden, wobei zwei Maschinen durch Triebwerksausfälle verloren gingen.

Konstruktion[Bearbeiten]

Dreiseitenriss

Von diesem wendigen und in dieser Hinsicht vielen westlichen Kampfflugzeugen überlegenen Flugzeug – so kann die MiG-29 kurzzeitig auf ihrem eigenen Schubstrahl stehen (so genanntes Kobramanöver) – wurde eine große Anzahl von Varianten gebaut und erprobt. Die Tragflächenkonstruktion mit breiter Flügelwurzel bringt einen großen Teil des Auftriebs durch den Rumpfansatz, was die Langsamflugeigenschaften verbessert. Typisch für die MiG-29 sind die großen Klappen, die die Luftansaugschächte der Triebwerke am Boden abdecken, um ein Eindringen von Fremdkörpern zu vermeiden. Beim Start saugen die Triebwerke Luft über Lamellenschächte auf der Rumpfoberseite an. Am Heck befinden sich die Luftbremse sowie ein Bremsschirm.

Die Maschine besitzt einen 16-Bit-Bordcomputer, einen Frontscheibenprojektor (HUD) zuzüglich eines Monitors, eine bordeigene Fehlererkennung (Aekran) und zwei Sensorsysteme. Mit dem Radar können Luftziele (Reichweite 70 km) erfasst werden und mit dem FLIR/Laserentfernungsmesser (Reichweite 7 km, Laserklasse 3 in Deutschland) die Infrarotziele. Bemerkenswert ist auch eine Helmvisieranlage, die es dem Piloten erlaubt, per Kopfbewegung ein Ziel anzuvisieren. Die Zielsuchköpfe der Raketen erhalten dann automatisch die Zielparameter. Dieses Gerät sollte sie gegenüber der sehr wendigen F-16 im Luftnahkampf überlegen machen. Die bisher einzige Konfrontation zwischen MiG-29 und F-16 während des Kosovokrieges 1999 endete jedoch mit dem Abschuss der serbischen MiG durch eine niederländische F-16. Möglicherweise gab es einen weiteren Abschuss durch eine US-amerikanische F-16.

Obwohl die MiG-29 bereits 30 Jahre alt ist, wird das Modell nach wie vor gebaut. Die Serienfertigung wurde von Anfang an für hohe Stückzahlen ausgelegt. Das Flugzeug befindet sich in einem ständigen Modernisierungs- und Diversifizierungsprozess. Eine Vielzahl verbesserter Modelle wurde seit dem Ende der 1970er-Jahre gebaut. Bei der MiG-33 handelt es sich weniger um ein Nachfolgemodell als um eine kampfwertgesteigerte Version der MiG-29. Weitere bekannte Varianten sind die MiG-29 SMT (einsitziges Mehrzweckkampfflugzeug), MiG-29 UB (zweisitziger Trainer) und MiG-29 K (für den Einsatz auf Flugzeugträgern geeignet). Die MiG-29 K wird zurzeit nur auf dem einzigen Flugzeugträger der russischen Marine, der Admiral Kusnezow, eingesetzt; da Indien aber den ehemals sowjetischen Träger Vikramaditya übernommen hat, wird die Maschine auch zum Bordgeschwader dieses Schiffes gehören. Die neuesten Varianten sind die MiG-29 M und ihre zweisitzige Version, die MiG-29 M2, bei denen insbesondere die Feuerleit-, Ortungs- und Bedienungssysteme verbessert wurden. Die MiG-29M wird auch als Mehrzweckvariante bezeichnet. Neben den stärkeren RD-33K-Triebwerken verfügt sie über ein vierfach redundantes digitales Flugmanagementsystem. Außerdem ist ein Doppler-Bordradar Fasotron N010 sowie ein Infrarot-/TV-/Laser-System OLS-M eingebaut.

Auf der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung 2006 wurde erstmals außerhalb Russlands die neueste Version der MiG-29 gezeigt: Die MiG-29M OWT verfügt mit ihrer dreidimensionalen Schubvektorsteuerung über eine erhöhte Manövrierfähigkeit. Der Abgasstrahl der beiden Triebwerke vom Typ Klimow RD-33MKB kann dabei in einem Winkel von bis zu 15 Grad nach allen Richtungen abgelenkt werden. Diese Neuheit wurde nach dem Erstflug des Prototyps im August 2003 anlässlich des Moskauer Aerosalons MAKS 2005 der Öffentlichkeit vorgeführt.

Die MiG-29 ist in Bezug auf die Avionik gegenüber vergleichbaren Flugzeugen im Nachteil. Das macht sich vor allem bei Beyond-Visual-Range-Taktiken (engl. für außerhalb der Sichtweite) bemerkbar. Da die amerikanischen Jets (F-15 etc.) zum Zeitpunkt der Indienststellung der MiG-29 bereits über ein automatisches Suchsystem für BVR verfügten, war die MiG ihnen im Fernkampf unterlegen. Im Gegensatz dazu war und ist sie immer noch einigen Kampfflugzeugen im Dogfight überlegen. MiG-29-Piloten, die gegen im Fernkampf überlegene Maschinen antreten, versuchen den Gegner in den Dogfight zu locken, um die Manövrierfähigkeit des eigenen Flugzeugs in Verbindung mit der Wympel R-73-Luft-Luft-Rakete, die mit dem Helmvisier ins Ziel geleitet werden kann, auszunutzen. Die Exportvarianten verwenden teilweise französische oder japanische Avionik.

Varianten[Bearbeiten]

MiG-29 (Erzeugnis 9-11 / „RAM-L“)
Prototyp; Erstflug am 6. Oktober 1977.[2]
MiG-29 (Erzeugnis 9-12) „Fulcrum-A“
MiG-29 „Fulcrum-A“ der rumänischen Luftwaffe
Erste Serienversion; Indienststellung im Jahr 1983. NATO-Codename „Fulcrum-A“.
MiG-29B-12 (Erzeugnis 9-12A bzw. 9-12B) „Fulcrum-A“
Vereinfachte Exportversionen für Staaten des Warschauer Pakt (9-12A) oder andere Staaten (9-12B). Ohne System zum Abwerfen von Kernwaffen und mit vereinfachtem Radar, ECM und IFF. NATO-Codename „Fulcrum-A“.[2]
MiG-29UB-12 (Erzeugnis 9-51) „Fulcrum-B“
Zweisitziges Trainingsflugzeug. Nur mit Infrarot-Sensor und ohne Radar. Erstflug am 29. April 1981.[2] NATO-Codename „Fulcrum-B“.
MiG-29S (Erzeugnis 9-13) „Fulcrum-C“
Die MiG-29S ähnelt in ihrer äußeren Erscheinung der älteren MiG-29B, außer dem Buckel hinter der Pilotenkanzel. Dieser ist der Grund für den Codenamen „Fatback“ und wurde ursprünglich von westlichen Experten für einen zusätzlichen Tank gehalten, nahm aber in Wahrheit zum großen Teil das neue ECM-System L-203BE Gardenia-1 auf. Das Flugkontrollsystem wurde durch vier neue Computer verbessert, welche die Flugstabilität verbesserten und den möglichen Anstellwinkel um 2° erhöhten.
Die MiG-29S kann drei 1150-Liter-Abwurftanks unter jeder Tragfläche und unter dem Rumpf tragen. Dafür wurde die GSch-30-1-Kanone verändert, um den Einsatz mit installiertem Tank zu ermöglichen. Die inneren Unterflügel-Aufhängungspunkte wurden ebenfalls verbessert, um gleichzeitig zwei Nutzlasten bis zu 4000 kg aufzunehmen. Die Verbesserungen erlauben es auch, neue Luft-Luft-Raketen wie die R-27E (AA-10 „Alamo“) und R-77 (AA-12 „Adder“) einzusetzen. Die maximale Startmasse erhöhte sich so auf 20.000 kg.
Anfangs enthielt die neue Avionik der MiG-29S nur das neue IRST-Sichtsystem mit einem eingebauten Trainingssystem für IR- und Radarziel-Simulation. Die endgültige MiG-29S enthielt auch das Fasotron-N019M-Radar und ein verbessertes integriertes Selbsttestsystem (besonders für das Radar) zur Verringerung der Abhängigkeit von Bodensystemen. Eine geänderte Software erlaubt es der MiG-29S, bis zu zehn Ziele gleichzeitig zu verfolgen und zwei mit R-77-Raketen zu bekämpfen. Die MiG-29S besitzt auch begrenzte Bodenangriffsfähigkeiten mit ungelenkter Munition, was einen Schritt in Richtung Mehrzweckkampfflugzeug MiG-29SM darstellte. Durch das Gewicht der neuen Avionik und die erweiterte Kraftstoffkapazität verschlechterten sich die Flugleistungen der Maschine etwas. MiG MAPO nennt die endgültige Version der MiG-29S auch MiG-29SD (Erzeugnis 9-13S).
Nur 48 neue MiG-29S wurden gebaut, bevor die Produktion zugunsten neuerer Versionen gestoppt wurde. Der Erstflug fand am 4. Mai 1984 statt.[2] Der NATO-Codename der Version ist „Fulcrum-C“.
MiG-29SM (Erzeugnis 9-13M) „Fulcrum-C“
Erweiterte Variante der MiG-29S mit der Fähigkeit, gelenkte Luft-Boden-Raketen und TV- und lasergelenkte Bomben zu tragen. NATO-Codename ist ebenfalls „Fulcrum-C“.
MiG-29K (Erzeugnis 9-31) „Fulcrum-D“
Marineversion der MiG-29. Der Buchstabe „K“ stand für „Korabelnogo basirowanija“ (trägerbasiert). Das Flugzeug war dafür mit faltbaren Tragflächen, einem Fanghaken anstelle des Bremsschirms, vergrößerten Doppelspalt-Landeklappen und verstärktem Fahrwerk ausgerüstet. 1988 begann in Ramenskoje die Erprobung und im November 1989 führte Toqtar Äubäkirow auf der Admiral Kusnezow die erste Deckslandung durch.[3] Ursprünglich für Flugzeugträger der Admiral-Kusnezow-Klasse vorgesehen, wurde die geplante Serienproduktion im Jahr 1992 nicht begonnen, da sich inzwischen die Militärdoktrin geändert hatte und kein Geld mehr zur Verfügung stand.[4] Der Hersteller reaktivierte das Programm im Jahr 1999 und verbesserte die Version nochmals, die nun unter der Bezeichnung Produkt 9.41 läuft. Am 20. Januar 2004 bestellte die indische Marine zwölf einsitzige MiG-29K und vier zweisitzige MiG-29KUB, die zwischen 2007 und 2009 ausgeliefert werden sollten.[4][5] Die notwendigen Modifikationen für die indische Marine (heute Standard für alle aktuellen Versionen) enthielten das Schuk-M1E-Radar von Fasotron, das vier Ziele gleichzeitig mit RWW-AE-Lenkwaffen bekämpfen kann. Zwei RD-33MK-Triebwerke mit 88,3 kN Schub, eine auf bis zu 5500 kg erhöhte Waffenzuladung an 13 Aufhängungspunkten, zusätzliche Treibstofftanks (wodurch sich die Gesamttreibstoffkapazität um 50 % auf 5200 kg gegenüber der ersten Version erhöhte), Tragflächen mit LERX und verbessertes digitales Vierkanal-fly-by-wire-Flugkontrollsystem KSU-9.41. Zur Vernetzung der Avionik wird ein Datenbus Mil-Std 1553B verwendet. Aktuelle Serienversionen der MiG-29K und MiG-29KUB erhalten auch die große Cockpithaube der zweisitzigen Versionen. Bei der einsitzigen Variante wird anstelle des zweiten K-36D-3.5-Schleudersitzes ein zusätzlicher Treibstofftank eingebaut. Die verwendbaren Abwurftanks wurden auf zwei 1520-Liter-Tanks unter den Tragflächen und einen zentralen 2150-Liter-Tank vergrößert. Die Lebensdauer der Zelle wurde auf 4000 Stunden gesteigert.[6] Mit speziellen radarabsorbierenden Beschichtungen bietet die MiG-29K eine um das vier- bis fünffache geringere Radarrückstrahlfläche als eine frühere MiG-29. Die Cockpit-Anzeigen enthalten ein Weitwinkel-Blickfelddarstellungsgerät und drei (sieben in der MiG-29KUB) 15×20-cm-Farbdisplays, israelische Störsenderbehälter EL/M-8222 und französische Sigma-95-GPS-Empfänger sowie ein helmgesteuertes Topsight-E-Zielsystem. Die einsetzbaren Waffen entsprechen der MiG-29M und MiG-29SMT.[7] Der Erstflug der 9-31 fand am 23. Juni 1988 statt, der der 9-41 für Indien am 25. Juni 2007; die Serienfertigung begann 2008 und am 28. September 2009 landete eine MiG-29K erstmals auf einem Flugzeugträger. Die Auslieferung an Indien begann im Dezember 2009.[6] NATO-Codename ist 'Fulcrum-D'.
MiG-29KUB (Erzeugnis 9-47) „Fulcrum-D“
MiG-29KUB
Identisch zur MiG-29K, aber zweisitzig und voll kampftauglich. Die erste für die indische Marine entwickelte MiG-29KUB hatte am 22. Januar 2007 am russischen Schukowski-Flugzeugtestzentrum ihren Erstflug.[8] NATO-Codename ist 'Fulcrum-D'.
MiG-29M / MiG-33 (Erzeugnis 9-15) „Fulcrum-E“
Verbesserte Mehrzweckversion mit überarbeiteter Zelle. Die mechanischen Flugkontrollsysteme wurden durch ein Fly-by-wire-System und die Triebwerke durch die verbesserten RD-33 3M ersetzt. NATO-Codename ist „Fulcrum-E“.
MiG-29M2 / MiG-29MRCA „Fulcrum-F“
Zweisitzige Version der MiG-29M mit etwas verringerter Überführungsreichweite von 1800 km.[9] RAC MiG präsentierte diese Version auf verschiedenen Luftfahrtschauen in China, Indien und Russland (MAKS 2005).[10][11][12][13]
MiG-29UBM (Erzeugnis 9-61) „Fulcrum-E“
Entwurf einer zweisitzigen Trainingsversion der MiG-29M.
MiG-29SMT (Erzeugnis 9-17) „Fulcrum“
MiG-29SMT
Im Jahr 1998 wurde durch das russische Verteidigungsministerium ein Modernisierungsprogramm für die MiG-29 beschlossen. Insgesamt 150 bis 180 MiG-29SMT und 120 MiG-29UBT sollen für die russische Luftwaffe umgerüstet werden. Das Modernisierungsprogramm begann im September 1998 und die ersten 10 bis 15 MiG-29SMTs wurden noch im selben Jahr ausgeliefert; im Jahr 1999 folgten 20 bis 30 weitere Maschinen. Ab 2000 wurden etwa 40 MiG-29SMTs pro Jahr ausgeliefert.
Das Modernisierungsprogramm für die erste Generation von MiG-29 (9-12 bis 9-13) enthält viele Verbesserungen, die bei der MiG-29M eingeführt wurden. Dazu gehören zusätzliche Treibstofftanks im vergrößerten Rumpfrücken, die eine maximale Reichweite von 2100 km mit internem Treibstoff ermöglicht. Das Cockpit besitzt nun ein HOTAS-Design, zwei 152×203-mm-Farbbildschirme und zwei kleinere monochrome LCDs. Das verbesserte Schuk-ME-Radar ähnelt bezüglich der Leistung dem der MiG-29M. Die verbesserten RD-33-Triebwerke liefern nun je 81,4 kN Nachbrennerschub. Die Waffenzuladung an den sechs Unterflügel- und einem zentralen Aufhängungspunkt wurde auf bis zu 4500 kg erhöht. Die einsetzbaren Waffen entsprechen denen der MiG-29M. Das verbesserte Flugzeug besitzt auch eine Vorbereitung für nichtrussische Avionik und Waffen.[14] Der Erstflug des Prototyps fand am 29. November 1997 statt.[2]
MiG-29UBT (Erzeugnis 9-51T / 9-52) „Fulcrum“
SMT-Version der MiG-29UB. Erstflug am 25. August 1998. Eingesetzt von Algerien und dem Jemen.[15][16]
MiG-29UPG „Fulcrum-A“
Modernisierte Version der MiG-29A für die indische Luftwaffe auf Basis der SMT-Version. Umfasst das PESA-Zhuk-ME-Radar, ein neues Waffenleitsystem und neue RD-33-Triebwerke der Serie 3. Die Lebensdauer der Flugzelle wird dabei auf 3500 Stunden erhöht. Die erste Maschine absolvierte ihren Jungfernflug am 4. Februar 2011.[17] Insgesamt sollen 63 Maschinen auf diesen Stand gebracht werden.
MiG-29OWT „Fulcrum-E“
Dieses Flugzeug ist eines von sechs Prototypen der MiG-29M von vor 1991. Die Version erhielt später Triebwerke mit Schubvektorsteuerung und ein Fly-by-wire-System. Sie diente als Testflugzeug für die mit Schubvektorsteuerung ausgestatteten Triebwerke und als Technologiedemonstrator bei verschiedenen Luftfahrtschauen für zukünftige Versionen der MiG-29M. Die Avionik ist identisch mit der der MiG-29M, nur im Cockpit-Design gibt es zusätzliche Schalter für die Schubvektorsteuerung. Die zwei RD-133-Triebwerke verfügen über in alle Richtungen schwenkbare Düsen.[18] Der Erstflug fand im August 2003 statt.[2]
MiG-29G/MiG-29GT „Fulcrum-A/B“
Deutsche MiG-29GT Fulcrum-B
Diese Version war eine für die deutsche Luftwaffe auf NATO-Standard umgerüstete MiG-29/29UB der ehemaligen DDR. Die Umbauarbeiten wurden durch die MiG Flugzeug Produkt Support GmbH (MAPS), ein Joint-Venture zwischen MiG und DaimlerChrysler Aerospace, im Jahr 1993 ausgeführt.[19]
MiG-29AS/MiG-29UBS (MiG-29SD) „Fulcrum-A/B“
Version der slowakischen Luftwaffe der MiG-29/-29UB mit NATO-Kompatibilität. Den Umbau führten RAC MiG und westliche Firmen ab 2005 durch. Die Flugzeuge erhielten Navigations- und Kommunikationssysteme von Rockwell Collins, ein IFF-System von BAE Systems, ein neues Glascockpit mit Multifunktions-LCD-Anzeigen und Digitalrechnern. Die Bewaffnung des Flugzeugs blieb jedoch gleich. 12 der 21 vorhandenen MiG-29 wurden entsprechend umgerüstet und bis zum Februar 2008 ausgeliefert.[20]
MiG-29 Sniper
Durch israelische Firmen verbesserte Version für die rumänische Luftwaffe. Der Erstflug fand am 5. Mai 2000 statt,[2] das Programm wurde aber mit der Ausmusterung der rumänischen MiG-29 infolge der hohen Unterhaltskosten im Jahr 2003 eingestellt. Rumänien konzentrierte sich daraufhin auf die MiG-21 „Lancer“.
MiG-35 (Erzeugnis 9-61 bzw. 9-67 als Zweisitzer) „Fulcrum-F“
Eine verbesserte Version der MiG-29M/M2 und MiG-29K/KUB. Der NATO-Codename lautet „Fulcrum-F“.

Militärische Nutzer[Bearbeiten]

Polnische MiG-29A Fulcrum-A
MiG-29OWT
MiG-29OWT-Triebwerk
Cockpit einer MiG-29A
Staaten, in denen die MiG-29 eingesetzt wird bzw. eingesetzt wurde (rot)
34 neue MiG-29SMT und MiG-29UBT als Standardkampfflugzeug im Wert von 1,3 Mrd. US-Dollar. Nach der Lieferung von 15 Maschinen reklamierte die Algerische Luftwaffe jedoch, dass die Maschinen teilweise aus alten Bauteilen montiert worden seien und gab die Maschinen zurück. Diese wurden nun von den russischen Streitkräften übernommen. 35 MiG-29SD sollen auf SMT-Standard gebracht werden. Dazu kommen 24 Su-30MKA.
49 × MiG-29
24 × MiG-29A „Fulcrum-A“
bekam noch zu Sowjetzeiten die MiG-29, 20 davon sind in den Bulgarischen Luftstreitkräfte noch im Einsatz. Stationiert auf der 3rd Fighter Air Base (Graf Ignatiewo), die gemeinsam mit der United States Air Force genutzt wird
Luftstreitkräfte der NVA
20 × MiG-29A „Fulcrum-A“ ab 1988 Einsatz als DHS beim JG-3 in Preschen
4 × MiG-29UB „Fulcrum-B“
Die MiG-29 der NVA stammten aus den Werken Nr. 84 in Chodynka (MiG-29A) und Nr. 21 in Gorki (MiG-29UB). Die Umschulung der Piloten und Techniker begann 1987, zunächst mit einem Vorbereitungslehrgang an der Offiziershochschule Kamenz, und wurde in der Sowjetunion in Frunse/Kirgisistan und Lugowaja/Kasachstan fortgesetzt. Da in den insgesamt 24 Maschinen auch das neuentwickelte Freund-Feind-System „Parol“ zum Einsatz kommen sollte, verzögerte sich die Lieferung auf den März 1988. Die ersten beiden MiG-29A wurden am 31. März in Dienst gestellt. Im Januar des folgenden Jahres war die Umrüstung der 1. und 2. Staffel des JG-3 „Wladimir Komarow“ von der MiG-21MF auf die MiG-29 abgeschlossen. Der Flugdienst begann am 3. Mai 1988. Probleme bereitete die Unterbringung in den geschlossenen Deckungen GDF-12. Für die MiGs mit einer Spannweite von 11,36  mussten in den zwölf Meter breiten Unterständen Führungsschienen in den Boden eingelassen werden, um die Flugzeuge unbeschädigt heraus- und hereinbugsieren zu können. Bis zur Auflösung des JG-3 absolvierten die MiG-29 noch etwa 4000 Flugstunden. Der letzte Flugdienst erfolgte am 27. September 1990. Vor der Übergabe der Maschinen an die Bundeswehr wurde allerdings noch von sowjetischen Technikern das „Parol“-Gerät entfernt.[21]
Luftwaffe
20 × MiG-29G „Fulcrum-A“ nach Vereinigung mit NVA Einsatz beim Jagdgeschwader 73 „Steinhoff“ in Rostock-Laage
4 × MiG-29GT „Fulcrum-B“
Als einziges NATO-Mitglied vor der Osterweiterung besaß die Bundesrepublik Deutschland 24 MiG-29-Flugzeuge (20 MiG-29A und vier MiG-29UB), die sie nach der Wiedervereinigung mit der Deutschen Demokratischen Republik 1990 von der Nationalen Volksarmee übernommen hatte.
Die Maschinen wurden nach einer Erprobungsphase und der Umrüstung aller Maschinen auf NATO-Standards unter der neuen Bezeichnung MiG-29G bzw. GT (G für German, GT German Trainer) der deutschen Luftwaffe unterstellt. Diese Umrüstung wurde 1990/91 durch Angehörige der Überleitungsstelle Materialwirtschaft konzipiert und das erste Flugzeug MiG-29 (29+07) durch den Ingenieurunterstützungsbereich Cottbus, den Instandsetzungsbereich Cottbus und die Wehrtechnische Dienststelle Manching (WTD-61) in Zusammenarbeit mit dem Chefkonstrukteur Waldenberg (IKB Mikojan Moskau) 1992 umgerüstet und der Flugerprobung bei der WTD-61 unterzogen. Die nächsten Flugzeuge wurden in Cottbus umgerüstet und durch das Dezernat MiG-29 der Überleitungsstelle Strausberg zum Fluge zugelassen. Die Erweiterung der Navigationsanlage mit einem GPS-System für sieben Luftfahrzeuge wurde in Zusammenarbeit Ingenieurunterstützungsgruppe Cottbus und der WTD-61 durchgeführt. Später wurde die DASA (heute Airbus Group, zwischenzeitlich EADS) in die Umrüstung einbezogen, um alle Luftfahrzeuge MiG-29 so schnell wie möglich auf den NATO-Standard umzurüsten. Später erhielten sieben dieser Flugzeuge (nur G) zur Reichweitenerhöhung zusätzliche Unterflügelkraftstofftanks und eine verbesserte Navigationsanlage. Die zum Teil von den USA finanzierte Umrüstung übernahm die Firma DASA und umfasste kompatible Kommunikationssysteme, GPS-Navigationssystem, Zusatztanks sowie ein geändertes Waffensystem. Hintergrund war die von den USA gewünschte Verlegung einiger Maschinen zu Manöverzwecken in die USA, wo die MiGs fortan regelmäßig für US-Luftwaffe, Marine-Corps-Flieger und Navy als Übungsgegner dienten.
Die Maschinen wurden beim Jagdgeschwader 73 „Steinhoff“ am 1. Juni 1993 zunächst auf dem Flugplatz Preschen in Dienst gestellt und 1994 in Laage bei Rostock stationiert. Das Jagdgeschwader 73 „S“ war der 3. Luftwaffendivision in Berlin-Gatow unterstellt (heute: 2. Luftwaffendivision Birkenfeld). Die Maschinen dienten unter anderem als Alarmrotte der Überwachung des deutschen Luftraums und waren der NATO zugeteilt. Bis 2003 absolvierten Luftwaffenpiloten über 30.000 Flugstunden auf der MiG-29. Am 25. Juni 1996 stürzte eine MiG-29 in Mecklenburg-Vorpommern in der Nähe von Brudersdorf ab, nachdem die Maschine ins Flachtrudeln gekommen war. Der Pilot rettete sich mit dem Schleudersitz und blieb unverletzt. Die Absturzstelle lag auf unbebautem Gelände. Personen kamen nicht zu Schaden. Im Zuge der Einführung des Eurofighters unterschrieben am 24. Juni 2003 die Bundesrepublik Deutschland und Polen, das 1999 der NATO beigetreten war, einen Überlassungsvertrag, der den Verkauf der MiGs für den symbolischen Preis von 1 Euro pro Stück an die Luftstreitkräfte Polens regelte. Die letzten neun MiG-29 landeten am 4. August 2004 in Bydgoszcz (Bromberg), wo sie zunächst auf die Bedürfnisse der polnischen Luftwaffe umgerüstet und zum Teil generalüberholt wurden. Neuer Stützpunkt der Maschinen ist das 41. ELT in Malbork. Zwei Maschinen wurden an die Luftwaffenschule in Dęblin zur Technikerschulung abgegeben. Das einzige nicht verkaufte Flugzeug mit der Bezeichnung 29+03 ging als Ausstellungsobjekt in den Bestand des Militärhistorischen Museums der Bundeswehr auf dem Flugplatz Berlin-Gatow über und ist dort im Rahmen der Ausstellung „Die Luftwaffe der Bundeswehr“ im Hangar 7 zu besichtigen.
bekam während des Konfliktes mit Äthiopien sechs MiG-29, die alle von äthiopischen Su-27 abgeschossen wurden. Es wurden schließlich weitere acht Maschinen gekauft, von denen zwei zur MiG-29SMT aufgerüstet wurden.
Die indische Luftwaffe war der erste ausländischen Abnehmer der MiG-29A. Noch während der Entwicklungsphase bestellte diese 1980 die ersten 50 Maschinen. Insgesamt erhielt die indische Luftwaffe 78 Maschinen, die unter dem Namen Baaz (dt.: Falke) betrieben werden. 2008 wurde die Modernisierung der verbleibenden 69 Maschinen beschlossen, wobei das erste Muster Anfang Februar 2011 abhob.[17] Des Weiteren verfügt die indische Marine über insgesamt 45 Kampfflugzeuge vom Typ MiG-29K und MiG-29KUB. Sie werden unter anderem auch auf dem Flugdeckkreuzer Vikramaditya, der Ende 2013 an Indien geliefert wurde, zum Einsatz kommen.[22] Derzeit läuft eine Ausschreibung für ein neues Mehrzweckkampfflugzeug, bei dem die MiG-35 offeriert wird.
Der Irak rüstete die 6. Staffel auf dem Stützpunkt Tammuz (al-Taqaddum) auf die MiG-29 um. Obgleich die irakischen Luftstreitkräfte 137 MiG-29 bestellten, sollte die Maschine nur solange im Bestand bleiben, bis die schon seit 1985 Su-27 gekauft werden konnten. Aus diesem Grund ließen die irakischen Luftstreitkräfte bis 1990 lediglich 33 Jagdeinsitzer und sechs zweisitzige Kampftrainer ausliefern. Die irakischen MiG-29 waren mit leicht abgewerteter Avionik der MiG-23 ausgerüstet und konnten zwar R-27, aber keine R-73 einsetzen.
weigerte sich nach dem Zweiten Golfkrieg, vier aus dem Irak verlegte MiG-29 zurückzugeben, gliederte sie in seine Luftwaffe ein und bekam 32 weitere Maschinen aus Russland. Nach deren Lieferung sollten weitere 120 in Lizenz gefertigt werden, was jedoch durch Druck seitens der USA nie realisiert wurde. Diese Maschinen erhielten durch die iranische Waffenindustrie Kampfwertsteigerungen, so dass sie von Standardmaschinen abweichen.
Ende 2001 wurden 20 MiG-29SMT bestellt, die sich in der Auslieferung an die Jemenitischen Luftwaffe befinden; weitere 32 MiG-29SMT und UBT wurden 2006 bestellt.
Die kasachische Luftwaffe übernahm 35 MiG-29 von Russland. Etwa 20 davon sollen einsatzbereit sein und wurden erst kürzlich modernisiert.
bekam 16 MiG-29. 2003 flogen noch drei der Maschinen bei einer Parade, angeblich waren das die einzig noch flugfähigen der gesamten kubanischen Streitkräfte. Ob die Maschinen jetzt noch einsatzbereit sind, ist unbekannt, aber es gibt Fotos aus dem Jahr 2006, auf denen sechs einsatzfähige MiG-29 (vier Jagdeinsitzer und zwei Kampftrainer) abgebildet sind.
Die Luftstreitkräfte des Libanon sollen von Russland zehn modernisierte MiG-29 erhalten.[23]
bekundete 2007 Interesse an zwölf MiG-29SMT und zwölf Su-30MK2.
bekam 18 MiG-29, die jedoch vorübergehend eingelagert sind. Gründe sind Mangel an Piloten, Umschulung der Piloten auf die Su-30MKM sowie eine schlechte Versorgung mit Ersatzteilen.
Von den ausgelieferten 34 × MiG-29 „Fulcrum-A“ und MiG-29UB sind bereits 10 in den Jemen und 21 an die USA verkauft worden
6 × MiG-29S „Fulcrum-C“ stehen noch zum Verkauf, werden jedoch von der Moldawischen Luftwaffe nicht aktiv verwendet.
hat zehn MiG-29SMT bestellt.
bekam bis zum Anfang der 1990er-Jahre 35 MiG-29, vermutlich 30 MiG-29A und fünf MiG-29UB. Die Maschinen sollen vor allem die Hauptstadt Pjöngjang schützen. Eine der Maschinen fing 2003 einen P-3-Orion-Seeaufklärer der US Navy ab. Nordkorea soll ursprünglich 120 MiG-29 bestellt haben, jedoch kam der Zusammenbruch des Ostblocks dazwischen. Selbst die ausgelieferten Maschinen sollen nie abbezahlt worden sein. 2001 bekundete Nordkorea Interesse an einer unbekannten Anzahl MiG-29SMT, vermutlich unter zehn Stück, da sich die gesamte Anzahlung lediglich auf 200 Millionen Euro belaufen hätte.
bekam drei neue MiG-29 aus Russland, weitere 15 wurden gebraucht von Weißrussland übernommen.
hatte 31 Maschinen im Bestand, die demnächst auf SMT-Standard modernisiert werden sollen. 2003 kamen weitere 22 MiG-29 der Bundeswehr dazu. Alle Maschinen sollen auf SMT-Standard modernisiert werden, aber ob das bei den derzeit angespannten Beziehungen zwischen Polen und Russland umgesetzt wird, ist fraglich.
hatte noch 18 Maschinen im Bestand, die auf SNIPER-Standard modernisiert werden sollten. Mittlerweile sind alle Maschinen außer Dienst gestellt.
hat 400 Maschinen im Bestand. 60 Modernisierungen zur MiG-29SMT wurden 1999 bestellt, jedoch sollen die Maschinen (noch) nicht geliefert worden sein. Derzeit konzentrieren sich die russischen Luftstreitkräfte verstärkt auf die Su-27SM. Ob die nochmals modernisierte Version SMT-2 in die Luftstreitkräfte aufgenommen wird, ist fraglich, aber nicht unmöglich. Die Anschaffung von 30 neuen MiG-29UBT und weiteren 60 Aufrüstungen auf diese Modifikation scheint allerdings beschlossene Sache. Auch sollen 20 MiG-29K und vier MiG-29KUB von 2013 bis 2015 für den Flugzeugträger Admiral Kusnezow beschafft werden.[24][25]
Jugoslawien hatte ursprünglich 16 MiG-29 im Bestand. Die in Serbien nach dem Kosovo-Krieg erhalten gebliebenen vier Maschinen wurden generalüberholt.
hat ihre 15 MiG-29 zur MiG-29AS (SD) umrüsten lassen, sie entsprechen nun ICAO- und NATO-Standards.
bekam 43 Maschinen; wie viele davon noch einsatzbereit sind, ist unbekannt. Es gibt Berichte über Verhandlungen mit Weißrussland, einige Maschinen auf BM-Standard zu modernisieren.
Die Turkmenische Luftwaffe übernahm 24 Maschinen von Russland.
hat noch 185 Maschinen in Dienst.
hat 27 MiG-29 im Bestand, 14 davon kampfwertgesteigert.
Die Vereinigten Staaten kauften 1997 im Rahmen des Nunn-Lugar Cooperative Threat Reduction Program 21 Flugzeuge von Moldawien, darunter 14 MiG-29S mit speziellen Radarsystemen und der Fähigkeit, Kernwaffen zu tragen. Damit sollte ein möglicher Verkauf der Maschinen an „Schurkenstaaten“, insbesondere den Iran, verhindert werden. Die Maschinen sollen zum Ausforschen der russischen Technik sowie als Gegner bei Luftkampfübungen dienen, um Kampfsituationen besser simulieren zu können.[26]
hat 65 Maschinen, alle einsatzbereit.
Exportbemühungen

Die MiG-29SMT wird derzeit den Luftwaffen von Ägypten, Argentinien, Libyen und Syrien angeboten. Die MiG-35 wird in Venezuela und Indien angeboten.

Technische Daten[Bearbeiten]

Kenngröße Daten der MiG-29 Fulcrum-A Daten der MiG-29K Fulcrum-D Daten der MiG-29M Fulcrum-E
Länge: 17,32 m 17,32 m 17,36 m
Flügelspannweite: 11,36 m 11,99 m 11,36 m
Höhe: 4,73 m 5,18 m 4,73 m
Flügelfläche: 38,06 m² ca. 43 m² 38,06 m²
Flügelstreckung: 3,40 3,34 3,40
Tragflächenbelastung:
  • minimal (Leergewicht): 288 kg/m²
  • nominal (normales Startgewicht): 441 kg/m²
  • maximal (maximales Startgewicht): 539 kg/m²
  • minimal (Leergewicht): 255 kg/m²
  • nominal (normales Startgewicht): 430 kg/m²
  • maximal (maximales Startgewicht): 520 kg/m²
  • minimal (Leergewicht): 305 kg/m²
  • nominal (normales Startgewicht): 460 kg/m²
  • maximal (maximales Startgewicht): 552 kg/m²
Leergewicht: 10.980 kg ca. 11.000 kg 11.600 kg
Normales Startgewicht: 16.800 kg 18.500 kg 17.500 kg
Maximales Startgewicht: 20.500 kg 22.400 kg 21.000 kg
Kraftstoffkapazität:
  • 3.190 kg (intern)
  • 3.820 kg (extern)

k. A.

  • 4.526 kg (intern)
  • 3.820 kg (extern)
Höchstgeschwindigkeit: Mach 2,25 bzw. 2.390 km/h (auf optimaler Höhe) Mach 2,1 bzw. 2.230 km/h (auf optimaler Höhe)
  • auf optimaler Höhe: Mach 2,3 bzw. 2.445 km/h
  • auf Meereshöhe: Mach 1,23 bzw. 1.511 km/h
Dienstgipfelhöhe: 18.013 m 17.400 m ca. 18.000 m
Maximale Steigrate: 330 m/s 260 m/s 330 m/s
Einsatzradius: k. A. k. A. 1.015 km
Maximale Flugreichweite:
  • ohne Zusatztanks: 1.200 km
  • mit Zusatztanks: 2.900 km

k. A.

  • ohne Zusatztanks: 2.200 km
  • mit Zusatztanks: 3.500 km
Bewaffnung: 4.500 kg Waffenlast 5.500 kg Waffenlast 5.000 kg Waffenlast
Triebwerk:  zwei Klimow RD-33-Mantelstromtriebwerke zwei Klimow-RD-33K-Mantelstromtriebwerke zwei Klimow-RD-33MK-Mantelstromtriebwerke
Schubkraft: 
  • mit Nachbrenner: 2 × 81,40 kN
  • ohne Nachbrenner: k. A.
  • mit Nachbrenner: 2 × 86,30 kN
  • ohne Nachbrenner: 2 × 49,39 kN
  • mit Nachbrenner: 2 × 88,29 kN
  • ohne Nachbrenner: 2 × 52,97 kN
Schub-Gewicht-Verhältnis
  • maximal (Leergewicht): 1,51
  • nominal (normales Startgewicht): 0,99
  • minimal (maximales Startgewicht): 0,81
  • maximal (Leergewicht): 1,60
  • nominal (normales Startgewicht): 0,95
  • minimal (maximales Startgewicht): 0,78
  • maximal (Leergewicht): 1,55
  • nominal (normales Startgewicht): 1,03
  • minimal (maximales Startgewicht): 0,86
Besatzung:  1 Pilot 1 Pilot 1 Pilot

Bewaffnung[Bearbeiten]

Eine MiG-29 der deutschen Luftwaffe beim Abfeuern einer Luft-Luft-Rakete vom Typ Wympel R-27
Festinstallierte Bewaffnung im Bug
Waffenzuladung von 3.500 kg an sieben Außenlaststationen

Ab MiG-29A[Bearbeiten]

Luft-Luft-Lenkflugkörper
  • 2 × AKU/APU-470-Startschienen für je eine GosMKB Wympel JSC R-27R (AA-10 „Alamo-A“) – halbaktiv radargelenkt für Mittelstrecken[27]
  • 2 × AKU/APU-470-Startschienen für je eine GosMKB Wympel JSC R-27T (AA-10 „Alamo-B“) – infrarotgesteuert für Mittelstrecken
  • 4 × P-12-1-D-Startschienen für je eine GosMKB Wympel JSC R-73E/EL (AA-11 „Archer“) – infrarotgesteuert für Kurzstrecken
  • 4 × APU-60-1-Startschienen für je eine MKB Wympel R-60M (AA-8 „Aphid“) – infrarotgesteuert für Kurzstrecken
Ungelenkte Luft-Boden-Raketen
  • 4 × GosMKB Wympel B-8M1-Raketen-Rohrstartbehälter für je 20 × ungelenkte S-8-Luft-Boden-Raketen; Kaliber 80 mm
Ungelenkte Bomben
  • 2 × MBD3-U6-68-Bombenrack mit je 6 × FAB-100 (100-kg-Freifallbombe)
  • 2 × Basalt FAB-250M-62 (250-kg-Freifallbombe)
Freifallende Kernwaffen
  • 2 × RN-24 (taktische 30-kT-Freifall-Nuklearbombe)[28]
Externe Behälter
  • 1 × abwerfbarer Zusatztank PTB-1500 für 1500 Liter Kerosin
  • 2 × abwerfbarer Zusatztank PTB-2000 für je 2000 Liter Kerosin für Überführungsflüge

Ab MiG-29SM[Bearbeiten]

Russische MiG-29M Fulcrum-E mit Ch-31, Ch-25 und R-77
Luft-Luft-Lenkflugkörper
Luft-Boden-Lenkflugkörper
Gelenkte Bomben
  • 4 × Region JSC KAB-500L (lasergelenkte 500-kg-Bombe)
  • 4 × Region JSC KAB-500Kr / KAB-500-OD (fernsehgelenkte 500-kg-Bombe / mit thermobarischem Sprengkopf)

Selbstverteidigungssysteme[Bearbeiten]

Aktive Maßnahmen[Bearbeiten]

Täuschkörperwerfer

In einem rechteckigen Behälter am Fuße des Seitenleitwerkes befindet sich je ein BWP-30-26M-Täuschkörperwerfer für je 30 × PPI-26-Magnesiumfackeln oder PPR-26-Aluminiumstreifen (26-mm-Täuschkörper). Insgesamt sind 60 Täuschkörperpatronen vorhanden.

Passive Maßnahmen[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Die MiG-29 Story. In: Fliegerrevue. Nr. 10, 2000.
  •  Andreas Klein: Luftwaffe Fulcrums. The MiG 29 – From the East German People's Army to the Luftwaffe. In: AirDOC – Aircraft Documentations. Nr. 2, AirDOC, Erlangen 2002, ISBN 3-935687-01-X.
  • Quelle: Claudio Müller: Flugzeuge der Welt. Zürich 1997 ff.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mikojan-Gurewitsch MiG-29 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. [1]
  2. a b c d e f g Mikojan-Gurewitsch MiG-29 (suchoj.com)
  3. Ingo Rehwald: MiG-29K – Der Jäger mit dem Haken. In: Flieger Revue 2/1993. S. 18.
  4. a b Rac MiG
  5. India Daily
  6. a b FlugRevue April 2010, S. 42–47, Indiens Marine stellt MiG-29K in Dienst.
  7. Rac MiG News
  8. en.rian.ru Fulcrum
  9. MiG-29M / MiG-29M2 page. RAC MiG.
  10. People's Daily Online – Latest MiG-29 planes to be flown
  11. Rac MiG
  12. ACIG Exclusives: Aero India 2005: Chapter 4
  13. MAKS 2005 highlights
  14. MiG-29SMT, verbessert MiG-29UB Flugzeug. RAC MiG
  15. Centre für Analysis of Strategies und Technologies – CAST comments
  16. Moscow Defense Brief
  17. a b Erster MiG-29UPG für Indien abgehoben. FliegerWeb.com, 10. Februar 2011, abgerufen am 10. Februar 2011.
  18. Aviapedia – Video der MiG-29WFT aus der „Smotr“-TV-Serie
  19. Moscow Defense Brief
  20. Russian MiG-29
  21. Detlef Billig, Manfred Meyer: Flugzeuge der DDR. Typenbuch Militär- und Zivilluftfahrt. III Band bis 1990. Friedland 2003, ISBN 3-613-02285-0, S. 52–61.
  22. Karl Schwarz: MiG-29K/KUB schließt Flugzeugträger-Erprobung ab. Tests auf der „Vikramaditya“. In: Flug Revue Nr. 1/2013, S. 46.
  23. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatLibanon bekommt zehn russische Kampfjets MiG-29 geschenkt. RIA Novosti, 17. Dezember 2008, abgerufen am 2. März 2010.
  24. RIA Novosti: Russische Marine beschafft MiG-29K-Jäger für Flugzeugträger Admiral Kusnezow abgerufen am 16. Januar 2010
  25. Russischer Flugzeugträger Kusnezow – MiG liefert Trägerflugzeuge. In: Flieger Revue 05/2012, S. 8.
  26. Mitteilung des US-Verteidigungsministeriums, 10. November 1997, abgerufen am 6. Oktober 2012
  27. a b Yefim Gordon: Soviet/Russian Aircraft Weapons Since World War Two. Midland Publishing, 2004, S. 45.
  28. Fliegerrevue Extra Nr. 22, Möller Buch- und Zeitschriftenverlag, Seite 50