Opel Rekord P1

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Opel
Opel Rekord P1 (1957–1960)

Opel Rekord P1 (1957–1960)

Rekord P1
Produktionszeitraum: 1957–1960
Klasse: Obere Mittelklasse
Karosserieversionen: Limousine, Kombi
Motoren: Ottomotoren:
1,2–1,7 Liter
(29–40 kW)
Länge: 4433 mm
Breite: 1616 mm
Höhe: 1490 mm
Radstand: 2541 mm
Leergewicht: 910–975 kg
Vorgängermodell: Opel Olympia Rekord
Nachfolgemodell: Opel Rekord P2
Opel Rekord 1700

Der Opel Rekord P1 (ursprünglich Opel Olympia Rekord P) ist ein Pkw-Modell der oberen Mittelklasse, das Opel im Sommer 1957 als Nachfolger des Opel Olympia Rekord vorstellte. Das charakteristische Merkmal dieser Modellreihe sind die Panoramascheiben, für die das P in der Modellbezeichnung steht.

Nachfolger dieses sehr erfolgreichen Modells war ab Sommer 1960 der Opel Rekord P2.

Modellgeschichte[Bearbeiten]

Am 13. August 1957 stellte Edward W. Zdunek, Vorstandsvorsitzender der Adam Opel AG, in der Stadthalle Rüsselsheim[1] den Opel Olympia Rekord „P" („P" stand für Panorama; mit dem Erscheinen des Nachfolgemodells P2 wurde der Wagen nachträglich als „P1" bezeichnet) vor. Es war ein neues Modell der Mittelklasse als Nachfolger des bisherigen Opel Olympia Rekord. Ausgerüstet mit einer modischen Karosserie fand der neue Wagen sofort großen Zuspruch am Markt. Zweifarbige Lackierungen und zweifarbige Stoffinterieurs schmückten das Modell.

Viele Details – darunter insbesondere die um die Ecke gezogenen, großen Panoramascheiben im Front- und Heckbereich, die geschwungene seitliche Zierleiste mit dem Knick vor der Hinterachse, Stoßfänger und Rückleuchten – wurden von den Modellen Special und Roadmaster der GM-Marke Buick kopiert, was dem Wagen schnell den Spitznamen „Bauern-Buick“ einbrachte. Chef-Formgestalter Hans Mersheimer hatte insbesondere eine europäische Kompaktausgabe des Chevrolet Bel Air von 1955 im Sinn.

Die neu konstruierte Vorderachse mit negativem Radsturz und unterschiedlich langen doppelten Querlenkern vermittelten mit dem neuen vollsynchronisierten Dreiganggetriebe mit Lenkradschaltung und dem 45-PS-Motor mit 1,5 Liter Hubraum (beim Vorgänger Olympia Rekord 40 PS) ein neues Fahrgefühl.

Das Fahrzeug war als zwei- oder viertürige Limousine, ab Anfang 1958 auch als Kombi (CarAVan) oder Schnelllieferwagen (Caravan ohne hintere Seitenfenster) zu haben. Die US-Amerikaner sagten: “It is a Car And A Van”, ein Wagen und ein Lieferwagen. Der CarAVan wurde vorwiegend von Handwerkern gekauft, da er die optimale Verbindung von Privatwagen und Firmenwagen mit einer entsprechend hohen Zuladung bot. Das war auch der Grund, weswegen nur wenige dieser Kombis bis heute erhalten geblieben sind. Allgemein war es zu jener Zeit verpönt, mit einem Handwerkerauto zu fahren.

Außerdem gab es eine zweitürige Basisversion Olympia (auch bekannt als Olympia P1). Dieses Modell hatte keine seitlichen Zierleisten, viele sonst verchromten Teile waren lackiert, auch die Innenausstattung war einfacher. Dieser Olympia trug, wie der CarAVan und der Lieferwagen nicht den Schriftzug „Rekord“ an den Vorderkotflügeln.

Insgesamt wurde von der Fachpresse attestiert "daß bei der Entwicklung der neuen 1,5-l-Opel-Modelle Erkenntnisse und Erfahrungen insbesondere aus der Verkehrspraxis weitgehend berücksichtigt und der praktischen Nutzanwendung zugeführt wurden." [2] Damit war unter anderem das Tachometer gemeint, dessen Balken mit zunehmender Geschwindigkeit immer roter leuchtete.

Weitere Neuerungen gab es im Frühjahr 1958 mit einer viertürigen Limousine und dem Opel 1200 (auch bekannt als Opel P1200) als neue Basisversion. Der 1200 hatte 40 PS aus 1,2 Litern Hubraum, seitlich statt der großen Schwinge eine schmale, leicht gebogene Zierleiste montiert, über der an den Vorderkotflügeln der Schriftzug „1200“ angebracht war. Auch bei diesem Modell fehlte wie schon beim vorherigen Basismodell Olympia sowie CarAVan und Lieferwagen der Schriftzug „Rekord“ an den Vorderkotflügeln. Der 1200 löste den Olympia als Basismodell ab, seine Ausstattung war nicht ganz so spartanisch wie beim Olympia. Er sollte die Zeit bis zum neuen „kleinen" Opel Kadett A überbrücken, verkaufte sich jedoch nicht so gut wie erwartet und wurde dennoch bis 1962 weitergebaut – länger als die stärkeren Versionen.

Zu den Werksferien im Sommer 1958 kamen die ersten Korrekturen: der Innenspiegel wurde statt auf dem Armaturenbrett am oberen Scheibenrand befestigt und zum ersten Mal in dieser Baureihe hielt ein elektrischer, zweistufiger Scheibenwischer Einzug. Bis 1957 trieb die Nockenwelle des Motors den Scheibenwischer über eine biegsame Welle mechanisch an; eine Lösung, die 1937 im Opel Super 6 erstmals verwendet wurde.

Im Sommer 1959 wurde ein neuer 1,5-Liter-Motor eingeführt, der statt der bisherigen 45 PS (beim alten Olympia Rekord nur 40 PS) jetzt 50 PS leistete. Diese Leistungssteigerung wurde im Wesentlichen durch Änderungen am Verteiler, Zylinderkopf und dem Auspuffkrümmer erreicht. Ansonsten basierten die Reihen-Vierzylinder-Maschinen mit OHV-Ventilsteuerung auf der fast unverwüstlichen Vorkriegskonstruktion des Olympia-Motors von 1937.

Im letzten Modelljahr 1959/1960 gab es den Olympia Rekord P1 auf Wunsch mit „Olymat“, einer automatischen Kupplung von Fichtel & Sachs (ähnlich Saxomat), die jedoch nur mäßig Zuspruch fand. Das System, ein halbautomatisches Getriebe, bestand aus einer Fliehkraftkupplung für den Anfahrvorgang und einer zweiten Kupplung für den Gangwechsel, wodurch das Kupplungspedal entfiel. Die vom Unterdruck des Motors betätigte zweite Kupplung wurde beim Schalten durch einen elektrischen Kontakt am Schalthebel aktiviert. Außerdem wurde in diesem Modelljahr eine leistungsstärkere Version des 1,7-Liter-Motors mit 55 PS in das Programm aufgenommen.

Auf Wunsch gab es auch Coupé- und Cabrio-Umbauten von dem Karosseriewerk Autenrieth in Darmstadt, die jedoch stets eine Rarität blieben. Insgesamt sollen nur 25 Cabrios entstanden sein, von denen heute noch 4 bekannt sind. Von den nur 3 gebauten Coupés sollen nur noch 2 erhalten sein.

Daneben erschien Ende 1959 noch ein Sondermodell, das bei GM Suisse in Biel in kleinerer Stückzahl hergestellt wurde und nur in der Schweiz erhältlich war. Dieser Opel Rekord Ascona, benannt nach der Stadt Ascona im Tessin am Großen See bzw. Langensee (Lago Maggiore). Es gab ihn nur mit dem 1,7-Liter-Motor mit 55 PS und hatte eine Zweifarblackierung mit stets weißem Dach, zweifarbigen Innenraum mit Lederpolstern, eine Chromleiste im 45°-Winkel am vorderen Kotflügel der beide Farbtöne unterhalb der Gürtellinie trennte und einen 'Ascona'-Schriftzug auf den hinteren Seitenteilen am Heck. Von diesem seltenen Sondermodell sollen nur noch 10 Stück existieren.

Der Rekord P1 wurde (wie auch später seine Nachfolger) auch bei GM Südafrika gebaut, hier jedoch als Rechtslenker. Eine weitere Sonderausführung des Rekord P1, die hier in Port Elizabeth in Südafrika für den heimischen Markt gebaut wurde, war eine Pick Up-Version. Dieses als Opel Pickup bezeichnete Modell trug den Olympia-Schriftzug auf den Kotflügeln und gelangte in ganz geringer Stückzahl als Linkslenker auch nach Europa.

Der Rekord P1 erwies sich als großer Verkaufserfolg sowohl im Inland auch im Export. Opel verkaufte von dieser Modellreihe zwischen August 1957 und Juli 1960 509.110 Exemplare, wovon 394692 Limousinen, 109282 Kombis und 15136 Lieferwagen waren. Hinzu kamen noch 67.952 Einheiten des Opel 1200.

Der Olympia Rekord P1 wurde im August 1960 vom Rekord P2 abgelöst. Die Basisversion 1200 lief unverändert noch bis Dezember 1962 weiter.

Technische Daten[Bearbeiten]

Opel (Olympia) Rekord P1 (1957–1960)
  1200 (1958–1962) 1500 (1957–1960) 1500 (1959–1960) 1700 (1959–1960)
Motor:  4–Zylinder–Reihenmotor (Viertakt-Ottomotor)
Hubraum:  1196 cm³ 1488 cm³ 1680 cm³
Bohrung x Hub:  72 x 74 mm 80 x 74 mm 85 x 74 mm
Leistung
(PS)
bei 1/min: 
29 kW
(40 PS)
4400
33 kW
(45 PS)
3900
37 kW
(50 PS)
4000
40 kW
(55 PS)
4000
Max. Drehmoment
bei 1/min: 
82 Nm
2500
98 Nm
2300
106 Nm
2100
120 Nm
2100
Verdichtung:  7,5 : 1 6,9 : 1 7,25 : 1
Gemischaufbereitung:  Ein Fallstromvergaser Opel (Lizenz Carter) mit 30 mm Ø
Ventilsteuerung:  Hängende Ventile, Stoßstangen und Kipphebel
seitliche Nockenwelle (OHV), Antrieb durch Stirnräder
Kühlung:  Wasserkühlung, Pumpe und Thermostat
Getriebe:  3–Gang–Getriebe, Lenkradschaltung
Radaufhängung vorn:  Doppelquerlenkerachse, Schraubenfedern, hydraulische Stoßdämpfer
Radaufhängung hinten:  Starrachse an 2 halbelliptischen Längsblattfedern mit 3 (Caravan: 4) Federlagen, hydraulische Stoßdämpfer
Bremsen:  hydraulisch betätigte Trommelbremsen, Ø 200 mm (Caravan hinten 230 mm)
Karosserie:  Stahlblech, selbsttragend
Spurweite vorne/hinten:  1260/1270 mm
Radstand:  2541 mm
Länge:  4433 mm
Leergewicht:  910–975 kg (Caravan: 1000–1015 kg)
Höchstgeschwindigkeit:  119 km/h 125–128 km/h 130–132 km/h
0–100 km/h:  33 s 24–27 s 20–22 s
Verbrauch (Liter/100 km):  9,0 Liter Normal 9,5–10,5 Liter Normal 10–10,5 Liter Normal

Olympia A[Bearbeiten]

Zwischen August 1967 und Juli 1970 gab es einen Opel Olympia A, der aber im Gegensatz zum alten Opel Olympia P1 (ohne Rekord-Schriftzug) keine Sparversion des Rekord darstellte, sondern eine luxuriös aufgewertete Variante des Opel Kadett B.

Literatur[Bearbeiten]

Alexander Franc Storz: Opel Typenkompass. Motorbuch Verlag, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-613-02930-9 Werner Oswald: Deutsche Autos 1945–1975. Motorbuch Verlag, Stuttgart 1975, ISBN 3-87943-391-7, S. 88–93

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Rüsselsheimer Echo vom 31. Dezember 2007 auf www.biddelberner.de
  2. Neue Baumuster des internationalen Kraftfahrzeugbaues - Opel 1,5 l. In: Kraftfahrzeugtechnik 5/1958, S.178-179

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Opel Rekord P1 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien