Opel Kadett B

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Opel
Opel Kadett (1967–1971)

Opel Kadett (1967–1971)

Kadett B
Produktionszeitraum: 1965–1973
Klasse: Untere Mittelklasse
Karosserieversionen: Limousine, Kombi, Coupé
Motoren: Ottomotoren:
1,1–1,9 Liter
(33–78 kW)
Länge: 4100–4182 mm
Breite: 1573–1614 mm
Höhe: 1400–1405 mm
Radstand: 2416 mm
Leergewicht: 745–ca. 900 kg
Vorgängermodell: Opel Kadett A
Nachfolgemodell: Opel Kadett C

Der Kadett B von Opel war das zweite Modell der bis heute produzierten PKW-Baureihe Kadett/Astra. Er ist ein Fahrzeug der unteren Mittelklasse.

Der Kadett B wurde im September 1965 als Nachfolger des Kadett A vorgestellt und bis Juli 1973 zusammen mit dem Olympia A über 2,7 Millionen Mal gebaut. Er gilt damit als eines der erfolgreichsten Opel-Modelle. Die Grundkonstruktion (Fahrwerk/Motor/Getriebe) übernahm auch der Sportwagen Opel GT. Der Kadett B LS bildete die Basis für den luxuriösen Ableger Olympia A.

Allgemeines[Bearbeiten]

Der gegenüber dem Kadett A auf 1,1 Liter Hubraum vergrößerte Motor bot in der Basisversion des neuen Opel-Modells 33 kW (45 PS) Leistung (5 PS mehr). Der Wagen war nun 10 cm breiter und die 18 cm längere Karosserie hatte einen um 91 mm vergrößerten Radstand von nun 2416 mm. Erstmals wurde auch die viertürige Limousine angeboten. Ein Coupé mit angedeuteten Entlüftungsschlitzen hinter den hinteren Seitenscheiben („Kiemencoupé" bis Juli 1970) sowie der dreitürige Kombi (bei Opel traditionell Caravan genannt) rundeten das Angebot ab. Die elektrische Anlage arbeitete nun mit 12 Volt Spannung und wurde gegen Aufpreis von einer Drehstromlichtmaschine gespeist.

Der Kadett S mit dem höher verdichteten Superbenzin-Motor von 40 kW (55 PS) Leistung war serienmäßig mit 13 Zoll-Rädern und Scheibenbremsen vorn ausgestattet, die gegen Aufpreis auch mit dem schwächeren Motor erhältlich waren. Für die sportlich orientierte Kundschaft wurde das Coupé ab November 1966 auch als „Rallye-Kadett" mit einem 44 kW (60 PS) 1,1-l-Motor und erweiterter Ausstattung angeboten (siehe Kapitel unten).

Ab Februar 1967 hatten alle Typen serienmäßig eine Zweikreisbremsanlage und bei vorderen Scheibenbremsen war serienmäßig ein Bremskraftverstärker vorhanden (vorher nur gegen Aufpreis).

Verbesserungen und neue Modelle ab Mitte 1967[Bearbeiten]

Im Rahmen der Modellpflege gibt es bei dem Kadett einen besonderen Einschnitt mit dem Ende der Werksferien im Juli 1967: Ab diesem Zeitpunkt hergestellte Fahrzeuge waren technisch verbessert: Äußerlich an den größeren Rückleuchten [außer Kombi] zu erkennen, boten alle Modelle den Insassen mit dem stärker gepolsterten Armaturenbrett und der Sicherheits-Lenksäule mit Dreispeichen-Lenkrad und Prallplatte nun eine höhere passive Sicherheit. Befestigungspunkte für Sicherheitsgurte waren in allen Kadett B ohnehin vorhanden. Die größte Veränderung fand unter dem Blech statt: An der Zentralgelenk-Hinterachse wurden die vom Kadett A übernommenen Blattfedern durch Schraubenfedern ersetzt sowie die Führung mit Längslenkern und Panhardstab versehen, was dem Wagen eine merkbar bessere Straßenlage gab. Das erste Fahrzeug mit diesen Verbesserungen hatte die Fahrgestellnummer 1234068. Im Teilekatalog wurde demnach zwischen „bis Fg.-Nr. 1234067“ und „ab Fg.-Nr. 1234068“ unterschieden, kurz: Bis-Modell und Ab-Modell.

Von August 1967 bis Juli 1970 wurden mit der neuen zwei- oder viertürigen Fließheck-Karosserie die Kadett „LS"-Limousine und das neue Modell Opel Olympia produziert. Der Caravan-Kombi wurde nun auch fünftürig angeboten. Ebenfalls im August 1967 kamen das Olympia Coupé und der Rallye-Kadett LS in einer eigenständigen Coupé-Karosserie (mit auf halber Höhe hinten spitz zulaufenden Ausstellfenstern) auf den Markt. Diese Coupéform (intern „Coupé F" genannt) blieb bis zum Auslaufen des Kadett B im Juli 1973 als Kadett Coupé LS und als Rallye-Kadett im Opel-Programm. Die schlechtere Aerodynamik des „Coupé F" hatte bei allen Motorisierungen eine 5 km/h geringere Endgeschwindigkeit als beim älteren „Kiemen-Coupé" zur Folge.

Ab August 1970 wurden die erst drei Jahre zuvor eingeführten Modelle mit Fließheck (Olympia und Kadett LS) sowie der fünftürige Caravan und das „Kiemen-Coupé" nicht mehr hergestellt. Einen Kadett LS gab es nur noch mit der „Coupé F"-Karosserie, ebenso der Rallye-Kadett.

Ab August 1971 stieg die Leistung beim 1,1 l-Normalbenzinmotor von 45 auf 50 PS. Die 1,1 l-Superbenzinmotoren mit 55 bzw. 60 PS wurden durch einen Motor mit 1,2 Liter Hubraum und 60 PS ersetzt. Erkennbar waren die Modelle ab August 1971 an dem vom Rallye-Kadett stammenden mattschwarzen Kühlergrill.

Karosserie- und Ausstattungsvarianten[Bearbeiten]

Interne Typbezeichnung, erste zwei Ziffern der Fahrgestellnummer

  • Modell 31: zweitürige Limousine Standard (1965–1973)
  • Modell 32: Coupé („Kiemen-Coupé") in L-Ausstattung (1965–1970; ab 11/66 als Sondermodell "Rallye")
  • Modell 33: fünftüriger Kombi (Caravan) Standard (1967–1970)
  • Modell 34: dreitüriger Kombi (Caravan) Standard (1965–1973)
  • Modell 35: fünftüriger Kombi (Caravan) in L-Ausstattung, (1967–1970)
  • Modell 36: viertürige Limousine Standard (1965–1973; Sondermodell Ascona für die Schweiz)
  • Modell 37: viertürige Limousine in L-Ausstattung (1965–1973)
  • Modell 38: zweitürige Limousine in L-Ausstattung, Sondermodelle Festival und Holiday (1965-1973)
  • Modell 39: dreitüriger Kombi (Caravan) in L-Ausstattung (1965–1973)
  • Modell 91: zweitürige Fließheck-Limousine LS (1967-1970; mit Zwangsentlüftung)
  • Modell 92: zweitüriges Coupé mit Fließheck LS (1967-1973; ab B-Säule geändertes Heck („Coupé F"), auch als Kadett Rallye)
  • Modell 95: zweitüriges Coupé (nur für US-Export)
  • Modell 96: viertürige Fließheck-Limousine LS (1967-1970; mit Zwangsentlüftung)
  • Modell 97: viertürige Fließheck-Limousine Olympia (1967-1970; wie Modell 96 mit geänderter Front und besserer Ausstattung)
  • Modell 98: zweitürige Fließheck-Limousine Olympia (1967–1970; wie Modell 97, nur zweitürig)
  • Modell 99: zweitüriges Coupé (1967-1970; Karosserie wie Modell 92)

Die „Luxus-Ausstattung“ der L- und LS-Modelle umfasste eine Menge Chromzierrat außen und innen, Ausstellfenster bei den zweitürigen Modellen (die der dreitürige Caravan übrigens auch als Standard-Modell trägt), Stoßstangenhörner, Aschenbecher im Fond, Beleuchtung für Motorraum, Kofferraum und Handschuhfach, eine Uhr, einen beleuchteten Zigarrenanzünder, Teppichboden, Motorhaubenentriegelung von innen usw.

Die Standard-Limousine verkaufte sich besser als die L-Version, wobei der L hat eine höhere Erhaltungsquote hat und heute sogar häufiger zu sehen ist. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger war der B-Kadett auch mit vier Türen, zunächst nur als Limousine (L), nach den Werksferien 1967 auch als Caravan und Limousine LS lieferbar. Aufpreispflichtige Extras beim Kadett B waren u. a.: Stahlkurbeldach, 3-Gang-Vollautomatikgetriebe mit hydraulischem Drehmomentwandler, Kopfstützen vorne, H4-Hauptscheinwerfer (ab Frühjahr 1972), Scheibenbremsen vorn (ab 55 PS serienmäßig), Bremskraftverstärker usw.

Damit hob sich der Kadett B technisch und ausstattungsmäßig von vielen seiner Konkurrenten ab. Eine Ausnahmestellung bildete in dieser Klasse zu dieser Zeit der viertürige Kadett B 1700 (75 PS) mit Automatikgetriebe, der als vollwertige, bequeme und vor allem familientaugliche Limousine galt und fast 150 km/h Reisegeschwindigkeit, mit dem Viergang-Schaltgetriebe sogar knapp 160 km/h erreichte. Der 1900-S-Motor mit 90 PS aus dem Opel Rekord C war nur im Rallye-Kadett Coupé und im Olympia Coupé lieferbar, die damit bis zu 170 km/h erreichten.

Im Juli 1970 wurden alle Olympia-Typen, die Modellvarianten Coupé L („Kiemen-Coupé“), der fünftürige Caravan, die zwei- und viertürigen Fließheck-Limousinen LS sowie die Motorvarianten 15-S (nur für Export lieferbar) und 17-S eingestellt.
Bis 1973 wurden weitergebaut: Die zwei- und viertürige Limousine, der dreitürige Caravan und die neuere Coupé-Karosserie („Coupé F") als Kadett Coupé LS und Rallye-Kadett LS (Coupé).

Ursprünglich war der im Sommer 1970 präsentierte Ascona A als Nachfolger des Kadett B vorgesehen. Da die Kölner Ford-Werke zur gleichen Zeit ihre Palette erweiterten, startete das eigentlich als Kadett C gedachte Modell als Ascona A und rangierte klassenmäßig höher. Der Kadett B genoss hierdurch eine drei Jahre längere Bauzeit, bis 1973 der Kadett C erschien. Hierdurch wurde der Kadett B eines der am längsten hergestellten Opel-Modelle.

Ab Februar 1969 gab es alle Modelle mit dem 55-PS-Motor (1971 durch den 1,2-l-60-PS-Motor ersetzt) auf Wunsch auch mit 3-Gang-Vollautomatik; ebenso wie bereits ab November 1968 den Kadett 1700 S mit 75 PS und später ab Dezember 1970 den Rallye-Kadett LS 1900.

Karosserieversionen[Bearbeiten]

Karosserievarianten des Kadett B

Bemerkenswert am Kadett B sind vier verschiedene Schrägheck-Karosserien, die an der C-Säule zu unterscheiden sind:

  1. die hintere Seitenscheiben-Ecke ganz hochgezogen („Kiemencoupé“),
  2. dann in mittlerer Höhe spitz zulaufend („Coupé F“),
  3. und die Fließheck-Variante mit der Ecke unten bei den Kadett LS, die es zweitürig und
  4. viertürig gab.

Bis zu acht verschiedene Kadett-B Karosserien waren gleichzeitig im Angebot:

  1. Limousine (1965 bis 1973, Kadett und Kadett L zwei- und viertürig)
  2. Limousine mit Fließheck (1967 bis 1970, nur Kadett LS und Olympia zwei- und viertürig)
  3. Caravan (1965 bis 1973, Kadett und Kadett L dreitürig und von 1967 bis 1970 auch fünftürig)
  4. „Coupé F“ (ab 1967 als Olympia und Rallye Kadett LS, ab 1970 auch als Kadett LS)
  5. „Kiemencoupé“ mit angedeuteten Lüftungsschlitzen in der C-Säule (1965 bis 1970 als Kadett L und Rallye Kadett)

Motoren[Bearbeiten]

Im Kadett B wurden zwei Motorenarten eingesetzt: Die meisten erhielten einen OHV-Motor (Motor mit seitlicher Nockenwelle: 10N bis 12S, 40–60 PS), der schon in zwei Varianten im Kadett A eingebaut war. Darüber hinaus wurde zusätzlich der CIH-Motor (Nockenwelle im Zylinderkopf) aus dem Opel Rekord C (15S bis 19H, 65–106 PS) angeboten.

OHV-Motoren:

  • 10N: 40 PS (ab ?/72), nur für Export (z. B. Italien)
  • 10S: 48 PS (ab ?), nur für Export (z. B. Italien)
  • 11L: 40 PS (nur für Export)
  • 11N: 45 PS (bis 8/71)
  • 11N: 50 PS (ab 9/71)
  • 11S: 55 PS (bis 8/71)
  • 11SR: 60 PS (ab 11/66 bis 8/71)
  • 12S: 60 PS (ab 9/71)

CIH-Motoren:

  • 15S: 65 PS (ab 9/67 bis 8/70), nur für Export (z. B. Schweden, Österreich und USA)
  • 17S: 75 PS (ab 9/67 bis 8/70)
  • 19S: 90 PS (ab 9/67)
  • 19HL bzw. 19H: 106 PS (ab 4/70)

Der 19S-Motor war in Deutschland dem Rallye-Coupé vorbehalten; für den USA-Export gab es ihn jedoch in allen Modellen.

Der 19HL (HL für „Hochleistung“, später nur noch mit Bezeichnung „19H“) war für 10.904,64 DM (Frühjahr 1971) als Kadett Rallye Sprint auf Sonderwunsch zu haben. Diese Variante wurde sowohl von den Opel-Händlern als auch von dem Tuner Steinmetz vertrieben und konnte normal bestellt werden. Dazu musste man allerdings Kenntnis von dieser Möglichkeit haben, denn in offiziellen Preislisten war diese Variante nicht enthalten. Somit blieb die Zahl der in Deutschland verkauften Rallye Sprint recht gering. Im Ersatzteilkatalog gibt es beim Kapitel „Motor“ eine Ergänzungsseite mit sämtlichen beim Sprint-Kadett gegenüber dem normalen 1900er Rallye-Kadett abweichenden Teilen. Nach Schweden wurde der Kadett B Rallye mit der Sprint-Maschine häufiger verkauft.

Sondermodelle[Bearbeiten]

Rallye Kadett[Bearbeiten]

Opel Rallye Kadett („Coupé F", 1967–1973)

Der Wagen wurde nur als Coupé angeboten; bis Juli 1967 ausschließlich als „Kiemen-Coupé" mit dem 60 PS starken 1,1-l-SR-Motor mit Zwei-Vergaser-Anlage.

Äußerlich zu erkennen an den zusätzlichen Halogen-Fernscheinwerfern, der mattschwarzen Lackierung der Motorhaube zur Einschränkung von Lichtreflexionen, anderen Seitenstreifen, mattschwarz lackierten Türschwellern und der schwarzen Innenausstattung: Kunstledersitze, Himmel, Sonnenblenden usw. Auf Wunsch konnte der Wagen auch ohne mattschwarze Haube und Seitenstreifen geliefert werden, die schwarzen Schweller und die spezielle Innenausstattung blieben aber auch dieser „Understatement-Ausführung“ erhalten. Von dieser Möglichkeit machten aber nur sehr wenige Kunden Gebrauch.

Weitere Ausstattungsmerkmale: Sportlenkrad, Dreipunkt-Sicherheitsgurte vorn, Drehstromlichtmaschine, Gürtelreifen der Dimension 155-13 und Zusatzinstrumente. Rechts neben dem Tacho war ein Drehzahlmesser anstelle der großen Uhr, die als kleinere Version in der zusätzlichen Mittelkonsole zusammen mit Öldruckmesser und Amperemeter untergebracht wurde.

Ab 1967 gab es in der neuen Coupé-Karosserie („Coupé F") den Rallye Kadett auch mit dem 1,9 l S-Motor und 90 PS. Wegen geänderter Abgasbestimmungen entfiel ab August 1971 der 1,1 l SR 60 PS Motor und wurde durch den 1,2 l S-Motor gleicher Leistung ersetzt.

Kadett Sport[Bearbeiten]

Das weitere sportliche Sondermodell: Der Kadett „SPORT“

Der Prospekt dieses Sondermodells warb mit dem Spruch „Kadett Holiday Sport – für sportliche Fahrer!“ Diese Prospektüberschrift ließ keinen Zweifel zu: Der Kadett Sport gehörte zur Holiday-Familie. Der Sport wurde nur im Jahrgang 1973 gebaut. Beim Sport handelte es sich allerdings nicht – wie bei den sonstigen Holidays – um eine aufgewertete Luxus-Limousine. Der Sport ist eine mit sportlichen Extras aufgewertete Standard-Limousine mit einer „Kriegsbemalung“ ähnlich wie beim Rallye-Kadett. Allerdings ist der „Sport“ auf keinen Fall mit dem Rallye-Kadett zu verwechseln, da der Sport nur als zweitürige Standard-Limousine angeboten wurde und der Rallye als Basis ein Luxus-Coupé hat.

Mit dem Sport wurden eindeutig junge Fahrer angesprochen, denen der Sport für 8228,– DM als günstige Alternative zum 9399,– DM teuren Kadett Rallye angeboten wurde. Der Preisunterschied zwischen beiden Fahrzeugen betrug 1171 DM.

Einziger lieferbarer Motor beim Sport war der 1,2 l S (60 PS) in Verbindung mit der Sportschaltung. Der Sport wurde nur als Zweitürer ausgeliefert. Zur serienmäßigen Standardausstattung kamen hinzu:

  • schwarz mattierter Kühlergrill, Motorhaube und Stoßfänger
  • schwarze Seitenstreifen mit Schriftzug „SPORT“ auf der Heckklappe
  • Sportauspuff
  • Drehzahlmesser
  • Amperemeter, Öldruckmesser, Zeituhr (als Zusatzinstrumente in der Kunststoff-Mittelkonsole, wie beim Rallye ab 1968)
  • Sportlenkrad (Lenkradkranz schwarz umschäumt)
  • Sportschaltung
  • Bremskraftverstärker (serienmäßig bei 12S-Motor)
  • Scheibenbremsen vorn (serienmäßig bei 12S-Motor)
  • Drehstab-Stabilisatoren vorne und hinten (serienmäßig bei 12S-Motor)
  • Sportfelgen (Langloch-Stahlfelgen in silber/mattschwarz, siehe Holiday)
  • Gürtelreifen 155 SR 13 (serienmäßig bei 12S-Motor)
  • Hohe Vordersitzrückenlehnen mit Kopfstützen
  • 3-Punkt-Sicherheitsgurte vorn
  • heizbare Heckscheibe
  • verstärkte Drehstromlichtmaschine
  • Scheibenwaschanlage mit Wischerkontakt

Neben den im Prospekt ausgewiesenen Ausstattungen verfügte der Sport über weitere außergewöhnliche Details, wie z. B. mattschwarz auslackierte Scheinwerferrahmen, Scheibengummis ohne Chromkeder, schwarz umrahmte Rückleuchten, schwarze Kennzeichenbeleuchtung, mattschwarzer Außenspiegel, usw.

Lieferbare Farben lt. Prospekt: Ziegelrot, Ocker und Citrusgelb.

Kadett Holiday[Bearbeiten]

Der Kadett Holiday (nur Modelljahr 1973) setzt sich lediglich aus bekannten Ausstattungs-Details zusammen. Dies waren: Schiebedach, Sportstahlfelgen, Nebelscheinwerfer (große Ausführung) und Nebelschlussleuchte, hohe Vordersitzrückenlehnen mit Kopfstützen und ein aufgeklebter, rundumlaufender, schmaler, schwarzer Zierstreifen.

Am Kadett Holiday gab es keine spezifischen Teile.

Kadett Festival[Bearbeiten]

Der Kadett Festival (nur Modelljahr 1973) ist die ultimative Luxusausführung. Als Sport Coupé und Sport Limousine (nicht zu verwechseln mit dem Sondermodell "SPORT"!) glänzte der Kadett mit Metallic-Lackierungen und nur für dieses Modell verwendeten Veloursitzen. Er wurde ausschließlich mit dem 12S-Motor geliefert, die 3-Gang-Vollautomatik war auf Wunsch auch lieferbar. Die Serienausstattung bestand aus Sportlenkrad, Scheibenbremsen, Bremskraftverstärker, Stabilisatoren vorne und hinten, 35A-Drehstromlichtmaschine, Halogen-Fernscheinwerfern, heizbarer Heckscheibe, Sportfelgen mit 155 SR 13 Gürtelreifen und einem zweifachen dünnen Seitenstreifen. Preise in DM: Coupé: 8190,– (Automatik: 8717,–), Limousine 7850,– (Automatik: 8274,–) Der Festival wurde in den Farben Saharagold, Monzablau und Limonengrün geliefert

Kadett Grand Prix[Bearbeiten]

Der Kadett Grand Prix (ebenfalls nur Modelljahr 1973) ist eine aufgewertete zweitürige Standard-Limousine. Zusätzlich zur Standardausstattung hat er Teppichboden, Sportlenkrad, Stahlgürtelreifen 155 SR 13, Drehstromlichtmaschine 45 Ampere, heizbare Heckscheibe, 3-Punkt-Sicherheitsgurte, verstellbare Rückenlehne Beifahrerseite, Ausstellfenster hinten, Haubenverschluss mit Innenbetätigung. Der Grand Prix wurde in den Farben ziegelrot, ocker, arktisweiß und sierrabeige ausgeliefert. Gegen Aufpreis war der Grand Prix auch mit dem 1,2-Liter-Motor lieferbar, auf Wunsch auch mit 3-Gang-Vollautomatik.

Kadett XE (Preisboxer)[Bearbeiten]

Der XE (für „EX-port“) ist ein ausgesprochenes Sparmodell mit einfachster Ausstattung. Er war in Europa jahrelang im Angebot, in Deutschland wurde er nur in zwei Sonderaktionen angeboten. Bei der zweiten Aktion hieß er werbewirksam „Preisboxer“.

Kadett Export USA[Bearbeiten]

Ab November 1965 bis Herbst 1972 wurde der Kadett B auch in den USA über ausgewählte Buick-Händler angeboten. Das Export-Modell für die USA unterschied sich von den sonstigen Modellen. Bei den Bis-Fgstnr.-Modellen waren die Unterschiede noch gering, z. B. spezielle runde Blinker im unteren Luftleitblech, Warnblinkanlage und andere Luftfiltergehäuse. Ab Modelljahr 1968 bekamen die Export-Modelle für die USA eine dem Olympia A ähnliche Front (sowohl Kühlergrill als auch Lampenzierringe unterscheiden sich aber von denen des Olympia A in Details) mit Sealed-Beam-Scheinwerfern. In den letzten Baujahren hielten noch größere Heckleuchten Einzug in die Serie, die seitlich weiter in die Seitenwände hineinragten. Nach den Werksferien 1967 wurde das Kiemencoupé in den USA nicht mehr angeboten. Außerdem wurde der Viertürer in den USA nur sporadisch angeboten, nämlich in den Modelljahren 1966/67 und 1971/72. Insgesamt verkaufte Opel vom Kadett B in den USA rund 430.000 Stück.

Kadett Export Südafrika[Bearbeiten]

Der über GM in Port Elizabeth vertriebene und in Aloes, P. E. zusammengesetzte Opel Kadett unterscheidet sich zunächst durch Rechtslenkung von den übrigen Modellen. Beim Bis-Modell kommen äußerlich vorne und hinten jeweils zwei kleine runde Reflektoren neben den Blinkern hinzu. Technisch unterscheidet sich dieses Exportmodell vor allem durch Motor und Getriebe. Der Motor ist eine Konstruktion von Vauxhall mit 997 cm³ Hubraum. Das Getriebe stammt ebenfalls aus dem Vauxhall Viva. Es hat eine Sportschaltung mit einem speziell angepassten Getriebetunnel.

Kadett Sprint[Bearbeiten]

Der Kadett Sprint (auf Basis Rallye Kadett) zeichnet sich durch den 1,9-l-HL-Motor (HL für Hochleistung) mit zwei Weber-Doppel-Fallstromvergasern (40 DFO) und 106 PS aus. Das Fahrzeug, entwickelt für Sportfahrer, wurde von Opel in keiner Kadett-B-Preisliste aufgeführt, konnte aber beim Opel-Händler oder bei Steinmetz, der ein spezielles Prospektblatt dafür drucken ließ, als Neufahrzeug geordert werden (Preis bei Steinmetz: 10.000 DM). Der Kadett Sprint wurde in kleinen Serien bei Opel aufgelegt, wenn genug Bestellungen vorlagen. Auf Wunsch war neben zahlreichem Sportzubehör sogar ein 5-Gang-Getriebe lieferbar.

Kadett Special[Bearbeiten]

Diese Modellbezeichnung gab es nur in der Schweiz, in den Beneluxländern und in Dänemark. Der Special aus der Schweiz hat den Schriftzug „Special“ auf rotem Grund sowohl am Heck als auch auf der Motorhaube vorne links. Der Special aus den Niederlanden hat den Schriftzug „Special“ auf schwarzen Grund und nur am Heck. Der dänische Special hatte als besonderes Kennzeichen eine in Segmenten mattschwarz lackierte Motorhaube wie der Rallye, eine bei Limousinen sonst nur beim Sondermodell "Sport" erhältliche Variation.

Ascona 1700[Bearbeiten]

Der Ascona 1700 (nicht zu verwechseln mit der erst 1970 eingeführten Opel-Baureihe Opel Ascona) ist ein 4-türiger Kadett B Standard mit 1,7-l-„S“-Motor, stark modifizierter Innenausstattung und einigen Elementen der Luxus-Ausführung. Er wurde bis auf die ersten vier Exemplare (aus Bochum) im Schweizer GM-Werk Biel montiert und ausschließlich in der Schweiz angeboten. Insgesamt wurden 2560 „Opel Ascona 1700“ gebaut.

Abweichend von der Standardausstattung sind Zierleisten unten auf den Türen (oben jedoch nicht) und Stoßstangenhörner. An den Seiten der Karosserie ist der Wagen auf dem Karosserieknick unterhalb der Türgriffe auf ganzer Länge mit einer Zierleiste (Edelstahl mit Gummieinlage) bestückt, die es bei keinem anderen Kadett B gegeben hat. Innen ist der Ascona 1700 mit Aschenbechern in den hinteren Türen und Teppichboden anstelle des bei Standardausführungen üblichen Gummibelages ausgestattet. Ebenfalls an keinem anderen Opel-Modell hat es die bei diesem Modell verwendeten Ascona-Schriftzüge gegeben (die aus Kunststoff mit dünnem Metallüberzug bestehen), die auf dem Handschuhkastendeckel, den Kotflügeln und dem Kofferraumdeckel angebracht sind. Auf den C-Säulen trägt das Modell den Schriftzug „1700“.

Kadett Brabham[Bearbeiten]

Diese Variante bot Opel selbst nicht an. Es gab sie ausschließlich als Bis-Fgstnr.-Modelle, die das Autohaus Dechent im Saarland vertrieb. Sie umfasst Änderungen am Fahrwerk, an der Optik und der Motorleistung (z. B. SU-Doppelvergaser) und ist für sportliche Zwecke gedacht, vergleichbar mit den Produkten der Tuner Irmscher und Steinmetz.

Technische Daten[Bearbeiten]

Der Kadett in der Werbung[Bearbeiten]

Der bereits beim Vorgängermodell benutzte Slogan „Opel Kadett kurz gesagt O. K.“ wurde auch beim Kadett B weiter verwendet[1]. Anfang der 1970er Jahre erschien der Werbespruch „Opel Kadett. Das Auto." [2] Verschiedentlich wurde der Unterstrich auch weggelassen [3] Mehr als dreißig Jahre später verwendete auch Volkswagen diese Aussage („Volkswagen. Das Auto.")

Trivia[Bearbeiten]

Die Punkband WIZO veröffentlichte 1991 auf dem Album Für’n Arsch eine Hymne auf den Kadett B.

Literatur[Bearbeiten]

  • Mike Covello: Standard Catalog of Imported Cars 1946–2002. Krause Publications, Iola 2006, ISBN 0-87341-605-8.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Opel Kadett B – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kadett-Werbung: „Opel Kadett kurz gesagt O. K.“
  2. Bernd Tuchen: Opel der Zuverlässige, Drei Jahrzehnte Opel-Werbung, S. 32 ff., Heel Verlag GmbH, Königswinter (2005) ISBN 3-89880-426-7
  3. Kadett-Werbung: „Opel Kadett. Das Auto“