Gresse

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Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Gresse führt kein Wappen
Gresse
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Gresse hervorgehoben
Koordinaten: 53° 26′ N, 10° 45′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Ludwigslust-Parchim
Amt: Boizenburg-Land
Höhe: 18 m ü. NHN
Fläche: 21,08 km2
Einwohner: 692 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 33 Einwohner je km2
Postleitzahl: 19258
Vorwahl: 038842
Kfz-Kennzeichen: LUP, HGN, LBZ, LWL, PCH, STB
Gemeindeschlüssel: 13 0 76 054
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der Amtsverwaltung: Fritz-Reuter-Straße 3
19258 Boizenburg/Elbe
Webpräsenz: www.amtboizenburgland.de
Bürgermeister: Werner Hornbacher
Lage der Gemeinde Gresse im Landkreis Ludwigslust-Parchim
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Gresse ist eine Gemeinde im Landkreis Ludwigslust-Parchim in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland). Sie wird vom Amt Boizenburg-Land mit Sitz in der nicht amtsangehörigen Stadt Boizenburg/Elbe verwaltet.

Das Gemeindegebiet gliedert sich in die Ortsteile Gresse, Badekow und Heidekrug.[2]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gresse liegt an der Bundesstraße 195 zwischen den Städten Zarrentin am Schaalsee und Boizenburg. Durch das Gemeindegebiet fließt die Boize in Richtung Sude.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gresse wurde am 9. Juni 1297 erstmals urkundlich erwähnt, als Graf Nikolaus von Schwerin der Boizenburger Kirche zwei Hufen Land aus Gresse schenkte.[3] Das Dorf gehörte – u. a. gemeinsam mit den Dörfern Badekow, Beckendorf, Bengerstorf, Kladrum, Nostorf und Altendorf – ab dem 14. Jahrhundert zu den weitläufigen Besitzungen der Familie von Sprengel.[4] Während des Dreißigjährigen Krieges verpfändete die Familie das Gut in Gresse 1625 zunächst an Hartwig von Schack aus Müssen und verkaufte es kurz nach Kriegsende 1651 an Friedrich von Thun. 1681 wurde das Gut für 11.000 Taler an Ernst Wilhelm von dem Knesebeck verkauft. In den folgenden Jahrhunderten wechselte das Gut in rascher Abfolge den Eigentümer: 1784 erwarb es A. Fr. von Witzendorf, 1792 Freiherr Otto von Hahn, 1795 Amtmann Gebser, 1792 Oberstallmeister Franz Ferdinand von Rantzau, 1804 August von Schilden, 1817 Rittmeister Hans von Klitzing, 1837 der Regierungsrat Albrecht von Lützow, 1845 Wilhelm Heerlein, 1849 der Kammerjunker Georg von Drenckhahn, 1860 Friedrich von Meyenn, ehe es 1872 in das Eigentum des Hamburger Guano-Importeurs Albertus von Ohlendorff gelangte. Der Ortsteil Badekow blieb bis 1736 im Besitz der Familie von Sprengel, deren letzter Nachkomme Ende des 18. Jahrhunderts völlig verarmt in Boizenburg verstarb.

Die Kirche von Gresse wurde zum ersten Mal 1335 urkundlich erwähnt. Im Dreißigjährigen Krieg wurde sie zerstört und bis 1664 teilweise wieder aufgebaut. Unter Leitung des damaligen Besitzers vom Gut Gresse, Rittmeister von Knesebeck, entstand ab 1681 ein vom Barockstil geprägter Bau. Der Turm ist mit einem glockenförmigen Turm gedeckt, in diesem hängt eine 1736 gegossene Glocke. Von 1968 bis 1970 erfolgten Umbauarbeiten, die das heutige Aussehen mit prägen.

Im Jahr 1936 wurde die Pflichtfeuerwehr des Guts Gresse aufgelöst und eine Freiwillige Feuerwehr gegründet.[5]

Vom März bis Ende April 1945 war Gresse Gefechtsstand des Kommandeurs für den Verteidigungsabschnitt Geesthacht-Dömitz.[6] Gresse und seine Einwohner erlebten das Kriegsende Anfang Mai 1945 mit dem Einmarsch britischer Militäreinheiten.

Am 1. Juli 1950 wurde die bisher eigenständige Gemeinde Badekow eingegliedert.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eingang zum Hügelgrab
  • Baudenkmale der Gemeinde sind in der Liste der Baudenkmale in Gresse aufgeführt.
  • Dorfkirche Gresse, mit Grabkapelle von Albertus von Ohlendorff
  • Gutshaus im Stil der englischen Neugotik, erbaut durch den Wismarer Architekten Heinrich Thormann.
  • Hügelgrab Gresse im Nordwesten des Ortes etwa 800 Meter vom Gutshaus entfernt auf dem Finkenberg, ein Erdhügel mit einem Durchmesser von 25 Metern und einer Höhe von 6 Metern. Im Frühjahr 1899 ließ Freiherr Albertus von Ohlendorff den geschlossenen Hügel angraben. Dabei entstand ein etwa 1,60 Meter hoher, ausgemauerter Gang ins Innere des Hügels, der bis heute intakt ist. Bei der Grabung wurden neben Resten von Leichnamen auch Werkzeuge wie Äxte aus Gestein, Keile und ein verzierter Dolch aus Feuerstein gefunden. Angelegt wurde das Hügelgrab wahrscheinlich in der Kupfersteinzeit oder Bronzezeit.[7]

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Gresse befinden sich ein Ärztehaus, ein Kindergarten mit Hort, eine Grundschule und seit 1971 eine Lebensmittelfiliale der Konsumgenossenschaft Hagenow eG, kurz Konsum.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hugo von Pentz: Album mecklenburgischer Güter im ehemaligen ritterschaftlichen Amt Wittenburg. Schwerin 2005, S. 55–58.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gresse – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Amt M-V – Bevölkerungsstand der Kreise, Ämter und Gemeinden 2016 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Hauptsatzung der Gemeinde Gresse. § 1. Gemeinde Gresse, 13. März 2013, abgerufen am 8. August 2016 (PDF; 3,0 MB).
  3. Mecklenburgisches Urkundenbuch IV. (1867) Nr. 2452
  4. Friedrich Schlie, Die Kunst- und Geschichts-Denkmäler des Grossherzogthums Mecklenburg-Schwerin, Band 3, Seiten 126 ff., vermutet Besitz derer von Sprengel in Gresse bereits im 13. Jahrhundert
  5. Dietmar Kreiß: Eine sehr rüstige 75-jährige Jubilarin. In: Schweriner Volkszeitung: Hagenower Kreisblatt.Nr. 196/66, 23. August 2011, S. 15
  6. Gefechtsstand Generalmajor Heino Oetken, Kommandant des Elbe-Abschnitt Geesthacht-Dömitz
  7. Robert Beltz: Hünengrab von Gresse (bei Boizenburg). In: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde, Band 66 , S. 129–133. 1901, abgerufen am 2. November 2012.