Picher

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Picher
Picher
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Picher hervorgehoben
Koordinaten: 53° 21′ N, 11° 21′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Ludwigslust-Parchim
Amt: Hagenow-Land
Höhe: 51 m ü. NHN
Fläche: 39,09 km2
Einwohner: 643 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 16 Einwohner je km2
Postleitzahl: 19230
Vorwahl: 038751
Kfz-Kennzeichen: LUP, HGN, LBZ, LWL, PCH, STB
Gemeindeschlüssel: 13 0 76 111
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Amtsverwaltung: Bahnhofstr. 25
in 19230 Hagenow
Webpräsenz: www.amt-hagenow-land.de
Bürgermeister: Detlef Christ
Lage der Gemeinde Picher im Landkreis Ludwigslust-Parchim
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Über dieses Bild

Picher ist eine Gemeinde im Landkreis Ludwigslust-Parchim in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland). Sie wird vom Amt Hagenow-Land mit Sitz in der Stadt Hagenow verwaltet.

Zu Picher gehört der Ortsteil Jasnitz.[2]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Picher liegt im Norden der Griesen Gegend, einem waldreichen Gebiet (Pichersche Heide nördlich der Gemeinde) zwischen den Flüssen Sude, Elde und Elbe. Das flachwellige Gebiet erreicht mit 66 m ü. NN am südlichen Ortsausgang von Picher den höchsten Punkt in der nördlichen Griesen Gegend. Durch das Gemeindegebiet fließt der Neue Kanal, in den weitere Gräben münden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

neogotische Kirche aus 19. Jahrhundert

Picher wurde im Jahr 1291 erstmals urkundlich als Pychere erwähnt, gehörte einst zur Grafschaft Dannenberg, bis es Anfang des 14. Jahrhunderts zur Grafschaft Schwerin wechselte. 1303 kaufte das Kloster Eldena Grundbesitz eines Detlef von Plöne auf. 1319 wird eine aus dem 13. Jahrhundert stammende Kirche erstmals erwähnt, die mehrmals erweitert, jedoch im Jahr 1875 wegen Baufälligkeit und aufgrund des geringen Platzangebots abgerissen und anschließend durch einen größeren Bau im neogotischen Stil ersetzt wurde. Bis zur Übernahme in landesherrlichen Besitz im Jahr 1588 war Picher Kommuniondorf. In dem mit 35 Hufen recht großem Dorf siedelten sich bereits früh Handwerker an. Im 18. Jahrhundert existierte im Ort ein Schmelzofen zur Silbergewinnung aus bei Picher vorkommenden Flugsanden.

Jasnitz urkundliche Ersterwähnung als Yotzenisse stammt aus dem Jahr 1458. Aufgrund der hohen Wilddichte wurde, unter anderem in einem 1873 aus einem sogenannten Saugarten entstandenen großherzoglichen Wildgarten, intensiv der Jagd nachgegangen. Ebenfalls spielte die Forstwirtschaft eine wirtschaftliche Bedeutung.

Beim Landeswettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden–unser Dorf hat Zukunft“ errang Picher im Jahr 2010 den ersten Platz, was mit der breit gefächerten Infrastruktur und dem gepflegten Zustand der historischen Gebäude begründet wurde.[3]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 27. November 2002 vom Innenministerium genehmigt und unter der Nr. 270 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Blasonierung: „In Grün unter überhöhter silberner Damhirschschaufel fächerförmig eine schräggestellte silberne Ähre und ein schräglinks gestellter silberner Hammer.“[4]

Das Wappen wurde von dem Schweriner Heraldiker Karl-Heinz Steinbruch gestaltet.

Die Damhirschschaufel steht für den Wildreichtum um Janitz, die Kornähre für die Landwirtschaft und der Hammer für das Handwerk in der Gemeinde.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch Liste der Baudenkmale in Picher

  • Schon 1319 wurde eine Backsteinkirche erwähnt. Die heutige neogotische, dreischiffige Backsteinkirche in Picher wurde nach Plänen von Georg Daniel von 1875 bis 1879 erbaut und ist von einer Feldsteinmauer umgeben. Der Backsteinbau mit Chor und eingezogenem 5/8 Schluss, Chorflankentürmchen, polygonal endenden Querarmen und einem vor das Kirchenschiff gesetzten viergeschossigen Turm sowie Dachreiter hat die Ausmaße einer kleinen Stadtkirche. Im Innern befindet sich eine von massiven Gurtbögen getragene Holzdecke. Die Schleifladenorgel auf der Westempore der Kirche wurde 1880 von Johann Heinrich Runge gebaut. Eine umfassende Sanierung erfolgte von 1998 bis 2008.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwei Kilometer südlich von Picher führt die Bundesstraße 5 vorbei (vor Fertigstellung der Autobahn 1983 Transitstraße von Hamburg nach Berlin).

Im 4,5 Kilometer entfernten Ortsteil Jasnitz befindet sich der Bahnhof Jasnitz an der Strecke Hagenow–Ludwigslust, Teil der ICE-Ausbaustrecke Berlin Hamburg. Dort halten im Zweistundentakt Züge der Ostdeutschen Eisenbahn.

Die nächstgrößeren Städte sind Ludwigslust (12 km entfernt) und Hagenow (16 km), von diesen Orten besteht Autobahnanschluss (A 24 Berlin - Hamburg).

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Carl Heinrich Romberg (1810–1868), evangelisch-lutherischer Geistlicher und Redakteur, Pastor in Picher von 1854 bis 1868

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2015 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. § 1 der Hauptsatzung (PDF; 36 kB) der Gemeinde
  3. Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven: @1@2Vorlage:Toter Link/www1.ndr.dePicher ist das schönste Dorf im Land, NDR Online, abgerufen am 5. Juli 2010
  4. § 2 der Hauptsatzung (PDF; 36 kB) der Gemeinde

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Picher – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien