Raben Steinfeld

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Raben Steinfeld
Raben Steinfeld
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Raben Steinfeld hervorgehoben

Koordinaten: 53° 36′ N, 11° 30′ O

Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Ludwigslust-Parchim
Amt: Crivitz
Höhe: 60 m ü. NHN
Fläche: 9,6 km2
Einwohner: 1047 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 109 Einwohner je km2
Postleitzahl: 19065
Vorwahl: 03860
Kfz-Kennzeichen: LUP, HGN, LBZ, LWL, PCH, STB
Gemeindeschlüssel: 13 0 76 117
Adresse der Amtsverwaltung: Amtsstraße 5
19089 Crivitz
Website: www.amt-crivitz.de
Bürgermeister: Klaus-Dieter Bruns
Lage der Gemeinde Raben Steinfeld im Landkreis Ludwigslust-Parchim
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Raben Steinfeld ist eine Gemeinde im Landkreis Ludwigslust-Parchim in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland). Sie liegt südöstlich der Landeshauptstadt Schwerin und wird vom Amt Crivitz mit Sitz in Crivitz verwaltet.

Geografie und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eigenheimsiedlung im Unterdorf, im Hintergrund: der Schweriner Fernsehturm

Raben Steinfeld befindet sich am Südoststufer des Schweriner Sees nördlich der Lewitz-Niederung. Die Gemeinde liegt an der Bundesstraße 321 in unmittelbarer Nähe der Bundesautobahn 14. Umliegende Städte sind Schwerin und Crivitz. Ein Großteil der Gemeinde (fast 50 Prozent) ist bewaldet und Bestandteil eines Natur- und Landschaftsschutzgebiets. Der Ort besteht aus zwei getrennten Ortsteilen. Das Unterdorf liegt südlich der B 321. Das Oberdorf beginnt nördlich von dieser Bundesstraße am Auslauf des Charlottenberges und streckt sich von dort nach Norden und Westen aus.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Raben Steinfeld wurde erstmals urkundlich am 11. Januar 1410 erwähnt. Aber bereits 1160 befand sich hier eine deutsche Burg. Der Name setzt sich aus „Raben“ von der Familie von Raben und „Steinfeld“ von den sehr steinigen Feldern der Umgebung (Endmoräne) zusammen.

Nach dem Dreißigjährigen Krieg 1648 kam der Ort zu Mecklenburg und das Gut ging in herzoglichen Besitz über. 1847 wurde es zum Hausgut der Großherzöge von Mecklenburg-Schwerin. 1881 eröffnete das großherzogliche Gestüt. 1886/1887 wurde das ehemalige Jagdschloss zur großherzoglichen Sommerresidenz umgebaut. Auf Schloss Raben Steinfeld wuchs u. a. Heinrich zu Mecklenburg auf.[2] Mit seiner Frau, der niederländischen Königin Wilhelmina, kam er als Prinz der Niederlande häufig zu Besuch.[3] Wilhelmina liebte „Schloss Steinfeld“, wie sie es nannte. Später diente das Schloss den Großherzoginnen von Mecklenburg auch als Witwenresidenz.

Gedenkstätte für die Opfer des Todesmarsches 1945

In der Nähe des Ortes an der Stör endete am 2. Mai 1945 der Todesmarsch für 18.000 der insgesamt 33.000 entkräfteten Häftlinge aus dem KZ Sachsenhausen. Einen Tag später wurde der Ort durch die Rote Armee besetzt. Die Stör am Ortsrand und das Ostufer des Schweriner Sees war für einige Wochen Demarkationslinie zwischen den Truppen der Sowjetunion und den Westmächten. An der Stör befindet sich seit 1973 eine Mahn- und Gedenkstätte für den Todesmarsch.

Im herzoglichen Schloss wurde 1946 eine Ingenieurschule für Forstwirtschaft gegründet, welche 1995 geschlossen wurde.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Raben Steinfeld
Blasonierung: „In Gold zwischen zwei blauen Flankenpfahlfäden drei schwarze Steine; auf dem mittleren größeren Stein ein flugbereiter, golden bewehrter schwarzer Rabe.“[4]

Das Wappen wurde nach einem Vorschlag des Crivitzers Dr. Klaus Plüschke von der Schwerinerin Viola Westphal gestaltet. Es wurde am 3. August 2000 durch das Ministerium des Innern genehmigt und unter der Nr. 221 der Wappenrolle des Landes Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Wappenbegründung: In dem Wappen stellen der dem Oberwappen der Familie von Rabe(n) entlehnte schwarze Rabe und die Steine als redende Zeichen den bildlichen Bezug zum Gemeindenamen her. Zugleich soll der Rabe an die Adelsfamilie erinnern, die vom Anfang des 15. Jh. bis 1678 die Entwicklung des Ortes bestimmte. Mit den Steinen sollen darüber hinaus die seit der Eiszeit vorhandenen und bis heute von den Menschen vielfältig genutzten Gerölle des Gebietes versinnbildlicht werden. Die Flankenpfahlfäden verweisen auf die Lage der Gemeinde zwischen dem Südende des Schweriner Sees und dem Pinnower See.

Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde verfügt über keine amtlich genehmigte Flagge.[5]

Dienstsiegel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dienstsiegel zeigt das Gemeindewappen mit der Umschrift „GEMEINDE RABEN STEINFELD“.[5]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das ehemals großherzogliche Jagdschloss stand lange leer und wurde 2019 von der Gemeinde übernommen.
Der ehemalige Wasserturm ist ein Quartier für Fledermäuse.

Siehe auch Liste der Baudenkmale in Raben Steinfeld

  • Großherzogliches Jagdschloss (Backsteinbau, auch Sitz des herzoglichen Gestüts, im Stil der Neorenaissance) von 1886/1887. Es soll von der Gemeinde saniert werden.
  • Zwölf Familiengestütswärterhäuser, nach englischem Vorbild zwischen 1863 und 1869 gebaut
  • Englischer Landschaftspark mit den 34 Raben Steinfelder Eichen (die stärkste hat einen Umfang von 7,40 Metern).
  • Gedenkstein von 1949 vor der Brücke über die Stör zur Erinnerung an die befreiten Häftlinge des Todesmarsches der KZ Sachsenhausen und KZ Ravensbrück vom April 1945
  • Mahn- und Gedenkstätte aus dem Jahre 1973 mit der Monumentalplastik von Bildhauer Gerhard Thieme Die Mutter, dazu seit 1976 vier Reliefstelen des gleichen Künstlers
  • Gedenkstelle von 1996 an der B 321 im Forst hinter der Autobahnabfahrt von dem Bildhauer Wieland Schmiedel zum Gedenken an die Opfer des Todesmarsches
  • Steingarten als Außenstandort der Bundesgartenschau 2009
  • Geologisches Museum Raben Steinfeld
  • Der Wasserturm im Park wurde zu einem Quartier für Fledermäuse umgebaut

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Günter Millahn (* 1930 bei Schwerin; † 2018), Forstmann, Pädagoge, Jäger und Autor; von 1957 bis 1995 Dozent an der Forstfachhochschule Raben Steinfeld

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Günter Millahn: Raben Steinfeld. Geschichte einer Forstschule. Bjoern-Verlag, Krefeld 1997, ISBN 3-922348-03-3.
  • Margot Krempien et al.: Mahn- und Gedenkstätte Raben Steinfeld. 2. Auflage. Historisches Museum Schwerin, Schwerin 1986.
  • Hans-Dieter Krienke, Karsten Obst: Raben Steinfeld und die Eiszeit: Landschaftsentwicklung und geologische Sehenswürdigkeiten südöstlich von Schwerin. In: Brandenburgische geowissenschaftliche Beiträge, Jg. 18 (2011), H. 1/2, S. 107–123 (online).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Raben Steinfeld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Amt M-V – Bevölkerungsstand der Kreise, Ämter und Gemeinden 2019 (XLS-Datei) (Amtliche Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Wilhelmina: Einsam und doch nicht allein. Evangelisches Verlagswerk, Stuttgart 1961, S. 95.
  3. Wilhelmina: Einsam und doch nicht allein. Evangelisches Verlagswerk, Stuttgart 1961, S. 101–103, S. 112–113 und öfter.
  4. Hans-Heinz Schütt: Auf Schild und Flagge - Die Wappen und Flaggen des Landes Mecklenburg-Vorpommern und seiner Kommunen. Hrsg.: produktionsbüro TINUS; Schwerin. 2011, ISBN 978-3-9814380-0-0, S. 207.
  5. a b Hauptsatzung § 2 (PDF).