Mensignac
| Mensignac Mencinhac | ||
|---|---|---|
| Staat | ||
| Region | Nouvelle-Aquitaine | |
| Département (Nr.) | Dordogne (24) | |
| Arrondissement | Périgueux | |
| Kanton | Saint-Astier | |
| Gemeindeverband | Le Grand Périgueux | |
| Koordinaten | 45° 14′ N, 0° 34′ O | |
| Höhe | 92–231 m | |
| Fläche | 26,08 km² | |
| Einwohner | 1.521 (1. Januar 2023) | |
| Bevölkerungsdichte | 58 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 24350 | |
| INSEE-Code | 24266 | |
| Website | www.mensignac.fr | |
Rathaus (Mairie) im ehemaligen Schloss Mensignac | ||
Mensignac (Aussprache [mɑ̃siˈɲak], okzitanisch Mencinhac) ist eine französische Gemeinde mit 1521 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Périgueux und zum Gemeindeverband Le Grand Périgueux. Die Einwohner werden Mensignacois und Mensignacoises genannt.
Geografie
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Mensignac liegt etwa 35 Kilometer südsüdwestlich von Nontron, etwa 13 Kilometer westnordwestlich von Périgueux und etwa 42 Kilometer nordnordöstlich von Bergerac in der Landschaft des Périgord central, im Teil des touristisch benannten Périgord blanc. Das Gemeindegebiet befindet sich im Einzugsgebiet der Dordogne und wird entwässert vom Ruisseau des Planches und verschiedenen kleineren Fließgewässern.
Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Mensignac liegt auf der dritten Stufe von Nordosten, einer Hochebene aus heterogenem Kalkstein aus der Kreidezeit.[1] Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär sowie einigen Sedimentgesteinen aus dem Känozoikum, andere aus dem Mesozoikum.
Mensignac erstreckt sich über eine im Norden und im Osten bewaldete Hügellandschaft, deren Erhebungen nach Südwesten und nach Osten hin zunehmen und im Westen Höhen von über 200 m erreichen. Der topografisch höchste Punkt befindet sich mit 231 m im äußersten Südosten in der Nähe des Lieu-dit Larcy an der Grenze zur Nachbargemeinde Saint-Aquilin. Der tiefste Punkt mit 92 m ist im äußersten Südosten beim Austritt eines zeitweise trockenfallenden Bachs aus dem Gemeindegebiet anzutreffen. Das Zentrum liegt auf einer Hügelkuppe auf etwa 191 m Höhe.
Rund 60 % der Fläche der Gemeinde werden landwirtschaftlich, inklusive ein wenig Weinbau, genutzt, rund 37 % sind bewaldet, rund 3 % entfallen auf bebaute Flächen (Stand: 2018).[2]
Mensignac wird von folgenden sieben Gemeinden umgeben:
| Lisle | Bussac | |
| Tocane-Saint-Apre | La Chapelle-Gonaguet | |
| Saint-Aquilin | Léguillac-de-l’Auche | Annesse-et-Beaulieu |
Klima
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die klimatischen Bedingungen in Mensignac werden als warm und gemäßigt eingestuft. Die Niederschlagsmengen in Mensignac sind bemerkenswert, da selbst in Monaten, die typischerweise trocken sind, erhebliche Niederschläge fallen. Nach der Köppen-Geiger-Klassifikation werden die vorherrschenden Wetterbedingungen in diesem Gebiet als Cfb (Gemäßigtes Ozeanklima) eingeordnet. Die durchschnittliche Jahrestemperatur in Mensignac beträgt 13 °C, die niedrigste Durchschnittstemperatur im Januar mit 5,3 °C, die höchste im Juli und im August mit 21 °C. Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt gemäß den meteorologischen Aufzeichnungen 864 mm.[3]
Natürliche und technologische Risiken
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Natürliche Risiken manifestieren sich in Mensignac neben den meteorologischen Risiken (Sturm, Gewitter, Schnee, extreme Kälte, Hitzewelle) vor allem als
- Waldbrände
- Bodensetzungen
- Bodenbewegungen
Da das Gemeindegebiet besonders im nördlichen und im östlichen Teil zu einem großen Teil mit Wald bedeckt ist, ist Mensignac einer starken Gefahr von Waldbränden ausgesetzt. Im größten Teil des Gemeindegebiets besteht zur Vorbeugung eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser und Zufahrten und eine zeitliche und/oder räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk. Der vom Département erstellte Plan zur Verhütung von Waldbränden (PPRIF) definiert nicht bebaubare und vorbehaltspflichtige Bauzonen, um die Exposition von Gütern zu verringern.[4]
Wie die Risikokarte zeigt, ist nahezu das gesamte Gemeindegebiet von einer starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Dürreperioden in den Jahren 1989, 1991, 1992, 1996, 2003, 2005, 2009, 2011 und 2022 sind als Naturkatastrophen der Gemeinde klassifiziert worden. Die Erdbebengefahr wird als niedrig eingestuft. Das Gemeindegebiet ist nur einer schwachen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 von 3 zugeordnet.
Bodenbewegungen umfassen eine Reihe von Verschiebungen des Bodens oder Untergrunds, manche abrupter als andere. Die dabei auftretenden Volumina können von wenigen Kubikmetern bis zu mehreren Millionen Kubikmetern reichen. Diese Verschiebungen können langsam (einige Millimeter pro Jahr) bis sehr schnell (einige hundert Meter pro Tag) erfolgen. Im Allgemeinen verlaufen Bodenbewegungen mit einem signifikanten Volumen relativ langsam. Eine solche Bodenbewegung im Jahr 1999 ist als Naturkatastrophe der Gemeinde klassifiziert worden. In Mensignac besteht die Gefahr von Bodenbewegungen als Senkungen und Einstürzen anthropogenen Ursprungs, natürlich entstandene unterirdische Hohlräume, deren Decken einsturzgefährdet sind, sowie von Erdrutschen, mehr oder weniger langsamen Bewegungen von Hanglagen, bei denen sich das Erdreich ablöst. Ihr Auftreten hängt von der Bodenart, dem Hangwinkel und den Wetterbedingungen ab.
Ein technologisches Risiko besteht durch den Verlauf zweier Erdgasleitungen, die das Gemeindegebiet unterqueren. Obwohl diese Anlagen sicher sind, kann es in sehr seltenen Fällen zu einem Bruch oder einem Leck kommen. Dies könnte dann eine Umweltverschmutzung oder ein Unfallereignis (Explosion, Brand, giftige Wolke usw.) zur Folge haben.[5]
Etymologie und Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Name des Dorfes ist relativ spät im 13. Jahrhundert in der latinisierten Form Mensinhacum belegt. Er erscheint auch in den Schreibweisen Mensinac (1219) und Mensinhac (1284), wobei -nh- wie -gn- ([ɲ]) ausgesprochen wird. Ein wenig später wurde das Dorf 1312 in der Variante Massinhacum erwähnt. Mensignac steht für einen gallorömischen Personennamen, Minicianus, dem das Suffix -acum als Eignertitel angehängt wurde (somit Minicianacum, Landgut des Minicianus). Er bezeichnete im Römischen Reich eine Person der Familie Minucius.
Eine Niederlassung des Templerordens wurde am Ende des 12. Jahrhunderts in Chante-Géline (auch Chantepoule genannt) auf dem heutigen südwestlichen Gemeindegebiet eingerichtet, deren romanische Kirche umfassend umgebaut wurde. Ein Priorat bei Mille-Graules unterstand der Benediktinerabtei von Ligueux. Am Lieu-dit les Vignes existierte ein Haus, das zur Kommende von Andrivaux gehörte und 1837 zerstört wurde. Dort gibt es auch eine Fundstätte der Altsteinzeit.[6]
Bevölkerungsentwicklung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Mensignac: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2020 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1793 | 1.250 | |||
| 1800 | 1.219 | |||
| 1806 | 1.174 | |||
| 1821 | 1.376 | |||
| 1831 | 1.381 | |||
| 1836 | 1.281 | |||
| 1841 | 1.281 | |||
| 1846 | 1.279 | |||
| 1851 | 1.291 | |||
| 1856 | 1.293 | |||
| 1861 | 1.281 | |||
| 1866 | 1.280 | |||
| 1872 | 1.144 | |||
| 1876 | 1.177 | |||
| 1881 | 1.186 | |||
| 1886 | 1.095 | |||
| 1891 | 1.075 | |||
| 1896 | 970 | |||
| 1901 | 956 | |||
| 1906 | 895 | |||
| 1911 | 853 | |||
| 1921 | 773 | |||
| 1926 | 795 | |||
| 1931 | 706 | |||
| 1936 | 720 | |||
| 1946 | 739 | |||
| 1954 | 774 | |||
| 1962 | 786 | |||
| 1968 | 762 | |||
| 1975 | 902 | |||
| 1982 | 1.034 | |||
| 1990 | 1.127 | |||
| 1999 | 1.136 | |||
| 2006 | 1.298 | |||
| 2013 | 1.513 | |||
| 2020 | 1.520 | |||
| Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1999,[7] INSEE ab 2006[8] Anmerkung(en): Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz | ||||
Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Kirche Saint-Pierre-et-Saint-Paul aus dem 12. Jahrhundert, Chor aus dem 15. Jahrhundert
- Kirche von Chante-Géline (bzw. Chantepoule) aus dem 12. Jahrhundert mit Umbauten aus dem 14. und 19. Jahrhundert
- Ehemaliges Schloss Mensignac aus dem 19. Jahrhundert, heutiges Rathaus
- Villa Les Glycines
- Kirche Saint-Pierre-et-Saint-Paul
- Kirche von Chante-Géline
- Villa Glycines
Bildung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Gemeinde verfügt über eine öffentliche Vor- und Grundschule (École primaire) „Jean Nectoux“ mit 154 Schülerinnen und Schülern in sieben Klassen (2025).[9]
Wirtschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Erwerbstätigkeit
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Jahre 2023 waren 746 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Mensignac erwerbstätig, entsprechend 81,0 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse, wobei der Anteil der Männer (83,2 %) höher war als bei den Frauen (78,8 %). Die Zahl der Arbeitslosen war mit 61 Personen im Jahr 2023 höher als im Jahr 2017 (55). Die Arbeitslosenquote stieg entsprechend von 7,8 % (2017) auf 8,2 % (2023).[10]
Branchen und Betriebe
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]92 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2023 in Mensignac wirtschaftlich aktiv:[10]
| Branche | Anzahl | % |
|---|---|---|
| Fertigung, Bergbau und andere Industrien | 7 | 7,6 % |
| Baugewerbe | 17 | 18,5 % |
| Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie | 22 | 23,9 % |
| Information und Kommunikation | 5 | 5,4 % |
| Finanzen und Versicherungen | 4 | 4,3 % |
| Immobilien | 3 | 3,3 % |
| Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten | 10 | 10,9 % |
| Öffentliche Verwaltung, Bildung, menschliche Gesundheit und soziales Handeln | 7 | 7,6 % |
| Andere Dienstleistungen | 17 | 18,5 % |
| Gesamt | 92 |
Landwirtschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf Polykulturen und/oder Mischbetriebe in der Tierhaltung.[11] Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 53 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 37 im Jahr 2000, auf 26 im Jahr 2010 und auf 20 im Jahr 2020, ein Rückgang von 62,3 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche verkleinerte sich von 1365 Hektar im Jahre 1988 auf 1024 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb stieg signifikant von 25,8 Hektar auf 52,4 Hektar.[12][13][14]
Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die zur Departementsstraße D 710 herabgestufte ehemalige Nationalstraße N 710 von Ribérac nach Périgueux durchquert das Zentrum der Gemeinde. Nachgeordnete Departementsstraßen und lokale Landstraßen verbinden das Zentrum von Mensignac mit den Weilern der Gemeinde und mit Nachbargemeinden.
Regionalbusse einer Linie im Auftrag der Region Nouvelle-Aquitaine verbinden Mensignac mit Périgueux und mit Mussidan über Ribérac.[15]
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Chantal Tanet, Tristan Hordé: Dictionnaire des noms de lieux du Périgord. Editions Fanlac, Périgueux 2000, ISBN 2-86577-215-2 (französisch).
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Géologie de la Dordogne-Périgord. Éditions Esprit de Pays, abgerufen am 24. Juli 2026 (französisch).
- ↑ Répartition des superficies en 15 postes d’occupation des sols (métropole). CORINE Land Cover, 2018, abgerufen am 24. Juli 2026 (französisch).
- ↑ Klima Mensignac. Climate-Data.org, abgerufen am 24. Juli 2026.
- ↑ Dossier des Départements über Hauptrisiken. (PDF) Département Dordogne, abgerufen am 24. Juli 2026 (französisch).
- ↑ Natürliche und technologische Risiken. Ministerium für ökologischen Wandel, Biodiversität, Wälder, Meer und Fischerei, abgerufen am 24. Juli 2026 (französisch).
- ↑ Siehe Tanet, Hordé, Seite 219
- ↑ Notice Communale Mensignac. EHESS, abgerufen am 24. Juli 2026 (französisch).
- ↑ Populations légales 2006, Populations légales 2013, Populations légales 2020, INSEE, abgerufen am 24. Juli 2026
- ↑ École primaire Jean Nectoux. Nationales Bildungsministerium, abgerufen am 24. Juli 2026 (französisch).
- 1 2 Dossier complet - Commune de Mensignac (24266). INSEE, abgerufen am 24. Juli 2026 (französisch).
- ↑ Territoriale Spezialisierung der landwirtschaftlichen Produktion im Jahr 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 24. Juli 2026 (französisch).
- ↑ Allgemeine Daten der landwirtschaftlichen Betriebe mit Sitz in Mensignac. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 24. Juli 2026 (französisch).
- ↑ Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe und deren durchschnittliche landwirtschaftlich genutzte Fläche 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 24. Juli 2026 (französisch).
- ↑ Gesamte landwirtschaftlich genutzte Fläche 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 24. Juli 2026 (französisch).
- ↑ Cars régionaux Dordogne. (PDF) Region Nouvelle-Aquitaine, abgerufen am 24. Juli 2026 (französisch).
