Fouleix

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Fouleix
Fouleix (Frankreich)
Fouleix
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Dordogne
Arrondissement Périgueux
Kanton Périgord Central
Gemeindeverband Agglomération Le Grand Périgueux
Koordinaten 44° 59′ N, 0° 41′ OKoordinaten: 44° 59′ N, 0° 41′ O
Höhe 90–216 m
Fläche 10,94 km2
Einwohner 241 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 22 Einw./km2
Postleitzahl 24380
INSEE-Code
Website www.fouleix.fr

Pfarrkirche Saint-Pierre-et-Saint-Paul

Fouleix ist eine französische Gemeinde mit 241 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine (vor 2016: Aquitanien). Die Gemeinde gehört zum Arrondissement Périgueux und zum Kanton Périgord Central (bis 2015: Kanton Vergt).

Der Name in der okzitanischen Sprache lautet Folés, dessen Herkunft unklar ist. Es könnte von dem Namen einer Person germanischen Ursprungs und in der Folge vom Namen eines Ortes stammen, oder er ist keltischen Ursprungs und bezeichnet ein Landstück von harter Beschaffenheit, das es unsinnig erscheinen lässt, eine Kultivierung zu wagen.[1][2][3]

Die Einwohner werden Fouleixois und Fouleixoises genannt.[4]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fouleix liegt ca. 25 km südlich von Périgueux und ca. 25 km nordwestlich von Bergerac in der Region Périgord Central der historischen Provinz Périgord.

Die Gemeinde liegt in einem hügeligen Gebiet und ist zu einem großen Teil mit Kastanienwäldern bedeckt.[2]

Umgeben wird Fouleix von den Nachbargemeinden:

Saint-Maime-de-Péreyrol
Beauregard-et-Bassac
Saint-Martin-des-Combes
Nachbargemeinden Saint-Amand-de-Vergt
Clermont-de-Beauregard Saint-Félix-de-Villadeix Val de Louyre et Caudeau

Fouleix liegt im Einzugsgebiet des Flusses Dordogne. Der Caudeau, einer seiner rechter Nebenflüsse, markiert die Grenze zur südlichen Nachbargemeinde Saint-Félix-de-Villadeix. Der Retz, ein Zufluss des Caudeau, entspringt auf dem Gebiet der Gemeinde.[5]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bearbeitete und polierte Steine, die auf dem Gebiet der Gemeinde gefunden wurden, lassen auf eine frühe Besiedelung schließen. Die Geschichte von Fouleix ist gekennzeichnet von aufeinanderfolgenden Kriegen. Der Hundertjährige Krieg zwischen 1337 bis 1453 war eine Auseinandersetzung zwischen der englischen und der französischen Krone. Das Périgord war in dieser Zeit in weiten Teilen von blutigen Gefechten und Plünderungen betroffen. Ein Jahrhundert später forderten die Hugenottenkriege einen Blutzoll. Die Erhebung von neuen Steuern trotz einer allgemeinen Notlage führte zur Rebellion der Croquants im Jahre 1594. In der Folgezeit brachen weitere Aufstände während des 17. Jahrhunderts auf. Dörfer wie Fouleix traf die Krise mit voller Wucht, und die Brennpunkte vervielfältigten sich bis zum Jahre 1642, als Pierre Grellety, Anführer und „der letzte Croquant“, seine Kapitulation verhandelte.[2]

Toponymie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Toponyme und Erwähnungen von Fouleix waren:

  • Foles (Kirchenregister des 13. Jahrhunderts),
  • Paroch. de Foliata (1400, Schriftensammlung des Abbé de Lespine),
  • Foleys (Kastellanei des Périgord, Archiv von Pau),
  • Folesium (1510, Schriftensammlung Mourcin),
  • Fouleix (1750, 1793 und 1801, Karte von Cassini, Notice Communale bzw. Bulletin des Lois).[6][7][8]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Beginn der Aufzeichnungen stieg die Einwohnerzahl in der Mitte des 19. Jahrhunderts auf einen Höchststand von rund 695. In der Folgezeit sank die Größe der Gemeinde bei kurzen Erholungsphasen bis zu den 1980er Jahren auf rund 170 Einwohner, bevor sich eine moderate Wachstumsphase einstellte, die heute noch anhält.

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2010 2016
Einwohner 202 209 188 172 186 204 188 221 241
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz
Quellen: EHESS/Cassini bis 2006,[8] INSEE ab 2010[9]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fouleix unterhält über den ehemaligen Kanton Vergt seit 1996 eine Städtepartnerschaft mit Saint-Jacques-de-Montcalm in der kanadischen Provinz Québec.[10]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche Saint-Pierre-et-Saint-Paul[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sie wurde im 11. oder 12. Jahrhundert im romanischen Stil errichtet und im 15. Jahrhundert umgestaltet, wahrscheinlich aufgrund von Schäden, die sie im Hundertjährigen Krieg erlitten hatte. Sie besitzt einen Grundriss in Form eines lateinischen Kreuzes und ist mit gleichmäßigem Mauerwerksverband gebaut. Das spitzbogenförmige Eingangsportal zur Vorhalle ohne Tympanon befindet sich am Fuß des dreigeteilten Glockenturms und gewährt Einlass in das Kircheninnere. Die Kirche ist mit einer Kuppel auf Pendentifs versehen. Heute dient sie nur noch zu Hochzeitsfeiern und Beerdigungen.[11][3]

Schloss Fileyssant[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es datiert aus dem 17. Jahrhundert und befindet sich am gleichnamigen Weiler an der Landstraße, um Dienerschaften und Pferde von Besuchern des Dorfes zu empfangen. Das Wohnhaus ist umgeben von einer Steinmauer mit Türmen an den beiden Ecken zur Landstraße. Diese haben eine runde Form und ähneln Taubenschlägen, die oft in der Region anzutreffen sind. Das Anwesen ist in Privatbesitz und ist der Öffentlichkeit nicht zugänglich.[12]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erdbeerfeld in Fouleix

Landwirtschaft und „grüner“ Tourismus sind die wichtigsten Wirtschaftsfaktoren der Gemeinde.[2]

Aktive Arbeitsstätten nach Branchen am 31. Dezember 2015[13]
Gesamt = 36

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde verfügt über eine öffentliche Vor- und Grundschule mit 47 Schülerinnen und Schülern im Schuljahr 2018/2019.[14]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Route départementale 21 durchquert Fouleix zusammen mit ihrer Nebenstrecke, der Route départementale 21E, von Nord nach Süd und verbindet die Gemeinde im Süden mit Bergerac. Außerdem ist die Gemeinde erreichbar über die Route départementale 42, die sie im Nordwesten an die Route nationale 21, die Achse Périgueux–Bergerac, anbindet und im Osten zur Nachbargemeinde Saint-Amand-de-Vergt führt. Die Route départementale 38 Beauregard-et-Bassac führt im Westen zur Nachbargemeinde Beauregard-et-Bassac und im weiteren Verlauf ebenfalls zu einer Kreuzung mit der Route nationale 21.

Fouleix ist über eine Linie des Busnetzes Transpérigord, die von Périgueux nach Bergerac führt, mit anderen Gemeinden des Départements verbunden.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Fouleix – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Le nom occitan des communes du Périgord (fr) Départementrat des Départements Dordogne. Abgerufen am 10. November 2018.
  2. a b c d Fouleix (fr) Conseil régional d’Aquitaine. Archiviert vom Original am 9. September 2016. Abgerufen am 10. November 2018.
  3. a b Fouleix (fr) Gemeinde Vergt. Abgerufen am 10. November 2018.
  4. Dordogne (fr) habitants.fr. Abgerufen am 10. November 2018.
  5. Ma commune : Fouleix (fr) Système d’Information sur l’Eau du Bassin Adour Garonne. Abgerufen am 10. November 2018.
  6. Paul Vicomte de Gourgues: Dictionnaire topographique du département de la Dordogne (fr) In: Dictionnaire topographique de la France. Imprimerie nationale. S. 132. 1873. Abgerufen am 10. November 2018.
  7. France 1750 (en) David Rumsey Map Collection: Cartography Associates. Abgerufen am 10. November 2018.
  8. a b Notice Communale Fouleix (fr) EHESS. Abgerufen am 10. November 2018.
  9. Populations légales 2015 Commune de Fouleix (24190) (fr) INSEE. Abgerufen am 10. November 2018.
  10. Le comité de jumelage du Pays vernois a 20 ans (fr) Sud Ouest. 14. Juni 2016. Abgerufen am 10. November 2018.
  11. Eglise Saint-Pierre-et-Saint-Paul (fr) Observatoire du patrimoine religieux. Abgerufen am 10. November 2018.
  12. Château de Fileyssant (fr) chateau-fort-manoir-chateau.eu. Abgerufen am 10. November 2018.
  13. Caractéristiques des établissements en 2015 Commune de Fouleix (24190) (fr) INSEE. Abgerufen am 10. November 2018.
  14. École maternelle et élémentaire (fr) Nationales Bildungsministerium. Abgerufen am 10. November 2018.